Beaufortia pingi

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Beaufortia pingi - Pings Flossensauger
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Beaufortia pingi - Pings Flossensauger
 
Pings Flossensauger (Beaufortia pingi) – Grüner Hillstream-Spezialist

Wissenschaftlicher Name
Beaufortia pingi (Tchang, 1933)
Familie
Gastromyzontidae
Ordnung
Cypriniformes (Karpfenartige)
Name
Pings Flossensauger
Herkunft
China (Guangxi, Yunnan) China, Vietnam Vietnam 
Lebensraum
Schnellfließende Bergbäche (Hillstreams)
Ernährung
Omnivor
Größe
5 - 7 cm
Lebenserwartung
4 bis 6 Jahre
Temperatur
18 - 24°C
pH-Wert
6,5 - 7,5
Gesamthärte
5 - 15 °dGH
Karbonathärte
3 - 10 °dKH
Haltung
Aquarium ab 100×40×50 cm / 200 Liter
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Gruppenhaltung empfohlen
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Beaufortia pingi, bekannt als Pings Flossensauger oder Green Ping's Hillstream Loach, ist ein faszinierender Bewohner schnellfließender Bergbäche in China und Vietnam. Mit seinem charakteristischen Saugmaul und den markanten vertikalen Streifen am Körper gehört er zu den spezialisierten Strömungsliebhabern der Familie Gastromyzontidae. Diese tagaktiven Fische haben sich perfekt an das Leben in sauerstoffreichen, kühlen Gewässern mit starker Strömung angepasst. Ihre Fähigkeit, sich an glatten Steinen festzusaugen, macht sie zu einzigartigen Aquarienbewohnern, die jedoch besondere Haltungsbedingungen erfordern. Die Art wurde 1933 von T. L. Tchang erstbeschrieben und erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei Aquarianern, die sich auf Strömungsaquarien spezialisiert haben.

Optik & Verhalten

Der Pings Flossensauger besticht durch seine prominenten vertikalen Streifen, die sich über den gesamten Körper ziehen und ihm ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleihen. Das spezialisierte Saugmaul ermöglicht es ihm, sich auch in stärkster Strömung an Steinen festzusaugen – eine evolutionäre Anpassung an seinen natürlichen Lebensraum. Als tagaktiver Fisch zeigt er ein interessantes Verhalten beim Abweiden von Algen und Biofilm von Steinen. Verwechslungsgefahr besteht mit nahe verwandten Arten wie Beaufortia zebroida, B. kweichowensis, B. viridis und B. granulopinna, die ähnliche Merkmale aufweisen. Die Art gehört zur Beaufortia pingi species group, deren Taxonomie erst kürzlich wissenschaftlich überarbeitet wurde.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

In der Natur bewohnt Beaufortia pingi schnellfließende Bergbäche in den chinesischen Provinzen Guangxi und Yunnan sowie in Vietnam. Diese sogenannten Hillstreams zeichnen sich durch felsiges Substrat, hohen Sauerstoffgehalt, klares kühles Wasser und starke Strömung aus. Die Bergregionen bieten ideale Bedingungen für diese spezialisierten Fische, die an extreme Strömungsverhältnisse perfekt angepasst sind. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über verschiedene Flusssysteme in Südchina und Nordvietnam, wobei die genauen Höhenlagen in den verfügbaren Quellen nicht spezifiziert sind. Die Gewässer sind typischerweise kühl und sauerstoffreich, mit Temperaturen zwischen 18 und 24°C.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die artgerechte Haltung von Pings Flossensaugern ist ein Aquarium mit mindestens 100×40×50 cm (200 Liter) erforderlich. Die Einrichtung sollte den natürlichen Lebensraum nachbilden: felsiges Substrat mit glatten Steinen und Felsen bildet die Grundlage. Als Bodengrund eignet sich feiner Kies oder Sand. Strömungsresistente Pflanzen können optional eingesetzt werden, sind aber nicht zwingend erforderlich. Wichtig ist, dass ausreichend glatte Oberflächen zum Abweiden von Algen und Biofilm vorhanden sind. Die Fische benötigen Strukturen, an denen sie sich festsaugen können, um ihr natürliches Verhalten auszuleben.

Wasserwerte & Technik
Die Wassertemperatur sollte zwischen 18 und 24°C liegen – deutlich kühler als bei vielen tropischen Aquarienfischen. Das Wasser sollte weich bis mittelhart sein. Entscheidend ist eine starke Strömung, die durch leistungsstarke Pumpen oder Strömungspumpen erzeugt werden muss. Eine stabile, effiziente Filterung ist unerlässlich, um die hohe Wasserqualität zu gewährleisten. Der Sauerstoffgehalt muss durch gute Oberflächenbewegung und gegebenenfalls zusätzliche Belüftung hoch gehalten werden. Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, um Schadstoffe niedrig zu halten und die Wasserqualität zu sichern.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Beaufortia pingi sollte in Gruppen gehalten werden, um sein natürliches Sozialverhalten zu ermöglichen. Die Fische sind untereinander friedlich und zeigen interessante Interaktionen beim gemeinsamen Abweiden von Steinen. Eine Gruppenhaltung reduziert auch Stress und fördert das Wohlbefinden der Tiere.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Die Vergesellschaftung mit friedlichen Fischen ist gut möglich, solange diese ähnliche Wasserbedingungen bevorzugen. Zwerggarnelen können beigefügt werden, allerdings besteht eine gewisse Gefahr für deren Nachwuchs. Schnecken und Muscheln sind ebenfalls geeignete Mitbewohner. Ungeeignet sind Großkrebse und Zwergkrebse, da diese entweder zu aggressiv sind oder selbst unter den kühlen, strömungsreichen Bedingungen leiden würden. Bei der Auswahl der Mitbewohner sollte stets darauf geachtet werden, dass diese mit den speziellen Anforderungen eines Strömungsaquariums zurechtkommen.

Ernährung & Fütterung

In der Natur ernährt sich Beaufortia pingi omnivor von Algen, Biofilm und Aufwuchs, den er von Steinen abweidet. Im Aquarium sollte diese Ernährungsweise nachgeahmt werden. Geeignet sind spezielle Futtertabletten für Aufwuchsfresser, die abends gereicht werden sollten. Ergänzend kann Gemüse wie Gurke oder Zucchini angeboten werden, das überbrüht und beschwert auf den Boden gelegt wird. Gelegentlich kann auch Lebend- oder Frostfutter wie Mückenlarven oder Artemia gegeben werden, um die Ernährung abwechslungsreich zu gestalten. Wichtig ist, dass immer ausreichend natürlicher Aufwuchs im Aquarium vorhanden ist, den die Fische kontinuierlich abweiden können. 

Zucht & Vermehrung

Über die Zucht von Beaufortia pingi liegen nur begrenzte Informationen vor. Geschlechtsunterschiede sind in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert, was die gezielte Zucht erschwert. Auch spezifische Auslöser für die Fortpflanzung, Details zur Eiablage und zur Aufzucht der Larven sind nicht bekannt. Die Zucht dieser Art im Aquarium gilt daher als anspruchsvoll und ist bisher nur selten gelungen. Aquarianer, die sich mit der Nachzucht beschäftigen möchten, müssen experimentieren und sich an den natürlichen Lebensbedingungen orientieren, wobei saisonale Temperaturschwankungen und Wasserwertveränderungen möglicherweise eine Rolle spielen könnten.

Gesundheit & typische Probleme

Die größten Gesundheitsrisiken für Pings Flossensauger entstehen durch nicht artgerechte Haltungsbedingungen. Zu warmes Wasser (über 24°C) kann zu Stress und geschwächtem Immunsystem führen. Unzureichende Strömung verhindert das natürliche Verhalten und kann zu Kümmerwuchs führen. Schlechte Wasserqualität mit niedrigem Sauerstoffgehalt oder hohen Schadstoffwerten ist besonders kritisch für diese strömungsliebenden Fische. Regelmäßige Wasserwechsel von mindestens 30-50% wöchentlich sind daher unerlässlich. Bei optimalen Bedingungen sind die Fische robust und langlebig. Anzeichen für Probleme sind reduzierte Aktivität, Appetitlosigkeit oder das Ablösen von Steinen.

Schutzstatus & Verantwortung


IUCN
Die Art ist nicht bewertet (NE). Es liegt keine Einschätzung der Gefährdung durch die International Union for Conservation of Nature vor.

CITES
Beaufortia pingi ist nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet. Ein internationaler Handel unterliegt daher keinen CITES-Beschränkungen.

WISIA
Die Art ist in Deutschland nicht geschützt und nicht in der WISIA-Datenbank gelistet. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.

Trotz des fehlenden formalen Schutzstatus tragen Aquarianer Verantwortung für den Erhalt der Art. Die Nachfrage nach Wildfängen sollte durch Nachzuchten reduziert werden. Beim Kauf sollte auf die Herkunft geachtet und nachhaltig gehandelte Tiere bevorzugt werden.


Häufig gestellte Fragen

Welche Aquariengröße benötigt Beaufortia pingi?
Für eine artgerechte Haltung wird ein Aquarium mit mindestens 100×40×50 cm (200 Liter) empfohlen. Die Grundfläche ist wichtiger als die Höhe, da die Fische Bodenbewohner sind und viel Platz zum Abweiden benötigen.

Wie kalt muss das Wasser für Pings Flossensauger sein?
Die optimale Wassertemperatur liegt zwischen 18 und 24°C. Diese vergleichsweise kühlen Temperaturen entsprechen den natürlichen Bedingungen in Bergbächen und sind essentiell für das Wohlbefinden der Fische.

Wie stark muss die Strömung im Aquarium sein?
Die Strömung sollte sehr stark sein, um den natürlichen Lebensraum nachzubilden. Leistungsstarke Strömungspumpen sind notwendig, die das Aquarienvolumen mehrfach pro Stunde umwälzen. Die Fische nutzen die Strömung aktiv und saugen sich an Steinen fest.

Was frisst Beaufortia pingi im Aquarium?
Die Hauptnahrung besteht aus Algen und Biofilm, die von Steinen abgeweidet werden. Ergänzend sollten Futtertabletten für Aufwuchsfresser sowie überbrühtes Gemüse wie Gurke oder Zucchini angeboten werden. Gelegentlich kann auch Frost- oder Lebendfutter gegeben werden.

Kann man Pings Flossensauger mit Garnelen vergesellschaften?
Ja, eine Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen ist grundsätzlich möglich. Allerdings besteht eine gewisse Gefahr für den Nachwuchs der Garnelen. Erwachsene Garnelen werden in der Regel nicht belästigt, aber Jungtiere könnten als Nahrung betrachtet werden.



Wissenschaftliche Quellen