Geosesarma bogorensis

+2
Geosesarma bogorensis - Violette Vampirkrabbe
+2
Geosesarma bogorensis - Violette Vampirkrabbe
 
Geosesarma bogorensis (Purple Vampire Crab) – Violette Vampirkrabbe

Wissenschaftlicher Name
Nicht existent / Fiktiver Handelsname: Geosesarma bogorensis
Familie
Sesarmidae
Ordnung
Decapoda (Zehnfußkrebse)
Name
Violette Vampirkrabbe / Purple Vampire Crab
Herkunft
Bogor-Region, West-Java, Indonesien Indonesia
Lebensraum
Tropische Waldböden in der Nähe von Wasserläufen / Anthropogen geprägte Bereiche wie Reisfelder, Teeplantagen, Parks und menschliche Siedlungen
Ernährung
Omnivor
Größe
Bis 2,5 cm
Lebenserwartung
2 bis 3 Jahre
Temperatur
22 - 26°C
pH-Wert
6,5 - 7,5
Gesamthärte
6 - 20 °dGH
Karbonathärte
3 - 12 °dKH
Haltung
Terrarium
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Verträglich mit Artgenossen
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Geosesarma bogorensis ist ein weit verbreiteter Handelsname für violett-blau gefärbte Vampirkrabben aus der Region Bogor in West-Java, Indonesien. Wichtig: Dieser Name ist wissenschaftlich nicht beschrieben und wird im Handel oft fälschlicherweise für verschiedene Geosesarma-Arten verwendet, insbesondere Geosesarma noduliferum. Die unter diesem Namen gehandelten Tiere zeichnen sich durch einen violett-blauen Carapax, violette Scheren und charakteristische gelb-weiße Augen aus. Mit einer Carapax-Breite von bis zu 2,5 cm gehören sie zu den kleineren Landkrabben. Alternative Handelsnamen sind Blue Vampire, Purple Vampire, Blue Devil Crab oder Geosesarma dennerle blue. Die semi-terrestrische Lebensweise und die spektakuläre Färbung machen diese Krabben zu beliebten Bewohnern für Paludarien und feuchte Terrarien.

Optik & Verhalten

Die als Geosesarma bogorensis gehandelten Vampirkrabben beeindrucken durch ihre intensive violett-blaue Färbung des Carapax und der Scheren, kombiniert mit auffälligen gelb-weißen Augen. Diese Farbkombination macht sie zu echten Juwelen im Terrarium. Die Tiere sind semi-terrestrisch und verbringen den Großteil ihrer Zeit an Land, wo sie komplexe Gangsysteme graben. Männchen sind größer als Weibchen und besitzen deutlich kräftigere Scheren. Das Verhalten ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wobei die Krabben tagsüber in ihren selbst gegrabenen Höhlen Schutz suchen. Zur Häutung tauchen sie vollständig unter Wasser. Verwechslungsgefahr besteht mit Geosesarma noduliferum, G. pontianak und G. cf. rouxi, die ähnliche Färbungen aufweisen können.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die unter dem Handelsnamen Geosesarma bogorensis verkauften Tiere stammen aus der Umgebung von Bogor in West-Java, Indonesien. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst tropische Waldböden in der Nähe von Wasserläufen, aber auch anthropogen geprägte Bereiche wie Reisfelder, Teeplantagen, Parks und menschliche Siedlungen. Sie bewohnen bevorzugt die mittleren Abschnitte von Bächen, wo sie Zugang zu feuchtem Substrat und Versteckmöglichkeiten haben. Das Habitat ist durch moderate Wasserströmung und hohe Luftfeuchtigkeit charakterisiert. Die Krabben graben ihre Wohnhöhlen im feuchten Waldboden, stets in Wassernähe, um bei Bedarf untertauchen zu können. Die genaue Höhenlage ihres Vorkommens ist nicht dokumentiert, entspricht aber typischen Geosesarma-Habitaten in mittleren Höhenlagen tropischer Regenwälder.

Artgerechte Haltung im Terrarium

Terrarium-Einrichtung
Für die Haltung von Geosesarma bogorensis eignet sich ein Paludarium mit sowohl Land- als auch Wasserbereich. Als Mindestgröße wird ein Becken von 30×30×30 cm für eine kleine Gruppe empfohlen, größere Terrarien bieten mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Der Landteil sollte mindestens zwei Drittel der Grundfläche einnehmen und mit einem grabfähigen Substrat aus Walderde, Kokosfaser oder einer Mischung davon ausgestattet sein. Die Substratschicht muss mindestens 5-8 cm tief sein, damit die Krabben ihre charakteristischen Gangsysteme anlegen können. Versteckmöglichkeiten aus Korkrinde, Steinen, Wurzeln und Laub sind essentiell. Der Wasserbereich sollte flach sein (2-5 cm Tiefe) und einen leichten Zugang vom Landteil ermöglichen. Lebende Pflanzen wie Farne, Moose und kleinbleibende Aufsitzerpflanzen schaffen ein naturnahes Ambiente und helfen, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren.

Klima & Technik
Die genauen Temperatur- und pH-Anforderungen sind für diese Handelsform nicht dokumentiert. Als Richtwerte für Geosesarma-Arten gelten Temperaturen von 22-26°C und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit von 80-95%. Eine moderate Wasserströmung im Wasserteil kann durch einen kleinen Filter oder Luftheber erzeugt werden. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein und einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus simulieren. Regelmäßiges Besprühen erhält die notwendige Feuchtigkeit. Eine gute Belüftung ist wichtig, um Schimmelbildung zu vermeiden, ohne die Luftfeuchtigkeit zu stark zu senken.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Geosesarma bogorensis kann problemlos in Gruppen mit Artgenossen gehalten werden. Die Tiere zeigen untereinander ein friedliches Sozialverhalten, solange ausreichend Versteckmöglichkeiten und Rückzugsorte vorhanden sind. Männchen können territorial sein, besonders während der Fortpflanzungszeit, daher sollte das Terrarium groß genug dimensioniert sein. Eine Gruppengröße von 4-6 Tieren in einem ausreichend großen Paludarium funktioniert in der Regel gut.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Eine Vergesellschaftung mit anderen Geosesarma-Arten ist möglich, sollte aber nur mit Arten ähnlicher Größe und Temperament erfolgen. Von einer Vergesellschaftung mit Fischen oder größeren Wirbellosen wird abgeraten, da die Krabben diese als Beute betrachten könnten. Kleine, baumbewohnende Frösche oder Geckos können in sehr großen Paludarien funktionieren, sofern sie unterschiedliche Nischen besetzen. Generell ist eine artspezifische Haltung am unkompliziertesten.

Ernährung & Fütterung

Als Omnivore ernähren sich die unter dem Namen Geosesarma bogorensis gehandelten Krabben von einer vielfältigen Kost. In der Natur fressen sie Insekten, Pflanzenteile und Detritus. Im Terrarium sollte eine abwechslungsreiche Ernährung angeboten werden: Lebendfutter wie Fruchtfliegen, Mikrogrillen, Springschwänze und kleine Asseln, ergänzt durch pflanzliche Kost wie blanchiertes Gemüse (Gurke, Zucchini, Spinat), Laub und gelegentlich proteinreiche Nahrung wie Fischfutter-Pellets oder Frostfutter. Gefüttert wird 2-3 mal pro Woche in kleinen Portionen. Futterreste sollten nach 24 Stunden entfernt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Kalziumquellen wie Sepiaschale oder zermahlene Eierschalen unterstützen die Häutung.

Zucht & Vermehrung

Geosesarma-Arten zeigen eine direkte Entwicklung ohne freischwimmende Larvenphase – die gesamte Larvalentwicklung findet im Ei statt. Die Weibchen tragen die Eier unter dem Abdomen, bis vollständig entwickelte Jungkrabben schlüpfen. Geschlechtsunterschiede sind erkennbar: Männchen sind größer und besitzen kräftigere Scheren als Weibchen. Die Fortpflanzung erfolgt vollständig an Land. Spezifische Zuchtauslöser sind nicht dokumentiert, aber eine hohe Luftfeuchtigkeit und gute Ernährung fördern die Reproduktion. Die Aufzucht der Jungtiere ist unkompliziert, da sie als Miniaturausgaben der Adulten schlüpfen und sofort selbstständig sind. Sie benötigen die gleichen Haltungsbedingungen wie die Elterntiere, sollten aber mit entsprechend kleinerem Futter (Springschwänze, Mikro-Asseln) versorgt werden.

Gesundheit & typische Probleme

Die größte Herausforderung bei der Haltung von Geosesarma bogorensis ist die Aufrechterhaltung der hohen Luftfeuchtigkeit bei gleichzeitiger Vermeidung von Staunässe und Schimmel. Zu trockene Bedingungen führen zu Häutungsproblemen, die tödlich enden können. Häutungen sind kritische Phasen, in denen die Krabben besonders verletzlich sind – sie benötigen Zugang zu Wasser und absolute Ruhe. Verletzungen der Gliedmaßen können bei Rangkämpfen auftreten, regenerieren sich aber meist bei der nächsten Häutung. Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium ist essentiell für gesunde Panzerentwicklung. Schlechte Wasserqualität kann zu bakteriellen Infektionen führen, daher sollte der Wasserteil regelmäßig gereinigt werden.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Nicht bewertet (NE) – Die Art ist wissenschaftlich nicht beschrieben und daher nicht in der Roten Liste erfasst.

CITES
Nicht gelistet – Es bestehen keine internationalen Handelsbeschränkungen.

WISIA
Nicht geschützt – In Deutschland ist kein Herkunftsnachweis erforderlich.

Obwohl kein rechtlicher Schutzstatus besteht, sollten Halter verantwortungsvoll mit diesen Tieren umgehen. Die taxonomische Unsicherheit (Handelsname ohne wissenschaftliche Beschreibung) erschwert Artenschutzbemühungen. Es ist wichtig, nur Nachzuchten zu erwerben und keine Wildfänge zu unterstützen, um die natürlichen Populationen nicht zu gefährden.


Häufig gestellte Fragen

Ist Geosesarma bogorensis eine wissenschaftlich anerkannte Art?
Nein, Geosesarma bogorensis ist ein Handelsname ohne wissenschaftliche Beschreibung. Die unter diesem Namen verkauften Tiere gehören wahrscheinlich zu Geosesarma noduliferum oder verwandten Arten. Der Name wird im Handel verwendet, um violett-blau gefärbte Vampirkrabben aus der Bogor-Region zu bezeichnen.

Können Geosesarma bogorensis vollständig unter Wasser leben?
Nein, diese Krabben sind semi-terrestrisch und verbringen die meiste Zeit an Land. Sie benötigen Zugang zu Wasser zum Trinken und zur Häutung, können aber nicht dauerhaft submers leben. Der Wasserteil im Paludarium sollte flach sein und leicht zugänglich.

Wie oft häuten sich Vampirkrabben?
Junge Krabben häuten sich häufiger (alle 3-6 Wochen), adulte Tiere seltener (alle 2-4 Monate). Während der Häutung sind die Tiere besonders verletzlich und benötigen Ruhe sowie Zugang zu Wasser. Eine kalziumreiche Ernährung unterstützt den Häutungsprozess.

Können männliche Geosesarma bogorensis zusammen gehalten werden?
Ja, bei ausreichend Platz und Versteckmöglichkeiten ist die Haltung mehrerer Männchen möglich. Sie können territorial sein, zeigen aber selten ernsthaft aggressive Verhaltensweisen. Ein Terrarium ab 60×40 cm Grundfläche für 2-3 Männchen wird empfohlen.

Was fressen die Jungkrabben nach dem Schlupf?
Jungkrabben sind Miniaturausgaben der Adulten und fressen sofort selbstständig. Geeignet sind Mikrofutter wie Springschwänze, winzige Asseln, Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster) und fein zerriebenes Flockenfutter. Auch feines Laubpulver und Algenaufwuchs werden angenommen.



Wissenschaftliche Quellen & Literatur