Scratched Inpa Tetra (Inpaichthys parauapiranga) – Purpurroter Königssalmler
Wissenschaftlicher Name
Inpaichthys parauapiranga (Autor nicht spezifiziert, 2024)
Inpaichthys parauapiranga (Autor nicht spezifiziert, 2024)
Familie
Acestrorhamphidae
Acestrorhamphidae
Ordnung
Characiformes (Salmlerartige)
Characiformes (Salmlerartige)
Name
Scratched Inpa Tetra
Scratched Inpa Tetra
Herkunft
Tributär des Rio Canamã, Rio Aripuanã-Becken, Mato Grosso, Brasilien
Tributär des Rio Canamã, Rio Aripuanã-Becken, Mato Grosso, Brasilien
Lebensraum
Tropische Klarwasserflüsse
Tropische Klarwasserflüsse
Ernährung
Omnivor
Omnivor
Größe
3 - 4 cm
3 - 4 cm
Lebenserwartung
3 bis 6 Jahre
3 bis 6 Jahre
Temperatur
22 - 26 °C
22 - 26 °C
pH-Wert
5,5 - 7,0
5,5 - 7,0
Gesamthärte
3 - 12 °dH
3 - 12 °dH
Karbonathärte
0 - 4 °dH
0 - 4 °dH
Haltung
Aquarium ab 40 Liter (für 6 - 8 Tiere)
Aquarium ab 40 Liter (für 6 - 8 Tiere)
Schwierigkeitsgrad
Anfänger
Anfänger
Sozialverhalten
Schwarmfisch (mindestens 6, ideal 10+ Tiere)
Schwarmfisch (mindestens 6, ideal 10+ Tiere)
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Scratched Inpa Tetra (Inpaichthys parauapiranga) ist eine erst 2024 wissenschaftlich beschriebene Salmlerart aus dem brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Mit seinen sechs leuchtend roten, gepunkteten Längsbändern und einer Körperlänge von nur 3–4 cm zählt er zu den farbenprächtigsten Nano-Salmlern Südamerikas. Die Art bewohnt kleine, klare Waldbäche im Einzugsgebiet des Rio Aripuanã und besticht durch ihr lebhaftes Schwarmverhalten. Aufgrund seiner friedlichen Natur und geringen Größe eignet sich dieser Salmler hervorragend für dicht bepflanzte Gesellschaftsaquarien ab 40 Litern. Die leicht vertikale Körperhaltung und die purpurrote Färbung unterscheiden ihn deutlich von verwandten Arten wie Inpaichthys kerri. Als Neuentdeckung ist die Art aquaristisch noch selten, gewinnt aber aufgrund ihrer spektakulären Optik schnell an Beliebtheit.
Optik & Verhalten
Der Scratched Inpa Tetra beeindruckt durch sechs leuchtend rote, gepunktete Längsbänder, die sich über die gesamte Flanke ziehen und ihm ein einzigartiges Streifenmuster verleihen. Die purpurrote Färbung intensiviert sich bei optimalen Haltungsbedingungen und gedämpfter Beleuchtung. Mit einer Körperlänge von maximal 4 cm gehört er zu den kleinsten Vertretern der Gattung Inpaichthys. Charakteristisch ist seine leicht vertikale Schwimmhaltung, die ihn von anderen Königssalmlern unterscheidet. Im Schwarm zeigt die Art ein lebhaftes, aber friedliches Verhalten. Männchen können untereinander leicht territorial sein, was sich in kurzen Imponiergesten äußert. Bei zu kleinen Gruppen neigt die Art gelegentlich zum Flossenzupfen (Fin-Nipping), weshalb eine Haltung in größeren Schwärmen empfohlen wird. Die Tiere sind tagaktiv und bevorzugen die mittleren Wasserschichten.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Inpaichthys parauapiranga stammt aus dem Einzugsgebiet des Rio Aripuanã, einem Nebenfluss des oberen Rio Madeira im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Die Typuslokalität liegt in einem Tributär des Rio Canamã. Die Art bewohnt kleine, schmale Waldbäche mit einer Breite von etwa 2 Metern und einer Tiefe von rund 60 Zentimetern. Das Wasser ist klar und fließt langsam bis mäßig schnell über sandigem Substrat. Die Bäche sind von dichter aquatischer Vegetation gesäumt, die Schatten spendet und zahlreiche Versteckmöglichkeiten bietet. Das Habitat ist durch weiches, leicht saures Wasser mit hohem Tanningehalt gekennzeichnet, das durch herabgefallenes Laub und verrottende Pflanzenteile entsteht. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig zwischen 22 und 26 °C. Aufgrund der begrenzten Verbreitung gilt die Art als endemisch für das Rio Aripuanã-System.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Inpaichthys parauapiranga wird ein dicht bepflanztes Aquarium ab 40 Litern empfohlen, wobei größere Becken (ab 60 Liter) für Schwärme von 10 oder mehr Tieren ideal sind. Die Einrichtung sollte den natürlichen Lebensraum nachbilden: ein sandiger Bodengrund, zahlreiche Wasserpflanzen (z.B. Javafarn, Anubias, Cryptocorynen) und Schwimmpflanzen zur Lichtdämpfung schaffen optimale Bedingungen. Wurzeln und getrocknete Laubblätter (Seemandelbaumblätter, Erlenzapfen) geben Tannine ab und fördern die natürliche Färbung. Gedämpftes Licht lässt die rote Streifenzeichnung besonders intensiv leuchten. Sichtbarrieren durch Pflanzen und Wurzeln reduzieren territoriales Verhalten der Männchen. Eine dunkle Rückwand verstärkt den Kontrast der Farben.
Wasserwerte & Technik
Die Wassertemperatur sollte konstant zwischen 22 und 26 °C liegen. Der pH-Wert wird im leicht sauren bis neutralen Bereich von 5,5 bis 7,0 gehalten, wobei Werte um 6,0 bis 6,5 optimal sind. Die Gesamthärte (GH) sollte 3–12 °dH betragen, die Karbonathärte (KH) 0–4 °dH. Die Leitfähigkeit liegt idealerweise bei 50–200 µS/cm. Eine sanfte Filterung mit geringer Strömung ist wichtig, da die Art aus langsam fließenden Gewässern stammt. Luftbetriebene Schwammfilter oder kleine Innenfilter mit gedrosseltem Durchfluss sind geeignet. Regelmäßige, kleine Wasserwechsel (wöchentlich 20–30%) stabilisieren die Wasserwerte. Die Art reagiert empfindlich auf plötzliche Wasserwertänderungen, daher sollten Anpassungen stets langsam erfolgen.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Inpaichthys parauapiranga ist ein obligater Schwarmfisch und sollte niemals einzeln oder paarweise gehalten werden. Die Mindestgruppengröße beträgt 6 Tiere, optimal sind jedoch 10 oder mehr Exemplare. In größeren Gruppen zeigen die Tiere ihr natürliches Schwarmverhalten und entwickeln intensivere Farben. Männchen etablieren innerhalb des Schwarms eine lockere Rangordnung, die sich in kurzen Verfolgungsjagden äußert. Diese Auseinandersetzungen sind in der Regel harmlos, sofern ausreichend Ausweichraum vorhanden ist. Bei zu kleinen Gruppen kann es zu Stress und gelegentlichem Flossenzupfen kommen. Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis (z.B. 6 Männchen und 6 Weibchen) fördert natürliches Balzverhalten und reduziert innerartliche Aggression.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Der friedliche Scratched Inpa Tetra eignet sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien mit anderen kleinen, ruhigen Arten. Geeignete Mitbewohner sind kleine Panzerwelse (Corydoras pygmaeus, C. hastatus), Zwergbuntbarsche (Apistogramma-Arten), Ziersalmler (Hyphessobrycon, Paracheirodon) und Bleistiftfische (Nannostomus). Bodenbewohnende Arten wie Otocinclus oder kleine L-Welse stellen ebenfalls keine Probleme dar. Zu vermeiden sind große, räuberische Fische (z.B. große Buntbarsche, Raubsalmler) sowie hektische, aggressive Arten. Auch sehr kleine Garnelen könnten als Beute betrachtet werden, während größere Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) problemlos vergesellschaftet werden können. Die Kombination mit anderen Inpaichthys-Arten ist möglich, kann aber zu Hybridisierung führen.
Ernährung & Fütterung
In der Natur ernährt sich Inpaichthys parauapiranga von Mikroorganismen und kleinen aquatischen Wirbellosen wie Wasserflöhen, Hüpferlingen und Mückenlarven. Im Aquarium akzeptiert die Art hochwertiges Trockenfutter in Form von Mikrogranulat und feinen Flocken. Besonders empfohlen werden spezielle Nano-Fischfutter und Pulverfutter. Zur Förderung der Farbenpracht und Kondition sollte regelmäßig (2–3 Mal wöchentlich) Lebendfutter oder Frostfutter gereicht werden: Artemia, Cyclops, Daphnien, Mikrowürmer und feine Mückenlarven. Die Fütterung erfolgt 1–2 Mal täglich in kleinen Portionen, die innerhalb weniger Minuten aufgenommen werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung ist entscheidend für Gesundheit, Farbintensität und Fortpflanzungsbereitschaft. Ein wöchentlicher Fastentag beugt Verfettung vor.
Zucht & Vermehrung
Die Zucht von Inpaichthys parauapiranga ist bei optimalen Bedingungen möglich. Geschlechtsunterschiede zeigen sich in der intensiveren Färbung und schlankeren Körperform der Männchen, während Weibchen fülliger und matter gefärbt sind. Zur Zucht wird ein separates Ablaichbecken (ab 20 Liter) mit weichem (GH 2–5 °dH), saurem Wasser (pH 5,5–6,5) und einer leicht erhöhten Temperatur (25–26 °C) eingerichtet. Ein Laichrost oder feinfiedrige Pflanzen (Javamoos) schützen die Eier vor Fraßfeinden. Die Zucht kann paarweise oder in Gruppen (z.B. 6 Männchen + 6 Weibchen) erfolgen. Konditionierung mit reichhaltigem Lebendfutter (Artemia, Cyclops) über 1–2 Wochen stimuliert die Laichbereitschaft. Die Eiablage erfolgt meist in den frühen Morgenstunden. Die Elterntiere sollten nach dem Ablaichen entfernt werden. Die Eier schlüpfen nach 24–48 Stunden, die Larven schwimmen nach 3–4 Tagen frei. Erstfutter sind Infusorien oder Staubfutter, später Mikrowürmer und Artemia-Nauplien. Eine sanfte Filterung (Luftheber, Schwammfilter) ist wichtig.
Gesundheit & typische Probleme
Bei artgerechter Haltung ist Inpaichthys parauapiranga robust und wenig krankheitsanfällig. Häufigste Probleme entstehen durch plötzliche Wasserwertänderungen, die zu Stress und erhöhter Infektionsanfälligkeit führen. Typische Zierfischkrankheiten wie Ichthyophthirius (Weißpünktchenkrankheit), bakterielle Infektionen und Pilzbefall können auftreten, lassen sich aber bei frühzeitiger Erkennung gut behandeln. Symptome wie eingeklemmte Flossen, Scheuern an Gegenständen oder Farbverlust deuten auf gesundheitliche Probleme hin. Vorbeugende Maßnahmen umfassen stabile Wasserwerte, regelmäßige Teilwasserwechsel, abwechslungsreiche Ernährung und Quarantäne neuer Tiere. Eine ausreichende Gruppengröße reduziert Stress erheblich. Bei Krankheitsausbruch sollten betroffene Tiere isoliert und gezielt behandelt werden. Überfütterung und daraus resultierende Wasserbelastung sind zu vermeiden.
Schutzstatus & Verantwortung
IUCN
Nicht bewertet (NE). Die Art wurde erst 2024 wissenschaftlich beschrieben und ist daher noch nicht von der IUCN evaluiert worden.
Nicht bewertet (NE). Die Art wurde erst 2024 wissenschaftlich beschrieben und ist daher noch nicht von der IUCN evaluiert worden.
CITES
Nicht gelistet. Inpaichthys parauapiranga unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen.
Nicht gelistet. Inpaichthys parauapiranga unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen gemäß dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen.
WISIA
Nicht geschützt. Die Art ist aufgrund ihrer erst kürzlichen Beschreibung noch nicht in der deutschen Artenschutzdatenbank WISIA erfasst. Ein Herkunftsnachweis ist derzeit nicht erforderlich.
Nicht geschützt. Die Art ist aufgrund ihrer erst kürzlichen Beschreibung noch nicht in der deutschen Artenschutzdatenbank WISIA erfasst. Ein Herkunftsnachweis ist derzeit nicht erforderlich.
Trotz des fehlenden formellen Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit dieser endemischen Art umgehen. Die begrenzte Verbreitung im Rio Aripuanã-System macht die Art potenziell anfällig für Habitatverlust durch Abholzung und Gewässerverschmutzung. Nachzuchten sollten bevorzugt werden, um Wildfänge zu reduzieren. Aquarianer können durch erfolgreiche Zucht zum Erhalt der Art in menschlicher Obhut beitragen.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß sollte das Aquarium für Scratched Inpa Tetras sein?
Für eine Gruppe von 6–8 Tieren ist ein Aquarium ab 40 Litern ausreichend. Größere Becken (ab 60 Liter) sind für Schwärme von 10 oder mehr Exemplaren ideal und fördern natürliches Verhalten sowie intensivere Färbung. Das Becken sollte dicht bepflanzt und mit gedämpfter Beleuchtung ausgestattet sein.
Für eine Gruppe von 6–8 Tieren ist ein Aquarium ab 40 Litern ausreichend. Größere Becken (ab 60 Liter) sind für Schwärme von 10 oder mehr Exemplaren ideal und fördern natürliches Verhalten sowie intensivere Färbung. Das Becken sollte dicht bepflanzt und mit gedämpfter Beleuchtung ausgestattet sein.
Können Scratched Inpa Tetras mit Garnelen gehalten werden?
Größere Zwerggarnelen wie Neocaridina oder Caridina können problemlos mit Inpaichthys parauapiranga vergesellschaftet werden. Sehr kleine Garnelenarten oder Junggarnelen könnten jedoch als Beute betrachtet werden. Eine dichte Bepflanzung bietet Garnelen Rückzugsmöglichkeiten.
Größere Zwerggarnelen wie Neocaridina oder Caridina können problemlos mit Inpaichthys parauapiranga vergesellschaftet werden. Sehr kleine Garnelenarten oder Junggarnelen könnten jedoch als Beute betrachtet werden. Eine dichte Bepflanzung bietet Garnelen Rückzugsmöglichkeiten.
Wie unterscheidet man Männchen und Weibchen?
Männchen zeigen eine intensivere Färbung mit leuchtend roten Längsbändern und sind schlanker gebaut. Weibchen sind fülliger, besonders wenn sie laichbereit sind, und weisen eine mattere Färbung auf. Die Geschlechtsunterschiede werden bei geschlechtsreifen Tieren (ab 6–8 Monaten) deutlicher.
Welche Wasserwerte sind optimal?
Die idealen Wasserwerte liegen bei einer Temperatur von 22–26 °C, einem pH-Wert von 5,5–7,0 (optimal 6,0–6,5), einer Gesamthärte von 3–12 °dH und einer Karbonathärte von 0–4 °dH. Weiches, leicht saures Wasser mit Tanninen (durch Seemandelbaumblätter oder Erlenzapfen) fördert Wohlbefinden und Farbenpracht.
Ist die Zucht schwierig?
Die Zucht ist bei optimalen Bedingungen gut möglich. Wichtig sind weiches, saures Wasser, eine Konditionierung mit Lebendfutter und ein separates Ablaichbecken. Die Elterntiere müssen nach dem Ablaichen entfernt werden, da sie die Eier fressen. Die Aufzucht der Jungfische erfordert Infusorien als Erstfutter und später Artemia-Nauplien.
Wissenschaftliche Quellen
- FishBase (2024)
Inpaichthys parauapiranga - Aquabota (2024)
Inpaichthys parauapiranga – Tétra feu du Para - Aquadiction (2024)
Scratched Inpa Tetra – Inpaichthys parauapiranga Fish Species - Aquaportail (2024)
Inpaichthys (genre) - Aquarium Glaser (2024)
Coming soon: Inpaichthys parauapiranga
