Badis singenensis

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Badis singenensis - Singen Badis
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Badis singenensis - Singen Badis
 
Singen Badis (Badis singenensis) – Chamäleon-Zwergbarsch aus dem Brahmaputra

Wissenschaftlicher Name
Badis singenensis (Geetakumari & Kadu, 2011)
Familie
Badidae
Ordnung
Perciformes
Name
Singen Badis
Herkunft
Singen River, Brahmaputra-Becken, Arunachal Pradesh, Nordost-Indien India
Lebensraum
Klare Fließgewässer
Ernährung
Carnivor
Größe
4 - 5 cm (Gesamtlänge)
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
Temperatur
14 - 30 °C
pH-Wert
6 - 8,5
Gesamthärte
5 - 15 °dGH
Karbonathärte
3 - 10 °dKH
Haltung
Aquarium
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Friedlich, verträglich mit anderen Badis und Fischen
Besonderheiten
Reduzierte Schwimmblase, Farbwechsel, Höhlenbrüter
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Singen Badis (Badis singenensis) ist ein faszinierender Zwergbarsch aus dem nordöstlichen Indien, der erst 2011 wissenschaftlich beschrieben wurde. Mit seiner charakteristischen Fähigkeit zum Farbwechsel – ähnlich einem Chamäleon – und seinem bodengebundenen Hüpfverhalten zählt er zu den ungewöhnlichsten Vertretern der Familie Badidae. Die Art erreicht lediglich 4-5 cm Gesamtlänge und besitzt eine stark reduzierte Schwimmblase, was ihre typische Fortbewegung am Boden erklärt. Besonders auffällig sind die drei schwarzen Flecken an der Rückenflosse sowie ein markanter runder Fleck am Kiemendeckel. In der Aquaristik wird die Art auch als "Badis sp. Buxar" gehandelt, benannt nach dem Fundgebiet im Buxa-Bereich Westbengals. Aufgrund ihrer speziellen Ansprüche und Seltenheit ist sie vor allem für erfahrene Aquarianer interessant, die sich der Haltung kleiner, bodenorientierter Barsche widmen möchten.

Optik & Verhalten

Der Singen Badis besticht durch seine einzigartige Zeichnung: Ein auffälliger runder schwarzer Fleck ziert den hinteren oberen Bereich des Kiemendeckels an der Basis des Kiemendorns und erstreckt sich über mehrere Schuppen. Drei weitere deutliche schwarze Flecken befinden sich an der Basis der Rückenflosse – hinter dem dritten Hartstrahl, hinter dem sechsten Hartstrahl sowie hinter dem fünften und sechsten Weichstrahl. Ein zusätzlicher schwarzer Fleck markiert die Basis hinter dem fünften weichen Afterflossenstrahl. Diese Merkmale unterscheiden Badis singenensis zuverlässig von verwandten Arten wie B. assamensis, B. blosyrus, B. lasiophilus und B. triocellus. Besonders bemerkenswert ist die Fähigkeit der Art, ihre Färbung chamäleonartig zu verändern – bei Erregung oder während der Paarung zeigen die Tiere intensive rote Töne. Die stark reduzierte Schwimmblase führt zu einem charakteristischen bodengebundenen Hüpfverhalten, das die Art deutlich von anderen Zwergbarschen abhebt. Mit 19-20 Schuppen um den Schwanzstiel (versus 14-16 bei B. lasiophilus) und einer Standardlänge von 22,3-42,0 mm gehört sie zu den kleineren Badis-Arten.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die Typuslokalität von Badis singenensis ist der Singen River im Brahmaputra-Becken des nordöstlichen indischen Bundesstaates Arunachal Pradesh. Die Art wurde erstmals 2011 von Geetakumari und Kadu wissenschaftlich beschrieben. Weitere Vorkommen werden aus dem Buxa-Gebiet in Westbengal bzw. Nordindien gemeldet, wo die Art in der Aquaristik als "Badis sp. Buxar" bekannt wurde. Der natürliche Lebensraum umfasst klare Fließgewässer mit bodenorientierter Lebensweise. Die Tiere bewegen sich hüpfend am Gewässergrund fort, was auf ihre reduzierte Schwimmblase zurückzuführen ist. Über die genauen Habitatstrukturen, Wassertiefe oder Vegetation liegen keine detaillierten wissenschaftlichen Daten vor. Das Verbreitungsgebiet liegt im Brahmaputra-Flusssystem, einem der großen Stromsysteme Südasiens, das durch saisonale Temperaturschwankungen und Monsuneinflüsse geprägt ist.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Badis singenensis sollte klares Wasser bereitgestellt werden, da die Art aus Fließgewässern stammt. Aufgrund der geringen Größe von 4-5 cm können bereits kleinere Aquarien ab 60 cm Kantenlänge ausreichend sein, wobei eine strukturreiche Einrichtung wichtig ist. Höhlen und Versteckmöglichkeiten sind essentiell, da die Art zur Fortpflanzung Höhlen nutzt und sich gerne zurückzieht. Feinkörniger Sand oder feiner Kies als Bodengrund unterstützt das natürliche Hüpfverhalten. Wurzeln, Steine und robuste Pflanzen schaffen zusätzliche Strukturen. Eine nicht zu starke Strömung ist ausreichend, da die Tiere bodenorientiert leben und keine ausgeprägte Schwimmblase besitzen. Gedämpftes Licht wird von vielen Badis-Arten bevorzugt und kann durch Schwimmpflanzen oder entsprechende Beleuchtung erreicht werden.

Wasserwerte & Technik
Die Wassertemperatur kann saisonal zwischen 14 und 30 °C schwanken, was auf die natürlichen Gegebenheiten im Herkunftsgebiet zurückzuführen ist. Im Aquarium sollte eine konstante Temperatur im mittleren Bereich (ca. 20-25 °C) angestrebt werden. Der pH-Wert kann in einem breiten Spektrum von 6 bis 8,5 liegen, wobei leicht saure bis neutrale Werte (6,5-7,5) optimal sind. Die Wasserhärte wird als "weich bis hart" angegeben, was auf eine hohe Anpassungsfähigkeit hindeutet. Regelmäßige Wasserwechsel und eine gute Filterung sind wichtig, um klares Wasser zu gewährleisten. Eine moderate Strömung genügt, da die Art keine starke Strömung benötigt.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Badis singenensis zeigt sich tolerant gegenüber anderen Badis-Arten und anderen Fischen. Eine Paarhaltung oder kleine Gruppe ist möglich, wobei ausreichend Verstecke und Reviere vorhanden sein sollten. Die Art ist nicht aggressiv, kann aber während der Brutzeit territorial werden. Männchen bewachen das Gelege in Höhlen, während Weibchen keine Brutpflege zeigen. Eine Vergesellschaftung mit friedlichen, kleinbleibenden Arten ist problemlos möglich.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Aufgrund des friedlichen Charakters eignet sich Badis singenensis gut für Gesellschaftsaquarien mit anderen kleinen, ruhigen Fischen. Geeignete Partner sind andere Badis-Arten, kleine Bärblinge, Panzerwelse oder Zwergfadenfische. Wichtig ist, dass die Mitbewohner ähnliche Wasserwerte tolerieren und nicht zu hektisch sind, da die bodenorientierten Badis sonst bei der Futteraufnahme benachteiligt werden könnten. Große oder aggressive Arten sollten vermieden werden.

Ernährung & Fütterung

Der Singen Badis ist ein carnivor lebender Fisch, der in der Natur vermutlich kleine Wirbellose, Insektenlarven und Zooplankton frisst. Im Aquarium werden gefrorenes und lebendes Futter in passender Größe bevorzugt. Dazu zählen Artemia, Cyclops, Mückenlarven (weiße, schwarze, rote) und Daphnien. Trockenfutter wird in der Regel abgelehnt, was die Haltung anspruchsvoller macht. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit kleinen Portionen mehrmals täglich fördert Gesundheit und Farbenpracht. Die Futteraufnahme erfolgt vom Boden, entsprechend dem natürlichen Verhalten der Art.

Zucht & Vermehrung

Badis singenensis ist ein Höhlenbrüter. Das Männchen bewacht das Gelege nach der Eiablage, während das Weibchen keine Brutpflege zeigt. Die Brutpflege endet, wenn die Jungfische frei schwimmen. Für die Zucht sollten geeignete Höhlen (z.B. halbe Kokosnussschalen, Tonröhren, Schieferhöhlen) angeboten werden. Spezifische Auslöser für die Fortpflanzung sind nicht dokumentiert, jedoch können Temperaturerhöhung, häufige Wasserwechsel und reichhaltige Fütterung mit Lebendfutter die Laichbereitschaft fördern. Über die Aufzucht der Jungfische liegen keine detaillierten Informationen vor. Vermutlich benötigen die Larven Feinstfutter wie Infusorien und frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.

Gesundheit & typische Probleme

Bei artgerechter Haltung mit sauberem Wasser, abwechslungsreicher Ernährung und geeigneten Wasserwerten sind Badis singenensis robust. Typische Probleme können durch ungeeignetes Futter (ausschließlich Trockenfutter) oder zu starke Strömung entstehen. Die reduzierte Schwimmblase macht die Tiere anfällig für Stress durch zu hektische Mitbewohner oder ungeeignete Beckeneinrichtung. Regelmäßige Wasserwechsel und Quarantäne neuer Tiere beugen Krankheiten vor. Parasitäre Infektionen oder bakterielle Erkrankungen können wie bei anderen Zierfischen auftreten und sollten frühzeitig behandelt werden.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Nicht bewertet (NE). Die Art wurde bisher nicht von der IUCN Red List bewertet.

CITES
Nicht gelistet. Badis singenensis unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen.

WISIA
Nicht geschützt. Die Art ist in Deutschland nicht nach BNatSchG oder EG-Verordnung 338/97 geschützt. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich. 

Trotz fehlender Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit dieser seltenen Art umgehen. Nachzuchten sind Wildfängen vorzuziehen, um natürliche Populationen nicht zu gefährden. Über die Bestandssituation in der Natur liegen keine aktuellen Daten vor.


Häufig gestellte Fragen

Wie groß wird der Singen Badis?
Der Singen Badis erreicht eine Gesamtlänge von 4-5 cm und gehört damit zu den kleineren Vertretern der Gattung Badis. Die Standardlänge liegt zwischen 22,3 und 42,0 mm.

Warum hüpft mein Singen Badis am Boden?
Das charakteristische Hüpfverhalten ist auf die stark reduzierte Schwimmblase zurückzuführen, ein typisches Merkmal von Badis singenensis. Die Tiere sind bodengebunden und bewegen sich springend fort, was völlig normal ist. 

Frisst der Singen Badis Trockenfutter?
Nein, Badis singenensis lehnt Trockenfutter in der Regel ab. Die Art benötigt gefrorenes oder lebendes Futter in passender Größe wie Artemia, Cyclops, Mückenlarven oder Daphnien.

Kann ich mehrere Singen Badis zusammen halten?
Ja, die Art ist tolerant gegenüber Artgenossen und anderen Badis-Arten. Eine Paarhaltung oder kleine Gruppe ist bei ausreichend Verstecken und Revieren problemlos möglich.

Wie züchte ich Singen Badis?
Badis singenensis ist ein Höhlenbrüter. Bieten Sie geeignete Höhlen an, füttern Sie reichhaltig mit Lebendfutter und sorgen Sie für gute Wasserqualität. Das Männchen bewacht das Gelege, bis die Jungfische frei schwimmen.



Wissenschaftliche Quellen