Achrioptera fallax - Türkisblaue Riesenstabheuschrecke
Wissenschaftlicher Name
Achrioptera fallax (Coquerel, 1861)
Achrioptera fallax (Coquerel, 1861)
Familie
Phasmatidae (Echte Gespenstschrecken)
Phasmatidae (Echte Gespenstschrecken)
Ordnung
Phasmatodea (Gespenstschrecken)
Phasmatodea (Gespenstschrecken)
Name
Türkisblaue Riesenstabschrecke (oft auch fälschlicherweise als Blaue Madagaskar-Stabschrecke bezeichnet)
Türkisblaue Riesenstabschrecke (oft auch fälschlicherweise als Blaue Madagaskar-Stabschrecke bezeichnet)
Herkunft
Madagaskar
(endemisch im Norden der Insel)
Madagaskar
Lebensraum
Tropischer Regenwald, meist in den höheren Kronenschichten der Bäume
Tropischer Regenwald, meist in den höheren Kronenschichten der Bäume
Ernährung
Rein herbivor (Pflanzenfresser); im Terrarium fressen sie vor allem Brombeerblätter, Himbeerblätter, Eukalyptus und Eichenlaub.
Rein herbivor (Pflanzenfresser); im Terrarium fressen sie vor allem Brombeerblätter, Himbeerblätter, Eukalyptus und Eichenlaub.
Größe
Starker Geschlechtsdimorphismus: Männchen ca. 13 - 15 cm (schlank, leuchtend blau), Weibchen ca. 20 - 24 cm (massiv, dornig, unauffällig braun)
Starker Geschlechtsdimorphismus: Männchen ca. 13 - 15 cm (schlank, leuchtend blau), Weibchen ca. 20 - 24 cm (massiv, dornig, unauffällig braun)
Lebenserwartung
Gesamtlebensdauer etwa 8 - 10 Monate ab dem Schlupf (ca. 5 - 7 Monate bis zur Adulthäutung, danach als ausgewachsenes Tier noch ca. 1 - 4 Monate).
Gesamtlebensdauer etwa 8 - 10 Monate ab dem Schlupf (ca. 5 - 7 Monate bis zur Adulthäutung, danach als ausgewachsenes Tier noch ca. 1 - 4 Monate).
Temperatur
Tagsüber 24° - 28° C, nachts Zimmertemperatur (nicht unter 18° C fallen lassen)
Tagsüber 24° - 28° C, nachts Zimmertemperatur (nicht unter 18° C fallen lassen)
pH-Wert
Nicht anwendbar (Terrestrisches Insekt)
Nicht anwendbar (Terrestrisches Insekt)
Gesamthärte
Nicht anwendbar (Terrestrisches Insekt)
Nicht anwendbar (Terrestrisches Insekt)
Karbonathärte
Nicht anwendbar (Terrestrisches Insekt)
Nicht anwendbar (Terrestrisches Insekt)
Haltung
Großes, sehr gut belüftetes Terrarium (optimal ist ein hohes Flexarium/Netzkäfig). Die relative Luftfeuchtigkeit sollte bei 60 - 70% liegen (täglich abends leicht sprühen). Wichtig ist viel Platz für die Häutung.
Großes, sehr gut belüftetes Terrarium (optimal ist ein hohes Flexarium/Netzkäfig). Die relative Luftfeuchtigkeit sollte bei 60 - 70% liegen (täglich abends leicht sprühen). Wichtig ist viel Platz für die Häutung.
Schwierigkeitsgrad
Mittelschwer bis anspruchsvoll. Die Aufzucht der winzigen Jungtiere (Nymphen) erfordert Fingerspitzengefühl bezüglich Luftzirkulation und Feuchtigkeit.
Mittelschwer bis anspruchsvoll. Die Aufzucht der winzigen Jungtiere (Nymphen) erfordert Fingerspitzengefühl bezüglich Luftzirkulation und Feuchtigkeit.
Sozialverhalten
Friedlich. Können problemlos in Gruppen oder paarweise gehalten werden, sofern das Terrarium groß genug ist. Männchen können bei Störung laute Zischgeräusche (Stridulation) mit ihren Miniflügeln erzeugen.
Friedlich. Können problemlos in Gruppen oder paarweise gehalten werden, sofern das Terrarium groß genug ist. Männchen können bei Störung laute Zischgeräusche (Stridulation) mit ihren Miniflügeln erzeugen.
IUCN-Status
Noch nicht offiziell durch die IUCN auf Gefährdung geprüft (NE / Not Evaluated). Aufgrund der fortschreitenden Abholzung auf Madagaskar ist der Lebensraum jedoch stark bedroht.
Noch nicht offiziell durch die IUCN auf Gefährdung geprüft (NE / Not Evaluated). Aufgrund der fortschreitenden Abholzung auf Madagaskar ist der Lebensraum jedoch stark bedroht.
Verbreitungskarte & Fundort
Der wissenschaftliche Name Achrioptera fallax bezeichnet eine der spektakulärsten, farbenprächtigsten und faszinierendsten Insektenarten aus der Ordnung der Gespenstschrecken (Phasmatodea). Im deutschsprachigen Raum hat sich für dieses außergewöhnliche Geschöpf der treffende Name Türkisblaue Riesenstabschrecke etabliert, obgleich sie in der Terraristik-Community und im internationalen Handel aufgrund ihrer markanten optischen Erscheinung auch häufig als Blaue Madagaskar-Stabschrecke betitelt wird. Der Artname fallax leitet sich aus dem Lateinischen ab und bedeutet so viel wie „täuschend“ oder „trügerisch“, was auf die perfekte Tarnungsstrategie der Tiere in ihrer natürlichen Umgebung anspielt, da sie im Ruhezustand kaum von einem verholzten Ast zu unterscheiden sind. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde diese entomologische Sensation im Jahr 1861 vom französischen Naturforscher Alphonse Saussure, und sie stellt bis heute ein Kronjuwel der tropischen Insektenwelt dar.
Optik & Verhalten
Das äußere Erscheinungsbild von Achrioptera fallax bricht radikal mit dem Vorurteil, dass Stabschrecken ausschließlich unauffällige, braune oder grüne Tarntiere sind, und weist einen extremen Geschlechtsdimorphismus auf. Die adulten Männchen sind an Farbgewalt kaum zu übertreffen: Ihr langgestreckter, schlanker Körper erstrahlt in einem intensiven, metallisch leuchtenden Türkisblau, das im Kontrast zu leuchtend gelben oder orangen Gelenken und Beinen steht, die zudem mit kräftigen, schwärzlichen Dornen besetzt sind. Die Weibchen hingegen sind mit einer Körperlänge von bis zu zweiundzwanzig Zentimetern deutlich größer, massiger und schwerer als die etwa dreizehn bis fünfzehn Zentimeter messenden Männchen, verbleiben farblich jedoch in einem unauffälligen, hellbraunen bis astfarbenen Camouflage-Kleid, das mit zahlreichen Auswüchsen und Stacheln besetzt ist, um ein verholztes Aststück perfekt zu imitieren. Beide Geschlechter besitzen stark verkürzte, kräftig rot gefärbte Unterflügel. Das Verhalten dieser Riesenstabschrecke ist tagsüber von einer stoischen Ruhe geprägt, bei der sie sich regungslos an Ästen festklammern und sich im Rhythmus des Windes sanft hin und her wiegen, um die Bewegung von Zweigen im Wind nachzuahmen. Erst mit dem Einbruch der Dämmerung werden die Tiere aktiv und beginnen gemächlich, das Geäst nach Nahrung abzusuchen. Bei akuter Bedrohung oder Störung zeigen sie ein imposantes Abwehrverhalten: Sie klappen ihre kleinen, bunten Flügel ruckartig auf und erzeugen durch das Aneinanderreiben ein deutlich hörbares, rasselndes Stridulationsgeräusch, während die Männchen zusätzlich versuchen, den Angreifer mit ihren bedornten Hinterbeinen zu schlagen.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Die ursprüngliche Heimat dieser faszinierenden Kreatur ist streng endemisch und beschränkt sich ausschließlich auf die tropischen Trockenwälder im äußersten Norden der Insel Madagaskar, insbesondere in der Region rund um das Massiv von Ankarana. Ein ganz entscheidendes Merkmal dieses natürlichen Habitats ist der ausgeprägte Wechsel zwischen einer heißen, feuchten Regenzeit und einer intensiven, monatelang anhaltenden Trockenzeit. Die Tiere besiedeln dort primär das Kronendach und die mittleren Schichten von dicht belaubten Sträuchern und Bäumen, wo sie vor Bodenfeinden geschützt sind. In diesen Biotopen herrscht tagsüber eine intensive Sonneneinstrahlung mit hohen Temperaturen, während die dichte Vegetation in den Nachtstunden die Feuchtigkeit speichert und für einen deutlichen Temperaturabfall sowie einen Anstieg der Luftfeuchtigkeit sorgt.
Artgerechte Haltung im Terrarium
Aufgrund der enormen Körpergröße der Weibchen und der ausgeprägten Aktivität der Männchen in den Nachtstunden stellt die Türkisblaue Riesenstabschrecke ganz spezifische Anforderungen an die Dimensionen ihres Geheges. Ein artgerechtes Terrarium für ein Paar oder eine kleine Gruppe von drei Tieren muss eine Mindestgröße von sechzig Zentimetern Länge, sechzig Zentimetern Breite und vor allem achtzig bis einhundert Zentimetern Höhe aufweisen. Da sich Phasmiden für die lebenswichtige Häutung kopfüber an Ästen aufhängen, ist die Terrarienhöhe das absolut kritischste Kriterium; als Faustregel gilt, dass das Terrarium mindestens dreimal so hoch sein muss wie die Gesamtlänge des größten Tieres, da es andernfalls zu schweren Fehlhäutungen und tödlichen Verkrüppelungen kommt. Ein weiteres, fundamental wichtiges Kriterium ist eine exzellente Belüftung: Das Terrarium sollte über großflächige Gazebereiche an der Decke und an der Front verfügen (Doppelbelüftung), da die Tiere extrem empfindlich auf stehende, stickige Luft reagieren.
Terrarium-Einrichtung
Die Innengestaltung des Terrariums muss konsequent auf die Kletterbedürfnisse von Baumbewohnern abgestimmt werden, wobei der Bodengrund für die Insekten selbst eine eher untergeordnete Rolle spielt. Als Bodensubstrat eignet sich ein saugfähiges Gemisch aus ungedüngter Kokoshumus-Erde und Walderde, das Feuchtigkeit gut speichert und wieder abgibt. Das absolute Herzstück der Einrichtung bildet ein dichtes, stabiles Geäst aus ungiftigen Naturzweigen wie Eichen-, Birken- oder Korkenzieherweidenästen, die im gesamten Terrarium sowohl vertikal als auch horizontal verkeilt werden müssen. Diese Äste müssen ausreichend dick und griffig sein, damit die schweren Weibchen sicheren Halt finden. Auf eine künstliche Bepflanzung kann verzichtet werden, da das Terrarium ohnehin permanent mit frischen, belaubten Futterzweigen bestückt wird, die in einem standsicheren, oben gut abgedeckten Wassergefäß platziert werden, damit die Futterpflanzen frisch bleiben und die Insekten nicht im Wasser ertrinken.
Werte & Technik im Terrarium
In Bezug auf die klimatischen Parameter benötigt Achrioptera fallax eine präzise Steuerung, welche die Bedingungen des madagassischen Trockenwaldes imitiert. Die Tagestemperatur sollte sich stabil in einem Bereich von sechsundzwanzig bis dreißig Grad Celsius bewegen, was am besten durch einen oberhalb des Terrariums installierten Wärmespots oder Halogenstrahler erreicht wird. Eine nächtliche Temperaturabsenkung auf Zimmertemperatur (ca. zwanzig Grad) ist für den Stoffwechsel der Tiere absolut essenziell. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei moderaten fünfzig bis sechzig Prozent liegen und in den Abendstunden durch ein ausgiebiges Sprühen mit destilliertem oder kalkarmem Wasser auf achtzig bis neunzig Prozent angehoben werden. Technisch empfiehlt sich zudem der Einsatz einer schwachen UV-Beleuchtung, da dies nachweislich die Aktivität und die intensive Farbentwicklung der Männchen positiv beeinflusst.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Das Sozialverhalten dieser Gespenstschrecke ist von einer absoluten Friedfertigkeit geprägt, weshalb eine Gruppenhaltung im ausreichend dimensionierten Terrarium problemlos realisiert werden kann. Die Tiere besitzen keinerlei territoriales Verhalten und zeigen keine innerartliche Aggression. Es können problemlos mehrere Weibchen und Männchen zusammen gepflegt werden, sofern das Nahrungsangebot und der Platz stimmen. Die Männchen sind sehr aktiv und suchen permanent den Kontakt zu den Weibchen, wobei sie oft tagelang auf deren Rücken reiten, ohne das Weibchen dabei jedoch ernsthaft zu stressen oder zu verletzen. Eine Vergesellschaftung mit anderen, kleineren Phasmidenarten ist theoretisch möglich, sollte im Sinne einer kontrollierten Zucht und aufgrund des Unfallrisikos bei der Häutung jedoch vermieden werden.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Von einer Vergesellschaftung mit anderen Tierklassen im selben Terrarium ist dringend abzuraten. Größere Echsen, Frösche oder räuberische wirbellose Tiere wie Gottesanbeterinnen betrachten die Stabschrecken – trotz ihrer Dornen – unweigerlich als willkommene Beute und würden insbesondere die schlanken Männchen attackieren. Auch die Vergesellschaftung mit kleineren, vermeintlich harmlosen Mitbewohnern birgt Risiken, da beispielsweise Geckos die empfindlichen Fühler und Beine der Insekten anfressen könnten. Die einzige sinnvolle und nützliche Ausnahme für das Terrarium bildet eine sogenannte "Putzkolonne" im Bodengrund, bestehend aus weißen Asseln und Springschwänzen, welche herabgefallenen Kot und Futterreste biologisch abbauen und Schimmelbildung effektiv verhindern.
Ernährung & Fütterung
Die Türkisblaue Riesenstabschrecke ist ein reiner Pflanzenfresser (Phytophag), der in Bezug auf seine Nahrung im europäischen Raum glücklicherweise als Nahrungsspezialist gut versorgt werden kann. Da ihre natürlichen Futterpflanzen aus Madagaskar hier nicht verfügbar sind, hat sich in der Terraristik die Fütterung mit den Blättern von Brombeergewächsen (Rubus) als absoluter Standard etabliert. Das Große Plus hierbei ist, dass Brombeerblätter wintergrün sind und somit das ganze Jahr über frisch in der Natur gesammelt werden können. Ergänzend und zur Abwechslung werden auch die Blätter von Himbeeren, Rosengewächsen, Eiche, Salweide und Eukalyptus gerne angenommen. Die Futterzweige müssen regelmäßig ausgetauscht werden, bevor sie vertrocknen, und sollten vor dem Verfüttern gründlich abgewaschen werden, um Pestizidrückstände absolut auszuschließen. Ihren Flüssigkeitsbedarf decken die Tiere fast ausschließlich über das Fressen der feuchten Blätter und das Ablecken von Wassertropfen nach dem abendlichen Sprühen.
Zucht & Vermehrung
Die Vermehrung im Terrarium ist ein faszinierendes Langzeitprojekt, das Geduld erfordert, aber bei optimalen Klimawerten sehr produktiv verläuft. Die Art pflanzt sich ausschließlich geschlechtlich fort. Nach der Paarung beginnen die Weibchen, ihre unregelmäßig geformten, samenkapselähnlichen Eier einzeln und ungezielt auf den Terrariumboden fallen zu lassen. Ein einziges Weibchen kann im Laufe seines Lebens mehrere hundert Eier produzieren. Zur gezielten Inkubation sollten die Eier regelmäßig abgesammelt und auf leicht feuchtem Vermiculit oder Kokoshumus bei konstanten sechsundzwanzig Grad gelagert werden. Je nach Temperatur schlüpfen nach einer beachtlichen Zeitspanne von vier bis fünf Monaten die winzigen, filigranen Nymphen. Die Aufzucht der Jungtiere erfordert eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit und absolut frisches, weiches Brombeerlaub, an dessen Blatträndern man die harten Kanten zuvor leicht abschneidet, um den Winzlingen das Fressen zu erleichtern
Gesundheit & typische Probleme
Das häufigste und schwerwiegendste Gesundheitsproblem bei Achrioptera fallax resultiert direkt aus Haltungsfehlern bezüglich der Luftfeuchtigkeit und der Einrichtung während der Häutungsphase. Ist das Terrarium zu trocken oder bietet zu wenig vertikalen Freiraum, bleibt das Insekt während der Häutung in seiner alten Exuvie stecken, was zu verbogenen Gliedmaßen, dem Verlust von Beinen oder dem vollständigen Ersticken im alten Panzer führt. Ein weiteres Problem ist die Anfälligkeit für Vergiftungen durch gespritzte Futterpflanzen aus dem Blumenladen oder von Straßenrändern, was sich durch plötzliche Apathie, Erbrechen und unkontrollierte Zuckungen äußert. Bei artgerechter Pflege erreichen die Männchen nach der Adulthäutung ein Alter von etwa vier bis sechs Monaten, während die Weibchen bis zu einem Jahr alt werden können.
Schutzstatus & Verantwortung
Die Entscheidung für die Pflege von Achrioptera fallax erfordert ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur. Da der natürliche Lebensraum auf Madagaskar durch massive Brandrodung, Holzkohlegewinnung und den Klimawandel akut bedroht ist, ist der illegale Schmuggel von Wildfängen ein schwerer Schlag für die Ökosysteme. Glücklicherweise ist die Art in der europäischen Terraristik durch erfolgreiche Generationen von Nachzuchten fest etabliert. Jedes im Handel oder auf Börsen erworbene Tier sollte zwingend aus einer verantwortungsvollen Nachzucht stammen, um die Wildbestände zu schonen und den Erhalt dieser evolutionären Kostbarkeit im Terrarium zu sichern.
IUCN
In der offiziellen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) ist Achrioptera fallax zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht als eigenständige Art evaluiert (Not Evaluated). Aufgrund des extrem kleinen, fragmentierten Verbreitungsgebietes im Norden Madagaskars und der rasanten Zerstörung der dortigen Trockenwälder stufen Experten den Status der Wildpopulationen in der Realität jedoch als akut gefährdet ein.
CITES
Die Art Achrioptera fallax ist aktuell in keinem der Anhänge des internationalen Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) gelistet. Es gibt somit keine weltweiten Handelsverbote oder strengen Zollkontingente, weshalb der legale Handel mit Nachzuchttieren innerhalb Europas frei von artenschutzrechtlichen Einfuhrgenehmigungen ist.
WISIA
Im deutschen Artenschutz-Informationssystem WISIA des Bundesamtes für Naturschutz wird die Türkisblaue Riesenstabschrecke aktuell nicht als geschützte Art oder als gefährlicher Invasor geführt. Für den privaten Terrarianer ergeben sich daraus in Deutschland keinerlei bürokratische Meldepflichten, Bestandsanzeigen oder behördliche Genehmigungsverfahren.
Häufig gestellte Fragen
Behalten die Männchen ihre wunderschöne blaue Farbe ihr ganzes Leben lang?
Nein, die leuchtend türkise Färbung ist das Kennzeichen des adulten Männchens. Als Jungtiere (Nymphen) sind beide Geschlechter komplett unauffällig braun gefärbt, und die spektakuläre Farbe bricht erst mit der allerletzten Häutung durch.
Was kann man tun, wenn eine Stabschrecke bei der Häutung ein Bein verliert?
Solange das Tier noch nicht adult ist, ist dies kein Todesurteil. Phasmiden besitzen die Fähigkeit zur Regeneration von Gliedmaßen, sodass das verlorene Bein im Laufe der nächsten Häutungen als kleineres, aber funktionstüchtiges Bein nachwächst.
Muss man für das Terrarium zwingend eine Heizung installieren?
Da die Tiere aus tropischen Regionen stammen und Temperaturen von 26 bis 30 Grad benötigen, ist der Einsatz einer Wärmelampe (Spotstrahler) in normalen mitteleuropäischen Wohnräumen für eine erfolgreiche Haltung absolut notwendig.
Kann man die Eier im Terrarium einfach auf dem Boden liegen lassen?
Das ist möglich, birgt jedoch das Risiko, dass die Eier durch das tägliche Sprühen zu feucht liegen und verschimmeln. Für eine hohe Schlupfrate empfiehlt sich das Absammeln und Inkubieren in einer separaten Heimchendose auf leicht feuchtem Substrat.
Sind die Dornen an den Beinen der Männchen für den Menschen gefährlich?
Die Dornen dienen der Abwehr von Fressfeinden. Beim vorsichtigen Handling durch den Menschen sind sie völlig harmlos, man sollte das Tier jedoch niemals gewaltsam vom Ast ziehen, da sonst seine Füße beschädigt werden können.

