Nannostomus beckfordi

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Nannostomus beckfordi - Normale Variante
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Nannostomus beckfordi - Rote Variante
 
Nannostomus beckfordi - Roter Ziersalmler var. I

Wissenschaftlicher Name
Nannostomus beckfordi (Günther, 1872)
Familie
Lebiasinidae (Schlanksalmler)
Ordnung
Characiformes (Salmlerartige)
Name
Rote Ziersalmler var. I
Herkunft
Südamerika (insb. Guyana Guyana, Surinam Suriname, Französisch-Guayana French Guiana und das Amazonasbecken in Brasilien Brazil)
Lebensraum
Langsam fließende sowie stehende Uferbereiche, Waldbäche und Sumpfgebiete (oft in schattigen Schwarzwasser-Biotopen).
Ernährung
Omnivor / Allesfresser (bevorzugt feines Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Cyclops, kleine Insektenlarven, nimmt aber auch Flockenfutter).
Größe
ca. 5 cm - 6,5 cm
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre (bei optimaler Haltung selten auch älter)
Temperatur
22° - 27° C
pH-Wert
5,5 - 7,5 (bevorzugt leicht sauer bis neutral)
Gesamthärte
2° - 15° dGH (weich bis mittelhart)
Karbonathärte
unter 5° dKH empfohlen
Haltung
Gruppe ab mindestens 8 - 10 Tieren in gut strukturierten Aquarien ab 60 bis 80 cm Kantenlänge (ca. 80 - 112 Liter), mit dichter Randbepflanzung und Schwimmpflanzen zur Abdunklung.
Schwierigkeitsgrad
Für Anfänger geeignet (die reine Haltung ist unkompliziert, die gezielte Nachzucht ist etwas anspruchsvoller).
Sozialverhalten
Friedlicher, lebhafter Gruppenfisch. Gut für Gesellschaftsbecken geeignet. Männchen besetzen kleine Reviere und zeigen harmlose, aber sehr farbintensive Imponierkämpfe.
IUCN-Status
Nicht offiziell bewertet (NE / Not Evaluated). In der Aquaristik fest als Nachzucht etabliert.
Verbreitungskarte & Fundort
Der wissenschaftliche Name Nannostomus beckfordi bezeichnet einen der elegantesten, ausdauerndsten und am weitesten verbreiteten Vertreter aus der Familie der Schlanksalmler. Im deutschen Sprachraum ist dieser charmante Freiwasserschwimmer unter dem treffenden Namen Beckfords Ziersalmler oder schlicht als Längsband-Ziersalmler bekannt. Seinen wissenschaftlichen Artnamen verdankt er dem Sammler F. Beckford, der diese außergewöhnliche Art im späten neunzehnten Jahrhundert entdeckte und damit das Fundament für einen der bis heute beliebtesten und faszinierendsten Schwarmfische der südamerikanischen Aquaristik schuf.

Optik & Verhalten

Das äußere Erscheinungsbild dieses Salmlers fasziniert durch eine extrem hydrodynamische Silhouette und ein subtiles, aber ungemein ästhetisches Farbenspiel. Der spindelförmige, nadelartig schlanke Körper weist eine goldbraune bis olivfarbene Grundtönung auf, die von einem tiefschwarzen, breiten Längsband durchbrochen wird, das sich von der Schnauzenspitze über das Auge bis zum Ende der Schwanzflosse zieht. Direkt über diesem Band leuchtet eine feine, metallisch glänzende Linie, die je nach Lichteinfall in hellen Gold-, Rot- oder Grüntönen schimmert. Den absoluten Höhepunkt bilden die unpaaren Flossen der geschlechtsreifen Männchen, die insbesondere zur Paarungszeit in einem intensiven, feurigen Rubinrot erstrahlen, während die Weibchen insgesamt blasser gefärbt sind und einen deutlich kräftigeren, runderen Bauch aufweisen. Ein biologisches Phänomen der Art ist der dramatische Wechsel zur Nachtfärbung: Sobald das Licht erlischt, verblasst das markante Längsband und weicht einem unauffälligen Muster aus dunklen Querbinden, das den Fischen im Schlaf eine perfekte Tarnung bietet. Mit einer maximalen Endgröße von viereinhalb bis fünf Zentimetern bleiben sie erfreulich kompakt. Ihr Verhalten lässt sich am besten als lebhaft, friedfertig und ungemein charmant beschreiben, da sie sich oft in einer leicht schrägen, eleganten Kopf-oben-Haltung im Wasser einfinden und die Männchen in permanenten, völlig harmlosen Breitseiteduellen umeinander kreisen.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die Heimat von Beckfords Ziersalmler liegt in den weiten, tropischen Gewässersystemen Südamerikas. Sein natürliches Verbreitungsgebiet ist gewaltig und erstreckt sich über die riesigen Einzugsgebiete des Amazonas und des Rio Negro in Brasilien, Guyana, Suriname sowie Französisch-Guayana. In diesen Regionen bewohnt der Fisch vorzugsweise die extrem ruhigen, flachen und dicht beschatteten Randzonen von langsam fließenden Regenwaldbächen, Sümpfen, Altwasserarmen und den sogenannten Igapós, den saisonal überschwemmten Waldgebieten. Das Wasser in diesen natürlichen Habitaten ist durch gigantische Mengen an herabgefallenem Laub, Holz und organischen Stoffen extrem reich an Gerbstoffen und Huminsäuren, was ihm eine sanfte, teeähnliche Färbung verleiht und den Boden weich bedeckt.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aufgrund ihrer geringen Körpergröße gestaltet sich die Pflege im Aquarium als erfreulich unkompliziert, sofern man ihrem ausgeprägten Bedürfnis nach Struktur und Bewegung nachkommt. Ein artgerechtes Zuhause beginnt idealerweise bei einem Beckenvolumen von etwa sechzig bis achtzig Litern oder einer Kantenlänge ab sechzig Zentimetern für einen kleinen Schwarm. Die Art gilt als überaus robust und anpassungsfähig, was sie zu einem perfekten Kandidaten für Einsteiger macht, verlangt jedoch nach stabilen Verhältnissen ohne extreme Schwankungen. Eine gut schließende Aquarienabdeckung ist eine zwingende Grundvoraussetzung; da die Tiere bevorzugt in den oberen und mittleren Wasserschichten leben und bei ihren rasanten Balzspielen sehr agil reagieren, nutzen sie jede kleine Öffnung für fatale Sprünge ins Trockene.

Aquarium-Einrichtung
Bei der Gestaltung des Aquariums muss ein harmonisches Gleichgewicht zwischen freiem Schwimmraum in der Mitte und dichter Struktur im Hintergrund geschaffen werden. Ein dunkler Bodengrund aus feinem Sand oder gerundetem Kies ist ideal, da er den Fischen optische Sicherheit gibt und die rubinroten Farbtöne der Männchen phänomenal zum Leuchten bringt. Die Hintergrundzone und die Seitenwände sollten dicht mit feinfiedrigen Gewächsen wie Vallisnerien, Wasserpest, Hornkraut oder dichten Polstern aus Java-Moos bepflanzt werden, da diese Pflanzendickichte laichwilligen oder unterdrückten Tieren als Zufluchtsort dienen. Eine großzügige Decke aus Schwimmpflanzen wie Muschelblumen oder Froschbiss ist absolut überlebenswichtig, da die Salmler pralle Sonne meiden und unter diffusem Licht ihr natürlichstes, angstfreies Verhalten zeigen. Filigrane Moorkienwurzeln und eine Schicht aus getrocknetem Laub runden das südamerikanische Layout perfekt ab.

Wasserwerte & Technik
In Bezug auf die Wasserchemie erweist sich der Ziersalmler als dankbarer und toleranter Pflegling, da er über Generationen im Aquarium an eine enorme Bandbreite von Wasserwerten gewöhnt wurde. Er bevorzugt tendenziell weiches bis mittelhartes Wasser mit einer Gesamthärte zwischen fünf und fünfzehn Grad. Der pH-Wert sollte sich stabil im leicht sauren bis absolut neutralen Bereich zwischen sechs und siebenkommafünf einpendeln. Die Wassertemperatur ist optimal im tropischen Bereich zwischen vierundzwanzig und achtundzwanzig Grad Celsius eingestellt. Technisch reicht ein zuverlässiger Innen- oder Außenfilter vollkommen aus, der für eine gründliche biologische Reinigung sorgt. Da die Fische aus ruhigen Gewässern stammen, hassen sie reißende Strömungen im Becken; die Filterausläufe sollten daher so eingestellt werden, dass eine sanfte, beruhigte Wasserbewegung entsteht.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Nannostomus beckfordi ist ein absolut obligatorischer Gruppen- bzw. Schwarmfisch und darf unter keinen Umständen in Einzel- oder Paarhaltung gepflegt werden, da isolierte Tiere schnell verkümmern oder eine extreme Scheu entwickeln. Eine artgerechte Haltung beginnt bei einer Mindeststärke von acht bis zehn Individuen, wobei das faszinierende und farbenprächtige Verhalten erst bei größeren Gruppen ab fünfzehn Tieren seine vollendete Wirkung entfaltet. Innerhalb dieses Schwarms herrscht ein hochinteressantes Sozialgefüge. Die Männchen besetzen oft kleine, temporäre Mini-Reviere im Pflanzendickicht und verteidigen diese mit imposanten Drohgebärden. Bei diesen Kommentkämpfen schwimmen die Konkurrenten parallel mit maximal gespreizten Flossen nebeneinander her und intensivieren ihre Farben, was völlig verletzungsfrei verläuft. Im dichten Verband finden die Fische ihre lebensnotwendige Sicherheit.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Dank seines absolut friedfertigen und toleranten Charakters eignet sich dieser Ziersalmler hervorragend für fast jedes klassische Gesellschaftsbecken. Er kann problemlos mit einer Vielzahl von ebenso friedlichen Fischen wie kleineren Salmlern, Bärblingen, Zwergbuntbarschen sowie bodenorientierten Panzerwelsen und Harnischwelsen vergesellschaftet werden. Phänomenal funktioniert auch die Kombination mit Zwerggarnelen wie den beliebten Neocaridina-Arten, da die Salmler aufgrund ihres extrem kleinen, engen Mauls selbst dem winzigsten Garnelennachwuchs kaum gefährlich werden können. Zu hektische, aggressive oder große Raubfische müssen konsequent ausgeschlossen werden, da die zierlichen Ziersalmler sofort als Lebendfutter enden würden oder durch die Hektik so gestresst werden, dass sie sich nur noch verstecken.

Ernährung & Fütterung

Als klassischer Allesfresser mit einer ausgeprägten Vorliebe für fleischliche Kost ist der Fisch bei der Nahrungsaufnahme im Aquarium absolut unkompliziert, benötigt jedoch aufgrund seines extrem kleinen Mauls zwingend feinste Kost. Übergroße Futtertabletten oder grobes Granulat können von ihnen nicht bewältigt werden. Sie nehmen dankbar feinstes Staubfutter, spezielles Nano-Granulat und zerriebenes Flockenfutter an, das lange an der Oberfläche treibt oder langsam zu Boden sinkt. Die absolute Vitalität, Lebensfreude und die feurige Flossenfärbung der Tiere fördert man jedoch am besten durch die regelmäßige Gabe von feinstem Lebend- und Frostfutter, wie frisch geschlüpften Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Mikrowürmchen oder kleinen Fruchtfliegen, die man auf den Wasserspiegel setzt, wo sie blitzschnell erbeutet werden.

Zucht & Vermehrung

Die Vermehrung im Aquarium ist ein faszinierendes Unterfangen und gelingt bei einer abwechslungsreichen Fütterung und optimalen Wasserwerten relativ einfach. Da es sich um Freilaicher handelt, die keinerlei Brutpflege betreiben und extreme Laichräuber sind, würde der Nachwuchs im Gesellschaftsbecken sofort gefressen werden. Für eine gezielte Zucht setzt man ein gut genährtes Paar am Abend in ein kleines, schwach beleuchtetes Becken, das mit einem dicken Büschel aus Javamoos oder einem Laichgitter am Boden ausgestattet ist. Durch einen kühleren Wasserwechsel lässt sich die Laichbereitschaft triggern, woraufhin das Weibchen in den frühen Morgenstunden seine Eier ins Pflanzendickicht abgibt. Sofort danach müssen die Elterntiere wieder entfernt werden. Die winzigen Larven schlüpfen nach rund vierundzwanzig bis sechsunddreißig Stunden und müssen nach dem Freischwimmen mit feinstem Staubfutter, Infusorien und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien aufgezogen werden.

Gesundheit & typische Probleme

Grundsätzlich gilt Beckfords Ziersalmler als robuster Pflegling, sofern die Beckenhygiene stimmt. Aufgrund seiner geringen Körpermasse hat er jedoch bei Krankheitsausbrüchen nur wenig Substanz zuzusetzen. Typische Probleme sind die Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius) oder bakterielle Infektionen der Haut, die meist durch Stress infolge falscher Vergesellschaftung, mangelhafter Wasserqualität oder zu seltenen Wasserwechseln ausgelöst werden. Zudem reagieren sie empfindlich auf hohe Keimdichten im Wasser. Wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa dreißig Prozent pro Woche mit gut temperiertem Frischwasser und eine abwechslungsreiche Kost sowie der Einsatz von Seemandelbaumblättern zur sanften Desinfektion stärken das Immunsystem der kleinen Fische effektiv.

Schutzstatus & Verantwortung

Beckfords Ziersalmler unterliegt beim Erwerb im Zoohandel keinerlei direkten ökologischen oder artenschutzrechtlichen Bedenken, da der weltweite Bedarf heute größtenteils durch unkomplizierte Nachzuchten aus kommerziellen Großzüchtereien gedeckt wird und somit kein Tier der Natur entnommen werden muss. Dennoch trägt jeder Halter die moralische Verantwortung, diesen lebhaften Tieren den nötigen Raum für ihren Schwarmtrieb zur Verfügung zu stellen und eine hohe Wasserqualität zu garantieren. Ein Aussetzen dieser tropischen Fische in die mitteleuropäische Natur ist strengstens verboten; den kalten Winter würden sie aufgrund ihrer südamerikanischen Wurzeln absolut nicht überleben und innerhalb kürzester Zeit verenden.

IUCN
In der Roten Liste der IUCN wird die Art Nannostomus beckfordi aktuell als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Aufgrund ihres gigantischen Verbreitungsgebietes in den weitläufigen Gewässersystemen Südamerikas und ihrer enormen Fortpflanzungsrate gelten die Wildbestände in Brasilien und Guyana derzeit als absolut stabil und nicht akut bedroht.

CITES
Der Beckfords Ziersalmler ist gegenwärtig nicht in den Anhängen des internationalen CITES-Artenschutzübereinkommens gelistet. Es existieren somit weltweit keinerlei Handelsbeschränkungen, behördlichen Exportquoten oder speziellen Nachweispflichten für den legalen Kauf oder Verkauf dieser Fische im Heimtiersektor.

WISIA
Im deutschen wissenschaftlichen Artenschutz-Informationssystem WISIA wird die Art aktuell nicht als geschützte oder invasive Art mit speziellen Halte- oder Vermarktungsverboten geführt. Der legale Handel, die Weitergabe und die Pflege der Tiere sind im europäischen Raum somit vollkommen frei von behördlichen Meldepflichten möglich.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt können Beckfords Ziersalmler im Aquarium werden?
Diese kleinen, agilen Salmler besitzen eine solide Lebenserwartung und können bei artgerechter Haltung, guter Filterung und abwechslungsreicher Fütterung im Aquarium ein Alter von drei bis zu fünf Jahren erreichen.

Warum haben meine Salmler nachts dunkle Querstreifen?
Das ist ein völlig normales, biologisches Verhalten und bezeichnet die sogenannte Nacht- oder Schreckfärbung der Art. Sobald das Licht ausgeschaltet wird, verblasst das Längsband, um den Fischen im Schlaf eine perfekte Tarnung vor nächtlichen Fressfeinden zu bieten; am Morgen kehrt die Pracht schnell zurück.

Können diese Ziersalmler mit Skalaren zusammen gehalten werden?
Davon ist in normalen Becken eher abzuraten. Obwohl ausgewachsene Ziersalmler grenzwertig groß sind, passen sie aufgrund ihrer extrem schlanken, nadelartigen Körperform sehr leicht in das breite Maul eines großen Skalars und werden insbesondere in der Nacht oft als Lebendfutter erbeutet.

Fressen Beckfords Ziersalmler meine feinen Aquarienpflanzen an?
Nein, überhaupt nicht. Obwohl sie Allesfresser sind, vergreifen sie sich niemals an gesunden Aquarienpflanzen. Sie nutzen das dichte Grün und die feinen Blätter lediglich als geschützten Rückzugsort sowie als bevorzugtes Substrat für ihre Eiablage und Revierkämpfe.

Wie unterscheide ich Männchen und Weibchen zuverlässig?
Die Geschlechterunterscheidung ist bei ausgewachsenen Tieren recht einfach. Die Männchen leuchten in den unpaaren Flossen in einem intensiven Rubinrot, zeigen ein schärfer abgegrenztes Längsband und vollführen imposante Imponiertänze, während die Weibchen komplett blasser gefärbt sind, transparente Flossen tragen und im Bauchbereich deutlich fülliger geformt sind.