Chaca chaca

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Chaca chaca - Großmaulwels
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Chaca chaca - Großmaulwels
 
Chaca chaca - Großmaulwels

Wissenschaftlicher Name
Chaca chaca
Familie
Chacidae (Großmaulwelse)
Ordnung
Siluriformes (Welsartige)
Name
Großmaulwels (auch Froschmaulwels oder Indischer Chaca genannt)
Herkunft
Südostasien, Indien India, Indonesien Indonesia
Lebensraum
Langsam fließende Flüsse, Sümpfe, Kanäle, Teiche und Altwasserbecken mit schlammigem oder sandigem Bodengrund und viel Falllaub.
Ernährung
Carnivor; ein extrem spezialisierter Lauerjäger, der Fische, Krebstiere und Würmer im Ganzen einsaugt.
Größe
In der Regel 15 bis 20 cm (historischer Rekord liegt bei ca. 24 cm)
Lebenserwartung
Etwa 8 bis 12 Jahre (bei artgerechter Pflege im Aquarium)
Temperatur
22° - 25° C (gelegentlich bis 28° C toleriert)
pH-Wert
6,0 - 7,5 (Die Tiere neigen erstaunlicherweise dazu, den pH-Wert im Aquarium aktiv zu senken)
Gesamthärte
4° - 15° dGH (toleriert eine breite Spanne, bevorzugt weich bis mittelhart)
Karbonathärte
2° - 8° dKH
Haltung
Aquarium ab mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 300 Liter). Wichtig ist eine große Grundfläche mit feinstem Sand zum Eingraben, reichlich Totlaub und gedämpftes Licht.
Schwierigkeitsgrad
Für Fortgeschrittene (aufgrund der Futteransprüche als Raubfisch und der nötigen strengen Überwachung der Wasserwerte).
Sozialverhalten
Untereinander sowie gegenüber sehr großen, ruhigen Fischen friedlich. Alles, was ins riesige Maul passt (bis zur halben eigenen Körpergröße), wird jedoch unerbittlich gefressen.
IUCN-Status
Nicht gefährdet (LC / Least Concern)
Verbreitungskarte & Fundort
Unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Chaca chaca verbirgt sich eine der skurrilsten und faszinierendsten Kreaturen, die die Süßwasserbiologie hervorgebracht hat. Im deutschen Sprachraum ist dieser außergewöhnliche Knochenfisch vor allem als Großmaul-Wels, Froschmaulwels oder schlicht als Chaca-Wels bekannt. Seinen ungewöhnlichen wissenschaftlichen wie auch populären Namen verdankt er einem akustischen Phänomen, da die Tiere beim Herausnehmen aus dem Wasser oder in Stresssituationen ein tiefes, klickendes oder krächzendes Geräusch von sich geben, das lautmalerisch wie ihr Name klingt.

Optik & Verhalten

Das äußere Erscheinungsbild dieses Fisches sprengt die klassischen Vorstellungen von der eleganten Ästhetik eines Aquarienfisches und gleicht eher einem Stück verrottendem Holz oder einem Klumpen Schlamm. Der Körper ist extrem flach gedrückt, besitzt eine lederartige, mit zahlreichen feinen Hautfetzen und Tuberkeln übersäte Haut und läuft in einem kurzen Schwanz aus. Die Grundfärbung variiert zwischen einem tiefen Dunkelbraun, fast schwarzem Grau und unregelmäßigen, helleren Flecken, was eine vollendete Perfektion der Tarnung darstellt. Das unbestrittene Hauptmerkmal ist jedoch der gigantische, froschartig breite Kopf mit einem enormen Maul, das fast die gesamte Körperbreite einnimmt und von winzigen, unscheinbaren Barteln gesäumt wird. Mit einer Endgröße von oft zwanzig bis zu vierundzwanzig Zentimetern ist er ein massiver Brocken im Aquarium. Sein Verhalten lässt sich als das eines ultimativen Lauerjägers beschreiben, denn der Wels bewegt sich stunden- oder tagelang sprichwörtlich keinen Millimeter. Er liegt völlig regungslos auf dem Boden oder gräbt sich so tief in das Substrat ein, dass nur noch die winzigen Augen und die Maulspalte hervorschauen, um auf unvorsichtige Beute zu warten.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die Heimat des Großmaul-Welses liegt in den tropischen Tieflandregionen Südasiens, wo er vor allem in den ausgedehnten Flusssystemen von Indien, Bangladesch, Nepal und Teilen Indonesiens anzutreffen ist. Er bewohnt dort vorzugsweise extrem ruhige, stehende oder nur sehr langsam fließende Gewässerabschnitte wie schlammige Teiche, Sümpfe, Altwasserarme und dicht beschattete Waldbäche. Der Bodengrund dieser Habitate ist tiefgründig weich, besteht aus dickem Schlamm oder feinstem Sand und ist bedeckt mit Bergen von verrottendem Laub, herabgefallenen Ästen und organischem Detritus, in denen der Wels optisch vollkommen mit seiner Umwelt verschmilzt.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Obwohl sich der Fisch aufgrund seiner extremen Inaktivität nicht viel bewegt, verbietet sich eine Haltung in kleinen Becken aufgrund seiner potenziellen Endgröße und seines enormen Stoffwechsels von selbst. Ein artgerechtes Aquarium sollte daher ein Mindestvolumen von zweihundert Litern oder eine Kantenlänge ab einhundert Zentimetern aufweisen, wobei auch hier die reine Grundfläche entscheidend ist. Die Höhe des Beckens ist absolut zweitrangig. Da die Tiere beim Fressen oder bei seltenen nächtlichen Erkundungstouren eine enorme Kraft entfalten und theoretisch an den Scheiben nach oben gleiten können, ist eine stabile und gut schließende Aquarienabdeckung Pflicht, um folgenschwere Unfälle zu verhindern.

Aquarium-Einrichtung
Bei der Einrichtung des Aquariums muss zwingend auf die empfindliche Haut des Welses Rücksicht genommen werden. Als Bodengrund kommt ausschließlich runder, feiner Sand oder extrem feiner, absolut nicht scharfkantiger Kies infrage, da sich die Tiere leidenschaftlich gerne eingraben und scharfe Steine zu schweren Hautverletzungen führen würden. Das Becken sollte eher spärlich beleuchtet oder durch eine dicke Decke aus Schwimmpflanzen wie Muschelblumen abgedunkelt werden, da die Tiere stark nachtaktiv sind. Große, glatte Wurzeln, Moorkienholz und flache, abgerundete Steine sollten so angeordnet werden, dass sie geräumige Unterstände und schattige Liegeplätze bilden. Eine Bepflanzung mit robusten Gewächsen wie Riesenvallisnerien oder großen Speerblättern ist möglich, solange den Welsen genügend freie Sandflächen zum Eingraben überlassen werden. Eine großzügige Schicht aus getrocknetem Eichen- oder Buchenlaub unterstützt nicht nur die Tarnung, sondern sorgt auch für ein natürliches Wohlbefinden.

Wasserwerte & Technik
In Bezug auf die Wasserwerte zeigt sich der Chaca-Wels als erfreulich tolerant, sofern das Wasser sauber und frei von organischen Belastungen ist. Er bevorzugt weiches bis mittelschweres Wasser mit einer Gesamthärte zwischen drei und vierzehn Grad und einem pH-Wert, der sich im leicht sauren bis neutralen Bereich zwischen sechs und etwa siebenkommafünf bewegt. Die Wassertemperatur sollte tropisch warm eingestellt sein und konstant zwischen zweiundzwanzig und achtundzwanzig Grad Celsius liegen. Da die Fische aus ruhigen Sumpf- und Altwassergebieten stammen, hassen sie starke Strömungen im Aquarium; die Filtertechnik muss daher so reguliert werden, dass zwar eine exzellente biologische Reinigung stattfindet, das Wasser aber nahezu geräuschlos und strömungsarm ins Becken zurückfließt, wofür sich große Außenfilter mit Breitstrahlrohren hervorragend eignen.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Gegenüber den eigenen Artgenossen zeigt der Großmaul-Wels ein erstaunlich friedliches und tolerantes Verhalten, was man von einem so großen Raubfisch kaum erwarten würde. Die Haltung kann daher problemlos als Einzelgänger oder in einer kleinen Gruppe in einem entsprechend dimensionierten Aquarium erfolgen. Es gibt keine ausgeprägte Revierbildung oder aggressive Kämpfe, und oft liegen mehrere Tiere dicht nebeneinander unter derselben Wurzel, ohne Notiz voneinander zu nehmen. Wichtig ist bei der Gruppenhaltung lediglich, dass alle Tiere eine ähnliche Größe aufweisen, da kleinere Artgenossen andernfalls versehentlich als Nahrung enden könnten.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Die Vergesellschaftung dieses Welses ist ein überaus heikles Thema und erfordert größte Vorsicht, da das Tier ein hochgradig spezialisierter Raubfisch ist. Sein gigantisches Maul erlaubt es ihm, Fische zu verschlingen, die fast seiner eigenen Körperlänge entsprechen, weshalb alle kleineren oder mittelgroßen Fische wie Salmler, Barben oder kleinere Welse innerhalb kürzester Zeit spurlos verschwinden würden. Eine Vergesellschaftung im klassischen Sinne ist daher kaum möglich, weshalb das reine Artbecken die mit Abstand beste Wahl darstellt. Wer dennoch Mitbewohner sucht, muss auf sehr große, robuste und absolut friedliche Fische aus den oberen Wasserregionen zurückgreifen, die definitiv nicht in das riesige Maul passen, wobei hektische oder aggressive Fische wie große Buntbarsche gemieden werden sollten, da sie den ruhigen Wels stressen.

Ernährung & Fütterung

Der Chaca-Wels ist ein reiner Fleischfresser (Karnivor) und ein faszinierender Jäger, der im Aquarium eine ganz besondere Herausforderung bei der Fütterung darstellt. In der Natur ernährt er sich ausschließlich von lebenden Fischen und Garnelen, die er durch ein winziges, zuckendes Bewegen seiner kleinen Barteln – ähnlich einem Wurm als Köder – anlockt und dann durch das plötzliche Aufreißen des Maules mit einem enormen Unterdruck einsaugt. Die Umstellung auf tote Nahrung erfordert viel Geduld; viele Tiere nehmen zeitlebens nur lebende Futterfische oder große Futtergarnelen an. Mit etwas Geschick und einer langen Futterzange lassen sich die Welse jedoch oft an große Stücke von Frostfutter wie Stint, Muschelfleisch oder Garnelen gewöhnen, indem man die Nahrung direkt vor ihrem Maul leicht bewegt, um den Jagdinstinkt zu triggern.

Zucht & Vermehrung

Die gezielte Vermehrung des Chaca chaca im Heimaquarium gilt als absolutes rares Ereignis und ist bisher nur extrem selten und meist durch Zufall dokumentiert worden. Die Tiere sind Höhlenbrüter, die für das Ablaichen sehr große, enge Tonröhren oder hohle Baumstämme bevorzugen. Das Weibchen legt dort eine moderate Anzahl relativ großer, klebriger Eier ab, die anschließend vom Männchen bewacht und gepflegt werden, das eine intensive Brutpflege betreibt und frischen Sauerstoff zufächelt. Die Aufzucht der frisch geschlüpften Jungfische ist extrem schwierig, da die winzigen Welse von den ersten Tagen an ausschließlich lebendes, sich bewegendes Kleinstfutter wie lebende Artemia-Garnelen oder winzige Fischlarven benötigen und untereinander zu starkem Kannibalismus neigen.

Gesundheit & typische Probleme

Aufgrund seiner schuppenlosen und empfindlichen Haut reagiert der Großmaul-Wels überaus sensibel auf schlechte Wasserhygiene, was sich schnell in bakteriellen Hautinfektionen, Pilzbefall oder der gefürchteten Lochkrankheit äußern kann. Ein weiteres, sehr spezifisches Problem ist die Gefahr von inneren Verstopfungen oder Darmverschlüssen, wenn die Tiere versehentlich scharfkantigen Kies beim Einsaugen der Beute mitverschlucken, weshalb Sand als Bodengrund überlebenswichtig ist. Zudem dürfen Medikamente oder Algenbekämpfungsmittel im Chaca-Becken nur mit äußerster Vorsicht und stark unterdosiert eingesetzt werden, da schuppenlose Welse Wirkstoffe wie Kupfer oder Malachitgrünoxalat direkt über die Haut aufnehmen und daran akut vergiften können.

Schutzstatus & Verantwortung

Der Großmaul-Wels unterliegt beim Import im Heimtierhandel einer besonderen Verantwortung, da der Großteil der angebotenen Tiere nach wie vor aus Wildfängen aus den asiatischen Ursprungsgebieten stammt. Halter sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass sie einen hochentwickelten Spezialisten pflegen, der eine fachgerechte Betreuung und eine dauerhafte Versorgung mit adäquatem Futter verlangt. Ein Aussetzen dieses tropischen Raubfisches in europäische Gewässer ist strengstens verboten und würde das Tier aufgrund der winterlichen Temperaturen ohnehin innerhalb kürzester Zeit töten.

IUCN
In der Roten Liste der IUCN wird der Chaca chaca aktuell als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Obwohl seine weitläufigen Lebensräume in Indien und Bangladesch durch Umweltverschmutzung und Landwirtschaft teilweise unter Druck stehen, gelten die Gesamtpopulationen in den unzugänglichen Sumpfgebieten derzeit noch als stabil.

CITES
Die Art ist gegenwärtig nicht in den Anhängen des internationalen CITES-Artenschutzübereinkommens gelistet. Es existieren somit keine globalen Handelsverbote, Quotenregelungen oder behördlichen Import-Export-Zertifikatspflichten für den legalen Erwerb dieses Welses.

WISIA
Im deutschen wissenschaftlichen Informationssystem für den Artenschutz (WISIA) wird der Froschmaulwels aktuell nicht als geschützte oder invasive Art mit speziellen Besitz- oder Vermarktungsverboten geführt. Der Handel, Kauf und die Pflege der Tiere sind im europäischen Raum somit vollkommen legal und ohne behördliche Meldepflichten möglich.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt kann ein Großmaul-Wels im Aquarium werden?
Diese Welse besitzen eine erstaunlich hohe Lebenserwartung und können bei guter Pflege, ausgewogener Ernährung und optimaler Wasserqualität im Aquarium ein Alter von zehn bis zu fünfzehn Jahren erreichen.

Kann man diesen Wels mit großen Garnelen zusammenhalten?
Nein, das ist absolut nicht zu empfehlen. Große Futtergarnelen oder selbst Fächergarnelen gehören zum natürlichen Beutespektrum des Jägers und werden dank seines enormen Saugermauls im Handumdrehen im Ganzen verschlungen.

Mein Wels bewegt sich seit zwei Tagen überhaupt nicht, ist er krank?
In den allermeisten Fällen ist dieses Verhalten völlig normal für diese Art. Als extreme Lauerjäger verharren sie oft tagelang regungslos an einem Platz und lauern auf Beute; solange keine sichtbaren Hautveränderungen oder eine extrem beschleunigte Atmung vorliegen, besteht kein Grund zur Sorge.

Warum spuckt mein Wels das angebotene Trockenfutter wieder aus?
Chaca-Welse sind reine, spezialisierte Fleischfresser, deren Verdauungstrakt und Jagdinstinkt nicht auf pflanzliche oder künstliche Trockenfutter-Flocken oder -Tabletten ausgelegt sind. Sie verweigern diese Nahrung instinktiv oder spucken sie unverdaubt wieder aus.

Stimmt es, dass diese Welse das Wasser chemisch verändern können?
Es gibt in der Aquaristik Berichte und Mythen darüber, dass gestresste oder sterbende Chaca-Welse ein Sekret absondern können, das für andere Fische im selben Becken giftig ist. Auch wenn dies wissenschaftlich nicht vollständig belegt ist, unterstreicht es die Empfehlung, diese Tiere im reinen Artbecken zu pflegen.