Parasicydium bandama

 
African Algae Eating Goby (Parasicydium bandama) – Afrikanische Strömungsgrundel

Wissenschaftlicher Name
Parasicydium bandama
Familie
Oxudercidae (Schlammspringerartige)
Ordnung
Gobiiformes (Grundelartige)
Name
African Algae Eating Goby
Herkunft
Mittelafrika: Kamerun Cameroon, Kongo Congo, Gabun Gabon, Elfenbeinküste Côte d'Ivoire
Lebensraum
Sauerstoffreiche Gewässer mit starker Strömung
Ernährung
Limnivor
Größe
5 - 6 cm
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
Temperatur
22° - 26°C
pH-Wert
7,0 - 8,0 (leicht alkalisch ist ideal)
Gesamthärte
5° - 15° dGH
Karbonathärte
4° - 10° dKH
Haltung
Aquarium
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Nicht dokumentiert
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Der African Algae Eating Goby (Parasicydium bandama) ist eine faszinierende Süßwassergrundel aus den schnellfließenden Gewässern Mittelafrikas. Diese Art bewohnt Flüsse und Bäche in Kamerun, Kongo, Gabun und der Elfenbeinküste, wo sie sich bevorzugt in stark strömenden Bereichen rund um Felsen aufhält. Als amphidrome Art durchläuft Parasicydium bandama einen besonderen Lebenszyklus, der marine Larvenstadien einschließt. Im Aquarium ist diese Grundel eine interessante, aber anspruchsvolle Art, die spezielle Haltungsbedingungen mit starker Strömung und sauerstoffreichem Wasser benötigt. Aufgrund der begrenzten wissenschaftlichen Datenlage und der speziellen Anforderungen eignet sich diese Art eher für fortgeschrittene Aquarianer mit Erfahrung in der Haltung strömungsliebender Fische.

Optik & Verhalten

Der African Algae Eating Goby ist eine spezialisierte Grundel, die perfekt an das Leben in schnellfließenden Gewässern angepasst ist. Wie der englische Handelsname bereits andeutet, ernährt sich diese Art hauptsächlich von Algenaufwuchs, den sie von Steinen und anderen Oberflächen abweidet. Die Art kann leicht mit Sicydium crenilabrum verwechselt werden, einer verwandten Grundelart mit ähnlicher Lebensweise. Über das genaue Aussehen und Verhaltensmuster von Parasicydium bandama liegen nur begrenzte Informationen vor, was die Art zu einem interessanten Studienobjekt für engagierte Aquarianer macht.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Parasicydium bandama bewohnt schnellfließende Bäche und Flüsse in Mittelafrika. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Kamerun, den Kongo, Gabun und die Elfenbeinküste. Die Art bevorzugt Bereiche mit starker Strömung, wo sie sich zwischen und auf Felsen aufhält. Diese Habitate zeichnen sich durch hohe Sauerstoffkonzentrationen und klares, bewegtes Wasser aus. Als amphidrome Art hat Parasicydium bandama einen besonderen Lebenszyklus: Die Larven wandern ins Meer, wo sie ihre frühen Entwicklungsstadien durchlaufen, bevor sie als Jungfische in die Süßgewässer zurückkehren. Diese Lebensweise ist typisch für viele tropische Grundelarten und stellt besondere Anforderungen an die Aquarienhaltung, insbesondere hinsichtlich der Nachzucht.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Parasicydium bandama ist eine Einrichtung erforderlich, die den natürlichen Lebensraum nachbildet. Das Aquarium sollte mit glatten Steinen und Felsen ausgestattet sein, die als Weideflächen für Algen dienen. Eine strukturreiche Gestaltung mit Versteckmöglichkeiten zwischen den Steinen ist wichtig. Die Beleuchtung sollte so gewählt werden, dass sich ausreichend Algenaufwuchs auf den Oberflächen bilden kann, da dies die natürliche Nahrungsgrundlage der Art darstellt.

Wasserwerte & Technik
Die wichtigste Anforderung für die erfolgreiche Haltung ist eine starke Strömung und ein hoher Sauerstoffgehalt im Wasser. Eine leistungsstarke Strömungspumpe ist unerlässlich, um die natürlichen Bedingungen nachzuahmen. Die Filterung muss effizient sein, um das Wasser sauber und klar zu halten. Spezifische Wasserwerte zu Temperatur, pH-Wert und Härte sind in der wissenschaftlichen Literatur nicht dokumentiert, jedoch sollten die Bedingungen tropischer afrikanischer Fließgewässer nachgebildet werden. Eine gute Wasserqualität mit regelmäßigen Wasserwechseln ist essentiell.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Über das Sozialverhalten und die ideale Gruppengröße von Parasicydium bandama liegen keine gesicherten Informationen vor. Beobachtungen an verwandten Arten legen nahe, dass diese Grundeln territorial sein können, aber auch in lockeren Gruppen vorkommen. Aquarianer sollten mit einer kleinen Gruppe beginnen und das Verhalten genau beobachten.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Zur Vergesellschaftung mit anderen Fischarten liegen keine spezifischen Informationen vor. Generell sollten nur Arten gewählt werden, die ähnliche Anforderungen an Strömung und Wasserqualität haben und nicht um die gleichen Nahrungsressourcen konkurrieren. Friedliche, strömungsliebende Arten aus ähnlichen Habitaten könnten geeignete Beifische sein.

Ernährung & Fütterung

Der African Algae Eating Goby ist, wie der Name vermuten lässt, hauptsächlich auf Algen als Nahrung spezialisiert. Im Aquarium sollte für ausreichend Algenaufwuchs auf Steinen und Scheiben gesorgt werden. Zusätzlich können algenbasierte Futtertabletten und Gemüse wie blanchierte Zucchini oder Gurke angeboten werden. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichen Komponenten ist wichtig für die Gesundheit der Tiere. Über weitere Nahrungsbestandteile in der Natur ist wenig bekannt, möglicherweise werden auch kleine wirbellose Tiere und Biofilme aufgenommen.

Zucht & Vermehrung

Die Zucht von Parasicydium bandama im Aquarium gilt als äußerst anspruchsvoll bis unmöglich, da die Art einen amphidromen Lebenszyklus aufweist. Die Larven benötigen für ihre Entwicklung Meerwasser oder Brackwasser, was eine kontrollierte Nachzucht im Süßwasseraquarium praktisch ausschließt. Geschlechtsunterschiede, Laichverhalten und spezifische Zuchtbedingungen sind nicht dokumentiert. Alle im Handel erhältlichen Exemplare stammen vermutlich aus Wildfängen.

Gesundheit & typische Probleme

Spezifische Krankheiten oder gesundheitliche Probleme von Parasicydium bandama sind nicht dokumentiert. Wie bei allen strömungsliebenden Arten ist eine exzellente Wasserqualität mit hohem Sauerstoffgehalt essentiell. Unzureichende Strömung oder schlechte Wasserwerte können zu Stress und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen. Eine ausreichende Versorgung mit pflanzlicher Nahrung ist wichtig, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Nicht bewertet (NE). Die Art wurde bisher nicht durch die IUCN Red List hinsichtlich ihrer Gefährdung bewertet.

CITES
Nicht gelistet. Parasicydium bandama unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen.

WISIA
Nicht geschützt. Die Art ist in Deutschland nicht besonders oder streng geschützt. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.

Trotz des fehlenden formellen Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsbewusst mit dieser Art umgehen. Da alle Tiere vermutlich Wildfänge sind und die amphidrome Lebensweise die Populationen anfällig für Habitatverlust macht, ist ein nachhaltiger Umgang wichtig. Der Kauf sollte nur bei seriösen Händlern erfolgen, die Informationen zur Herkunft geben können.


Häufig gestellte Fragen

Welche Aquariengröße benötigt der African Algae Eating Goby?
Obwohl keine spezifischen Mindestmaße dokumentiert sind, sollte das Aquarium aufgrund der benötigten starken Strömung und der Einrichtung mit Steinen mindestens 100 cm Kantenlänge haben. Ein größeres Becken ab 200 Litern ist empfehlenswert, um stabile Wasserwerte und ausreichend Weideflächen für Algen zu gewährleisten.

Ist die Zucht im Aquarium möglich?
Nein, die Zucht von Parasicydium bandama im Aquarium gilt als praktisch unmöglich. Die Art hat einen amphidromen Lebenszyklus, bei dem die Larven ins Meer wandern müssen. Ohne spezielle Brackwasser- oder Meerwasseraufzuchtbecken kann der Lebenszyklus nicht nachvollzogen werden. Alle verfügbaren Tiere sind Wildfänge.

Was frisst der African Algae Eating Goby?
Die Art ernährt sich hauptsächlich von Algen, die sie von Steinen und anderen Oberflächen abweidet. Im Aquarium sollte für natürlichen Algenaufwuchs gesorgt werden, ergänzt durch algenbasierte Futtertabletten und blanchiertes Gemüse wie Zucchini oder Gurke. Eine rein pflanzliche Ernährung ist wichtig für die Gesundheit der Tiere.

Welche Strömung benötigt diese Grundel?
Parasicydium bandama stammt aus schnellfließenden Gewässern und benötigt eine starke Strömung im Aquarium. Eine leistungsstarke Strömungspumpe ist unerlässlich. Die Strömung sollte so stark sein, dass sie die natürlichen Bedingungen afrikanischer Stromschnellen nachahmt, gleichzeitig aber Ruhezonen bietet.

Kann man mehrere Exemplare zusammen halten?
Über das Sozialverhalten ist wenig bekannt. Es wird empfohlen, mit einer kleinen Gruppe zu beginnen und das Verhalten zu beobachten. Ausreichend Struktur mit Versteckmöglichkeiten und Weideflächen kann helfen, Konflikte zu minimieren. Die Haltung sollte vorsichtig angegangen werden, da territoriales Verhalten möglich ist.



Wissenschaftliche Quellen

Primärquellen & Datenbanken

  1. FishBase (o.J.)
    Parasicydium bandama summary
  2. IUCN Red List (o.J.)
    Search results for Parasicydium bandama

Fachliche Quellen

  1. Wikipedia (o.J.)
    Parasicydium bandama
  2. iNaturalist (o.J.)
    Parasicydium bandama

Zusätzliche Informationen

  1. Wetspot Tropical Fish (o.J.)
    Parasicydium bandama
  2. Bay Bridge Aquarium (o.J.)
    African Algae Eating Goby