Neolamprologus leleupi

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Neolamprologus leleupi - Tangajikasee Goldcichlide
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Neolamprologus leleupi - Tangajikasee Goldcichlide
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Neolamprologus leleupi - Tangajikasee Goldcichlidev
 
Neolamprologus leleupi - Tangajikasee Goldcichlide

Wissenschaftlicher Name
Neolamprologus leleupi
Familie
Cichlidae (Buntbarsche)
Ordnung
Cichliformes
Name
Tangajikasee Goldcichlide
Herkunft
Ostafrika, Tangajikasee endemisch Congo, Democratic RepublicTanzaniaZambiaBurundi
Lebensraum
Stehende, extrem klare und sauerstoffreiche Gewässer
Ernährung
Carnivor
Größe
ca. 10 cm
Lebenserwartung
8 bis 10 Jahre
Temperatur
24° - 26° C
pH-Wert
7,8 - 9,0 (strikt alkalisch, der Wert sollte keinesfalls unter 7,5 fallen)
Gesamthärte
9° - 20° dGH
Karbonathärte
15° - 20° dKH
Haltung
Aquarium: Wichtig für die Haltung ist vor allem eine hohe Stabilität dieser Werte, da die Fische auf starke Schwankungen empfindlich und mit erhöhtem Aggressionsverhalten reagieren.
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschrittene
Sozialverhalten
Ausgeprägter Einzelgänger, der stark revierbildend und innerartlich extrem aggressiv ist.
IUCN-Status
Nicht gefährdet (Least Concern - LC)
Verbreitungskarte & Fundort
Unter der wissenschaftlichen Bezeichnung Neolamprologus leleupi verbirgt sich eine der unaufhaltsamsten Farbomben der ostafrikanischen Aquaristik. Im deutschen Sprachraum ist dieser ungemein charakterstarke Buntbarsch unter dem passenden Namen Tanganjika-Goldcichlide oder schlicht als Zitronen-Buntbarsch bekannt. Seinen wissenschaftlichen Artnamen verdankt er dem belgischen Zoologen Narcisse Leleup, welcher diesen außergewöhnlichen Fisch in den 1950er-Jahren entdeckte und damit ein strahlend gelbes Juwel in die Heimaquarien brachte, das bis heute zu den absoluten Lieblingen unter den ostafrikanischen Grabenbruchcichliden zählt.

Optik & Verhalten

Das äußere Erscheinungsbild dieses Buntbarsches fasziniert durch ein ungemein intensives, fast unnatürlich wirkendes Farbenspiel und eine kraftvolle, torpedoförmige Silhouette. Der langgestreckte, seitlich leicht komprimierte Körper weist bei der populärsten Zucht- und Standortvariante eine deckende, leuchtend zitronengelbe bis tief goldorangefarbene Färbung auf, die im Aquarium einen spektakulären Kontrast bietet. Das unbestrittene optische Hauptmerkmal ist die feine, neongelbe bis bläulich schimmernde Lippen- und Augenrandzeichnung, während die unpaaren Flossen oft von einem hauchdünnen, dunklen oder hellen Saum umrahmt werden. Die Männchen werden mit einer maximalen Endgröße von etwa zehn Zentimetern etwas größer, massiver und entwickeln im Alter einen ausgeprägten, bulligen Rammkopf, während die Weibchen meist bei etwa acht Zentimetern stehen bleiben und insgesamt zierlicher gebaut sind. Ihr Verhalten lässt sich am besten als hochintelligent, selbstbewusst und überaus revierbetont beschreiben. Als klassische Höhlen- und Spaltenbewohner patrouillieren sie unermüdlich durch ihr Steindickicht und zeigen gegenüber Eindringlingen ein unerschrockenes, wehrhaftes Verteidigungsverhalten, was ihnen einen unheimlich markanten Charakter verleiht.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die Heimat des Tanganjika-Goldcichliden liegt endemisch in den tiefen, mineralienreichen Wassermassen des Tanganjikasees in Ostafrika, wobei die Art vor allem entlang der felsigen Küstenabschnitte im gesamten See weit verbreitet ist. Er bewohnt dort vorzugsweise das reine, stark strukturierte Felslitoral sowie die Übergangszonen in Tiefen von fünf bis zu vierzig Metern. Ein ganz entscheidendes ökologisches Merkmal ihres Habitats sind die unzähligen, tiefen Felsspalten, Höhlensysteme und Geröllhalden, die den Fischen nicht nur Schutz vor größeren Raubfischen bieten, sondern auch das biologische Zentrum für ihre Revierbildung, die Jagd nach kleinen Krebstieren und die gesamte Fortpflanzung darstellen.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aufgrund der ausgeprägten Aggressivität und des territorialen Verhaltens der Tiere stellt die Haltung klare Ansprüche an das Platzangebot, weshalb eine Pflege in kleinen Nano-Aquarien oder Standard-Einsteigerbecken absolut nicht artgerecht ist. Ein passendes Zuhause für ein harmonierendes Paar erfordert zwingend ausreichend Volumen und eine gute Grundfläche, weshalb die Pflege in Aquarien ab einem Mindestvolumen von zweihundert Litern oder einer Kantenlänge ab einhundert Zentimetern beginnen sollte. Die Fische gelten als erfreulich robust und extrem zäh gegenüber Krankheiten, verlangen jedoch nach einer hohen Konstanz der Wasserparameter. Eine lückenlos schließende Aquarienabdeckung ist eine sinnvolle Grundvoraussetzung, um das Becken vor Staub und übermäßiger Verdunstung zu schützen.

Aquarium-Einrichtung
Bei der Gestaltung des Aquariums muss dem natürlichen Drang der Fische nach Höhlen und Steinaufbauten absolute Priorität eingeräumt werden. Der Bodengrund sollte aus feinem, hellem Sand bestehen, da die Fische gerne kleine Mulden graben. Das unbestrittene Herzstück der Einrichtung ist eine massive, standsichere Steinrückwand oder Geröllhalde aus großen Lochsteinen, Basalt oder Granit, die bis knapp unter die Wasseroberfläche reichen darf. Diese Steine müssen so angeordnet werden, dass sie unzählige tiefe Höhlen, Durchgänge und Sichtbarrieren bilden, damit sich unterdrückte Tiere komplett aus den Augen gehen können. Eine Bepflanzung ist mit robusten Aufsitzerpflanzen wie Javafarn oder Speerblättern auf den Steinen möglich, da die Fische das lebende Pflanzengewebe niemals beschädigen, obgleich echte Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum gar nicht vorkommen.

Wasserwerte & Technik
In Bezug auf die Wasserchemie stellt der Goldcichlide sehr spezifische Ansprüche, da er an das extrem mineralienreiche und alkalische Wasser des afrikanischen Grabenbruchs angepasst ist. Er benötigt zwingend hartes bis sehr hartes Wasser mit einer Gesamthärte zwischen zehn und zwanzig Grad sowie einer Karbonathärte von mindestens acht bis fünfzehn Grad. Der pH-Wert muss sich absolut stabil im stark alkalischen Bereich zwischen siebeneinhalb und etwa neun bewegen, da saures Wasser für diese Fische hochgradig schädlich ist. Die Wassertemperatur ist optimal im tropischen Bereich zwischen vierundzwanzig und sechsundzwanzig Grad Celsius eingestellt. Technisch empfiehlt sich ein leistungsstarker, biologisch gut dimensionierter Außenfilter oder ein Innenfilter, der für eine exzellente Wasserreinigung sorgt und eine kräftige Strömung erzeugt, was auch den Sauerstoffgehalt hoch hält.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Neolamprologus leleupi besitzt ein hochkomplexes, stark ausgeprägtes Individualterritorialverhalten und gilt untereinander als überaus unverträglich, weshalb eine Haltung mehrerer Männchen in einem Becken fast immer in schweren Beschädigungskämpfen endet. Die mit Abstand beste Haltungsmethode ist die Pflege als festes, harmonierendes Paar. Da sich die Geschlechter äußerlich kaum unterscheiden und eine willkürliche Zusammensetzung oft tödlich verläuft, setzt man idealerweise eine Gruppe von fünf bis sechs Jungfischen zusammen in ein Becken und wartet, bis sich ein Paar harmonisch zusammengefunden hat, woraufhin die restlichen Tiere zwingend entfernt werden müssen. Ein etabliertes Paar verteidigt sein gemeinsames Revier treu, zeigt außerhalb der Brutzeit aber dennoch eine gewisse gesunde Distanz.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Unsere Vorgehensweise und Zuchterfahrung von unserem Züchter Walter Hilgner:

Neolamprologus leleupi hat eine ausgeprägte innerartliche Aggression. Setzt man ein "Paar" wahllos zusammen, endet es meist mit dem Tod des Weibchens. Sinnvoll ist es, eine Gruppe von ca. zwölf Tieren großzuziehen und kräftig, vorzugsweise mit gefrorenem Artemia zu füttern. Wenn ein Weibchen Laich angesetzt hat und sich zitternd quer vor ein größeres Männchen stellt, setzen wir beide in ein separates Zuchtbecken. In der Regel laicht das Pärchen in den nächsten Tagen an der Höhlendecke (z. B. Kokusnussschale) ab.

Nach ca. 48 Stunden schlüpfen die Larven und schwimmen nach weiteren zwölf Tagen frei. Gefüttert wird mehrmals täglich mit Artemianauplien. Um eine einwandfreie Färbung zu erzielen, sollte dieses Futter bis zu einer Größe von 4 cm gereicht werden. Zusätzlich füttern wir verschiedene andere Frostfuttersorten. Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist ebenfalls erforderlich. Bei schlechter Wasserqualität und falscher Fütterung verblasst die Farbe von Neolamprologus leleupi und die Tiere werden braun.

Nimmt man das Gelege aus dem Zuchtaquarium um es separat aufzuziehen lässt der Brutpflegetrieb nach. Es endet meist damit, dass das Weibchen in zerbissenem Zustand aus dem Becken entfernt werden muss.

Neolamprologus leleupi ist in einem Tanganjikaseeaquarium ein echter Blickfang und ein harmonisches Paar gibt Anlass, regelmäßig das Leben im Aquarium zu beobachten.
Dank seiner wehrhaften Natur eignet sich dieser Goldcichlide hervorragend für größere Tanganjika-Gemeinschaftsbecken, sofern die Mitbewohner robust genug sind. Hervorragende Partner sind andere Buntbarsche des Tanganjikasees, die völlig andere ökologische Nischen besetzen, wie beispielsweise die Schneckenbuntbarsche der Gattung Lamprologus auf den freien Sandflächen oder freischwimmende Kärpflingscichliden der Gattung Cyprichromis im oberen Freiwasser. Auch die Kombination mit robusten Felsencichliden der Gattung Julidochromis funktioniert meist reibungslos, sofern ausreichend getrennte Steinstapel vorhanden sind. Große, räuberische Arten oder rabiate Großcichliden sollten gemieden werden. Zwerggarnelen werden aufgrund der räuberischen Natur der Barsche unweigerlich als willkommener Snack angesehen und im Handumdrehen erbeutet.

Ernährung & Fütterung

Als klassische Fleischfresser (Karnivoren) mit einer Vorliebe für kleine Krebstiere benötigen die Barsche eine proteinreiche und abwechslungsreiche Kost. Auf rein pflanzliche Flocken reagieren sie oft zögerlich. Die artgerechte Ernährung basiert auf hochwertigem Flockenfutter und Granulat für carnivore Buntbarsche sowie auf regelmäßigem Frost- und Lebendfutter. Ganz oben auf dem Speiseplan stehen Artemia, Cyclops, Daphnien sowie weiße und schwarze Mückenlarven. Ein biologischer Fakt ist, dass die Fische für den Erhalt ihrer leuchtend gelben Farbe carotinhaltiges Futter wie Artemia oder Krill benötigen, da sie andernfalls im Aquarium im Laufe der Generationen blass und gräulich werden. Da die Fische gierige Fresser sind, sollte maßvoll gefüttert werden.

Zucht & Vermehrung

Die Vermehrung im Aquarium ist ein faszinierendes Naturschauspiel und gelingt bei einem festen Paar und einer abwechslungsreichen Proteinfütterung relativ zuverlässig. Die Fische sind klassische, versteckte Höhlenbrüter, die für das Ablaichen die tiefste, dunkelste Spalte in den Steinaufbauten wählen. Das Weibchen legt dort in einer stundenlangen Zeremonie bis zu einhundertfünfzig klebrige Eier an die Höhlenwand, die vom Männchen befruchtet werden. Das Weibchen übernimmt die intensive Brutpflege direkt am Gelege, während das Männchen furchtlos den gesamten Außenbereich der Höhle gegen jeden Eindringling verteidigt. Die Larven schlüpfen nach rund drei bis vier Tagen; sobald sie nach etwa einer Woche frei schwimmen, können die Babys problemlos mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien und feinstem Staubfutter großgezogen werden.

Gesundheit & typische Probleme

Grundsätzlich gilt der Tanganjika-Goldcichlide als robuster und krankheitsresistenter Pflegling, sofern die Beckenhygiene und insbesondere der alkalische pH-Wert stimmen. Das größte Gesundheitsrisiko resultiert aus einem plötzlichen Absinken des pH-Wertes in den sauren Bereich oder aus mangelhaften Wasserwechseln, da die Tiere bei hoher Keimdichte schnell zur sogenannten Tanganjika-Cichliden-Krankheit (bakterielle Infektionen der Haut und des Darmes) neigen. Ein weiteres Problem sind mechanische Verletzungen der Haut oder des Maules, die aus Revierkämpfen resultieren. Regelmäßige, wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa dreißig Prozent mit gut temperiertem, hartem Frischwasser und der vorbeugende Einsatz von Seemandelbaumblättern zur sanften Desinfektion sind die beste Prophylaxe, um das Immunsystem der Fische dauerhaft stabil zu halten.

Schutzstatus & Verantwortung

Der Tanganjika-Goldcichlide unterliegt beim Erwerb im Zoohandel keinerlei direkten ökologischen oder artenschutzrechtlichen Bedenken, da der weltweite Bedarf heute größtenteils durch unkomplizierte Nachzuchten aus kommerziellen Zuchtanlagen und von privaten Züchtern gedeckt wird, obgleich auch gelegentlich nachhaltige Wildfänge importiert werden. Dennoch trägt jeder Halter die moralische Verantwortung, diesen territorialen Tieren den nötigen Raum und ausreichend Höhlen zur Verfügung zu stellen. Ein Aussetzen dieser afrikanischen Fische in die mitteleuropäische Natur ist strengstens verboten; den kalten Winter würden sie aufgrund ihrer tropischen Wurzeln absolut nicht überleben und innerhalb kürzester Zeit sterben.

IUCN
In der Roten Liste der IUCN wird die Art Neolamprologus leleupi aktuell als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Aufgrund ihres riesigen Verbreitungsgebietes im gesamten Tanganjikasee und ihrer stabilen Populationen in den tiefen Felszonen gelten die Wildbestände derzeit als absolut stabil und nicht akut bedroht.

CITES
Der Tanganjika-Goldcichlide ist gegenwärtig nicht in den Anhängen des internationalen CITES-Artenschutzübereinkommens gelistet. Es existieren somit weltweit keinerlei Handelsbeschränkungen, behördlichen Exportquoten oder speziellen Nachweispflichten für den legalen Kauf oder Verkauf dieser Fische im Heimtiersektor.

WISIA
Im deutschen wissenschaftlichen Artenschutz-Informationssystem WISIA wird die Art aktuell nicht als geschützte oder invasive Art mit speziellen Halte- oder Vermarktungsverboten geführt. Der legale Handel, die Weitergabe und die Pflege der Tiere sind im europäischen Raum somit vollkommen frei von behördlichen Meldepflichten möglich.

Häufig gestellte Fragen

Wie alt können Tanganjika-Goldcichlide im Aquarium werden?
Diese kräftigen, charakterstarken Cichliden besitzen eine erstaunlich hohe Lebenserwartung, die viele kleinere Salmler oder Bärblinge weit übertrifft. Bei artgerechter Haltung, guter Filterung und abwechslungsreicher Fütterung können sie im Aquarium ein Alter von acht bis zu zehn Jahren erreichen.

Warum wird mein gelber Fisch plötzlich dunkel oder fleckig?
Ein teilweises Dunkelfärben oder das Auftreten von schmutzig-grauen Flecken auf dem gelben Körper ist bei dieser Art meist kein Krankheitszeichen, sondern eine stress- oder stimmungsbedingte Reaktion. Es tritt häufig bei Revierstreitigkeiten, während der nächtlichen Ruhephase oder bei Unwohlsein durch falsche Wasserwerte auf.

Kann man diese Art mit Malawisee-Buntbarschen zusammen halten?
Davon wird in der Fachaquaristik dringend abgeraten. Obwohl beide Seen hartes Wasser aufweisen, unterscheidet sich das Sozialverhalten und die Kommunikation der Tanganjika-Cichliden drastisch von den Malawisee-Cichliden. Zudem sind viele Malawisee-Arten deutlich rabiater und würden die höhlenbrütenden Goldcichliden permanent unterdrücken.

Fressen Tanganjika-Goldcichlide die Aquarienpflanzen auf?
Nein, überhaupt nicht. Als reine Fleischfresser vergreifen sie sich niemals an gesunden Aquarienpflanzen. Sie nutzen das dichte Grün lediglich als Sichtschutz oder Reviergrenze und lassen die Unterwasserbotanik komplett unbeschädigt.

Wie unterscheide ich Männchen und Weibchen zuverlässig?
Die Geschlechterunterscheidung ist bei dieser Art eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt, da sie optisch nahezu identisch sind. Erst bei ausgewachsenen Tieren ab etwa zwei Jahren lässt sich vermuten, dass das größere, massivere Tier mit dem bulligeren Kopf das Männchen ist, während das Weibchen etwas kleiner, schlanker bleibt und zur Laichzeit eine sichtbare Genitalpapille zeigt.