Aulonocara steveni - "usisya"
Wissenschaftlicher Name
Aulonocara steveni (wird oft auch als Standortvariante von Aulonocara stuartgranti angesehen)
Aulonocara steveni (wird oft auch als Standortvariante von Aulonocara stuartgranti angesehen)
Familie
Cichlidae (Buntbarsche)
Cichlidae (Buntbarsche)
Ordnung
Cichliformes (bzw. Barschartige / Perciformes)
Cichliformes (bzw. Barschartige / Perciformes)
Name
Steven-Kaiserbuntbarsch (bekannte Standortvarianten / Zuchtformen sind z. B. „Usisya“, „Hongi“ oder „Blue Neon“)
Steven-Kaiserbuntbarsch (bekannte Standortvarianten / Zuchtformen sind z. B. „Usisya“, „Hongi“ oder „Blue Neon“)
Herkunft
Ostafrika (Malawisee
, endemisch vor allem bei Kande Island und Usisya)
Ostafrika (Malawisee
Lebensraum
Übergangszone (Bereiche mit sandigem Untergrund und verstreuten Felsstrukturen in 10 bis 20 Metern Tiefe).
Übergangszone (Bereiche mit sandigem Untergrund und verstreuten Felsstrukturen in 10 bis 20 Metern Tiefe).
Ernährung
Carnivor / Omnivor (Invertebraten- und Kleintierfresser; filtert im See Sand nach kleinen Wirbellosen; im Aquarium Frost-, Lebend- und Cichliden-Granulatfutter).
Carnivor / Omnivor (Invertebraten- und Kleintierfresser; filtert im See Sand nach kleinen Wirbellosen; im Aquarium Frost-, Lebend- und Cichliden-Granulatfutter).
Größe
Männchen bis ca. 13 - 15 cm, Weibchen bleiben mit ca. 10 - 12 cm etwas kleiner
Männchen bis ca. 13 - 15 cm, Weibchen bleiben mit ca. 10 - 12 cm etwas kleiner
Lebenserwartung
5 bis 8 Jahre bei guter Pflege
5 bis 8 Jahre bei guter Pflege
Temperatur
24° - 27° C (Toleranzbereich 22° - 28° C)
24° - 27° C (Toleranzbereich 22° - 28° C)
pH-Wert
7,5 - 8,5 (typisch alkalisch für den Malawisee)
7,5 - 8,5 (typisch alkalisch für den Malawisee)
Gesamthärte
5° - 15° dGH (optimal 6° - 12° dGH)
5° - 15° dGH (optimal 6° - 12° dGH)
Karbonathärte
5° - 9° dKH
5° - 9° dKH
Haltung
Aquarium ab 300 - 350 Litern (mindestens 120 cm bis 150 cm Kantenlänge). Bodengrund aus feinem Sand (wichtig zum Durchkauen) sowie Steinaufbauten, die Sichtschutz und Höhlen bieten.
Aquarium ab 300 - 350 Litern (mindestens 120 cm bis 150 cm Kantenlänge). Bodengrund aus feinem Sand (wichtig zum Durchkauen) sowie Steinaufbauten, die Sichtschutz und Höhlen bieten.
Schwierigkeitsgrad
Mittelschwer (für Aquarianer mit etwas Erfahrung im Bereich der Ostafrika-Cichliden/Hartwasserhaltung geeignet).
Mittelschwer (für Aquarianer mit etwas Erfahrung im Bereich der Ostafrika-Cichliden/Hartwasserhaltung geeignet).
Sozialverhalten
Friedlicher Non-Mbuna. Männchen bilden zur Paarungszeit Reviere. Am besten im Harem halten (1 Männchen mit mehreren Weibchen) oder in einer größeren Gruppe (z. B. 3 Männchen auf 7 Weibchen). Gut vergesellschaftbar mit anderen ruhigen Malawisee-Arten.
Friedlicher Non-Mbuna. Männchen bilden zur Paarungszeit Reviere. Am besten im Harem halten (1 Männchen mit mehreren Weibchen) oder in einer größeren Gruppe (z. B. 3 Männchen auf 7 Weibchen). Gut vergesellschaftbar mit anderen ruhigen Malawisee-Arten.
IUCN-Status
Nicht gefährdet (LC / Least Concern); Die Gattung Aulonocara ist im See weit verbreitet, lokale Populationen stehen jedoch unter Beobachtung.
Nicht gefährdet (LC / Least Concern); Die Gattung Aulonocara ist im See weit verbreitet, lokale Populationen stehen jedoch unter Beobachtung.
Verbreitungskarte & Fundort
Aulonocara steveni, im deutschsprachigen Raum vorwiegend als Stevens Kaiserbuntbarsch oder unter Bezeichnungen seiner Standortvarianten wie Aulonocara steveni Hongi oder Usisya bekannt, ist ein klassischer Vertreter der Buntbarsche aus Ostafrika. Die Art wurde wissenschaftlich zu Ehren des geschätzten malawischen Fischfängers Steven Longwe benannt, der maßgeblich zur Entdeckung vieler Cichliden beigetragen hat. Als typischer Non-Mbuna fasziniert dieser Fisch durch ein elegantes Farbkleid und verkörpert perfekt die feingliedrige Ästhetik der sand- und felsbewohnenden Kaiserbuntbarsche.
Optik & Verhalten
Das Erscheinungsbild dieser Art zeichnet sich durch einen stark ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus aus, bei dem vor allem die geschlechtsreifen Männchen eine atemberaubende Färbung hervorbringen. Je nach geografischer Rasse weisen sie eine leuchtend gelbe bis goldene Körpergrundfarbe auf, die im Bereich des Kopfes und der Kiemendeckel in ein metallisches, intensiv irisierendes Blau übergeht. Die Rückenflosse ist häufig von einem auffälligen, hellen Saum geziert. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Weibchen, welche zeitlebens ein unauffälliges, gedecktes Graubraun mit feinen vertikalen Streifenmustern tragen. Während die Männchen im Aquarium eine maximale Körperlänge von etwa zwölf bis vierzehn Zentimetern erreichen, bleiben die weiblichen Tiere mit rund zehn Zentimetern etwas kleiner und zierlicher. Stevens Kaiserbuntbarsch gilt als ein ruhiger und eher friedfertiger Aquarienbewohner, der ein territoriales, aber im Vergleich zu vielen anderen Buntbarschen wenig aggressives Verhalten an den Tag legt.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Dieser Cichlide lebt ausschließlich im afrikanischen Malawisee und ist dort somit endemisch. Seine natürlichen Vorkommen verteilen sich auf spezifische Regionen, wobei die Gewässer rund um Kande Island an der malawischen Küste als offizielle Typlokalität gelten. Zudem ist die Art auch am tansanischen Ufer des Sees südlich des Ruhuhu-Flusses sowie in der Region um Usisya anzutreffen. In diesen Habitaten bewohnt Stevens Kaiserbuntbarsch vorwiegend die Übergangszone zwischen den steilen, sedimentbedeckten Felsformationen und den offenen Sandflächen. Er hält sich meist in Tiefen zwischen fünfzehn und zwanzig Metern auf, wo er im Schutz der Steine lebt und die angrenzenden Sandböden nach Nahrung absucht.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Um den Schwimmbedürfnissen und dem Sozialverhalten dieser Art gerecht zu werden, ist eine Pflege in Aquarien ab einem Mindestvolumen von 300 bis 350 Litern oder einer Kantenlänge von einhundertzwanzig Zentimetern erforderlich. Da die Männchen während der Paarungszeit feste Reviere beanspruchen, sollte die Unterbringung idealerweise im Harem erfolgen. Das bedeutet, dass ein einzelnes Männchen mit mindestens zwei bis drei Weibchen gepflegt werden muss, um den permanenten Balzdruck gleichmäßig zu verteilen. Bei deutlich größeren Becken ab fünfhundert Litern ist auch eine Gruppenhaltung mit mehreren Männchen und einem entsprechenden Weibchenüberschuss denkbar, sofern das Becken stark strukturiert ist.
Aquarium-Einrichtung
Die Aquariengestaltung muss sich eng an der natürlichen Übergangszone des Malawisees orientieren. Ein essenzielles Element ist ein weicher, feiner Sandboden, da die Fische den Sand unablässig auf der Suche nach Futter durchkauen. Im Hintergrund und an den Seiten des Aquariums sollten standsichere Steinaufbauten so platziert werden, dass sie geräumige Höhlen, Durchgänge und optische Sichtschutzbarrieren bilden. Diese Zonen dienen den Weibchen und unterdrückten Tieren als lebenswichtige Rückzugsorte. Der vordere Bereich des Beckens muss hingegen als freier Schwimmraum unstrukturiert bleiben. Da echte Pflanzen im natürlichen Biotop kaum vorkommen, ist eine Bepflanzung nicht notwendig, es können jedoch barschfeste Gewächse wie Anubias oder Vallisnerien als dekorative Akzente eingebracht werden.
Wasserwerte & Technik
Stevens Kaiserbuntbarsch benötigt die typischen, stabilen Bedingungen eines ostafrikanischen Grabensees. Der pH-Wert muss sich zwingend im alkalischen Bereich zwischen 7,5 und 8,5 bewegen. Die Gesamthärte sollte in einem mittleren bis harten Rahmen von etwa 5 bis 15 oder 20 Grad deutscher Härte liegen, während die optimale Wassertemperatur zwischen 24 und 26 Grad Celsius beträgt. Eine leistungsstarke Filteranlage ist unerlässlich, um das Wasser mechanisch klar zu halten und biologisch zu reinigen. Eine zusätzliche Strömungspumpe fördert den Gasaustausch und sichert den hohen Sauerstoffbedarf der Tiere. Um die Keimdichte niedrig zu halten, sind wöchentliche Teilwasserwechsel von einem Drittel des Beckenvolumens dringend anzuraten.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Im Aquarium zeigt der Fisch ein ausgeprägtes, aber vergleichsweise moderates Revierverhalten. Die Männchen besetzen kleine Areale in Bodennähe, die sie durch Drohgebärden gegenüber anderen Beckeninsassen verteidigen. Sie versuchen, die Weibchen mit zitternden Bewegungen und gespreizten Flossen zu beeindrucken und zur Paarung zu bewegen. Die Weibchen verhalten sich untereinander friedlich und halten sich bevorzugt in kleinen, losen Gemeinschaften außerhalb der unmittelbaren Reviergrenzen auf. Durch eine geschickte Strukturierung des Beckens lässt sich Aggressionen innerhalb der Gruppe effektiv vorbeugen.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Da diese Art zu den eher zurückhaltenden und weniger durchsetzungsstarken Cichliden gehört, ist eine Vergesellschaftung mit den aggressiven, aufwuchsfressenden Mbunas strengstens zu vermeiden. Hervorragend eignen sich stattdessen andere friedliche Non-Mbunas aus den Gattungen Copadichromis, Placidochromis oder Otopharynx. Wie bei allen Kaiserbuntbarschen gilt auch hier die goldene Regel, keine weiteren Aulonocara-Arten im selben Becken zu pflegen. Da sich die Weibchen der verschiedenen Arten optisch extrem ähneln, besteht eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von ungewollten Hybridisierungen, was die Arterhaltung im Aquarium gefährdet.
Ernährung & Fütterung
In der Natur ernährt sich der Fisch carnivor von kleinen, im Sand lebenden Wirbellosen, Krebstieren und Insektenlarven. Er ortet diese Beute mithilfe seiner hochsensiblen Sinnesgruben am Kopf, sticht in den Sand und siebt die Nahrung heraus. Im Aquarium nimmt er problemlos alle gängigen Futtersorten wie hochwertiges Cichliden-Granulat und Flockenfutter an. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Mysis oder Krill fördert die Gesundheit und sorgt für eine intensive Ausfärbung der Männchen. Die Fütterung von roten Mückenlarven oder Säugetierfleisch sollte konsequent vermieden werden, um den empfindlichen Darmtrakt nicht zu schädigen.
Zucht & Vermehrung
Die Vermehrung im Aquarium verläuft unkompliziert und folgt dem Prinzip der maternalen Maulbrütung. Nach dem Ablaichen über einer flachen Steinfläche oder in einer kleinen Sandmulde nimmt das Weibchen die Eier sofort ins Maul auf und befruchtet sie über den klassischen Eifleck-Trick an der Afterflosse des Männchens. Das Weibchen trägt die Brut anschließend für etwa drei Wochen im Maul aus, wobei es während dieser Phase komplett auf Nahrung verzichtet. Nach Ablauf dieser Zeit werden die voll entwickelten Jungfische entlassen, die sofort eigenständig schwimmen und mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden können.
Gesundheit & typische Probleme
Stevens Kaiserbuntbarsch gilt als ausdauernder Pflegling, sofern die grundlegenden Wasserparameter eingehalten werden. Chronischer Stress durch unpassende, zu dominante Beifische oder mangelhafte Wasserhygiene schwächt das Immunsystem der Tiere erheblich. Dies begünstigt den Ausbruch von Krankheiten wie der Pünktchenkrankheit oder bakteriellen Infektionen. Eine falsche oder übermäßige Fütterung mit ungeeignetem Futter kann zudem die gefürchtete Malawi-Blähsucht auslösen. Bei den ersten Anzeichen von Apathie, Flossenklemmen oder Futterverweigerung muss umgehend die Wasserqualität kontrolliert und gegebenenfalls optimiert werden.
Schutzstatus & Verantwortung
Der Halter eines solchen Cichliden trägt die Verantwortung für den Erhalt der genetischen Reinheit der jeweiligen Standortvariante. Um die natürlichen Bestände im See nicht weiter zu belasten, sollte beim Kauf im Fachhandel gezielt nach stabilen, gesunden Nachzuchten aus verantwortungsvoller Quelle gesucht werden. Die bewusste Vermeidung von Kreuzungen mit anderen Vertretern der Gattung Aulonocara im Heimaquarium versteht sich im Sinne des Artenschutzes von selbst.
IUCN
In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird Aulonocara steveni derzeit offiziell als nicht gefährdet (Least Concern) geführt. Obwohl die Gattung im See weit verbreitet ist, sind einzelne lokale Populationen aufgrund ihrer geografisch begrenzten Lebensräume potenziell anfällig für Überfischung. Eine kontinuierliche Beobachtung der Bestände bleibt daher wichtig, um rechtzeitig auf Umweltveränderungen reagieren zu können.
CITES
Im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) ist die Art aktuell nicht gelistet. Der internationale Handel mit diesen Tieren unterliegt somit keinen spezifischen Kontingenten oder Verboten über dieses Regelwerk. Der Schutz konzentriert sich auf die Exportbestimmungen der jeweiligen afrikanischen Herkunftsländer.
WISIA
Im deutschen Artenschutz-Informationssystem (WISIA) ist für Stevens Kaiserbuntbarsch zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein besonderer oder strenger Schutzstatus verzeichnet. Es bestehen folglich keine nationalen Melde- oder Vermarktungspflichten für den Aquarianer. Die Haltung muss dennoch stets im Einklang mit den allgemeinen Richtlinien des Tierschutzgesetzes erfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Wie alt kann Stevens Kaiserbuntbarsch im Aquarium werden?
Bei optimaler Pflege, einer abwechslungsreichen Ernährung und geringem Stressfaktor können diese Cichliden ein Alter von sieben bis neun Jahren im Heimaquarium erreichen. Eine gute Wasserhygiene trägt maßgeblich zu einer hohen Lebenserwartung bei.
Warum färbt sich mein Männchen nicht intensiv gelb-blau aus?
Die volle Prachtfärbung zeigen die Männchen erst mit dem Erreichen der Geschlechtsreife und wenn sie sich im Aquarium sicher und dominant fühlen. Sind zu aggressive Beifische im Becken oder fehlen ausreichend Sichtschutzbarrieren, verbleiben auch Männchen oft in einer unauffälligen Tarnfärbung, um Konflikten auszuweichen.
Kann ich diesen Fisch mit Garnelen oder Schnecken vergesellschaften?
Während größere Schnecken in der Regel problemlos toleriert werden, gehören Zwerggarnelen zum natürlichen Beuteschema dieses carnivoren Buntbarsches. Sie würden innerhalb kürzester Zeit als Proteinquelle betrachtet und gefressen werden. Eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen ist daher nicht möglich.
Was ist der Unterschied zwischen Aulonocara steveni "Hongi" und "Usisya"?
Es handelt sich hierbei um unterschiedliche geografische Standortvarianten derselben Art aus verschiedenen Regionen des Malawisees. Sie unterscheiden sich primär in feinen Nuancen der Färbung, insbesondere in der Intensität des Gelbtons am Körper und der Verteilung der blauen Glanzschuppen im Kopfbereich.
Wie erkenne ich, ob ein Weibchen die Eier im Maul trägt?
Ein maulbrütendes Weibchen lässt sich leicht an einem deutlich pralleren, nach unten gedehnten Kehlsack erkennen. Zudem stellt das Tier die Nahrungsaufnahme komplett ein und zieht sich merklich aus dem turbulenten Beckenleben in die ruhigeren Höhlensysteme der Steinaufbauten zurück.
