Celestichthys margaritatus - Perlhuhnbärbling, "Galaxy"
Wissenschaftlicher Name
Celestichthys margaritatus (In der Fachliteratur und im Handel ist das Synonym Danio margaritatus ebenso gebräuchlich)
Celestichthys margaritatus (In der Fachliteratur und im Handel ist das Synonym Danio margaritatus ebenso gebräuchlich)
Familie
Danionidae (Bärblinge; traditionell den Karpfenfischen zugeordnet)
Danionidae (Bärblinge; traditionell den Karpfenfischen zugeordnet)
Ordnung
Cypriniformes (Karpfenartige)
Cypriniformes (Karpfenartige)
Name
Perlhuhnbärbling (oft auch „Galaxy Rasbora“ oder „Perlhuhnrasbora“ genannt)
Perlhuhnbärbling (oft auch „Galaxy Rasbora“ oder „Perlhuhnrasbora“ genannt)
Herkunft
Myanmar
und Nordthailand 
Myanmar
Lebensraum
Flache, stark verkrautete, oft überschwemmte Teiche, Tümpel und langsam fließende Gewässer im Hochland (ca. 1040 Meter über N.N.).
Flache, stark verkrautete, oft überschwemmte Teiche, Tümpel und langsam fließende Gewässer im Hochland (ca. 1040 Meter über N.N.).
Ernährung
Omnivor (Allesfresser). Bevorzugt feines Lebend- und Frostfutter (z.B. Artemia, Cyclops) sowie sehr feines Granulat- oder Staubfutter.
Omnivor (Allesfresser). Bevorzugt feines Lebend- und Frostfutter (z.B. Artemia, Cyclops) sowie sehr feines Granulat- oder Staubfutter.
Größe
ca. 2 - 3 cm
ca. 2 - 3 cm
Lebenserwartung
3 bis 4 Jahre
3 bis 4 Jahre
Temperatur
19° - 25° C (Optimal sind kühlere Temperaturen um 20° - 22° C, da es sich um eine Hochland-Art handelt)
19° - 25° C (Optimal sind kühlere Temperaturen um 20° - 22° C, da es sich um eine Hochland-Art handelt)
pH-Wert
6,8 - 7,5 (Leicht sauer bis leicht alkalisch)
6,8 - 7,5 (Leicht sauer bis leicht alkalisch)
Gesamthärte
5° - 20° dGH (Mittelhartes Wasser wird sehr gut vertragen)
5° - 20° dGH (Mittelhartes Wasser wird sehr gut vertragen)
Karbonathärte
3° - 20° dKH
3° - 20° dKH
Haltung
In Gruppen ab mindestens 10 Tieren (besser 15+) in Aquarien ab 54 Litern (60 cm Kantenlänge). Das Becken sollte dicht bepflanzt sein (Moose zur Eiablage), aber auch freien Schwimmraum bieten.
In Gruppen ab mindestens 10 Tieren (besser 15+) in Aquarien ab 54 Litern (60 cm Kantenlänge). Das Becken sollte dicht bepflanzt sein (Moose zur Eiablage), aber auch freien Schwimmraum bieten.
Schwierigkeitsgrad
Für Anfänger geeignet (Sehr anpassungsfähig, solange das Wasser sauber bleibt).
Für Anfänger geeignet (Sehr anpassungsfähig, solange das Wasser sauber bleibt).
Sozialverhalten
Friedlicher, aber anfangs recht scheuer Gruppenfisch. Männchen zeigen untereinander harmloses Imponierverhalten. Hervorragend für die Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen geeignet.
Friedlicher, aber anfangs recht scheuer Gruppenfisch. Männchen zeigen untereinander harmloses Imponierverhalten. Hervorragend für die Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen geeignet.
IUCN-Status
Nicht gefährdet (Least Concern - LC) (Hinweis: Nach der Entdeckung 2006 gab es kurzzeitig Sorgen wegen Überfischung, die Bestände haben sich jedoch stabilisiert und der Großteil im Handel stammt aus Nachzuchten).
Nicht gefährdet (Least Concern - LC) (Hinweis: Nach der Entdeckung 2006 gab es kurzzeitig Sorgen wegen Überfischung, die Bestände haben sich jedoch stabilisiert und der Großteil im Handel stammt aus Nachzuchten).
Verbreitungskarte & Fundort
Der wissenschaftliche Name Celestichthys margaritatus – in älterer Literatur oder im Handel auch oft als Danio margaritatus geführt – bezeichnet eine der spektakulärsten Entdeckungen der jüngeren Aquariengeschichte: den Perlhuhnbärbling. Als dieser winzige Fisch im Jahr 2006 erstmals in den Hochlandgöbeln Myanmars entdeckt wurde, löste er unter dem Namen "Galaxy Rasbora" einen regelrechten Boom in der weltweiten Aquaristik aus. Sein wunderschöner deutscher Name fängt das optische Erscheinungsbild perfekt ein, das an das prachtvoll gemusterte Federkleid eines Perlhuhns erinnert.
Optik & Verhalten
Das optische Erscheinungsbild dieses winzigen Fisches grenzt an ein aquaristisches Kunstwerk. Die Grundfärbung des Körpers ist ein tiefes, metallisches Dunkelblau bis hin zu einem satten Schwarzblau, auf dem sich unzählige, cremeweiße bis goldgelbe Punkte wie kleine Sterne an einem Nachthimmel aneinanderreihen. Der absolute Höhepunkt sind jedoch die Flossen, die mit leuchtend neonorangefarbenen bis tiefroten Streifen und schwarzen Bändern verziert sind. Die Männchen zeigen diese Farben prachtvoller und intensiver, während die Weibchen insgesamt etwas blasser gefärbt sind und einen rundlicheren Bauch aufweisen. Mit einer maximalen Endgröße von gerade einmal zwei bis zweieinhalb Zentimetern gehören sie zu den echten Zwergen unter den Karpfenfischen. Ihr Verhalten ist von einer charmanten Lebhaftigkeit geprägt, die allerdings von einer natürlichen Scheu begleitet wird. Sie sind flinke Schwimmer, die sich am liebsten im Schutz von Pflanzen aufhalten, bei der Balz jedoch atemberaubende Tänze aufführen, bei denen die Männchen mit weit gespreizten Flossen umeinander kreisen.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Die Heimat des Perlhuhnbärblings liegt in den geografischen Höhenlagen von Myanmar, genauer gesagt in der Nähe der Stadt Hopong im Bundesstaat Shan. Die Tiere bewohnen dort flache, stark von der Sonne erwärmte Tümpel, Teiche und überschwemmte Grasländer, die auf einem Hochplateau über tausend Metern über dem Meeresspiegel liegen. Das Wasser in diesen natürlichen Biotopen ist extrem klar, meist recht flach und wird von einer dichten, krautigen Unterwasservegetation dominiert. Da diese Gewässer von Quellen gespeist werden, ist das Wasser trotz der starken Sonneneinstrahlung sauber und weist einen leicht alkalischen Charakter auf.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Obwohl es sich um einen sehr kleinen Fisch handelt, der theoretisch in Nano-Aquarien passt, verlangt sein ausgeprägtes Schwimm- und Sozialverhalten nach einer angemessenen Beckengröße. Ein artgerechtes Zuhause sollte daher ein Mindestvolumen von sechzig Litern oder eine Kantenlänge ab sechzig Zentimetern aufweisen. Da die Fische bei plötzlichen Bewegungen vor dem Becken oder bei Revierstreitigkeiten zu schnellen, unvorhersehbaren Sprints neigen, ist eine Aquarienabdeckung ratsam, um ein versehentliches Herausspringen zu verhindern. Das wichtigste Kriterium für eine erfolgreiche Haltung ist die Schaffung eines Sicherheitsgefühls, da die Tiere in zu kahlen Becken extrem scheu werden und sich nur noch verstecken.
Aquarium-Einrichtung
Bei der Einrichtung des Aquariums muss ein harmonisches Gleichgewicht zwischen freiem Schwimmraum und dichtem Rückzugsort geschaffen werden. Ein dunkler Bodengrund aus feinem Kies oder Sand ist ideal, da er den Fischen optische Sicherheit gibt und die spektakulären Farben der Tiere intensiv leuchten lässt. Das Herzstück des Beckens bildet eine üppige, stellenweise verkrautete Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen wie Wasserpest, Hornkraut oder verschiedenen Moosarten. Diese dichten Pflanzenpolster sind absolut essenziell, da sie den Fischen als Zufluchtsort bei Gefahr und als Laichplatz dienen. Filigrane Wurzeln und einige glatte Steine können genutzt werden, um das Becken zusätzlich zu strukturieren und Sichtbarrieren zu schaffen, damit sich unterdrückte Tiere aus den Augen gehen können.
Wasserwerte & Technik
In Bezug auf die Wasserwerte zeigt sich der Perlhuhnbärbling als erfreulich anpassungsfähig, solange extreme Bedingungen vermieden werden. Er bevorzugt sauberes, klares Wasser im leicht sauren bis leicht alkalischen Bereich, wobei ein pH-Wert zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb optimal ist. Die Gesamthärte sollte sich im mittleren Bereich zwischen fünf und fünfzehn Grad bewegen. Da die Fische aus Hochlandgewässern stammen, schätzen sie keine tropische Hitze; eine Wassertemperatur zwischen zwanzig und vierundzwanzig Grad Celsius ist perfekt, wobei im Sommer auch kurzzeitig etwas höhere Werte vertragen werden. Die Filtertechnik sollte so gewählt werden, dass das Wasser biologisch hervorragend gereinigt, aber keine zu starke Strömung erzeugt wird, da die Fische ruhige Gewässerabschnitte bevorzugen. Ein sanfter Innenfilter oder ein luftbetriebener Schwammfilter sind hierfür ideal.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Der Perlhuhnbärbling ist kein klassischer Schwarmfisch, der permanent im engen Verband schwimmt, sondern ein sehr geselliger Gruppenfisch mit einem hochinteressanten Sozialverhalten. Die Haltung muss zwingend in einer größeren Gruppe von mindestens zehn, besser fünfzehn Individuen erfolgen. Innerhalb dieser Gruppe bilden die Männchen kleine Mini-Reviere aus, die sie mit imposanten Drohgebärden gegen Konkurrenten verteidigen, ohne sich dabei jedoch zu verletzen. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis mit einem leichten Überschuss an Weibchen sorgt dafür, dass der Paarungsdruck auf die einzelnen Weibchen nicht zu hoch wird und die Gruppe harmonisch interagiert.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Aufgrund seiner geringen Größe und seines eher schüchternen Wesens eignet sich der Perlhuhnbärbling am besten für ein reines Artbecken oder für die Vergesellschaftung mit ebenso winzigen, friedlichen Mitbewohnern. Hervorragende Partner sind kleine Zwerggarnelen wie die Red Fire oder Bienengarnelen, da die Fische den ausgewachsenen Garnelen nichts anhaben können. Auch kleine, ruhige Bodenbewohner wie Zwergpanzerwelse oder friedliche Schnecken passen perfekt ins Konzept. Große, hektische oder aggressive Fischarten sollten auf jeden Fall gemieden werden, da sie den Perlhuhnbärblingen permanenten Stress bereiten, sie einschüchtern und im schlimmsten Fall als Futter betrachten.
Ernährung & Fütterung
Als typischer Allesfresser, der im natürlichen Lebensraum Jagd auf kleinste Krebstiere, Insektenlarven und Anflugnahrung macht, stellt der Fisch im Aquarium keine großen Ansprüche, benötigt jedoch aufgrund seines winzigen Mauls sehr feines Futter. Hochwertiges, feines Granulatfutter oder zerriebenes Flockenfutter wird bereitwillig genommen, sollte aber nicht die einzige Nahrungsquelle sein. Die absolute Vitalität und Farbenpracht der Fische fördert man am besten durch die regelmäßige Gabe von feinstem Lebend- und Frostfutter wie frisch geschlüpften Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops oder Mikrowürmchen. Eine abwechslungsreiche Fütterung ist zudem die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht.
Zucht & Vermehrung
Die Nachzucht dieses hübschen Bärblings ist im Aquarium relativ einfach und gelingt oft sogar zufällig im gut bepflanzten Gesellschaftsbecken. Da es sich um Freilaicher handelt, die keine Brutpflege betreiben, kleben die Weibchen ihre winzigen, leicht klebrigen Eier einfach in dichte Moospolster oder feine Pflanzenstrukturen. Die Elterntiere sind extreme Laichräuber und stellen den eigenen Eiern und Larven nach, weshalb für eine gezielte Zucht ein separates, kleines Aufzuchtbecken mit reichlich Javamoos eingerichtet werden sollte. Nach dem Ablaichen werden die Elterntiere wieder umgesetzt. Die Larven schlüpfen nach etwa drei bis vier Tagen und müssen, sobald sie frei schwimmen, mit feinstem Infusorien- oder Pantoffeltierchenfutter und später mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien aufgezogen werden.
Gesundheit & typische Probleme
Grundsätzlich gilt der Perlhuhnbärbling als robuster Pflegling, sofern die Beckenhygiene stimmt. Aufgrund seiner geringen Körpermasse hat er jedoch bei Krankheitsausbrüchen nur wenig zuzusetzen. Typische Probleme sind die Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius) oder bakterielle Infektionen, die meist durch Stress infolge falscher Vergesellschaftung oder mangelhafter Wasserqualität ausgelöst werden. Ein weiteres Phänomen ist das sogenannte "Abmagern", bei dem Fische trotz Futteraufnahme immer dünner werden; dies deutet meist auf inneren Parasitenbefall hin. Regelmäßige Wasserwechsel und der Einsatz von Seemandelbaumblättern zur sanften Desinfektion stärken das Immunsystem der kleinen Fische effektiv.
Schutzstatus & Verantwortung
Direkt nach seiner Entdeckung im Jahr 2006 führte die enorme Nachfrage im Zierfischhandel zu einer massiven Überfischung der kleinen, sensiblen Ursprungsbiotope in Myanmar, was die Wildbestände kurzzeitig an den Rand des Zusammenbruchs brachte. Glücklicherweise erwies sich die Art als sehr vermehrungsfreudig, sodass heute fast ausschließlich Nachzuchten im Handel angeboten werden. Jeder Aquarianer trägt die Verantwortung, bevorzugt auf diese Nachzuchten zurückzugreifen, um die natürlichen Populationen zu schonen und dieses Naturwunder für zukünftige Generationen zu bewahren.
IUCN
In der Roten Liste der IUCN wird Celestichthys margaritatus aktuell als nicht gefährdet (Least Concern) geführt. Nach den anfänglichen Sorgen über eine drohende Ausrottung haben sich die Wildbestände in den unzugänglichen Hochlandregionen durch strenge lokale Schutzmaßnahmen und die Verlagerung des Marktes auf Aquariennachzuchten glücklicherweise wieder stabilisiert.
CITES
Der Perlhuhnbärbling ist gegenwärtig nicht in den Anhängen des CITES-Abkommens gelistet. Es bestehen somit keine internationalen Handelsbeschränkungen oder behördlichen Dokumentationspflichten für den legalen Kauf oder Verkauf dieser Fische.
WISIA
Im deutschen Artenschutz-Informationssystem WISIA ist die Art aktuell nicht als geschützte oder invasive Art registriert. Es gelten keinerlei gesetzliche Meldepflichten, Halteverbote oder behördliche Auflagen, was die Pflege und den Erwerb im europäischen Raum vollkommen unkompliziert gestaltet.
Häufig gestellte Fragen
Wie alt werden Perlhuhnbärblinge im Aquarium?
Die Lebenserwartung dieser kleinen Juwelen ist aufgrund ihres schnellen Stoffwechsels vergleichsweise kurz und liegt unter optimalen Bedingungen im Durchschnitt bei etwa zwei bis drei Jahren.
Warum sind meine Perlhuhnbärblinge so scheu und verstecken sich nur?
Dieses Verhalten tritt meist auf, wenn das Aquarium zu hell beleuchtet ist, zu wenig schützende Pflanzen vorhanden sind oder zu große, hektische Fische mit im Becken schwimmen. Auch eine zu geringe Gruppengröße unter zehn Tieren verstärkt die natürliche Scheu massiv.
Kann man Perlhuhnbärblinge in einem 20-Liter-Nano-Aquarium halten?
Nein, von einer dauerhaften Haltung in Kleinstaquarien unter sechzig Litern sollte unbedingt abgesehen werden. Die Fische sind sehr agil, jagen sich bei Revierkämpfen gern durch das ganze Becken und benötigen den Platz, um ihr natürliches Sozialverhalten auszuleben.
Fressen Perlhuhnbärblinge den Nachwuchs von Zwerggarnelen?
Ja, als opportunistische Jäger fressen sie alles, was in ihr kleines Maul passt. Frisch geschlüpfte Babygarnelen werden im Vorbeischwimmen erbeutet, weshalb ein sehr dichtes Moospolster im Becken unverzichtbar ist, wenn der Garnelennachwuchs durchkommen soll.
Woran erkenne ich, dass meine Perlhuhnbärblinge balzen?
Die Balz ist ein wunderschönes Schauspiel, bei dem das Männchen seine Flossen maximal spreizt, in den intensivsten Farben erstrahlt und in engen Kreisen oder wellenförmigen Bewegungen um das Weibchen herumtanzt, um es in ein nahegelegenes Moospolster zu locken.
