Aulonocara jacobfreibergi

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Aulonocara jacobfreibergi - "eureka"

Wissenschaftlicher Name
Aulonocara jacobfreibergi
Familie
Cichlidae (Buntbarsche)
Ordnung
Cichliformes (Buntbarschartige)
Name
Feenbuntbarsch (auch bekannt als Kaiserbuntbarsch oder "Eureka“)
Herkunft
Ostafrika, Malawisee TanzaniaMalawiMozambique
Lebensraum
Übergangs- und Felszone in 5 bis 15 m Tiefe (bewohnt bevorzugt große Höhlen)
Ernährung
Carnivor (Fleischfresser, der im Sand nach kleinen Krebstieren und Insektenlarven siebt)
Größe
Männchen bis zu 15 cm, Weibchen bleiben mit ca. 10 - 12 cm kleiner
Lebenserwartung
8 bis 12 Jahre bei guter Pflege
Temperatur
24° - 26° C (Toleranzbereich 23° - 28° C)
pH-Wert
7,5 - 8,5 (typisch für den Malawisee)
Gesamthärte
10° - 20° dGH (mittelharrt bis hart, wobei die Stabilität wichtiger ist als der exakte Wert)
Karbonathärte
6° - 10° dKH
Haltung
Aquarien ab mindestens 300 bis 400 Litern (Kantenlänge ab 130 cm). Haremshaltung empfohlen (1 Männchen mit mehreren Weibchen) sowie Steinaufbauten mit Höhlen.
Schwierigkeitsgrad
Normal / Für fortgeschrittene Anfänger geeignet
Sozialverhalten
nnerartlich leicht aggressiv und territorial (Männchen verteidigen ihre Höhle); gegenüber anderen friedlichen Malawisee-Arten (Non-Mbunas) meist tolerant und friedlich.
IUCN-Status
Nicht gefährdet (LC / Least Concern)
Verbreitungskarate & Fundort
Aulonocara jacobfreibergi, im deutschsprachigen Raum unter dem klangvollen Namen Fee-Kaiserbuntbarsch oder Freibergs Kaiserbuntbarsch bekannt, ist eine der markantesten und kräftigsten Arten innerhalb der Gattung Aulonocara. Der wissenschaftliche Artname wurde zu Ehren des bekannten amerikanischen Zierfischimporteurs Jacob Freiberg vergeben. Als Mitglied der Buntbarsch-Familie nimmt dieser Non-Mbuna aus dem ostafrikanischen Malawisee eine Sonderstellung ein, da er sich sowohl optisch als auch in seinen Ansprüchen deutlich von den eher feingliedrigen Sand-Kaiserbuntbarschen abhebt.

Optik & Verhalten

Die optische Erscheinung dieser Art ist spektakulär und von einem extremen Kontrast geprägt, der je nach geografischer Standortvariante leicht variiert. Die dominanten Männchen präsentieren einen intensiv metallisch-blauen Kopf, während der Nacken, der Rücken und Teile der Rücken- und Schwanzflosse in einem leuchtenden Orange, tiefen Rot oder strahlenden Gelb erstrahlen. Besonders charakteristisch sind die breiten, hellen Säume an den Rändern der unpaaren Flossen, die den Fischen ein fast majestätisches Aussehen verleihen. Die Weibchen sind im Vergleich dazu schlicht graubraun gefärbt, zeigen dunkle Querbänder auf den Flanken und bleiben mit etwa zehn bis zwölf Zentimetern deutlich kleiner als die Männchen. Letztere können im Aquarium eine stattliche Größe von bis zu fünfzehn oder sechzehn Zentimetern erreichen. Vom Verhalten her gilt diese Art als die robusteste und durchsetzungsstärkste innerhalb ihrer Gattung, weshalb die Männchen ihre Reviere sehr energisch und selbstbewusst verteidigen.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Der Fee-Kaiserbuntbarsch ist im Malawisee endemisch und besitzt dort mehrere, voneinander isolierte Populationen. Zu den bekanntesten Fundorten gehören die Gewässer um die Inseln Likoma und Chizumulu sowie die felsigen Regionen bei Otter Point, Nkudzi und Monkey Bay. Im Gegensatz zu den meisten anderen Aulonocara-Arten, die in der Übergangszone leben, ist diese Spezies ein echter Höhlenbewohner. Die Fische besiedeln bevorzugt die reine, sedimentfreie Felszone in Tiefen von bis zu fünfzehn Metern. Sie halten sich fast ausschließlich in großen, dunklen Höhlensystemen oder tiefen Felsspalten auf, wo sie oft in großen Gruppen dicht unter den Höhlendecken schwimmen.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aufgrund der beachtlichen Endgröße der Männchen und des vergleichsweise hohen Aggressionspotenzials während der Revierbildung erfordert die artgerechte Pflege ein Aquarium mit einem Mindestvolumen von vierhundert Litern. Kleinere Becken bieten nicht genügend Ausweichmöglichkeiten, was für die Mitbewohner schnell gefährlich werden kann. Die Haltung sollte zwingend im Harem erfolgen, bei dem ein einzelnes Männchen mit mindestens drei bis vier Weibchen vergesellschaftet wird. Auf diese Weise wird der Paarungsdruck des dominanten Männchens effektiv aufgeteilt, sodass die einzelnen Weibchen zwischen den Bruthasen genügend Ruhephasen finden, um sich zu regenerieren.

Aquarium-Einrichtung
Die Gestaltung des Aquariums muss den natürlichen Höhlencharakter des Biotops detailgetreu nachbilden. Es müssen massive, absolut standsichere Steinaufbauten errichtet werden, die bis an die Wasseroberfläche reichen und große, dunkle Höhlen sowie geräumige Unterstände formen. Wichtig ist, dass diese Verstecke so angeordnet sind, dass sie Sichtschutzbarrieren bilden und mehreren Weibchen gleichzeitig separate Rückzugsorte bieten. Obwohl die Fische im Felsbiotop leben, sollte der Bodengrund aus feinem, hellem Sand bestehen, da auch diese Art instinktiv nach Futterpartikeln im Boden sucht. Auf Pflanzen kann im Grunde komplett verzichtet werden, wer möchte, kann jedoch widerstandsfähige Aufsitzerpflanzen wie Javafarn fest auf den Steinen verankern.

Wasserwerte & Technik
Als Bewohner des Malawisees benötigt auch dieser Cichlide absolut sauberes und extrem sauerstoffreiches Wasser. Der pH-Wert muss zwingend im alkalischen Bereich zwischen 7,5 und 8,5 stabilisiert werden. Für die Gesamthärte empfiehlt sich ein Wert zwischen 10 und 20 Grad deutscher Härte, während die Wassertemperatur im Idealbereich von 24 bis 26 Grad Celsius liegen sollte. Da die Fische einen regen Stoffwechsel haben und sehr empfindlich auf organische Belastungen reagieren, ist eine überdimensionierte Filteranlage mit hoher biologischer und mechanischer Reinigungsleistung Pflicht. Ein wöchentlicher, großzügiger Teilwasserwechsel von mindestens fünfzig Prozent ist unerlässlich, um die Keimdichte und den Nitratgehalt auf einem absoluten Minimum zu halten.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Das Sozialverhalten des Fee-Kaiserbuntbarsches ist faszinierend, aber im Aquarium auch herausfordernd. Die Männchen sind extrem territorial und dulden unter normalen Bedingungen keinen männlichen Rivalen in ihrem Revier, das meist eine komplette Höhle umfasst. Eindringlinge werden sofort mit heftigen Drohgebärden und Verfolgungsjagden vertrieben. Die Weibchen verhalten sich untereinander meist friedlich, bilden jedoch keine festen Schwärme, sondern bewegen sich lose zwischen den Felsstrukturen. Das Männchen balzt vorbeischwimmende Weibchen mit weit abgespreizten Flossen und zitternden Körperbewegungen an, um sie in das Zentrum seiner Höhle zu locken.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Dank seiner robusten Natur und Durchsetzungskraft lässt sich dieser Fisch deutlich besser vergesellschaften als viele seiner empfindlicheren Gattungskollegen. Er kann hervorragend mit kräftigen, aber nicht zu aggressiven Mbunas wie Vertretern der Gattung Labidochromis oder Cynotilapia vergesellschaftet werden. Auch eine Gemeinschaftshaltung mit anderen robusten Non-Mbunas, beispielsweise aus den Gattungen Protomelas oder Copadichromis, verläuft in ausreichend großen Becken sehr harmonisch. Absolut vermieden werden sollte jedoch die Vergesellschaftung mit friedlicheren, schüchternen Aulonocara-Arten, da diese durch die Dominanz des Fee-Kaiserbuntbarsches unterdrückt würden und verblassen könnten. Zudem besteht auch hier eine akute Hybridisierungsgefahr zwischen den optisch ähnlichen Weibchen.

Ernährung & Fütterung

In seiner natürlichen Umgebung ernährt sich der Fisch von kleinen Wirbellosen, Krebstieren und Insektenlarven, die er von den veralgten Felswänden pickt oder im Sand aufspürt. Im Aquarium zeigt er sich als unkomplizierter Kostgänger, der hochwertiges Cichliden-Granulat und Flockenfutter problemlos akzeptiert. Um die Vitalität und die spektakuläre Ausfärbung optimal zu unterstützen, sollte der Speiseplan regelmäßig durch Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Mysis, Krill oder Bachflohkrebse ergänzt werden. Auf die Fütterung von fettreichem Fleisch oder roten Mückenlarven muss unbedingt verzichtet werden, um schweren Darmerkrankungen wirksam vorzubeugen.

Zucht & Vermehrung

Die Vermehrung im Aquarium ist bei guten Haltungsbedingungen produktiv und läuft nach dem bewährten Muster der maternalen Maulbrütung ab. Nach einer intensiven Balz in der Höhle des Männchens legt das Weibchen die Eier ab, nimmt sie sofort in ihr Maul auf und befruchtet sie über den Eifleck-Trick an der Afterflosse des Partners. Das Weibchen zieht sich anschließend in eine ruhige Felsspalte zurück und trägt die Brut für etwa drei Wochen im Maul aus. Während dieser gesamten Zeit hungert das Muttertier sichtlich. Nach dem ersten Entlassen sind die Jungfische bereits voll entwickelt und können sofort mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden, wobei ein separates Aufzuchtbecken die Überlebenschancen der Jungen drastisch erhöht.

Gesundheit & typische Probleme

Bei optimaler Wasserhygiene ist der Fee-Kaiserbuntbarsch ein ausdauernder und langlebiger Pflegling. Das größte Risiko für seine Gesundheit resultiert aus mangelhaften Haltungsbedingungen, wie einer Überbesetzung des Beckens oder unzureichender Filterung. Solche Faktoren erzeugen chronischen Stress, der das Immunsystem schwächt und den Weg für bakterielle Infektionen, Flossenfäule oder die Pünktchenkrankheit ebnet. Auch eine falsche, zu ballaststoffarme Ernährung kann schnell zu Entzündungen des Verdauungstraktes führen. Beim ersten Auftreten von Symptomen wie Flossenklemmen, Futterverweigerung oder abnormalem Kot muss der Aquarianer sofort die Wasserwerte prüfen und korrigieren.

Schutzstatus & Verantwortung

Die Verantwortung bei der Pflege dieses Cichliden liegt vor allem in der Erhaltung der reinen Standortvarianten. Da sich die Farbformen der verschiedenen Fundorte im See genetisch voneinander unterscheiden, sollten Aquarianer penibel darauf achten, die Varianten nicht untereinander zu kreuzen. Zudem gilt auch hier die ethische Verpflichtung, bevorzugt auf gesunde Aquariennachzuchten zurückzugreifen, um die natürlichen Bestände im Malawisee zu schonen und den illegalen Wildfanghandel nicht weiter anzukurbeln.

IUCN
In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird Aulonocara jacobfreibergi derzeit als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Da die Art über mehrere Fundorte im See verbreitet ist und die unzugänglichen, tiefen Felszonen bewohnt, sind die Gesamtbestände im Vergleich zu reinen Sandbewohnern relativ stabil. Dennoch erfordern die lokalen Populationen eine kontinuierliche Beobachtung, da Umweltveränderungen und selektive Befischung punktuelle Schäden anrichten können.

CITES
Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) wird die Art aktuell nicht geführt. Es existieren somit keine internationalen Handelsbeschränkungen oder strengen Exportquoten über dieses Abkommen. Der Schutz der Fische liegt primär in den nationalen Fischereigesetzen der Anrainerstaaten des Malawisees, welche den Export von Zierfischen regulieren.

WISIA
Im deutschen Artenschutz-Informationssystem (WISIA) ist für den Fee-Kaiserbuntbarsch kein besonderer Schutzstatus verzeichnet. Er unterliegt damit keinen nationalen Vermarktungs- oder Meldepflichten. Ungeachtet dessen ist jeder Halter dazu aufgerufen, die allgemeinen Richtlinien des Tierschutzgesetzes zu befolgen und den Tieren ein dauerhaft artgerechtes Leben zu bieten.

Häufig gestellte Fragen

Warum attackiert mein Männchen die Weibchen so heftig?
Dieses Verhalten deutet meist auf eine zu geringe Anzahl von Weibchen oder ein zu schwach strukturiertes Aquarium hin. Da das Männchen dieser Art ein ausgeprägtes Temperament besitzt, benötigt es mehrere Weibchen, um seine Energie zu verteilen, sowie ausreichend Sichtschutz durch große Steinaufbauten, damit sich die Weibchen seinen Blicken entziehen können.

Kann man Aulonocara jacobfreibergi mit Mbunas zusammen halten?
Ja, im Gegensatz zu vielen anderen Kaiserbuntbarschen ist diese Art aufgrund ihrer Durchsetzungsfähigkeit und Vorliebe für die Felszone gut für ein Gesellschaftsbecken mit friedlicheren Mbuna-Arten geeignet. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Ernährungsbedürfnisse der Fische harmonieren und das Becken groß genug ist.

Wie lange dauert es, bis die Männchen ihre volle Farbe zeigen?
Junge Männchen und unterdrückte Tiere tragen eine unauffällige, graubraune Tarnfarbe, die der der Weibchen sehr ähnlich ist. Die spektakuläre Ausfärbung beginnt meist ab einer Größe von etwa sieben bis acht Zentimetern und erreicht ihren absoluten Höhepunkt, sobald das Männchen geschlechtsreif wird und erfolgreich ein eigenes Revier im Aquarium besetzt.

Wie erkenne ich, dass das Weibchen bald die Jungfische entlässt?
Gegen Ende der dreiwöchigen Tragzeit wirkt der Kehlsack des Weibchens extrem gedehnt und fast transparent, sodass man bei genauem Hinsehen bereits die dunklen Augen der Jungfische im Maul erkennen kann. Zudem meidet das Weibchen in dieser Phase jegliche Unruhe und steht oft völlig regungslos in den dunkelsten Winkeln der Felsspalten.

Welches Frostfutter eignet sich am besten für diese Art?
Hervorragend geeignet sind größere Sorten wie Mysis, Krill und gut gereinigte Artemia, da sie den Proteingehalt liefern, den diese carnivore Art für ihr Wachstum benötigt. Auf die Verfütterung von roten und tubifexartigen Würmern sollte wegen des Risikos von Darminfektionen verzichtet werden, während weiße und schwarze Mückenlarven in Maßen gefüttert werden können.