Caridina cf. cantonensis - "Glossy white bee"
Wissenschaftlicher Name
Caridina cf. cantonensis (Hinweis: Genetisch wurden viele Aquarienstämme inzwischen als eigene Arten wie Caridina logemanni oder Caridina mariae neu beschrieben, in der Aquaristik wird die Bezeichnung aber oft als Sammelbegriff weitergenutzt)
Caridina cf. cantonensis (Hinweis: Genetisch wurden viele Aquarienstämme inzwischen als eigene Arten wie Caridina logemanni oder Caridina mariae neu beschrieben, in der Aquaristik wird die Bezeichnung aber oft als Sammelbegriff weitergenutzt)
Familie
Atyidae (Süßwassergarnelen)
Atyidae (Süßwassergarnelen)
Ordnung
Decapoda (Zehnfußkrebse)
Decapoda (Zehnfußkrebse)
Name
Bienen- und Tigergarnele (je nach Zuchtlinie auch Crystal Red, Red Bee oder Super Tiger)
Bienen- und Tigergarnele (je nach Zuchtlinie auch Crystal Red, Red Bee oder Super Tiger)
Herkunft
Ostasien (Südchina
, Hongkong, Taiwan
)
Ostasien (Südchina
Lebensraum
Kühle, saubere, sauerstoffreiche und sehr weiche Waldbäche
Kühle, saubere, sauerstoffreiche und sehr weiche Waldbäche
Ernährung
Omnivor (Allesfresser) – Schwerpunktmäßig Aufwuchs, Biofilme, Algen, Laub und spezielles Garnelenfutter.
Omnivor (Allesfresser) – Schwerpunktmäßig Aufwuchs, Biofilme, Algen, Laub und spezielles Garnelenfutter.
Größe
2,0 - 3,5 cm (Weibchen werden etwas größer und fülliger als die schlankeren Männchen)
2,0 - 3,5 cm (Weibchen werden etwas größer und fülliger als die schlankeren Männchen)
Lebenserwartung
1,5 bis 2 Jahre (abhängig von der Temperatur: kühlere Haltung verlangsamt den Stoffwechsel und erhöht das Alter)
1,5 bis 2 Jahre (abhängig von der Temperatur: kühlere Haltung verlangsamt den Stoffwechsel und erhöht das Alter)
Temperatur
15° - 25° C (Optimum liegt bei 20° - 23° C; dauerhaft über 26° C wird kritisch)
15° - 25° C (Optimum liegt bei 20° - 23° C; dauerhaft über 26° C wird kritisch)
pH-Wert
5,5 - 7,5 (bevorzugt leicht sauer, optimal zwischen 6,0 und 6,8)
5,5 - 7,5 (bevorzugt leicht sauer, optimal zwischen 6,0 und 6,8)
Gesamthärte
4° - 10° dGH (sehr anpassungsfähig bei Nachzuchten, aber Weichwasser wird bevorzugt)
4° - 10° dGH (sehr anpassungsfähig bei Nachzuchten, aber Weichwasser wird bevorzugt)
Karbonathärte
0° - 3° dKH (wichtig für den optimalen pH-Wert; reagiert empfindlich auf zu viel KH)
0° - 3° dKH (wichtig für den optimalen pH-Wert; reagiert empfindlich auf zu viel KH)
Haltung
In gut eingefahrenen Aquarien ab 20 Litern. Da sie sauberes Wasser benötigen, sind regelmäßige Wasserwechsel und eine gute Filterung Pflicht. Osmosewasser mit speziellem Mineralsalz (Bienensalz) wird empfohlen.
In gut eingefahrenen Aquarien ab 20 Litern. Da sie sauberes Wasser benötigen, sind regelmäßige Wasserwechsel und eine gute Filterung Pflicht. Osmosewasser mit speziellem Mineralsalz (Bienensalz) wird empfohlen.
Schwierigkeitsgrad
Moderat bis Fortgeschritten (deutlich empfindlicher gegenüber Schwankungen der Wasserwerte als beispielsweise Neocaridina-Arten).
Moderat bis Fortgeschritten (deutlich empfindlicher gegenüber Schwankungen der Wasserwerte als beispielsweise Neocaridina-Arten).
Sozialverhalten
Sehr friedlich, nicht territorial. Gruppenhaltung ab mindestens 10 bis 15 Tieren ist für das Wohlbefinden notwendig. Eine Vergesellschaftung ist nur mit kleinen, friedlichen Fischen oder Schnecken anzuraten.
Sehr friedlich, nicht territorial. Gruppenhaltung ab mindestens 10 bis 15 Tieren ist für das Wohlbefinden notwendig. Eine Vergesellschaftung ist nur mit kleinen, friedlichen Fischen oder Schnecken anzuraten.
IUCN-Status
Nicht gefährdet (LC / Least Concern); Gilt für die Wildform Caridina cantonensis; die speziellen Zuchtformen existieren ohnehnen nur in menschlicher Obacht.
Nicht gefährdet (LC / Least Concern); Gilt für die Wildform Caridina cantonensis; die speziellen Zuchtformen existieren ohnehnen nur in menschlicher Obacht.
Verbreitungskarte & Fundort
Die wissenschaftliche Bezeichnung Caridina cf. cantonensis steht in der Aquaristik für eine der faszinierendsten und einflussreichsten Gruppen von Süßwasserzwerggarnelen überhaupt. Das Kürzel "cf." deutet dabei auf die taxonomische Nähe zur ursprünglichen Art hin, während die Zuchtformen unter klangvollen Namen wie Bienengarnele, Crystal Red, Red Bee oder Shadow Garnele weltweit die Aquarien im Sturm erobert haben. Diese winzigen Wirbellosen haben maßgeblich dazu beigetragen, die moderne Nano-Aquaristik zu begründen und begeistern Züchter durch eine schier unendliche Vielfalt an Mustern und Farbvarianten.
Optik & Verhalten
In ihrer natürlichen Wildform zeigt diese Zwerggarnele eine eher unauffällige, transparente Grundfärbung, die von dunkelbraunen bis schwarzen Querstreifen durchbrochen wird und ihr im natürlichen Biotop als hervorragende Tarnung dient. Durch jahrzehntelange, selektive Zucht ist daraus jedoch ein spektakuläres Farbspektrum entstanden, das von deckendem Reinweiß über leuchtendes Rot bis hin zu tiefem Nachtblau und sattem Schwarz reicht. Die Tiere erreichen eine bescheidene Körpergröße von etwa zwei bis maximal drei Zentimetern, wobei die Weibchen etwas bulliger wirken und einen tiefer ausgezogenen Hinterleib besitzen. Vom Wesen her sind diese Garnelen absolut friedliche, unermüdliche Dauerschwimmer und -krabbler. Sie zeigen ein ausgesprochen geselliges Verhalten und verbringen den lieben langen Tag damit, mit ihren winzigen Scherenborsten den Bodengrund, Pflanzen und Dekorationsgegenstände nach fressbaren Partikeln abzuweiden.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Die ursprünglichen Populationen dieser Art sind in den kühlen, sauerstoffreichen Bergbächen und kleinen Oberläufen von Flüssen in Südchina, insbesondere in der Region rund um Guangdong (ehemals Kanton), beheimatet. Diese Gewässer zeichnen sich durch ein extrem sauberes, weiches und leicht saures Wasser aus, das permanent über felsigen oder sandigen Untergrund fließt. Die natürlichen Habitate sind oft von dichtem Blätterwald beschattet, wodurch das Wasser auch im Sommer angenehm kühl bleibt und große Mengen an herabgefallendem Laub als Versteck und Nahrungsquelle am Gewässerboden liegen.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Aufgrund ihrer Herkunft aus sehr sauberen Bergbächen stellt die Pflege dieser Garnelen gewisse Ansprüche an die Wasserqualität, weshalb sie sich eher an Aquarianer mit etwas Erfahrung richtet. Ein artgerechtes Heim lässt sich bereits in kleineren Nano-Aquarien ab etwa zwanzig Litern realisieren, wobei größere Wasservolumina deutlich stabiler laufen. Da die Tiere absolut keine Kletterkünstler außerhalb des Wassers sind, ist eine Abdeckung zwar nicht wegen Fluchtgefahr zwingend notwendig, schützt aber vor unbedachten Sprüngen bei Erschrecken und minimiert die Verdunstung. Das Hauptaugenmerk bei der Haltung liegt auf einer extremen Konstanz der Pflegemaßnahmen und dem konsequenten Vermeiden von Schadstoffbelastungen.
Aquarium-Einrichtung
Bei der Einrichtung des Aquariums sollte man sich stark am natürlichen Bachlauf orientieren. Als Bodengrund hat sich in der Zucht sogenannter "Active Soil" bestens bewährt, da dieser gebrannte Naturboden die Wasserwerte aktiv puffert und den pH-Wert sowie die Härte in einem leicht sauren Bereich stabilisiert. Eine üppige Bepflanzung mit feinen Moosen, Javafarn, Bucephalandra und schwimmenden Pflanzen wie Muschelblumen schafft eine Wohlfühloase, da die Garnelen die feinen Strukturen leidenschaftlich gerne nach Mikroorganismen absuchen. Verstecke in Form von kleinen Tonröhren, speziellen Garnelensteinen oder filigranen Wurzeln bieten den Tieren nach der Häutung den nötigen Schutz. Auch hier darf eine Handvoll braunes Herbstlaub von Eiche oder Buche niemals fehlen, da es den natürlichen Lebensraum perfekt simuliert.
Wasserwerte & Technik
Die Regulierung der Wasserwerte ist der absolute Schlüssel zum Erfolg bei dieser Art. Die Garnelen benötigen zwingend weiches und leicht saures Wasser mit einer Gesamthärte zwischen vier und sieben Grad sowie einer Karbonathärte, die nahe Null bei maximal ein bis zwei Grad liegen sollte. Der pH-Wert pendelt sich idealerweise im leicht sauren Bereich zwischen sechs und sechseinhalb ein. Da normales Leitungswasser diese Werte in den seltensten Fällen aufweist, arbeiten erfolgreiche Halter meist mit einer Osmoseanlage und speziellen Mineralsalzen für Bienengarnelen. Die Wassertemperatur sollte relativ kühl zwischen zwanzig und dreiundzwanzig Grad Celsius liegen, wobei Temperaturen über fünfundzwanzig Grad über einen längeren Zeitraum unbedingt vermieden werden müssen, da sie den Sauerstoffgehalt senken und die Tiere massiv schwächen. Gefiltert wird am besten über einen garnelensicheren Hamburger Mattenfilter oder einen Schwammfilter, der über eine Luftpumpe betrieben wird und somit auch die Jungtiere nicht einsaugen kann.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Diese Zwerggarnelen sind ausgesprochene Gruppentiere und fühlen sich erst in Gesellschaft ihrer eigenen Artgenossen richtig wohl und sicher. Eine artgerechte Haltung sollte daher immer mit einer Startgruppe von mindestens zehn bis fünfzehn Tieren beginnen. Untereinander zeigen die Garnelen keinerlei territoriales Verhalten oder Aggressionen; sie teilen sich bereitwillig Futterplätze und Verstecke. Ist die Gruppe zu klein, reagieren die Tiere oft extrem scheu und verstecken sich permanent, während eine vitale, große Gruppe mutig das gesamte Aquarium erkundet.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Bei der Vergesellschaftung ist große Vorsicht geboten, da die kleinen Garnelen aufgrund ihrer Größe von fast jedem größeren Fisch als willkommener Snack betrachtet werden. Eine Haltung im reinen Artbecken ist daher immer die beste Wahl, insbesondere wenn man an einer erfolgreichen Vermehrung interessiert ist. Wer dennoch nicht auf Fische verzichten möchte, kann die Garnelen mit winzigen, absolut friedlichen Mini-Fischen wie dem herrlich gefärbten Feuersalmler oder kleinen Zwergwelsen vergesellschaften. Auch die Kombination mit friedlichen Schnecken funktioniert hervorragend. Große, räuberische Fische oder aggressive Krebsarten verbieten sich im Garnelenaquarium von selbst.
Ernährung & Fütterung
In ihrer Funktion als klassische Resteverwerter und Aufwuchsfresser ernähren sich die Garnelen im Aquarium hauptsächlich von Algenbelägen, Biofilmen und abgestorbenen Pflanzenteilen. Eine gezielte Fütterung sollte daher nur mäßig und vor allem abwechslungsreich erfolgen. Spezielles, pflanzliches Garnelenfutter auf Basis von Algen, Spinat oder Brennnessel bildet das Fundament einer gesunden Ernährung. Proteine sollten nur sehr sparsam verfüttert werden, da ein Überangebot zu gefährlichen Häutungsproblemen und unnatürlich schnellem Wachstum führt. Das permanent im Becken befindliche Herbstlaub bildet eine wunderbare, sanfte Nahrungsgrundlage, die niemals das Wasser belastet.
Zucht & Vermehrung
Die Vermehrung dieser Art ist ein faszinierendes Schauspiel und gelingt bei optimalen Wasserwerten regelmäßig. Nach der Häutung des Weibchens gibt dieses Pheromone an das Wasser ab, was die Männchen in ein wildes "Paarungsschwimmen" versetzt. Das Weibchen trägt nach der Paarung zwischen zwanzig und vierzig Eier in ihren Schwimmbeinen unter dem Hinterleib, wo sie diese über einen Zeitraum von rund vier Wochen permanent säubert und fächelt. Aus den Eieren entlassen die Mütter fertige, vollkommen selbstständige Mini-Garnelen, die kaum größer als ein bis zwei Millimeter sind. Da die Elterntiere ihren eigenen Jungen nicht nachstellen, können die Babys im selben Becken verbleiben, benötigen jedoch in den ersten Tagen feinstes Staubfutter und dichte Moospolster zum Überleben.
Gesundheit & typische Probleme
Wie bei allen Krebstieren ist die Häutung der kritischste Moment im Leben der Garnele. Stimmen die Mineralien im Wasser nicht oder ist das Futter zu proteinreich, bricht der Panzer während des Häutungsvorgangs an falschen Stellen, was für das Tier fast immer tödlich endet. Ein weiteres, massives Problem sind bakterielle Infektionen, die durch mangelnde Beckenhygiene oder zu seltene Wasserwechsel ausgelöst werden. Zudem reagieren die Tiere hochempfindlich auf jegliche Art von Pestiziden, Haarspray im Raum oder Schwermetalle wie Kupfer, das bereits in winzigsten Spuren über alte Wasserleitungen in das Aquarium gelangen und den gesamten Bestand innerhalb weniger Stunden vernichten kann.
Schutzstatus & Verantwortung
Die Entnahme von Wildfängen aus den sensiblen Bergbächen Chinas ist heute glücklicherweise kaum noch von Bedeutung, da der weltweite Bedarf fast vollständig durch hervorragende europäische und asiatische Nachzuchten gedeckt wird. Dennoch trägt jeder Halter die Verantwortung, den Tieren ein stabiles Ökosystem zu bieten und Zuchtlinien durch verantwortungsvolle Selektion vital zu halten. Das Aussetzen dieser Tiere in die europäische Natur verbietet sich von selbst, da sie den winterlichen Temperaturen ohnehin nicht standhalten würden.
IUCN
In der Roten Liste der IUCN ist die Art Caridina cf. cantonensis beziehungsweise deren Wildform aktuell nicht offiziell bewertet (Not Evaluated). Dennoch sind viele der lokalen Kleinstbiotope in China durch die fortschreitende Industrialisierung, Umweltverschmutzung und den Straßenbau potenziell gefährdet.
CITES
Die Zwerggarnele unterliegt derzeit keinerlei Beschränkungen durch das CITES-Abkommen. Es existieren somit keine internationalen Handelsverbote oder behördlichen Nachweispflichten für den Import oder Export dieser Tiere im Heimtierhandel.
WISIA
Im deutschen Artenschutz-Informationssystem WISIA wird die Art nicht als gefährdet oder invasiv gelistet. Es bestehen keinerlei behördliche Auflagen, Meldepflichten oder Besitzverbote, sodass der Erwerb und die Weitergabe von Nachzuchten im privaten wie gewerblichen Rahmen völlig unbürokratisch möglich sind.
Häufig gestellte Fragen
Wie alt werden Bienengarnelen im Aquarium?
Die allgemeine Lebenserwartung dieser kleinen Zwerggarnelen ist relativ kurz bemessen und liegt unter optimalen Haltungsbedingungen im Durchschnitt bei etwa achtzehn Monaten bis maximal zwei Jahren.
Warum häuten sich meine Garnelen nicht richtig?
Häutungsprobleme entstehen meist durch unpassende Wasserwerte, insbesondere durch eine zu hohe Karbonathärte, oder durch eine falsche, zu proteinreiche Ernährung, die den Panzer zu schnell wachsen und verhärten lässt.
Kann man verschiedene Farbvarianten zusammen halten?
Ja, das ist technisch möglich, da sie sich untereinander kreuzen. Allerdings verliert sich durch die Vermischung der verschiedenen Gene nach einigen Generationen die gezielte Farbpracht, und die Nachkommen fallen oft in die unscheinbare, bräunliche Wildform zurück.
Wie oft sollte man das Wasser bei diesen Garnelen wechseln?
Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegenüber Keimen und Schadstoffen empfiehlt sich ein wöchentlicher Wasserwechsel von etwa zwanzig bis dreißig Prozent, wobei das Frischwasser zwingend exakt dieselbe Temperatur und dieselben Werte wie das Aquarienwasser aufweisen muss.
Was bedeutet das "cf." im wissenschaftlichen Namen?
Das Kürzel steht für das lateinische Wort "confer" und bedeutet übersetzt "vergleiche". Es wird in der Biologie immer dann verwendet, wenn die genaue wissenschaftliche Artbestimmung noch nicht absolut zweifelsfrei geklärt ist, die Tiere aber einer bekannten Art extrem stark ähneln.




