Geosesarma hagen

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Geosesarma hagen - Red Devil Vampirkrabbe
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Geosesarma hagen - Red Devil Vampirkrabbe
 
Red Devil Vampirkrabbe (Geosesarma hagen) – Farbenfrohe Landkrabbe aus Java

Wissenschaftlicher Name
Geosesarma hagen Ng, Schubart & Lukhaup, 2015
Familie
Sesarmidae
Ordnung
Decapoda
Name
Red Devil, Red Vampire Crab, Devil, Geosesarma rot, Rote Vampirkrabbe
Herkunft
Indonesien Indonesia (Zentral-Java, nördlich Cilacap City)
Lebensraum
Feuchte Waldböden an Süßwasserbächen und kleinen Teichen
Ernährung
Omnivor
Größe
Carapax 2 - 2,5 cm, Gesamtgröße 5 - 7 cm
Lebenserwartung
2 bis 3 Jahre
Temperatur
22 - 28°C
pH-Wert
7,5 - 8,0
Gesamthärte
4 - 16°dH
Karbonathärte
0 - 10°dH
Haltung
Paludarium, Gruppe (gleiche Farbe)
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Gesellig; Gruppenhaltung möglich (5 bis 6 Tiere)
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Die Red Devil Vampirkrabbe (Geosesarma hagen) ist eine spektakuläre semiterrestrische Krabbenart aus den tropischen Regenwäldern Zentral-Javas. Erstmals 2015 von Ng, Schubart und Lukhaup wissenschaftlich beschrieben, begeistert sie Aquarianer durch ihre kontrastreiche Färbung: Während der vordere Carapax dunkelbraun bis schwarz erscheint, leuchtet der hintere Teil in intensivem Rot oder Orange. Die hellroten bis orangefarbenen Scheren und gelb-weißlichen Augen verleihen ihr ein teuflisches Aussehen, das ihrem Namen alle Ehre macht. Mit einer Carapax-Breite von nur 2-2,5 cm und einer Gesamtgröße von 5-7 cm (inklusive Beine) gehört sie zu den kleineren Vertretern der Gattung Geosesarma. Ihre dunkelbraunen bis schwarzen Beine zeigen teils purpurfarbene Musterungen. Diese Art lebt bevorzugt am Waldboden nahe Süßwasserbächen und -teichen, wo sie Höhlen in feuchtem Substrat gräbt und zwischen Steinen, Wurzeln und Mulch nach Nahrung sucht. Im Paludarium zeigt sie ein faszinierendes Kletterverhalten und auch ein sehr ausgeprägtes Territorialverhalten.

Optik & Verhalten

Die Red Devil Vampirkrabbe besticht durch ihre dramatische Zweifarbigkeit: Der vordere Carapax erscheint dunkelbraun bis schwarz, während der hintere Teil in leuchtendem Rot oder Orange erstrahlt. Die Scheren sind hellrot bis orange gefärbt, die Augen gelb oder weißlich. Die dunkelbraunen bis schwarzen Beine zeigen teilweise purpurfarbene Musterungen. Mit einem quadratisch breiten Carapax von nur 2-2,5 cm Breite und einer Gesamtgröße von 5-7 cm (inklusive Beine) ist sie eine kompakte Erscheinung. Verwechslungen sind mit anderen Geosesarma-Arten wie Geosesarma dennerle möglich, wobei die spezifische Farbverteilung charakteristisch ist. Das Verhalten ist ausgeprägt semiterrestrisch: Die Krabben klettern geschickt, graben Höhlen im feuchten Substrat und zeigen territoriales Verhalten. Männchen sind größer und besitzen deutlich größere Scheren. Jungtiere halten sich die ersten Monate bevorzugt in Wassernähe auf und häuten sich häufig.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Geosesarma hagen stammt aus den tropischen Regenwäldern Zentral-Javas in Indonesien, speziell aus der Region nördlich von Cilacap City. Ihr natürlicher Lebensraum sind die feuchten Waldböden nahe Süßwasserbächen und kleinen Teichen. Dort bewohnt sie Höhlen im feuchten Substrat und nutzt Steine, Wurzeln und Mulch als Verstecke und Nahrungsquellen. Die Art ist an hohe Luftfeuchtigkeit (über 75%) und konstante Temperaturen zwischen 22-28°C angepasst. Das Habitat zeichnet sich durch dichten Bewuchs, gedämpftes Licht und permanenten Zugang zu Süßwasser aus. Die Krabben sind Bodenbewohner, die sowohl terrestrische als auch aquatische Bereiche nutzen. Ihre Aktivitätsmuster sind an die feuchten, schattigen Bedingungen des Regenwaldes angepasst.

Artgerechte Haltung im Paludarium

Paludarium-Einrichtung
Für die Haltung von Geosesarma hagen ist ein Paludarium mit Land- und Wasserbereich erforderlich. Die Mindestgröße beträgt 30×30×30 cm, größere Becken sind vorteilhaft. Das Substrat muss feucht gehalten werden und sollte aus einer Mischung aus Erde, Torf und Mulch bestehen, damit die Krabben ihre charakteristischen Höhlen graben können. Zahlreiche Verstecke aus Steinen, Wurzeln, Korkrinde und Mulch sind essenziell. Kletterstrukturen wie Äste und Wurzeln werden intensiv genutzt. Ein Süßwasserbereich ist obligatorisch, da die Krabben zum Häuten ins Wasser gehen. Die Luftfeuchtigkeit muss konstant über 75% liegen, was durch regelmäßiges Besprühen oder automatische Beregnungsanlagen erreicht wird. Ein gut schließender Deckel ist Pflicht, da die Krabben ausgezeichnete Kletterer sind und sonst ausbrechen.

Wasserwerte & Technik
Die Wassertemperatur sollte zwischen 22-28°C liegen. Der pH-Wert wird im leicht alkalischen Bereich von 7,5-8,0 gehalten. Die Gesamthärte (GH) kann zwischen 4-16°dH variieren, die Karbonathärte (KH) zwischen 0-10°dH. Der Süßwasserbereich muss sauber gehalten werden und Nitrit frei sein, eine leichte Filterung ist empfehlenswert. Eine Heizmatte, seitlich angebracht, oder Raumheizung sorgt für konstante Temperaturen. Beleuchtung sollte gedämpft sein, um die natürlichen Lichtverhältnisse des Regenwaldes nachzuahmen.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Red Devil Vampirkrabben können in Gruppen gehalten werden, jedoch nur mit Artgenossen der gleichen Farbvariante. Männchen sind territorial und es kann zu Kämpfen kommen, daher sollte ausreichend Platz und eine Vielzahl von Verstecken vorhanden sein. Die Vergesellschaftung mit anderen Geosesarma-Arten oder Farbvarianten ist strikt zu vermeiden, da dies zu tödlichen Auseinandersetzungen führt. Bei der Gruppenhaltung sollte auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis geachtet werden, wobei mehr Weibchen als Männchen empfohlen werden.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Eine Vergesellschaftung mit anderen Geosesarma-Arten oder Farbvarianten ist nicht möglich, da die Krabben sich gegenseitig töten. Auch mit anderen Wirbellosen oder Amphibien ist Vorsicht geboten, da die Krabben räuberisch sein können. Am besten werden sie artspezifisch gehalten.

Ernährung & Fütterung

Geosesarma hagen ist omnivor und ernährt sich in der Natur vermutlich von Aas, Pflanzenresten und Kleintieren. Im Paludarium kann sie mit handelsüblichem Krabbenfutter, Frostfutter (z.B. Mückenlarven), Gemüse (z.B. Gurke, Zucchini), Laub und gelegentlich proteinreicher Nahrung (z.B. Fischflocken, Garnelen) gefüttert werden. Die Fütterungsfrequenz sollte an das Verhalten der Tiere angepasst werden, in der Regel alle 2-3 Tage. Futterreste müssen zeitnah entfernt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Als Futtertiere und zur Substratreinigung können weiße Asseln (Trichorhina tomentosa) oder Springschwänze (Collembola) eingesetzt werden. Diese kleinen Gliederfüßer dienen nicht nur als gelegentliche Nahrungsquelle, sondern helfen auch bei der Zersetzung organischer Abfälle im Terrarium.

Zucht & Vermehrung

Die Fortpflanzung von Geosesarma hagen erfolgt durch direkte Entwicklung ohne freischwimmende Larven. Das Weibchen trägt 12-24 Eier für 30-50 Tage unter ihrem Abdomen. Die Balz ist durch aggressives Verhalten des Männchens gekennzeichnet. Nach der Tragezeit werden die Eier im Süßwasser abgelegt, aus denen fertige Jungkrabben schlüpfen. Diese sind zunächst farblos und entwickeln ihre charakteristische Färbung erst mit der Zeit. Jungtiere sind in den ersten Monaten stärker wasserabhängig und häuten sich häufig. Geschlechtsunterschiede zeigen sich in der Größe (Männchen größer) und der Scherengröße (Männchen mit größeren Scheren). Die Aufzucht erfordert hohe Luftfeuchtigkeit und ausreichend Verstecke für die häutenden Jungtiere.

Gesundheit & typische Probleme

Das häufigste Problem bei der Haltung ist zu geringe Luftfeuchtigkeit, was zu Häutungsproblemen und Tod führen kann. Die Luftfeuchtigkeit muss konstant über 75% liegen. Während der Häutung sind die Krabben besonders verletzlich und benötigen Zugang zu Wasser. Stress durch zu wenig Verstecke oder ungeeignete Vergesellschaftung kann zu Aggression und Verletzungen führen. Ausbrüche sind häufig, wenn der Deckel nicht sicher verschlossen ist. Regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte und Sauberkeit des Beckens beugt Krankheiten vor.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN Red List
Nicht bewertet (NE). Die Art wurde bisher nicht von der IUCN bewertet.

CITES
Nicht gelistet. Geosesarma hagen unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen nach CITES.

WISIA (Deutschland)
Nicht geschützt. Die Art ist in Deutschland nicht nach Bundesnaturschutzgesetz oder EG-Verordnung 338/97 geschützt. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.

Trotz fehlender Schutzstatus-Einstufung sollten Halter verantwortungsvoll mit der Art umgehen und nur Nachzuchten erwerben, um Wildfänge zu vermeiden.


Häufig gestellte Fragen

Welche Paludarium-Größe benötigt die Red Devil Vampirkrabbe?
Mindestens 30×30×30 cm für eine kleine Gruppe. Größere Becken (z.B. 60×30×30 cm) sind vorteilhaft, da sie mehr Verstecke und Territorien ermöglichen und das Aggressionspotenzial reduzieren.

Kann ich verschiedene Geosesarma-Arten zusammen halten?
Nein, auf keinen Fall. Geosesarma hagen tötet andere Geosesarma-Arten und Farbvarianten. Nur Tiere der gleichen Farbvariante können vergesellschaftet werden.

Wie wichtig ist die Luftfeuchtigkeit?
Extrem wichtig. Die Luftfeuchtigkeit muss konstant über 75% liegen. Zu trockene Luft führt zu Häutungsproblemen und kann tödlich sein. Regelmäßiges Besprühen oder automatische Beregnungsanlagen sind erforderlich.

Brauchen die Krabben einen Wasserbereich?
Ja, unbedingt. Obwohl sie semiterrestrisch sind, benötigen sie Zugang zu Süßwasser, besonders zum Häuten. Jungtiere sind in den ersten Monaten stärker wasserabhängig.

Wie erkenne ich Männchen und Weibchen?
Männchen sind größer und haben deutlich größere Scheren als Weibchen. Diese Unterschiede werden mit zunehmendem Alter deutlicher.



Wissenschaftliche Quellen