Glühkohlen-Salmler (Hyphessobrycon amandae) – Leuchtend roter Schwarmfisch
Wissenschaftlicher Name
Hyphessobrycon amandae (Géry & Uj, 1987)
Hyphessobrycon amandae (Géry & Uj, 1987)
Familie
Characidae (Echte Salmler)
Characidae (Echte Salmler)
Ordnung
Characiformes (Salmlerartige)
Characiformes (Salmlerartige)
Name
Glühkohlen-Salmler
Glühkohlen-Salmler
Herkunft
Rio das Mortes, ca. 100 km vor der Mündung in den Braço Maior des Rio Araguaia, Mato Grosso, Brasilien
Rio das Mortes, ca. 100 km vor der Mündung in den Braço Maior des Rio Araguaia, Mato Grosso, Brasilien
Lebensraum
Gewässer mit langsamer Strömung
Gewässer mit langsamer Strömung
Ernährung
Omnivor
Omnivor
Größe
1,5 - 2 cm
1,5 - 2 cm
Lebenserwartung
2 bis 4 Jahre
2 bis 4 Jahre
Temperatur
20 - 28 °C
20 - 28 °C
pH-Wert
5,0 - 7,0
5,0 - 7,0
Gesamthärte
4 bis 12 °dGH
4 bis 12 °dGH
Karbonathärte
0 bis 8 °dKH
0 bis 8 °dKH
Haltung
Aquarium ab 30 Liter
Aquarium ab 30 Liter
Schwierigkeitsgrad
Anfänger
Anfänger
Sozialverhalten
Schwarmfisch (mind. 8 - 10 Tiere)
Schwarmfisch (mind. 8 - 10 Tiere)
IUCN-Status
LC (Least Concern)
LC (Least Concern)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Glühkohlen-Salmler (Hyphessobrycon amandae), auch als Ember Tetra oder Fire Tetra bekannt, ist ein faszinierender Miniaturfisch aus dem Araguaia-Flusssystem in Zentral-Brasilien. Mit seiner leuchtend orangen bis roten Färbung und seiner geringen Größe von maximal 2 cm gehört er zu den beliebtesten Bewohnern von Nano-Aquarien. Die Art wurde 1987 von Jacques Géry und Uj erstbeschrieben und begeistert durch ihr lebhaftes Schwarmverhalten. In dicht bepflanzten Becken mit dunklem Bodengrund kommt die intensive Färbung besonders eindrucksvoll zur Geltung. Der friedliche Charakter und die unkomplizierte Haltung machen ihn zum idealen Einstiegsfisch für Aquarianer, die südamerikanische Biotope nachbilden möchten. In der Natur bewohnt er langsam fließende Schwarzwasserbäche mit dichter Vegetation und Laubfall.
Optik & Verhalten
Der Glühkohlen-Salmler besticht durch seinen kompakten, leicht elongierten Körper und seine einzigartige Färbung. Die gesamte Körperoberfläche – von Kopf über Flanken bis zu den Flossen – leuchtet in einem intensiven Orange bis Rot, ohne jegliche Musterung oder Streifen. Diese unicolore Farbgebung macht ihn unverwechselbar und verleiht ihm seinen deutschen Namen. Mit einer maximalen Standardlänge von nur 15–20 mm zählt er zu den kleinsten Salmlerarten und ist damit perfekt für Nano-Aquarien geeignet. Im Schwarm zeigt die Art ein lebhaftes, tagaktives Verhalten und hält sich bevorzugt in den mittleren bis oberen Wasserschichten auf. Die intensive Rotfärbung wird durch dunkle Untergründe und gedämpftes Licht noch verstärkt, wodurch die Fische wie kleine glühende Kohlen durchs Wasser schweben.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Die Typ-Lokalität von Hyphessobrycon amandae liegt im Rio das Mortes, etwa 100 km vor dessen Mündung in den Braço Maior des Rio Araguaia im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Araguaia-Flusssystem, das zum Tocantins-Becken in Zentral- und Westbrasilien gehört. Die natürlichen Habitate sind Nebenflüsse, Rückstaugewässer und Altarme mit langsamer Strömung. Das Wasser ist weich, sauer und durch Tannine dunkel gefärbt (Blackwater-Charakter). Der Untergrund besteht aus Sand, Schlamm, Laub und Zweigen, während dichte Ufer- und Unterwasservegetation Schutz bietet. Diese Schwarzwasserbiotope sind typisch für viele südamerikanische Salmlerarten und zeichnen sich durch nährstoffarmes, huminstoffreiches Wasser aus. Die Art bewohnt bevorzugt ruhige Zonen mit dichter Pflanzendecke, wo sie in Schwärmen nach winzigen Invertebraten und Zooplankton jagt.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Aquarium-Einrichtung
Für die artgerechte Haltung von Hyphessobrycon amandae wird ein Aquarium mit mindestens 30 Litern Volumen empfohlen, wobei größere Becken ab 60 Litern für stabilere Wasserwerte und natürlicheres Schwarmverhalten sorgen. Die Einrichtung sollte das natürliche Schwarzwasser-Biotop nachbilden: Ein dunkler Bodengrund aus feinem Sand oder Kies bildet die Basis. Treibholz, Moorkienwurzeln und getrocknetes Laub (z.B. Eichen- oder Buchenblätter) schaffen Verstecke und geben Huminstoffe ab, die das Wasser leicht bräunlich färben. Eine dichte Bepflanzung mit südamerikanischen Arten wie Echinodorus, Cabomba oder Javafarn ist ideal. Schwimmpflanzen wie Froschbiss oder Muschelblumen dämpfen das Licht und verstärken die Rotfärbung der Fische. Freier Schwimmraum im mittleren Beckenbereich ist wichtig für das Schwarmverhalten. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein, um Stress zu vermeiden und die natürliche Farbenpracht zu fördern.
Wasserwerte & Technik
Die optimalen Wasserwerte orientieren sich am natürlichen Habitat: Die Temperatur sollte zwischen 20–28 °C liegen, wobei 24–26 °C ideal sind. Der pH-Wert wird im leicht sauren bis neutralen Bereich von 5,0–7,0 gehalten, bevorzugt bei 6,0–6,5. Die Leitfähigkeit liegt bei 18–179 ppm, was sehr weichem Wasser entspricht. Eine sanfte Filterung über Schwammfilter oder schwach eingestellte Innenfilter ist empfehlenswert, da die Art keine starke Strömung mag. Regelmäßige Teilwasserwechsel (20–30% wöchentlich) mit temperiertem, aufbereitetem Wasser halten die Wasserwerte stabil. Die Zugabe von Erlenzapfen, Eichenlaub oder Torf-Extrakten kann helfen, das Wasser leicht anzusäuern und Huminstoffe einzubringen. Eine gute Sauerstoffversorgung ist wichtig, kann aber durch Pflanzen und moderate Oberflächenbewegung gewährleistet werden.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Hyphessobrycon amandae ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und muss in Gruppen von mindestens 8–10 Exemplaren gehalten werden. In kleineren Gruppen zeigen die Tiere scheues, verstecktes Verhalten und verlieren ihre intensive Färbung. Erst in größeren Schwärmen ab 15–20 Tieren entfaltet sich das natürliche Verhalten mit lebhaftem Schwimmen und intensiver Farbenpracht. Die Fische sind untereinander friedlich und bilden keine feste Rangordnung. Sie bewegen sich synchron durch die mittleren und oberen Wasserschichten und suchen gemeinsam nach Nahrung. Bei guter Pflege und ausreichender Gruppengröße sind die Tiere aktiv und zeigen keine Aggressionen gegenüber Artgenossen.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Aufgrund ihrer friedlichen Natur und geringen Größe eignet sich der Glühkohlen-Salmler hervorragend für Gesellschaftsaquarien mit anderen kleinen, ruhigen Fischen. Ideale Mitbewohner sind kleine Bärblinge (z.B. Rasbora brigittae, Boraras maculatus), Zwergpanzerwelse (Corydoras pygmaeus, C. habrosus), friedliche Zwergbuntbarsche (Apistogramma-Arten) und kleine Labyrinthfische (z.B. Betta-Arten, Trichopsis pumila). Auch Garnelen wie Neocaridina oder Caridina können problemlos vergesellschaftet werden. Zu vermeiden sind große, räuberische oder aggressive Fische, die den kleinen Salmler als Beute betrachten oder durch hektisches Verhalten stressen könnten. Die Vergesellschaftung sollte stets die Bedürfnisse aller Arten hinsichtlich Wasserwerte und Einrichtung berücksichtigen.
Ernährung & Fütterung
In der Natur ernährt sich Hyphessobrycon amandae von winzigen Invertebraten und Zooplankton, was ihn zu einem Mikropredator macht. Im Aquarium nimmt er bereitwillig hochwertiges Trockenfutter in feiner Körnung an, wobei spezielles Mikrogranulat oder fein zerriebene Flockenfutter ideal sind. Zur Förderung der Farbenpracht und Gesundheit sollte regelmäßig Lebendfutter oder Frostfutter gereicht werden: Artemia-Nauplien, Moina, Cyclops, Grindalwürmer und Mikrowürmer sind besonders geeignet. Auch feines Frostfutter wie Cyclops oder Daphnien wird gerne genommen. Die Fütterung erfolgt täglich in kleinen Portionen, die innerhalb weniger Minuten vollständig aufgenommen werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichen Anteilen (z.B. Spirulina-Flocken) fördert die Vitalität und intensiviert die Rotfärbung. Überfütterung ist zu vermeiden, da sie die Wasserqualität beeinträchtigt.
Zucht & Vermehrung
Die Zucht von Hyphessobrycon amandae ist bei guten Bedingungen relativ unkompliziert. Die Art ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Geschlechtsunterschiede sind äußerlich kaum erkennbar, wobei Weibchen zur Laichzeit etwas fülliger wirken können. Als Laichanstoß dienen gute Konditionierung mit proteinreichem Futter und weiches, leicht saures Wasser. Ein separates Zuchtbecken (ab 20 Liter) mit feinfiedrigen Pflanzen (z.B. Javamoos) oder Laichmopp als Eiablagesubstrat ist empfehlenswert. Die Weibchen legen pro Zyklus 30–60 kleine, durchsichtige Eier ab, die nach 24–30 Stunden schlüpfen. Nach weiteren 3 Tagen schwimmen die Larven frei. Die Aufzucht erfolgt mit Infusorien (Pantoffeltierchen), später mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und Mikrowürmern. Die Elterntiere zeigen keinen Brutpflegetrieb und können die Eier fressen, weshalb eine Trennung nach dem Ablaichen ratsam ist. Bei optimalen Bedingungen (weiches Wasser, 26°C, gute Fütterung) laichen die Tiere regelmäßig.
Gesundheit & typische Probleme
Hyphessobrycon amandae ist bei artgerechter Haltung robust und wenig anfällig für Krankheiten. Häufigste Probleme entstehen durch ungeeignete Wasserwerte (zu hartes oder alkalisches Wasser), Stress durch zu kleine Gruppen oder unpassende Mitbewohner sowie schlechte Wasserqualität. Typische Erkrankungen sind Ichthyophthirius (Weißpünktchenkrankheit), bakterielle Infektionen und Pilzbefall, die meist auf geschwächte Immunabwehr durch Stress oder Mangelernährung zurückzuführen sind. Vorbeugende Maßnahmen umfassen regelmäßige Wasserwechsel, stabile Wasserwerte, abwechslungsreiche Ernährung und ausreichende Gruppengröße. Bei Krankheitsanzeichen (Apathie, Flossenklemmen, weiße Pünktchen, Schleimhautveränderungen) sollte schnell gehandelt werden. Quarantänebecken für Neuzugänge verhindern die Einschleppung von Parasiten. Die Lebenserwartung liegt bei guter Pflege bei 2–4 Jahren.
Schutzstatus & Verantwortung
IUCN
Die Art ist als "Least Concern" (LC - nicht gefährdet) eingestuft. Der Bestand gilt derzeit als stabil, obwohl der Trend nicht spezifiziert ist.
Die Art ist als "Least Concern" (LC - nicht gefährdet) eingestuft. Der Bestand gilt derzeit als stabil, obwohl der Trend nicht spezifiziert ist.
CITES
Hyphessobrycon amandae ist nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet und unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen.
Hyphessobrycon amandae ist nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet und unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen.
WISIA
In Deutschland ist die Art nicht geschützt und unterliegt weder dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) noch der EG-Verordnung 338/97. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich. Die Art ist nicht in der WISIA-Datenbank gelistet.
In Deutschland ist die Art nicht geschützt und unterliegt weder dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) noch der EG-Verordnung 338/97. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich. Die Art ist nicht in der WISIA-Datenbank gelistet.
Trotz des günstigen Schutzstatus sollten Aquarianer auf Nachzuchten zurückgreifen, um Wildpopulationen zu schonen. Die Zucht ist gut etabliert, sodass Wildfänge nicht notwendig sind.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Glühkohlen-Salmler sollte man mindestens halten?
Mindestens 8–10 Tiere sind erforderlich, da es sich um ausgeprägte Schwarmfische handelt. In kleineren Gruppen zeigen die Tiere scheues Verhalten und verlieren ihre intensive Färbung. Ideal sind Gruppen ab 15–20 Exemplaren, bei denen sich das natürliche Schwarmverhalten voll entfaltet.
Mindestens 8–10 Tiere sind erforderlich, da es sich um ausgeprägte Schwarmfische handelt. In kleineren Gruppen zeigen die Tiere scheues Verhalten und verlieren ihre intensive Färbung. Ideal sind Gruppen ab 15–20 Exemplaren, bei denen sich das natürliche Schwarmverhalten voll entfaltet.
Welche Aquariengröße ist für Glühkohlen-Salmler geeignet?
Ein Aquarium mit mindestens 30 Litern Volumen ist ausreichend, wobei 60 Liter oder mehr für stabilere Wasserwerte und natürlicheres Verhalten empfohlen werden. Die geringe Größe der Fische macht sie ideal für Nano-Aquarien, sofern ausreichend Schwimmraum vorhanden ist.
Warum verlieren meine Glühkohlen-Salmler ihre rote Farbe?
Farbverlust kann mehrere Ursachen haben: zu kleine Gruppengröße (Stress), ungeeignete Wasserwerte (zu hart/alkalisch), heller Bodengrund, zu helle Beleuchtung oder Mangelernährung. Dunkler Untergrund, gedämpftes Licht, weiches Wasser und proteinreiches Futter fördern die intensive Rotfärbung.
Kann man Glühkohlen-Salmler mit Garnelen vergesellschaften?
Ja, die friedlichen Salmler können problemlos mit Zwerggarnelen wie Neocaridina oder Caridina zusammen gehalten werden. Sie stellen keine Gefahr für adulte Garnelen dar, können aber sehr kleine Jungtiere fressen. Ausreichend Verstecke und dichte Bepflanzung schützen den Garnelennachwuchs.
Wie züchtet man Glühkohlen-Salmler erfolgreich?
Die Zucht gelingt in einem separaten Becken (ab 20 Liter) mit weichem, leicht saurem Wasser (pH 6,0–6,5) und 26°C. Feinfiedrige Pflanzen oder Laichmopp dienen als Eiablagesubstrat. Nach dem Ablaichen sollten die Elterntiere entfernt werden, da sie die Eier fressen. Die Larven schlüpfen nach 24–30 Stunden und werden zunächst mit Infusorien, später mit Artemia-Nauplien gefüttert.
Wissenschaftliche Quellen
- FishBase (2024)
Hyphessobrycon amandae summary - IUCN Red List
Hyphessobrycon amandae - SeriouslyFish (2024)
Hyphessobrycon amandae - AquaInfo (2024)
Hyphessobrycon amandae – Ember Tetra - FishiPedia (2024)
Hyphessobrycon amandae
