Emydura subglobosa

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Emydura subglobosa - Rotbauch-Spitzkopfschildkröte
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Emydura subglobosa - Rotbauch-Spitzkopfschildkröte

Wissenschaftlicher Name
Emydura subglobosa
Familie
Chelidae / Unterfamilie Chelodininae (Schlangenhals-Schildkröten)
Ordnung
Testudines (Schildkröten)
Name
Rotbauch-Spitzkopfschildkröte
Herkunft
Neuguinea Papua new Guinea, nördliches Australien Australia (insb. Cape York Halbinsel)
Lebensraum
Tropische, langsam fließende Flüsse, Sümpfe, Lagunen und stehende Binnengewässer mit reichlich Vegetation.
Ernährung
Omnivor mit starkem Fokus auf tierische Kost (Insekten, Krebstiere, Weichtiere, Fisch). Ältere Tiere fressen vermehrt auch Wasserpflanzen.
Größe
Männchen ca. 18 - 20 cm, Weibchen bis zu 25 - 26 cm Panzerlänge.
Lebenserwartung
Etwa 20 bis 30 Jahre bei guter Pflege.
Temperatur
Wassertemperatur 25° - 28° C; Lufttemperatur auf dem Sonnenplatz (HQI/Metalldampflampe erforderlich) ca. 35° - 40° C. Benötigt als tropische Art keine Winterstarre.
pH-Wert
6,5 - 7,8 (toleriert leicht saures bis leicht alkalisches Wasser)
Gesamthärte
5° - 15° dGH (bevorzugt weiches bis mittelhartes Wasser)
Karbonathärte
3° - 10° dKH
Haltung
Großes Aquaterrarium mit einer Kantenlänge von mindestens 120 - 150 cm für adulte Tiere. Hoher Wasserstand (gute Schwimmer) kombiniert mit einem gut zugänglichen Landteil (Sonne, Eiablage bei Weibchen). Leistungsstarker Außenfilter zwingend nötig.
Schwierigkeitsgrad
Einfach bis moderat. Ideal für Einsteiger in die tropische Wasserschildkrötenhaltung, da sie sehr robust ist.
Sozialverhalten
Sehr friedlich, lebhaft und schwimmaktiv. Gruppenhaltung von Weibchen ist meist problemlos möglich. Männchen können untereinander revierbildend sein und sollten getrennt oder im Harem gehalten werden.
IUCN-Status
Nicht gefährdet (LC / Least Concern). Sie steht zudem unter keinem strikten EU-Artenschutzstatus, ist im Zoohandel aber meist als Nachzucht erhältlich.
Verbreitungskarte & Fundort
Die wissenschaftliche Bezeichnung Emydura subglobosa beschreibt eine der buntesten, attraktivsten und mittlerweile beliebtesten Arten aus der Familie der Schlangenhalsschildkröten. Im deutschen Sprachraum ist dieses faszinierende Reptil unter dem überaus passenden Namen Rotbauch-Spitzkopfschildkröte bekannt. Ihr Name fängt die markantesten körperlichen Merkmale perfekt ein und trennt sie optisch sofort von den oft eher schlicht gefärbten Verwandten, was ihr in den letzten Jahren einen festen Platz in den Aquaterrarien weltweit gesichert hat.

Optik & Verhalten

Das äußere Erscheinungsbild dieser Schildkröte ist ein absolutes Farbspektakel im Reich der Reptilien. Der glatte, ovale Rückenpanzer zeigt eine olivbraune bis tief dunkelbraune Färbung, die oft von einem hellen Saum umrahmt wird. Der wahre Höhepunkt offenbart sich jedoch beim Blick auf den Bauchpanzer und die Hautpartien, die in einem intensiven, leuchtenden Korallenrot bis hin zu einem kräftigen Orange strahlen. Der Kopf ist spitz zulaufend und wird von zwei markanten, neongelben bis cremefarbenen Streifen geziert, die sich von der Schnauzenspitze über die Augen bis zum Hals ziehen. Mit einer maximalen Panzerlänge von etwa zwanzig bis fünfundzwanzig Zentimetern bei den ausgewachsenen Weibchen – während die Männchen meist etwas kleiner, dafür aber mit einem deutlich längeren und dickeren Schwanz ausgestattet bleiben – gehört sie zu den mittelgroßen Wasserschildkröten. Ihr Verhalten lässt sich am besten als überaus neugierig, tagaktiv und schwimmfreudig beschreiben. Im Gegensatz zu vielen scheuen Schildkrötenarten gewöhnen sich diese Tiere schnell an ihren Pfleger, beobachten aufmerksam das Geschehen außerhalb des Beckens und betteln oft regelrecht an der Scheibe nach Futter.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die Heimat der Rotbauch-Spitzkopfschildkröte liegt in den tropischen Regionen Australiens und Neuguineas. Dort bewohnt sie vorzugsweise die warmen, sauberen und langsam fließenden oder stehenden Gewässer wie Flüsse, Lagunen, Sümpfe und tiefe Billabongs. Ein ganz typisches ökologisches Merkmal ihres Habitats ist die dichte Vegetation im und am Wasser sowie eine Fülle von ins Wasser gestürzten Bäumen und Ästen. Da die Schildkröten echte Sonnenanbeter sind, nutzen sie diese Baumstämme intensiv, um stundenlang ausgedehnte Sonnenbäder zu nehmen und ihren Panzer abzutrocknen.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aufgrund ihrer beträchtlichen Endgröße und ihres enormen Bewegungsdrangs stellt die Art hohe Ansprüche an das Platzangebot, weshalb eine dauerhafte Haltung in handelsüblichen Standardaquarien nicht möglich ist. Ein artgerechtes Zuhause erfordert ein großzügiges Aquaterrarium mit einem Mindestvolumen von dreihundert Litern oder einer Kantenlänge ab einhundertfünfzig Zentimetern für ein ausgewachsenes Einzeltier. Der Wasserstand sollte recht hoch bei mindestens dreißig bis vierzig Zentimetern liegen, da diese Tiere hervorragende und ausdauernde Schwimmer sind. Da die Schildkröten beim Klettern oder bei plötzlichem Erschrecken sehr agil reagieren, muss das Becken entweder mit einem ausreichend hohen Umrandungsschutz versehen oder gut abgedeckt sein, um gefährliche Stürze aus dem Terrarium zu verhindern.

Aquarium-Einrichtung
Bei der Gestaltung des Aquaterrariums muss den unterschiedlichen Bedürfnissen nach Schwimmraum und Ruhezonen absolut Rechnung getragen werden. Der Bodengrund sollte aus feinem, abgerundetem Sand bestehen, da die Schildkröten gerne den Boden nach Futter absuchen und scharfe Steine zu Verletzungen an den Schwimmhäuten führen könnten. Das wichtigste Element im Wasserteil sind große, stabile Wurzeln oder Steinbauten, die bis an die Oberfläche ragen und den Tieren als Aufstiegshilfe dienen. Der absolute Mittelpunkt der Anlage ist jedoch der Landteil. Dieser muss über einen flachen Aufweg leicht erreichbar sein, komplett trocken liegen und so dimensioniert sein, dass das Tier vollständig darauf Platz findet. Eine Bepflanzung des Wasserteils ist ein schwieriges Unterfangen, da die Schildkröten die Pflanzen beim Schwimmen oft unabsichtlich entwurzeln oder sie schlicht auffressen, weshalb robuste Arten wie schwimmende Muschelblumen oder freitreibendes Hornkraut die beste Wahl sind.

Wasserwerte & Technik
In Bezug auf die Wasserchemie erweist sich die Schildkröte als relativ anpassungsfähig, solange das Wasser absolut sauber und keimarm ist. Sie bevorzugt sauberes Wasser im neutralen Bereich mit einem pH-Wert zwischen sieben und siebeneinhalb. Da die Tiere einen enormen Stoffwechsel besitzen und das Wasser durch Futterreste und Ausscheidungen stark belasten, ist ein überdimensionierter, leistungsstarker Außenfilter Pflicht. Die Wassertemperatur muss tropisch warm eingestellt sein und konstant zwischen vierundzwanzig und achtundzwanzig Grad Celsius liegen. Technisch überlebenswichtig ist die Installation einer speziellen Metalldampflampe (HQI) über dem Landteil. Diese Lampe muss einen hohen UV-A- und UV-B-Anteil aufweisen und den Landplatz lokal auf wohlige vierzig Grad Celsius erwärmen, da die Schildkröten die UV-Strahlung und die Wärme zwingend für die Vitamin-D3-Synthese und den gesunden Knochen- und Panzeraufbau benötigen.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Die Rotbauch-Spitzkopfschildkröte ist im Grunde ein friedlicher Einzelgänger, kann aber in ausreichend großen und gut strukturierten Anlagen auch in kleinen Gruppen gepflegt werden. Eine Haltung von mehreren Männchen in einem Becken funktioniert jedoch fast nie, da die Tiere untereinander ein starkes Dominanz- und Revierverhalten zeigen, das in heftigen Beißereien endet. Die harmonischste Kombination ist die Pflege eines einzelnen Männchens mit zwei oder drei Weibchen. Dennoch muss der Pfleger die Tiere permanent beobachten; kommt es zu anhaltendem Stress oder Unterdrückung, müssen die Tiere umgehend dauerhaft getrennt werden, weshalb Ausweichbecken immer bereitstehen sollten.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Eine Vergesellschaftung mit Fischen ist im Schildkrötenbecken immer ein gewisses Wagnis, da Emydura subglobosa ein opportunistischer Jäger ist. Kleinere Fische wie Guppys oder Zebrabärblinge sowie jegliche Art von Zwerggarnelen werden von den Schildkröten oft als willkommener Snack angesehen und früher oder später erbeutet. Wer dennoch Fische integrieren möchte, sollte auf schnelle, robuste und mittelgroße Arten wie größere Regenbogenfische zurückgreifen, die denselben geografischen Ursprung haben und aufgrund ihrer Schnelligkeit nicht ins Beuteschema passen. Schnecken werden von den Schildkröten aufgrund ihrer harten Kieferleisten mühelos geknackt und gefressen, weshalb sie als Mitbewohner ausscheiden.

Ernährung & Fütterung

Als klassischer Allesfresser mit einer deutlichen Vorliebe für fleischliche Kost benötigt das Reptil eine abwechslungsreiche und calciumreiche Nahrung. Herkömmliche Schildkröten-Pellets können als Ergänzung gereicht werden, sollten aber nicht den Hauptteil ausmachen. Die artgerechte Ernährung basiert auf Frost- und Lebendfutter wie Süßwasserstinten, Garnelen, Muschelfleisch, Regenwürmern, Grillen und Schaben. Besonders wichtig für Jungtiere ist die regelmäßige Gabe von calciumreichen Futtertieren wie Bachflohkrebsen oder getrockneten Gammarus, zudem sollte im Becken immer ein Stück Sepiaschale schwimmen, an dem die Schildkröten nach Bedarf knabbern können. Mit zunehmendem Alter sollte den Tieren auch pflanzliche Kost in Form von Salat, Löwenzahn oder Wasserpflanzen angeboten werden, um einer einseitigen Verfettung vorzubeugen.

Zucht & Vermehrung

Die Vermehrung dieser Art im Aquaterrarium ist ein hochinteressantes Unterfangen und gelingt bei optimalen Bedingungen und einer ausgewogenen Ernährung regelmäßig. Nach einer ausgiebigen Balz, bei der das Männchen das Weibchen umschwimmt und mit dem Kopf nickt, erfolgt die Paarung im Wasser. Da das Weibchen für die Eiablage zwingend einen tiefen, grabfähigen Landteil aus einem feuchten Sand-Erde-Gemisch benötigt, muss dieser Platz rechtzeitig zur Verfügung gestellt werden, da es andernfalls zu einer lebensgefährlichen Legenot kommen kann. Das Weibchen vergräbt dort meist zwischen zehn und fünfzehn hartschalige Eier. Die Eier müssen anschließend in einen Inkubator überführt werden, wo bei konstanten Temperaturen um die achtundzwanzig bis dreißig Grad nach rund sechzig bis achtzig Tagen die wunderschön gefärbten Jungtiere schlüpfen.

Gesundheit & typische Probleme

Das größte Gesundheitsrisiko für Wasserschildkröten resultiert direkt aus einer mangelhaften Beleuchtung und schlechten Wasserwerten. Fehlt die lebensnotwendige UV-Strahlung, kommt es unweigerlich zur gefürchteten Rachitis, bei der der Panzer weich und deformiert wird, was für das Tier mit schweren Schmerzen und irreversiblen Schäden verbunden ist. Ein weiteres, häufiges Problem sind Pilzinfektionen des Panzers oder bakterielle Augenentzündungen, die durch mangelnde Filterleistung und zu seltene Wasserwechsel ausgelöst werden. Zudem neigen die gierigen Tiere im Terrarium schnell zur Überfütterung und Verfettung, was die inneren Organe massiv schädigt und die Lebenserwartung drastisch senkt, weshalb regelmäßige Fastentage bei erwachsenen Schildkröten strikt eingehalten werden müssen.

Schutzstatus & Verantwortung

Die Rotbauch-Spitzkopfschildkröte erfreut sich einer stabilen Beliebtheit, weshalb der Markt heute glücklicherweise fast vollständig durch hervorragende europäische Nachzuchten gedeckt wird und Importe aus den Ursprungsländern kaum noch eine Rolle spielen. Dennoch erfordert die Anschaffung dieses Reptils eine enorme langfristige Verantwortung, da die Tiere nicht nur sehr groß werden, sondern auch eine immense Lebenserwartung besitzen. Ein Aussetzen dieser tropischen Schildkröte in die europäische Natur ist strengstens verboten; sie würde den mitteleuropäischen Winter aufgrund der kalten Temperaturen absolut nicht überleben und qualvoll verenden.

IUCN
In der Roten Liste der IUCN wird die Art Emydura subglobosa aktuell als nicht gefährdet (Least Concern) geführt. Dank der riesigen, unzugänglichen Sumpf- und Flusssysteme in Queensland und Papua-Neuguinea gelten die Wildpopulationen derzeit als absolut stabil und nicht akut bedroht.

CITES
Die Art ist gegenwärtig nicht in den Anhängen des internationalen CITES-Artenschutzübereinkommens gelistet. Es existieren somit weltweit keine speziellen Handelsbeschränkungen, behördlichen Exportzertifikatspflichten oder Quotenregelungen für den legalen Kauf dieser Schildkröten im Zoohandel.

WISIA
Im deutschen Artenschutz-Informationssystem WISIA wird die Rotbauch-Spitzkopfschildkröte aktuell nicht unter den streng geschützten oder meldepflichtigen Arten geführt. Es bestehen somit für inländische Nachzuchten keine behördlichen Meldepflichten, sodass der Erwerb für das Heimaquaterrarium völlig legal und unbürokratisch möglich ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt können Rotbauch-Spitzkopfschildkröten im Aquaterrarium werden?
Diese Reptilien besitzen eine erstaunlich hohe Lebenserwartung, die die meisten Haustiere weit übertrifft. Bei artgerechter Haltung, optimaler UV-Beleuchtung und ausgewogener Ernährung können sie ein Alter von dreißig bis zu fünfzig Jahren erreichen.

Kann man diese Schildkröte im Sommer im Gartenteich halten?
Ja, eine temporäre Haltung im gut gesicherten Gartenteich ist während der heißesten Sommermonate im Juli und August möglich, sofern die Wassertemperatur stabil über zwanzig Grad bleibt. Sobald die Temperaturen im Spätsommer sinken, muss das Tier jedoch zwingend wieder ins warme Innenterrarium umziehen.

Benötigt diese Schildkröte eine Winterstarre?
Nein, im Gegensatz zu den europäischen Landschildkröten oder nordamerikanischen Schmuckschildkröten hält die tropische Emydura subglobosa keine Winterstarre. Sie wird das ganze Jahr über bei konstant warmen Temperaturen gepflegt, wobei eine leichte Reduzierung der Beleuchtungszeit im Winter den natürlichen Zyklus simuliert.

Warum häutet sich der Panzer meiner Schildkröte?
Das Ablösen von dünnen, transparenten Hornplatten vom Rückenpanzer ist ein völlig normaler und gesunder Wachstumsprozess bei Wasserschildkröten. Solange darunter ein fester, gesunder Panzer zum Vorschein kommt und keine übelriechenden Stellen vorliegen, besteht absolut kein Grund zur Sorge.

Kann man diese Art mit Landschildkröten zusammenhalten?
Nein, das ist unter keinen Umständen möglich. Die Rotbauch-Spitzkopfschildkröte ist eine stark aquatisch lebende Wasserschildkröte, die völlig andere Ansprüche an Lebensraum, Klima, Feuchtigkeit und Ernährung stellt als reine Landschildkröten; eine Zusammenhaltung würde für beide Tiergruppen tödlichen Stress bedeuten.