Gymnocorymbus ternetzi - Trauermantelsalmler
Wissenschaftlicher Name
Gymnocorymbus ternetzi
Gymnocorymbus ternetzi
Familie
Characidae (Echte Salmler)
Characidae (Echte Salmler)
Ordnung
Characiformes (Salmlerartige)
Characiformes (Salmlerartige)
Name
Trauermantelsalmler
Trauermantelsalmler
Herkunft
Paraguay
, Brasilien
, Bolivien
(Rio Paraguay, Rio Guapore)
Paraguay
Lebensraum
Ruhige, meist schattige Weißwasserflüsse und langsam fließende Gewässer.
Ruhige, meist schattige Weißwasserflüsse und langsam fließende Gewässer.
Ernährung
Omnivor (Allesfresser; bevorzugt kleine Krebstiere, Insektenlarven, Flocken- und Frostfutter).
Omnivor (Allesfresser; bevorzugt kleine Krebstiere, Insektenlarven, Flocken- und Frostfutter).
Größe
ca. 5 - 6 cm
ca. 5 - 6 cm
Lebenserwartung
ca. 8 bis 10 Jahre (teilweise bis zu 12 Jahre bei optimaler Pflege)
ca. 8 bis 10 Jahre (teilweise bis zu 12 Jahre bei optimaler Pflege)
Temperatur
21° - 28° C (Optimal: ca. 24° - 25° C)
21° - 28° C (Optimal: ca. 24° - 25° C)
pH-Wert
6,0 - 7,5 (Leicht sauer bis neutral)
6,0 - 7,5 (Leicht sauer bis neutral)
Gesamthärte
5° - 25° dGH (Sehr tolerant gegenüber der Härte)
5° - 25° dGH (Sehr tolerant gegenüber der Härte)
Karbonathärte
3° - 15° dKH
3° - 15° dKH
Haltung
In Gruppen bzw. Schwärmen ab mindestens 8 - 10 Tieren; Aquarium ab 80 cm Kantenlänge (ca. 54 - 112 Liter), dunkler Bodengrund und stellenweise dichte Bepflanzung mit genügend freiem Schwimmraum.
In Gruppen bzw. Schwärmen ab mindestens 8 - 10 Tieren; Aquarium ab 80 cm Kantenlänge (ca. 54 - 112 Liter), dunkler Bodengrund und stellenweise dichte Bepflanzung mit genügend freiem Schwimmraum.
Schwierigkeitsgrad
Leicht / Für Anfänger geeignet (Sehr robuster und anpassungsfähiger Fisch).
Leicht / Für Anfänger geeignet (Sehr robuster und anpassungsfähiger Fisch).
Sozialverhalten
Friedlicher Schwarmfisch; zeigt stabiles Gruppenverhalten. Hinweis: Bei Einzelhaltung oder zu kleinen Gruppen kann er zum Flossenknabbern bei langflossigen Mitbewohnern neigen.
Friedlicher Schwarmfisch; zeigt stabiles Gruppenverhalten. Hinweis: Bei Einzelhaltung oder zu kleinen Gruppen kann er zum Flossenknabbern bei langflossigen Mitbewohnern neigen.
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE / Not Evaluated) / Nicht gefährdet (LC / Least Concern); die Art ist in ihren Heimatgewässern weit verbreitet und durch die milliardenfache Nachzucht in der Aquaristik extrem stabil).
Nicht bewertet (NE / Not Evaluated) / Nicht gefährdet (LC / Least Concern); die Art ist in ihren Heimatgewässern weit verbreitet und durch die milliardenfache Nachzucht in der Aquaristik extrem stabil).
Verbreitungskarte & Fundort
Der wissenschaftliche Name Gymnocorymbus ternetzi bezeichnet einen der profiliertesten, ausdauerndsten und unbestritten populärsten Vertreter aus der großen Familie der Echten Salmler. Im deutschen Sprachraum ist dieser ikonische Fisch unter dem treffenden Namen Trauermantelsalmler oder seltener als Schwarzer Phantomsalmler bekannt. Seinen einprägsamen deutschen Namen verdankt er der charakteristischen, tiefschwarzen Färbung seiner hinteren Körperhälfte, die wie ein edler, feierlicher Mantel wirkt und ihm in der Aquaristik seit den 1930er-Jahren einen unerschütterlichen Stammplatz gesichert hat.
Optik & Verhalten
Das äußere Erscheinungsbild dieses Salmlers fasziniert durch eine markante, fast majestätische Silhouette und ein kontrastreiches Farbenspiel. Der Körper ist auffällig hochrückig, seitlich stark flachgedrückt und besitzt eine silbrig-graue Grundtönung im vorderen Bereich, die von zwei tiefschwarzen, vertikalen Querbinden direkt hinter den Kiemendeckeln verziert wird. Ab der Körpermitte geht die Färbung in ein sattes, samtiges Schwarz über, das insbesondere die großflächige Afterflosse und die Rückenflosse einhüllt. Es ist ein biologisches Phänomen der Art, dass die Jungfische die intensivste Schwarzfärbung zeigen, während ältere Tiere im Laufe der Jahre etwas verblassen und eine eher rauchgraue Tönung annehmen. Die Männchen bleiben mit etwa viereinhalb bis fünf Zentimetern etwas kleiner, besitzen eine spitz zulaufende Rückenflosse und eine breitere Afterflosse, während die Weibchen bis zu sechs Zentimeter lang und deutlich korpulenter werden. Ihr Verhalten lässt sich am besten als ruhig, souverän und ausgesprochen gesellig beschreiben. Sie sind keine hektischen Dauerschwimmer, sondern stehen oft majestätisch in einer Gruppe im Freiwasser, wobei die Männchen in harmlosen, aber imposanten Scheingefechten ihre Reviere abstecken.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Die ursprüngliche Heimat des Trauermantelsalmlers liegt in den weiten, tropischen Flusssystemen Südamerikas. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vor allem über die riesigen Einzugsgebiete des Rio Paraguay und des Rio Guaporé in Ländern wie Brasilien, Paraguay, Bolivien und Argentinien. In diesen Regionen bewohnt der Fisch vorzugsweise die extrem ruhigen, flachen und schattigen Randzonen von langsam fließenden Flüssen, Teichen, Sümpfen und saisonal überschwemmten Savannengebieten. Die natürlichen Habitate sind oft dicht mit Ufer- und Unterwasserpflanzen bewachsen und weisen einen weichen, mit herabgefallendem Laub bedeckten Boden auf, der dem Wasser eine sanfte Färbung und wertvolle Huminstoffe verleiht.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Obwohl sich die Fische im Vergleich zu anderen Salmlern eher gemächlich bewegen, verlangt ihr ausgeprägtes Sozialverhalten und ihre Körperhöhe nach einem angemessenen Schwimmraum. Ein artgerechtes Zuhause beginnt idealerweise bei einem Beckenvolumen von etwa achtzig bis einhundert Litern oder einer Kantenlänge ab achtzig Zentimetern für einen kleinen Schwarm. Die Art gilt als extrem robust und anpassungsfähig, was sie zu einem perfekten Kandidaten für Einsteiger und für die Pflege im klassischen Gesellschaftsbecken macht. Da die Tiere ruhige und strukturierte Verhältnisse schätzen, sollte das Becken nicht in stark frequentierten Fluren stehen, da plötzliche Schatten vor dem Glas die Fische erschrecken können.
Aquarium-Einrichtung
Bei der Gestaltung des Aquariums muss ein harmonisches Gleichgewicht zwischen freiem Schwimmraum in der Mitte und schützender Struktur im Hintergrund geschaffen werden. Ein dunkler Bodengrund aus feinem Kies oder Sand ist ideal, da er den Fischen optische Sicherheit gibt und die schwarzen Farbtöne der Tiere besonders intensiv zur Geltung bringt. Die Hintergrundzone und die Seitenwände sollten dicht mit robusten Gewächsen wie Vallisnerien, Wasserpest oder breitblättrigen Speerblättern bepflanzt werden, um den Fischen Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Eine dichte Decke aus Schwimmpflanzen wie Muschelblumen ist absolut empfehlenswert, um das Licht effektiv zu dämpfen, da die Salmler pralle Sonne meiden und unter diffusem Licht ihr natürlichstes Verhalten zeigen. Große Moorkienwurzeln runden das Layout naturnah ab.
Wasserwerte & Technik
In Bezug auf die Wasserchemie erweist sich der Trauermantelsalmler als wahrer Traumfisch, da er über Generationen im Aquarium an eine enorme Bandbreite von Wasserwerten gewöhnt wurde. Er gedeiht hervorragend in weichem bis hartem Wasser mit einer Gesamthärte zwischen fünf und zwanzig Grad. Der pH-Wert sollte sich stabil im neutralen Bereich zwischen sechseinhalb und siebenkommafünf einpendeln. Die Wassertemperatur ist optimal bei Werten zwischen zweiundzwanzig und sechsundzwanzig Grad Celsius eingestellt. Technisch reicht ein zuverlässiger Innen- oder Außenfilter vollkommen aus, der für eine gründliche biologische Reinigung sorgt. Da die Fische aus ruhigen Gewässern stammen, hassen sie reißende Strömungen im Becken; die Filterausläufe sollten daher so eingestellt werden, dass eine sanfte, beruhigte Wasserbewegung entsteht.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Der Trauermantelsalmler ist ein absolut obligatorischer Gruppen- bzw. Schwarmfisch und darf unter keinen Umständen in Einzel- oder Paarhaltung gepflegt werden, da isolierte Tiere schnell verkümmern oder Aggressionen entwickeln. Eine artgerechte Haltung beginnt bei einer Mindeststärke von acht bis zehn Individuen, wobei ein größerer Schwarm ab fünfzehn Tieren ein deutlich imposanteres und harmonischeres Bild abgibt. Innerhalb dieses Schwarms herrscht ein hochinteressantes Sozialgefüge. Die Fische besetzen oft kleine, temporäre Individualdistanzen und stehen ruhig im Wasser. Kommt ein Artgenosse zu nahe, wird er mit einer eleganten Drohgebärde vertrieben, ohne dass es dabei jemals zu echten Kämpfen oder Verletzungen kommt. Im dichten Verband finden die Fische ihre lebensnotwendige Sicherheit.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Dank seines im Grunde friedfertigen Charakters eignet sich dieser Salmler perfekt für fast jedes klassische Gesellschaftsbecken. Er kann problemlos mit einer Vielzahl von ebenso friedlichen Fischen wie anderen kleineren Salmlern, Bärblingen, lebendgebärenden Zahnkarpfen sowie bodenorientierten Panzerwelsen und Harnischwelsen vergesellschaftet werden. Auch die Kombination mit robusten Zwerggarnelen wie den Amanogarnelen funktioniert tadellos. Eine wichtige Einschränkung gibt es jedoch: Trauermantelsalmler sollten nicht mit extrem langflossigen und langsamen Fischen wie Skalaren, Guppys oder Schleierkampffischen vergesellschaftet werden, da die Salmler insbesondere bei Langeweile oder zu kleinen Gruppengrößen dazu neigen können, an den fadenförmigen Flossen dieser Fische zu zupfen.
Ernährung & Fütterung
Als klassischer Allesfresser mit einer ausgeprägten Vorliebe für fleischliche Kost ist der Fisch bei der Nahrungsaufnahme absolut unkompliziert und nimmt dankbar jedes angebotene Futter an, das in sein relativ breites Maul passt. Hochwertiges Flockenfutter, feines Granulat oder schwimmende Futtertabletten bilden eine solide und unkomplizierte Basis für die tägliche Ernährung. Um die maximale Vitalität, Lebensfreude und die tiefschwarze Pigmentierung der Fische dauerhaft zu erhalten, sollte der Speiseplan regelmäßig durch feines Lebend- und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Cyclops sowie weiße und schwarze Mückenlarven ergänzt werden. Da die Fische ihre Nahrung bevorzugt im Sinken aus dem Freiwasser aufnehmen, sollte maßvoll gefüttert werden, damit keine Reste am Boden verrottern.
Zucht & Vermehrung
Die Vermehrung im Aquarium ist ein relativ einfaches Unterfangen, sofern man ein separates Zuchtbecken einrichtet. Da es sich um Freilaicher handelt, die keinerlei Brutpflege betreiben und extreme Laichräuber sind, würde der Nachwuchs im Gesellschaftsbecken sofort gefressen werden. Für eine gezielte Zucht setzt man ein gut genährtes Paar am Abend in ein kleines, schwach beleuchtetes Becken, das mit einem dicken Büschel aus Javamoos oder einem Laichgitter am Boden ausgestattet ist. Nach einer turbulenten Jagd in den frühen Morgenstunden gibt das Weibchen bis zu fünfhundert Eier ins freie Wasser ab. Sofort danach müssen die Elterntiere wieder entfernt werden. Die winzigen Larven schlüpfen nach rund vierundzwanzig Stunden und müssen nach dem Freischwimmen mit feinstem Staubfutter, Infusorien und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien aufgezogen werden.
Gesundheit & typische Probleme
Grundsätzlich gilt der Trauermantelsalmler als einer der zähesten und krankheitsresistentesten Pfleglinge überhaupt, der selbst kleinere Haltungsfehler oder Schwankungen der Wasserwerte oft völlig unbeschadet übersteht. Dennoch kann es bei mangelnder Beckenhygiene, extremem Stress oder dem Einsetzen neuer, nicht unter Quarantäne gestellter Fische zu Ausbrüchen der klassischen Weißpünktchenkrankheit (Ichthyophthirius) kommen. Auf diese Parasitenerkrankung reagieren Salmler jedoch meist gut auf handelsübliche Medikamente, sofern die Behandlung rechtzeitig begonnen wird. Wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa dreißig Prozent und eine abwechslungsreiche Fütterung sind die beste Prophylaxe, um das Immunsystem der Fische dauerhaft stabil zu halten.
Schutzstatus & Verantwortung
Der Trauermantelsalmler unterliegt beim Erwerb im Zoohandel keinerlei ökologischen oder artenschutzrechtlichen Bedenken, da der weltweite Bedarf seit vielen Jahrzehnten zu einhundert Prozent durch unkomplizierte Nachzuchten aus kommerziellen Großzüchtereien gedeckt wird und somit kein einziges Tier der Natur entnommen werden muss. Im Handel werden neben der Wildform auch verschiedene Zuchtformen wie Schleier-Trauermantelsalmler oder albinotische Varianten angeboten. Jeder Halter trägt die moralische Verantwortung, den Tieren die essenzielle Gruppengröße zu gewähren. Ein Aussetzen dieser tropischen Fische in die mitteleuropäische Natur ist strengstens verboten; sie würden den harten Winter aufgrund ihrer Herkunft absolut nicht überleben.
IUCN
In der Roten Liste der IUCN wird die Art Gymnocorymbus ternetzi aktuell als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Aufgrund ihres riesigen, oft unzugänglichen Verbreitungsgebietes im Herzen Südamerikas und ihrer enormen Fortpflanzungsrate gelten die Wildbestände in Argentinien, Bolivien und Brasilien als absolut stabil und ungefährdet.
CITES
Der Trauermantelsalmler ist gegenwärtig nicht in den Anhängen des internationalen CITES-Artenschutzübereinkommens gelistet. Es existieren somit weltweit keinerlei Handelsbeschränkungen, behördlichen Exportquoten oder speziellen Nachweispflichten für den legalen Kauf oder Verkauf dieser Fische im Heimtiersektor.
WISIA
Im deutschen wissenschaftlichen Artenschutz-Informationssystem WISIA wird die Art aktuell nicht als geschützte oder invasive Art mit speziellen Halte- oder Vermarktungsverboten geführt. Der legale Handel, die Weitergabe und die Pflege der Tiere sind im europäischen Raum somit vollkommen frei von behördlichen Meldepflichten möglich.
Häufig gestellte FragenWie alt können Trauermantelsalmler im Aquarium werden?
Diese Salmler besitzen im Vergleich zu vielen kleineren Zwerg-Salmlerarten eine erstaunlich hohe Lebenserwartung und können bei artgerechter Haltung und guter Wasserqualität im Aquarium ein Alter von fünf bis zu acht Jahren erreichen.
Warum verlieren meine Salmler plötzlich ihr tiefes Schwarz?
Ein Verblassen der schwarzen Körperhälfte in ein helles Grau kann verschiedene Ursachen haben. Es tritt völlig normal im hohen Alter der Fische auf, kann aber bei jungen Tieren auch ein Indikator für akuten Stress, eine zu helle Beleuchtung am Morgen oder eine versteckte Erkrankung sein.
Kann man Trauermantelsalmler mit Zwergkampffischen halten?
Davon ist dringend abzuraten. Die Trauermantelsalmler neigen aufgrund ihres verspielten Charakters und insbesondere in zu kleinen Gruppen dazu, an den langen, fadenförmigen Flossen von Kampffischen (Betta splendens) zu zupfen, was für den Kampffisch extremen Stress und schwere Verletzungen bedeutet.
Fressen diese Fische die feinen Aquarienpflanzen auf?
Nein, überhaupt nicht. Obwohl sie Allesfresser sind, vergreifen sie sich niemals an gesunden Aquarienpflanzen. Sie nutzen das dichte Grün lediglich als Kletter- und Rückzugsort und lassen die Unterwasserbotanik komplett unbeschädigt.
Wie unterscheide ich Männchen und Weibchen zuverlässig?
Bei ausgewachsenen Tieren gelingt die Unterscheidung recht gut über den Körperbau. Die Weibchen sind deutlich größer, fülliger und weisen eine stark gerundete Bauchlinie auf, während die Männchen schlanker bleiben und eine spitzere, etwas intensiver gefärbte Rückenflosse besitzen.
