Badis blosyrus

 
Dum Bhecheli (Badis blosyrus) – Höhlenbrütender Zwergbarsch aus Assam

Wissenschaftlicher Name
Badis blosyrus (Kullander & Britz, 2002)
Familie
Badidae (Blaubarsche)
Ordnung
Anabantiformes (Labyrinthfischartige)
Name
Dum Bhecheli
Herkunft
Nahe Raimana, West-Assam, Nordindien India
Lebensraum
Fließende, kühle und flache Gewässer (etwa 0,6 m Tiefe) mit Substraten aus kleinen Steinen und Sand
Ernährung
Carnivor
Größe
6,5 - 7 cm (Männchen), Weibchen etwas kleiner
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
Temperatur
15 - 25 °C
pH-Wert
6,3 - 7
Gesamthärte
8 - 15 °dH
Karbonathärte
2° - 10° dKH
Haltung
Aquarium ab 75×30 cm Grundfläche
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Paar oder kleine Gruppe, territorial
IUCN-Status
Least Concern (LC)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Dum Bhecheli (Badis blosyrus) ist ein faszinierender Zwergbarsch aus den kühlen Fließgewässern Nordost-Indiens. Erst 2002 von Kullander und Britz wissenschaftlich beschrieben, bewohnt diese Art flache, steinige Bäche mit dichter Ufervegetation im Einzugsgebiet des Brahmaputra. Mit seiner charakteristischen Zeichnung aus zwei unregelmäßigen Reihen dunkler Flecken und dem prominenten Operculum-Fleck ist er eine optisch ansprechende Bereicherung für spezialisierte Aquarien. Männchen erreichen 65-70 mm Standardlänge und zeigen während der Brutpflege intensive Färbungen. Als Mikropredator ernährt sich B. blosyrus von kleinen Krebstieren und Insektenlarven. Die Art stellt moderate Ansprüche an Wasserqualität und Einrichtung, benötigt jedoch kühle Temperaturen und geduldige Pflege – ideal für fortgeschrittene Aquarianer mit Interesse an seltenen asiatischen Barschen.

Optik & Verhalten

Badis blosyrus zeichnet sich durch eine markante Körperzeichnung aus: Zwei unregelmäßige Reihen dunkler Flecken verlaufen entlang der Flanken, ergänzt durch einen auffälligen dunklen Fleck posterodorsal auf dem Kiemendeckel (Operculum). Im Vergleich zu verwandten Arten wie B. assamensis besitzt er einen längeren Kiefer, der bis unterhalb des Augenzentrums reicht. Männchen entwickeln während der Fortpflanzungszeit intensive Färbungen und zeigen ausgeprägtes Territorialverhalten. Die Art ist tagaktiv (diurnal) und verbringt viel Zeit in Bodennähe zwischen Steinen und Wurzeln. Ihr Verhalten ist geprägt von vorsichtigem Erkunden und plötzlichen, blitzschnellen Jagdattacken auf Beutetiere. Trotz ihrer geringen Größe sind die Tiere durchsetzungsfähig gegenüber Artgenossen.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die Typ-Lokalität von Badis blosyrus liegt nahe Raimana in West-Assam, Nordindien. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Nordost-Indien, einschließlich der Bundesstaaten Assam, Westbengalen und Meghalaya. Nachgewiesen wurde die Art im Raidak River, einem Zufluss des Brahmaputra mit Ursprung in Bhutan, sowie in den westlichen Garo Hills. Der natürliche Lebensraum besteht aus fließenden, kühlen und flachen Gewässern (etwa 0,6 m Tiefe) mit Substraten aus kleinen Steinen und Sand. Charakteristisch ist die dichte marginale Vegetation entlang der Ufer, die Schutz und Laichplätze bietet. Die Gewässer unterliegen saisonalen Temperaturschwankungen, wobei die Strömung ganzjährig hoch bleibt. Diese Habitate sind typisch für das Brahmaputra-Einzugsgebiet und bieten ein reiches Angebot an aquatischen Wirbellosen als Nahrungsgrundlage.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Badis blosyrus wird ein Aquarium mit mindestens 75×30 cm Grundfläche empfohlen. Das Becken sollte strukturreich eingerichtet sein mit zahlreichen Versteckmöglichkeiten aus Höhlen, Steinen und Treibholz. Eine dichte Bepflanzung, besonders im Randbereich, simuliert die natürliche Ufervegetation und bietet Rückzugsorte. Als Bodengrund eignet sich feiner Kies oder Sand. Wichtig sind mehrere Höhlen oder Röhren als potenzielle Laichplätze, da die Art Höhlenbrüter ist. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein, was durch Schwimmpflanzen erreicht werden kann. Eine moderate Strömung durch den Filter ist erwünscht, sollte aber nicht zu stark sein.

Wasserwerte & Technik
Die Wassertemperatur sollte zwischen 15 und 25 °C liegen, wobei kühlere Temperaturen dem natürlichen Habitat entsprechen. Für die Zucht sind höhere Temperaturen von 20-24 °C förderlich. Der pH-Wert wird im leicht sauren bis neutralen Bereich von 6,3-7 gehalten, die Gesamthärte bei 8-15 °dH. Eine effiziente Filterung ist wichtig, um die Wasserqualität in den fließgewässertypischen Bereichen zu halten. Regelmäßige Teilwasserwechsel (wöchentlich 30-50%) sind essentiell. Saisonale Temperaturschwankungen können das natürliche Verhalten fördern. Eine Heizung ist für die Zucht notwendig, kann aber im Sommer ausgeschaltet werden, wenn Raumtemperatur ausreicht.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Badis blosyrus kann als Paar oder in kleinen Gruppen gehalten werden. Männchen sind untereinander territorial, daher sollte bei Gruppenhaltung ausreichend Raum und Struktur vorhanden sein. In kleineren Becken empfiehlt sich die Paarhaltung. Weibchen sind untereinander verträglicher. Die Art zeigt kein ausgeprägtes Schwarmverhalten, sondern etabliert Reviere. Bei ausreichend Verstecken und Sichtbarrieren ist auch die Haltung mehrerer Männchen möglich, wobei Auseinandersetzungen meist ritualisiert bleiben.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Badis blosyrus ist gegenüber anderen Fischarten friedlich und kann mit ruhigen, nicht zu großen Arten vergesellschaftet werden. Geeignet sind kleine Cypriniden, Schmerlen oder friedliche Welse, die ähnliche Wasserwerte bevorzugen. Zu vermeiden ist die Vergesellschaftung mit anderen Badis-Arten, da es zu Hybridisierung kommen kann. Auch sehr lebhafte oder aggressive Fische sind ungeeignet, da sie die eher scheuen B. blosyrus stressen können. Garnelen werden als Nahrung betrachtet und sind daher keine geeigneten Mitbewohner. Die Vergesellschaftung sollte die kühlen Temperaturen berücksichtigen, die nicht alle tropischen Arten tolerieren.

Ernährung & Fütterung

In der Natur ernährt sich Badis blosyrus von kleinen aquatischen Krebstieren, Würmern, Insektenlarven und Zooplankton. Im Aquarium sollte die Fütterung hauptsächlich aus Lebend- oder Frostfutter bestehen: Artemia, Daphnia, Cyclops, Mückenlarven (weiße, schwarze, rote) und Tubifex. Die Art ist wählerisch und akzeptiert Trockenfutter oft nur nach Gewöhnung. Mehrmals täglich sollten kleine Portionen gefüttert werden, um das natürliche Fressverhalten zu fördern. Abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig für Gesundheit und Farbintensität. Besonders vor und während der Zucht sollte proteinreiches Lebendfutter gereicht werden. Glaswürmer (Chaoborus) sind eine beliebte Delikatesse.

Zucht & Vermehrung

Badis blosyrus ist ein Höhlenbrüter. Geschlechtsunterschiede zeigen sich in der Größe (Männchen größer) und intensiveren Färbung der Männchen. Höhere Temperaturen von 20-24 °C und reichliche Fütterung mit Lebendfutter triggern die Laichbereitschaft. Das Weibchen legt 30-100 Eier in einer Höhle ab, die das Männchen anschließend bewacht und durch Fächeln mit Frischwasser versorgt. Die Eier schlüpfen nach 2-3 Tagen, die Larven werden nach weiteren 6-8 Tagen freischwimmend. Während dieser Zeit verteidigt das Männchen das Gelege vehement. Die Aufzucht der Jungfische erfolgt mit Artemia-Nauplien oder feinem Pulverfutter. Separate Aufzuchtbecken erhöhen die Überlebensrate. Die Zucht gilt als anspruchsvoll, aber bei optimalen Bedingungen erfolgreich durchführbar.

Gesundheit & typische Probleme

Badis blosyrus ist bei guter Wasserqualität robust. Typische Probleme entstehen durch zu hohe Temperaturen (über 25 °C dauerhaft), schlechte Wasserqualität oder ungeeignete Ernährung. Die Art kann anfällig für bakterielle Infektionen und Parasiten sein, besonders bei Stress. Wichtig ist die Vermeidung von Temperaturschocks und plötzlichen Wasserwertänderungen. Wählerisches Fressverhalten kann zu Mangelerscheinungen führen, wenn nur Trockenfutter angeboten wird. Regelmäßige Beobachtung auf Verhaltensänderungen, Flossenschäden oder Hautveränderungen ist empfehlenswert. Quarantäne neuer Tiere verhindert Krankheitseinschleppung. Bei Krankheitsanzeichen sollten Wasserwerte überprüft und gegebenenfalls Medikamente eingesetzt werden.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Least Concern (LC) – Die Art gilt als nicht gefährdet, wobei das Assessment-Jahr und der Populationstrend nicht spezifiziert sind.

CITES
Nicht gelistet – Badis blosyrus unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen.

WISIA
Nicht geschützt – Die Art ist nicht im deutschen Artenschutzrecht (WISIA-Datenbank) gelistet. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.

Trotz des günstigen Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit der Art umgehen. Nachzuchten sind Wildfängen vorzuziehen, um Wildpopulationen zu schonen. Die Lebensräume in Nordost-Indien sind durch Habitatzerstörung und Verschmutzung bedroht, was langfristig auch diese Art gefährden könnte.


Häufig gestellte Fragen

Welche Aquariengröße benötigt Badis blosyrus?
Für ein Paar wird ein Aquarium mit mindestens 75×30 cm Grundfläche empfohlen. Bei Gruppenhaltung sollte das Becken entsprechend größer sein, um ausreichend Reviere zu ermöglichen.

Kann man Badis blosyrus mit Trockenfutter ernähren?
Die Art ist sehr wählerisch und bevorzugt Lebend- oder Frostfutter. Trockenfutter wird oft ignoriert, kann aber nach Gewöhnung teilweise akzeptiert werden. Für optimale Gesundheit ist abwechslungsreiches Lebendfutter essentiell.

Wie unterscheidet man Männchen und Weibchen?
Männchen werden mit 65-70 mm größer als Weibchen und zeigen intensivere Färbungen, besonders während der Brutzeit. Weibchen bleiben etwas kleiner und unauffälliger gefärbt.

Ist die Zucht von Badis blosyrus schwierig?
Die Zucht ist anspruchsvoll, aber machbar. Wichtig sind höhere Temperaturen (20-24 °C), reichlich Lebendfutter und geeignete Höhlen. Das Männchen übernimmt die Brutpflege. Die Aufzucht der Jungfische mit Artemia-Nauplien erfordert Geduld.

Welche Temperatur ist optimal für Badis blosyrus?
Die Art bevorzugt kühlere Temperaturen von 15-25 °C, wobei 18-22 °C ideal sind. Für die Zucht sollten Temperaturen von 20-24 °C eingestellt werden. Saisonale Schwankungen werden toleriert und können natürliches Verhalten fördern.



Wissenschaftliche Quellen

Primär/kuratiert

  1. FishBase (2026)
    Badis blosyrus
  2. GBIF (2026)
    Badis blosyrus Kullander & Britz, 2002
  3. Fishi-Pedia (2026)
    Badis blosyrus

Fachlich-seriös

  1. Seriously Fish (2026)
    Badis blosyrus
  2. Aqua-Fish.Net (2026)
    Badis blosyrus Care Guide
  3. Aquarium Glaser (2026)
    Badis assamensis and Badis blosyrus