Apistogramma guttata II
Wissenschaftlicher Name
Apistogramma guttata II
Apistogramma guttata II
Familie
Cichlidae (Buntbarsche)
Cichlidae (Buntbarsche)
Ordnung
Cichliformes (Buntbarschartige)
Cichliformes (Buntbarschartige)
Name
Guttata-Zwergbuntbarsch (Variante II)
Guttata-Zwergbuntbarsch (Variante II)
Herkunft
Südamerika (nördliches Venezuela
)
Südamerika (nördliches Venezuela
Lebensraum
Schattige, strukturreiche Schwarzwasserbäche, insbesondere das Orinoco-Becken und der Fluss Morichal Largo.
Schattige, strukturreiche Schwarzwasserbäche, insbesondere das Orinoco-Becken und der Fluss Morichal Largo.
Ernährung
Omnivor mit starker Präferenz für carnivore Kost (frisst bevorzugt Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Mückenlarven).
Omnivor mit starker Präferenz für carnivore Kost (frisst bevorzugt Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Mückenlarven).
Größe
Männchen bis zu 6 - 9 cm, Weibchen bleiben deutlich kleiner (ca. 4 - 5 cm)
Männchen bis zu 6 - 9 cm, Weibchen bleiben deutlich kleiner (ca. 4 - 5 cm)
Lebenserwartung
2 bis 3 Jahre (bei optimaler Pflege)
2 bis 3 Jahre (bei optimaler Pflege)
Temperatur
24° - 28° C
24° - 28° C
pH-Wert
5,0 - 7,0 (bevorzugt leicht sauer)
5,0 - 7,0 (bevorzugt leicht sauer)
Gesamthärte
2° - 15° dGH (Weichwasser bevorzugt)
2° - 15° dGH (Weichwasser bevorzugt)
Karbonathärte
0° - 5° dKH
0° - 5° dKH
Haltung
Paarweise oder im Harem (1 Männchen mit mehreren Weibchen) in gut strukturierten Aquarien ab 60 Litern mit Sandboden und vielen Höhlen.
Paarweise oder im Harem (1 Männchen mit mehreren Weibchen) in gut strukturierten Aquarien ab 60 Litern mit Sandboden und vielen Höhlen.
Schwierigkeitsgrad
Für erfahrene Aquarianer / Fortgeschrittene
Für erfahrene Aquarianer / Fortgeschrittene
Sozialverhalten
Territorial und während der Brutpflege aggressiv gegenüber Artgenossen; friedlich gegenüber nicht-territorialen Beifischen (z. B. kleinen Salmlern).
Territorial und während der Brutpflege aggressiv gegenüber Artgenossen; friedlich gegenüber nicht-territorialen Beifischen (z. B. kleinen Salmlern).
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE / Not Evaluated) / ungenügende Datengrundlage
Nicht bewertet (NE / Not Evaluated) / ungenügende Datengrundlage
Verbreitungskarte & Fundort
Der Guttata-Zwergbuntbarsch, in der Wissenschaft exakt als Apistogramma guttata II geführt, repräsentiert eine besonders erlesene und farbintensive Variante innerhalb der artenreichen Familie der südamerikanischen Zwergcichliden. Der altgriechische Gattungsname verweist auch hier auf das verborgene Seitenlinienorgan der Fische, während das lateinische Epitheton „guttata“ die charakteristische Musterung treffend beschreibt, da es übersetzt so viel wie „getropft“ oder „getupft“ bedeutet. Die römische Ziffer kennzeichnet in der Aquaristik eine spezifische Import- oder Zuchtlinie, die sich im Vergleich zur ursprünglichen Wildform durch eine intensivierte Farbausprägung mit markanten Rot- und Gelbanteilen hervorhebt. Als anspruchsvoller Juwel bereichert dieser Fisch vor allem naturnahe Aquarienlayouts, bei denen das komplexe Verhalten und die filigrane Zeichnung im Vordergrund stehen.
Optik & Verhalten
Die optische Erscheinung dieses Zwergbuntbarsches ist ein spektakuläres Zeugnis der Evolution, welches sich in einem ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus äußert. Die ausgewachsenen Männchen erreichen eine Körperlänge von etwa sechs bis sieben Zentimetern und bestechen durch ein auffälliges Linien- und Punktmuster, das sich über die gesamten Flanken zieht. Je nach Stimmungslage und Lichteinfall beginnen die irisierenden blauen Schuppenränder zu leuchten, während die unpaaren Flossen oft spektakuläre rote und gelbe Akzente setzen. Zudem sind die Spitzen ihrer Rücken- und Schwanzflosse elegant verlängert. Die Weibchen hingegen bleiben mit maximal fünf Zentimetern deutlich kleiner und zeigen außerhalb der Paarungszeit ein unauffälliges Olivgrau. Ihr Verhalten ist typisch für die Gattung: Sie agieren aufmerksam und neugierig, zeigen jedoch im Vergleich zu manch anderen Cichliden ein ausgeprägteres territoriales Temperament, weshalb sie strukturierte Rückzugsorte zwingend benötigen.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Die geografischen Wurzeln dieses Zwergbuntbarsches liegen in den tropischen Gewässern des nördlichen Südamerikas, wobei die Art primär im weitverzweigten Orinoco-Einzugsgebiet in Venezuela beheimatet ist. In ihrer Heimat bewohnen die Tiere extrem nährstoffarme, saure Schwarzwasserbiotope und huminstoffreiche Waldstücke, die von dichten Baumkronen überschattet werden. Der Bodengrund dieser oft flachen Bäche und ufernahen Zonen ist dicht mit herabgefallenen Blättern, Ästen und Totholz bedeckt. Durch den permanenten Abbau dieses organischen Materials wird das Wasser tiefbraun gefärbt und weist einen extrem geringen Mineraliengehalt auf, was den Fischen in Kombination mit der ufernahen Vegetation perfekten Schutz vor Fressfeinden bietet.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Für eine artgerechte Pflege von Apistogramma guttata II ist die Bereitstellung eines gut dimensionierten Aquariums der erste Schritt zum Erfolg. Da diese Variante zu einer spürbaren innerartlichen Aggression neigt, sollte für eine erfolgreiche Haltung ein Becken ab achtzig Zentimetern Kantenlänge und einem Volumen von etwa achtzig bis einhundert Litern gewählt werden. Ein kleineres Standardaquarium ab sechzig Zentimetern reicht allenfalls für ein harmonisierendes Paar aus, birgt jedoch bei Stimmungsschwankungen der Fische höhere Risiken. Eine dichte Randbepflanzung, die bis an die Wasseroberfläche reicht, simuliert die schützende Ufervegetation und dämpft den Lichteinfall, was dem Sicherheitsbedürfnis der scheuen Tiere entgegenkommt.
Aquarium-Einrichtung
Die Gestaltung des Aquarieninnenraums sollte sich strikt an den Gegebenheiten der venezuelanischen Heimatbäche orientieren. Feiner, dunkler Sand bildet das perfekte Fundament, da die Zwergbuntbarsche den Boden nach Nahrung durchwühlen und scharfkantiger Kies ihre empfindlichen Mäuler verletzen würde. Filigrane Moorkienwurzeln und reichlich trockenes Laub, wie beispielsweise Seemandelbaumblätter oder Eichenlaub, sind unverzichtbar, um optische Barrieren zu errichten und den Boden naturnah zu strukturieren. Essentiell sind darüber hinaus mehrere kleine Bruthöhlen mit extrem engen Eingangsöffnungen, die so im Becken verteilt werden müssen, dass sie von verschiedenen Sichtachsen aus nicht einsehbar sind.
Wasserwerte & Technik
Bezüglich der Wasserparameter zeigt sich diese Variante deutlich anspruchsvoller als weiter verbreitete Apistogramma-Arten, da sie die Bedingungen eines echten Weichwasser- und Schwarzwasseraquariums einfordert. Das Wasser muss zwingend weich bis extrem weich sein, wobei die Gesamthärte idealerweise unter acht Grad deutscher Härte liegen sollte. Der pH-Wert muss sich stabil im sauren Bereich zwischen 5,0 und 6,5 bewegen. Die Wassertemperatur verlangt nach wohliger Wärme und sollte konstant zwischen vierundzwanzig und achtundzwanzig Grad Celsius eingeregelt werden. Die Filterung muss überaus effizient arbeiten, um organische Schadstoffe zu eliminieren, sollte aber über Torfzusätze oder Huminstoffecken laufen, um das Wasser biologisch anzureichern und die Keimdichte extrem niedrig zu halten.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Das Sozialverhalten von Apistogramma guttata II verlangt vom Aquarianer Fingerspitzengefühl, da die Männchen dieser Linie ihre Reviere sehr vehement verteidigen. Im Gegensatz zu anderen Gattungsvertretern wird für diese spezifische Art in moderat großen Aquarien sehr häufig eine strikte Paarhaltung empfohlen, da die Weibchen untereinander ebenfalls eine hohe Territorialität an den Tag legen. Eine Haremshaltung mit einem Männchen und mehreren Weibchen funktioniert nur dann reibungslos, wenn das Aquarium über eine exzellente Grundfläche verfügt und jedes Weibchen eine eigene Höhle in maximaler Distanz zur Konkurrentin besetzen kann. Sichtblenden aus dichten Pflanzenpolstern oder Wurzelstrukturen sind unumgänglich, um permanenten Stress und Verfolgungsjagden zu unterbinden.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Bei der Auswahl der Mitbewohner ist Zurückhaltung geboten, da aufgeregte oder zu dominante Fische den feinfühligen Zwergbuntbarsch schnell unterdrücken. Hervorragend geeignet sind kleine, ruhig schwimmende Salmler aus den Gattungen Hyphessobrycon oder Paracheirodon, die als sogenannte Beifische den oberen Freiwasserraum beleben und den Barschen durch ihre Anwesenheit die Angst nehmen. Auf die Haltung von bodenlebenden Panzerwelsen sollte hingegen verzichtet werden, da diese die Reviergrenzen der Buntbarsche ignorieren und insbesondere in der Brutzeit für endlose Konflikte sorgen. Zwerggarnelen passen perfekt in das Beuteschema der jagdfreudigen Mikroprädaktoren und würden innerhalb kürzester Zeit dezimiert werden.
Ernährung & Fütterung
Als spezialisierter Mikroprädator besitzt der Guttata-Zwergbuntbarsch eine strikte Präferenz für tierische Nahrung und verweigert herkömmliches Trockenfutter anfangs oft komplett. Um die Vitalität und die spektakuläre Rot- und Gelbfärbung zu erhalten, muss die Fütterung überwiegend aus hochwertigem Lebendfutter und Frostfutter bestehen. Artemia-Salinenkrebse, Cyclops, Daphnien sowie weiße und schwarze Mückenlarven sind die absolute Leibspeise und regen zudem die Laichbereitschaft an. An feines, fleischbetontes Granulat lassen sich deutsche Nachzuchten zwar schrittweise gewöhnen, es darf jedoch immer nur eine sporadische Ergänzung auf dem Speiseplan bleiben.
Zucht & Vermehrung
Die Fortpflanzung im Aquarium ist eine anspruchsvolle, aber machbare Aufgabe, die jedoch ein Absenken der Wasserhärte und des pH-Werts in den optimalen sauren Bereich voraussetzt. Als klassischer Höhlenbrüter heftet das Weibchen seine Eier an die Decke der ausgewählten Bruthöhle, während das Männchen das Gelege von außen befruchtet. Nach dem Ablaichen übernimmt das Weibchen die alleinige und überaus rigorose Brutpflege, während es eine kontrastreiche, gelb-schwarze Brutfärbung annimmt. Das Männchen sichert den weiteren Umkreis des Reviers. Sobald die Jungfische nach einigen Tagen frei schwimmen, werden sie vom Weibchen in einem engen Schwarm durch das Becken geführt und müssen sofort mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien angefüttert werden.
Gesundheit & typische Probleme
Aufgrund ihrer Herkunft aus extrem keimarmen Schwarzwasserbiotopen reagiert Apistogramma guttata II hochempfindlich auf bakterielle Belastungen im Aquarienwasser. Mangelnde Beckenhygiene führt fast unweigerlich zu Hautinfektionen, Flossenfäule oder infektiöser Bauchwassersucht. Auch Darmparasiten wie Fräskopfwürmer oder Flagellaten finden bei gestressten Tieren ein leichtes Spiel, was sich durch Abmagerung und lethargisches Verhalten äußert. Ein wöchentlicher, großzügiger Wasserwechsel mit temperiertem, aufbereitetem Weichwasser sowie der permanente Einsatz von Seemandelbaumblättern zur biologischen Desinfektion sind die tragenden Säulen einer erfolgreichen Krankheitsvorsorge.
Schutzstatus & Verantwortung
IUCN
In der Roten Liste der IUCN ist Apistogramma guttata derzeit nicht mit einem bedrohten Status erfasst, da die Wildpopulationen in den unzugänglichen Regionen Venezuelas als stabil gelten. Da im Fachhandel fast ausschließlich kontrollierte deutsche Nachzuchten angeboten werden, bleibt der Druck auf die natürlichen Ökosysteme erfreulich gering.
CITES
Die Art unterliegt zum aktuellen Zeitpunkt keinen Handelsbeschränkungen nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen. Der Transfer zu wissenschaftlichen Zwecken oder für die aquaristische Weiterzucht erfordert keine gesonderten behördlichen Dokumente.
WISIA
Im bundesweiten Artenschutz-Informationssystem des Bundesamtes für Naturschutz sind für diesen Zwergbuntbarsch keine Schutz- oder Meldepflichten verzeichnet. Der Erwerb und die Weitergabe von Nachzuchten sind für den privaten Aquarianer somit unbürokratisch möglich.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist der Zusatz „II“ beim Guttata-Zwergbuntbarsch so wichtig?
Die römische Ziffer kennzeichnet eine ganz bestimmte Selektionslinie oder Farbform, die sich durch einen außergewöhnlich hohen Anteil an roten und gelben Pigmenten von der eher schlichteren, grau-olivfarbenen Wildform unterscheidet. Aquarianer suchen gezielt nach dieser Variante, da die Männchen im Prachtkleid eine unvergleichliche Farbintensität aufweisen.
Kann ich Apistogramma guttata II auch in normalem Leitungswasser halten?
Eine dauerhaft erfolgreiche Haltung oder gar Zucht in mittelhartem oder hartem Leitungswasser ist bei dieser sensiblen Schwarzwasserart nicht zu empfehlen. Ohne den Einsatz einer Osmoseanlage oder einer Torfkanone zur Reduzierung der Härte und des pH-Werts kränkeln die Tiere schnell und verlieren ihre Farbenpracht.
Wie verhält sich das Weibchen während der Brutpflege gegenüber dem Männchen?
Sobald die Eier in der Höhle abgelegt sind, erfährt das Sozialverhalten einen radikalen Wandel, bei dem das deutlich kleinere Weibchen die absolute Vorherrschaft übernimmt. Es vertreibt das Männchen energisch aus der Brutzone, da dieses die Eier fressen könnte, und duldet den Partner erst wieder in der Nähe, wenn die Jungfische agil im offenen Wasser schwimmen.
Welches Frostfutter ist für diese Art am besten geeignet?
Besonders empfehlenswert sind gefrorene Artemia-Salinenkrebse, Cyclops und weiße Mückenlarven, da diese Proteine liefern und das Jagdverhalten anregen. Auf die Fütterung von minderwertigen roten Mückenlarven sollte verzichtet werden, da diese in Verdacht stehen, bei empfindlichen Zwergbuntbarschen schwere Darmentzündungen hervorzurufen.
Woran erkenne ich, dass das Aquarium zu wenig Struktur für die Fische bietet?
Wenn die Fische ständig blass gefärbt an den Aquarienscheiben auf und ab schwimmen, sich dauerhaft im dichten Filterbereich verstecken oder das Männchen das Weibchen ununterbrochen jagt, fehlen optische Barrieren. In diesem Fall müssen sofort zusätzliche Wurzeln, Laubschichten oder Pflanzen eingebracht werden, um Reviere abzugrenzen.
