Scarlet Badis (Dario dario) – Leuchtend roter Nano-Juwel
Wissenschaftlicher Name
Dario dario (Hamilton, 1822)
Dario dario (Hamilton, 1822)
Familie
Badidae (Blaubarsche)
Badidae (Blaubarsche)
Ordnung
Anabantiformes (Labyrinthfischartige)
Anabantiformes (Labyrinthfischartige)
Name
Scarlet Badis
Scarlet Badis
Herkunft
Indien
(Westbengalen, Assam, Arunachal Pradesh; Ganges- und Brahmaputra-System)
Indien
Lebensraum
Langsam fließende Gewässer, Tümpel und Moore
Langsam fließende Gewässer, Tümpel und Moore
Ernährung
Carnivor
Carnivor
Größe
1,5 - 3 cm
1,5 - 3 cm
Lebenserwartung
2 bis 3 Jahre
2 bis 3 Jahre
Temperatur
22 - 28 °C
22 - 28 °C
pH-Wert
6,0 - 7,5
6,0 - 7,5
Gesamthärte
1 - 5 °dH
1 - 5 °dH
Karbonathärte
0 - 3 °dH
0 - 3 °dH
Haltung
Aquarium ab 30×30×30 cm / 30 Liter
Aquarium ab 30×30×30 cm / 30 Liter
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Gruppe 6–10 Tiere (1 Männchen : 2–3 Weibchen)
Gruppe 6–10 Tiere (1 Männchen : 2–3 Weibchen)
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Scarlet Badis (Dario dario) ist ein winziger, leuchtend roter Süßwasserfisch aus der Familie der Badidae, der in den langsam fließenden Gewässern Indiens beheimatet ist. Mit einer Körperlänge von nur 1,5 bis 3 cm gehört er zu den kleinsten Aquarienfischen überhaupt. Männchen bestechen durch ihre intensive scharlachrote Färbung, während Weibchen deutlich blasser erscheinen. Der ausgeprägte Geschlechtsdimorphismus und das territoriale Verhalten der Männchen machen diese Art zu einem faszinierenden Beobachtungsobjekt für Nano-Aquarianer. Trotz seiner geringen Größe stellt Dario dario spezifische Ansprüche an Wasserqualität und Fütterung, weshalb die Art eher für fortgeschrittene Aquarianer geeignet ist. In seinem natürlichen Lebensraum bewohnt der Scarlet Badis dicht bewachsene Tümpel und Moore mit Laubabfall und Torfsubstrat, wo er als Lauerjäger Mikroinvertebraten nachstellt.
Optik & Verhalten
Der Scarlet Badis besticht durch seine leuchtend rote Färbung, die bei Männchen besonders intensiv ausgeprägt ist. Weibchen hingegen zeigen eine deutlich blassere, oft bräunlich-graue Grundfärbung. Mit 7 bis 9 dorsalen und 6 bis 7 analen Flossenstrahlen weist die Art eine typische Badidae-Morphologie auf. Männchen entwickeln zudem verlängerte Flossen, die ihnen ein elegantes Erscheinungsbild verleihen. Das Verhalten ist durch ausgeprägte Territorialität gekennzeichnet: Männchen verteidigen kleine Reviere gegenüber Artgenossen und zeigen dabei beeindruckende Drohgebärden. Als Lauerjäger verharren sie oft bewegungslos zwischen Pflanzen, um blitzschnell auf vorbeiziehende Beute zu reagieren. Verwechslungsgefahr besteht mit anderen Dario-Arten wie D. hysginon oder D. urops sowie mit Badis badis, die jedoch größer werden und andere Färbungsmuster aufweisen.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Die Typ-Lokalität von Dario dario liegt in der Ganges-Delta-Region in Westbengalen, Indien. Die Art ist in den Flusssystemen des Ganges und Brahmaputra verbreitet und bewohnt dort langsam fließende Gewässer, Tümpel und Moore in Höhenlagen zwischen 50 und 300 Metern über dem Meeresspiegel. Der natürliche Lebensraum ist durch dichte Vegetation, Laubabfall und Torfsubstrat charakterisiert, was zu weichem, leicht saurem Wasser führt. Während der Trockenzeit ziehen sich die Fische in verbliebene Wasserlöcher zurück, wo sie in hoher Dichte auf engem Raum überleben. Die Monsunzeit von Mai bis Oktober markiert die Hauptfortpflanzungsphase, in der die Gewässer wieder ansteigen und neue Lebensräume erschließen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Westbengalen, Assam und Arunachal Pradesh, wobei die Fische bevorzugt in schattigen, stark bewachsenen Bereichen mit geringer Strömung anzutreffen sind.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Dario dario eignet sich ein Nano-Aquarium mit mindestens 30×30×30 cm Kantenlänge und einem Volumen von 30 Litern. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder Torf bestehen, um die natürlichen Bedingungen nachzubilden. Eine dichte Bepflanzung mit Moosen, feinfiedrigen Pflanzen und Schwimmpflanzen ist essentiell, um Versteckmöglichkeiten und Revierabgrenzungen zu schaffen. Laubabfall (z.B. Eichen- oder Seemandelbaumblätter) trägt zur Ansäuerung des Wassers bei und fördert die Entwicklung von Mikroorganismen, die als natürliche Nahrungsquelle dienen. Höhlen aus Kokosnussschalen oder kleinen Tonröhren bieten zusätzliche Rückzugsorte. Die Beleuchtung sollte gedimmt sein, um die schattigen Verhältnisse des natürlichen Lebensraums zu simulieren. Ein Schwammfilter sorgt für sanfte Filterung ohne starke Strömung.
Wasserwerte & Technik
Die optimalen Wasserwerte für Dario dario liegen bei einer Temperatur von 22 bis 28 °C, einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 sowie einer Gesamthärte (GH) von 1 bis 5 °dH und einer Karbonathärte (KH) von 0 bis 3 °dH. Das Wasser sollte weich und leicht sauer sein, was durch die Zugabe von Torf oder Erlenzapfen erreicht werden kann. Die Leitfähigkeit sollte niedrig gehalten werden. Ein Schwammfilter oder kleiner Innenfilter mit geringer Durchflussrate ist ideal, um eine schwache Strömung zu gewährleisten. Regelmäßige Wasserwechsel von 20 bis 30 Prozent wöchentlich sind wichtig, um die Wasserqualität zu erhalten. Starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden, da die Art stressempfindlich ist. Eine Heizung ist in den meisten Fällen erforderlich, um die konstante Temperatur zu gewährleisten.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Der Scarlet Badis sollte in Gruppen von 6 bis 10 Tieren gehalten werden, wobei ein Geschlechterverhältnis von 1 Männchen zu 2 bis 3 Weibchen empfohlen wird. Männchen sind territorial und verteidigen kleine Reviere, weshalb ausreichend Versteckmöglichkeiten und Strukturen im Aquarium vorhanden sein müssen. Bei zu vielen Männchen kann es zu Aggressionen kommen. Weibchen sind friedlicher und zeigen kein ausgeprägtes Territorialverhalten. Die Art ist dämmerungsaktiv und zeigt ihre höchste Aktivität in den Morgen- und Abendstunden. Während der Fortpflanzungszeit übernimmt das Männchen die Revierpflege und bewacht die Eier.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Dario dario kann mit kleinen, friedlichen Arten vergesellschaftet werden, die ähnliche Wasserwerte bevorzugen. Geeignet sind Nano-Garnelen wie Zwerggarnelen (Neocaridina oder Caridina) sowie kleine Otocinclus-Welse. Ungeeignet sind größere oder aggressive Fische, die den Scarlet Badis bedrängen oder als Nahrungskonkurrenten auftreten könnten. Auch schnelle Schwarmfische sollten vermieden werden, da sie Stress verursachen können. Die Vergesellschaftung mit anderen Dario-Arten ist möglich, erfordert jedoch ein größeres Aquarium mit ausreichend Revieren.
Ernährung & Fütterung
In der Natur ernährt sich Dario dario von Mikroinvertebraten, Insektenlarven, Kleinkrebsen und Würmern. Im Aquarium sollte die Fütterung mit Lebendfutter oder gefriergetrocknetem Futter erfolgen, da die Art Trockenfutter oft verweigert. Geeignet sind Artemia-Nauplien, Mikrowürmer, Cyclops, Daphnien und Tubifex. Die Fütterung sollte ein- bis zweimal täglich in kleinen Portionen erfolgen. Aufgrund der geringen Größe des Mauls sind nur sehr kleine Futterpartikel geeignet. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Farbenpracht und Vitalität der Tiere. Überfütterung sollte vermieden werden, da sie die Wasserqualität beeinträchtigen kann.
Zucht & Vermehrung
Die Zucht von Dario dario ist im Aquarium möglich, erfordert jedoch spezifische Bedingungen. Als Eierleger legt das Weibchen 20 bis 50 Eier an Pflanzen oder Laubblättern ab, die vom Männchen bewacht werden. Die Fortpflanzung wird durch eine Erhöhung der Wassertemperatur auf 26 bis 28 °C, starke Wasserwechsel und reichhaltige Fütterung mit Lebendfutter ausgelöst. Die Geschlechtsunterschiede sind deutlich: Männchen sind intensiv rot gefärbt, größer und haben verlängerte Flossen, während Weibchen blass und rundlich erscheinen. Nach dem Schlüpfen benötigen die Larven Infusorien oder frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien als Erstfutter. Die Aufzucht ist anspruchsvoll, da in den ersten Tagen hohe Verluste auftreten können. Ein separates Aufzuchtbecken mit sehr feiner Filterung und stabilen Wasserwerten ist empfehlenswert.
Gesundheit & typische Probleme
Dario dario ist anfällig für Stress, der durch ungeeignete Wasserwerte, zu starke Strömung oder aggressive Mitbewohner ausgelöst werden kann. Stressbedingte Krankheiten wie Pilzinfektionen oder bakterielle Erkrankungen können auftreten. Die Art reagiert empfindlich auf Medikamente, weshalb bei Behandlungen Vorsicht geboten ist. Eine stabile Wasserqualität, regelmäßige Wasserwechsel und eine ausgewogene Ernährung sind die beste Prophylaxe. Das Springrisiko ist gering, dennoch sollte das Aquarium abgedeckt sein. Bei Anzeichen von Krankheiten sollte die Wasserqualität überprüft und gegebenenfalls ein fischkundiger Tierarzt konsultiert werden.
Schutzstatus & Verantwortung
IUCN
Nicht bewertet (NE). Die Art wurde bisher nicht in der Roten Liste der IUCN bewertet, was auf fehlende Daten zur Populationsentwicklung hinweist.
CITES
Nicht gelistet. Dario dario unterliegt keinen internationalen Handelsrestriktionen gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen.
WISIA
Nicht geschützt. Die Art ist in Deutschland nicht nach dem Bundesnaturschutzgesetz oder der EG-Verordnung 338/97 geschützt. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.
Trotz des fehlenden formellen Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit der Art umgehen und auf Wildfänge verzichten, sofern Nachzuchten verfügbar sind. Die Erhaltung der natürlichen Lebensräume in Indien ist entscheidend für das langfristige Überleben der Art.
Häufig gestellte Fragen
Welche Aquariengröße benötigt der Scarlet Badis?
Für eine Gruppe von 6 bis 10 Tieren ist ein Nano-Aquarium mit mindestens 30×30×30 cm Kantenlänge und 30 Litern Volumen ausreichend. Wichtiger als die Größe ist eine dichte Bepflanzung mit ausreichend Versteckmöglichkeiten.
Kann man Scarlet Badis mit Garnelen vergesellschaften?
Ja, die Vergesellschaftung mit kleinen Nano-Garnelen wie Zwerggarnelen ist möglich. Allerdings können adulte Garnelen gelegentlich gejagt werden, weshalb ausreichend Verstecke vorhanden sein sollten.
Warum frisst mein Scarlet Badis kein Trockenfutter?
Dario dario ist ein spezialisierter Lauerjäger und bevorzugt lebende oder gefrorene Mikroorganismen. Trockenfutter wird oft ignoriert. Füttern Sie ausschließlich Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Mikrowürmer oder Cyclops.
Wie erkenne ich das Geschlecht beim Scarlet Badis?
Männchen sind intensiv scharlachrot gefärbt, größer und haben verlängerte Flossen. Weibchen sind deutlich blasser, oft bräunlich-grau, kleiner und rundlicher, besonders wenn sie laichbereit sind.
Ist die Zucht von Dario dario schwierig?
Die Zucht ist anspruchsvoll, aber möglich. Wichtig sind eine Erhöhung der Wassertemperatur auf 26 bis 28 °C, reichhaltige Lebendfütterung und ein separates Aufzuchtbecken. Die Larven benötigen Infusorien als Erstfutter, und die Aufzucht hat hohe Verluste in den ersten Tagen.
Wissenschaftliche Quellen
- FishBase (2023)
Dario dario summary - IUCN Red List (2023)
Search Dario dario - Aquaportail (o.J.)
Ficha Dario dario - Pzes (o.J.)
Dario dario Badis rojo - WISIA BfN (2023)
Suche Dario dario

