Parathelphusa pantherina

+4
Parathelphusa pantherina - Panther-Krabbe
+4
Parathelphusa pantherina - Panther-Krabbe
+4
Parathelphusa pantherina - Panther-Krabbe
+4
Parathelphusa pantherina - Panther-Krabbe
 
Panther-Krabbe (Parathelphusa pantherina) – Endemischer Jäger aus Sulawesi

Wissenschaftlicher Name
Parathelphusa pantherina (Schenkel, 1902)
Familie
Gecarcinucidae
Ordnung
Decapoda (Zehnfußkrebse)
Name
Panther-Krabbe
Herkunft
Lake Matano, Sulawesi, Indonesien Indonesia
Lebensraum
Klares, sauerstoffreiches Wasser
Ernährung
Carnivor mit omnivoren Tendenzen
Größe
5 cm Carapax-Breite (Weibchen), bis 12,7 cm Durchmesser (Männchen)
Lebenserwartung
3 bis 6 Jahre
Temperatur
22 - 28 °C
pH-Wert
7 - 8,5
Gesamthärte
8 - 13 °dH
Karbonathärte
3 - 8 °dH
Haltung
Aquarium ab 50 Liter (einzeln), 80 - 100 Liter (Gruppe)
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Territorial, Gruppe mit Verstecken möglich
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Die Panther-Krabbe (Parathelphusa pantherina) ist eine faszinierende Süßwasserkrabbe, die ausschließlich im Lake Matano auf Sulawesi, Indonesien, vorkommt. Mit ihrer auffälligen weiß-gelben bis orange-gelben Grundfärbung und den charakteristischen dunkelbraun-schwarzen Flecken erinnert sie an das Fell eines Raubtieres – daher ihr Name. Diese vollständig aquatisch lebende Art erreicht eine Carapax-Breite von bis zu 5 cm bei Weibchen, während Männchen einen Durchmesser von bis zu 12,7 cm erreichen können. Ihre territoriale Natur und das räuberische Verhalten machen sie zu einer spannenden, aber anspruchsvollen Art für erfahrene Aquarianer. Die Panther-Krabbe wurde 1902 von Schenkel erstbeschrieben und gehört zur Familie der Gecarcinucidae.

Optik & Verhalten

Die Panther-Krabbe besticht durch ihre kontrastreiche Färbung: Auf einem hellen, weiß-gelben bis orange-gelben Untergrund verteilen sich unregelmäßige dunkelbraune bis schwarze Flecken, die an das Muster eines Leoparden oder Jaguars erinnern. Diese Zeichnung ist bei jedem Individuum einzigartig. Geschlechtsunterschiede sind am Bauchschild (Abdomen) erkennbar: Männchen besitzen ein schmales, V-förmiges Abdomen, während Weibchen ein breiteres, U-förmiges aufweisen. Das Verhalten der Art ist territorial und aktiv – sie durchstreift ihr Revier auf der Suche nach Beute und verteidigt Verstecke energisch gegen Artgenossen. Besonders interessant ist ihre Fähigkeit, aus dem Wasser zu klettern, weshalb Aquarien gut abgedeckt sein müssen.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Parathelphusa pantherina ist ein Endemit des Lake Matano, einem der tiefsten Seen Südostasiens auf der indonesischen Insel Sulawesi. Dieser Süßwassersee zeichnet sich durch klares, sauerstoffreiches Wasser und eine einzigartige Fauna aus. Die Krabbe lebt vollständig aquatisch in diesem Habitat und bewohnt Bereiche mit Steinen, Wurzeln und anderen Versteckmöglichkeiten. Der See liegt in einer tropischen Region mit relativ stabilen Wasserparametern das ganze Jahr über. Die isolierte Lage des Sees hat zur Entwicklung zahlreicher endemischer Arten geführt, zu denen auch die Panther-Krabbe gehört. Ihr natürlicher Lebensraum ist durch menschliche Aktivitäten potenziell bedroht, weshalb eine verantwortungsvolle Haltung in Aquarien zur Arterhaltung beitragen kann.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Einzelhaltung einer Panther-Krabbe wird ein Aquarium mit mindestens 50 Litern Volumen empfohlen, für eine Gruppe (idealerweise 2 Weibchen und 1 Männchen) sollten es 80–100 Liter sein. Pro Individuum sollten etwa 38–76 Liter (10–20 Gallonen) eingeplant werden. Die Einrichtung muss zahlreiche Verstecke bieten: Höhlen aus Steinen oder Ton, Kokosnusshälften, Laubblätter und Wurzeln sind ideal. Wichtig ist auch, dass einige Strukturen (Wurzeln, Steine) über die Wasseroberfläche ragen, da die Krabben gelegentlich aus dem Wasser klettern. Das Layout kann einfach gehalten werden, da die Krabben Pflanzen oft zerstören. Ein gut sitzender Deckel ist zwingend erforderlich, um Ausbrüche zu verhindern. Der Bodengrund sollte aus Sand oder feinem Kies bestehen.

Wasserwerte & Technik
Die Panther-Krabbe benötigt Wassertemperaturen zwischen 22 und 28 °C, wobei 24–26 °C optimal sind. Der pH-Wert sollte im leicht alkalischen Bereich von 7 bis 8,5 liegen, die Gesamthärte (GH) zwischen 8 und 13 °dH und die Karbonathärte (KH) zwischen 3 und 8 °dH. Eine starke Filterung ist empfehlenswert, da die Krabben als Fleischfresser das Wasser belasten können. Regelmäßige Wasserwechsel (wöchentlich 20–30 %) sind wichtig, um die Wasserqualität hochzuhalten. Sauerstoffreiche Bedingungen werden bevorzugt, eine moderate Strömung ist vorteilhaft. Die Wasserwerte sollten stabil gehalten werden, da die Art aus einem relativ konstanten natürlichen Habitat stammt.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Parathelphusa pantherina ist territorial und kann aggressiv gegenüber Artgenossen sein. Eine Gruppenhaltung ist möglich, erfordert aber ausreichend Platz und viele Verstecke, damit sich die Tiere aus dem Weg gehen können. Ideal ist ein Geschlechterverhältnis von 2 Weibchen zu 1 Männchen. Jungtiere sind besonders gefährdet, da adulte Krabben kannibalistische Tendenzen zeigen – sie fressen kleinere Artgenossen, wenn diese nicht genügend Rückzugsmöglichkeiten haben. Während der Häutung sind Krabben besonders verletzlich und sollten ungestört bleiben können. Beobachtungen zeigen, dass gut strukturierte Aquarien mit vielen Sichtbarrieren Aggressionen reduzieren.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Die Vergesellschaftung der Panther-Krabbe ist anspruchsvoll. Schnecken und andere Krebse sollten nicht mit ihr gehalten werden, da sie als Beute betrachtet werden. Langsame oder bodenorientierte Fische sind ebenfalls ungeeignet. Geeignet sind schnelle, schwimmfreudige Fische, die sich überwiegend in den oberen Wasserschichten aufhalten und groß genug sind, um nicht als Beute zu dienen. Zwerggarnelen können in großen, gut strukturierten Becken funktionieren, werden aber möglicherweise gejagt. Generell ist die Panther-Krabbe am besten in einem Artbecken oder mit sehr robusten, schnellen Fischarten zu halten. Jede Vergesellschaftung sollte gut beobachtet werden, um sicherzustellen, dass keine Tiere verletzt werden.

Ernährung & Fütterung

In der Natur ernährt sich Parathelphusa pantherina karnivor mit omnivoren Tendenzen: Kleine Fische, Schnecken, Aas und andere Proteinquellen stehen auf dem Speiseplan, gelegentlich wird auch Pflanzenmaterial aufgenommen. Im Aquarium sollte eine proteinreiche Ernährung geboten werden: Gefrorene Bloodworms (Mückenlarven), kleine Schnecken, Fischfleisch, Garnelen und spezielles Krebsfutter sind ideal. Ergänzend können Gemüse wie blanchierte Erbsen, Zucchini oder Spinat angeboten werden. Die Fütterung sollte 1–2 Mal täglich in kleinen Portionen erfolgen. Überfütterung ist zu vermeiden, da Futterreste die Wasserqualität beeinträchtigen. Während der Häutung fressen Krabben oft weniger oder gar nicht – dies ist normal und kein Grund zur Sorge.

Zucht & Vermehrung

Die Panther-Krabbe ist lebendgebärend im weiteren Sinne: Die Weibchen tragen die Eier unter ihrem breiten Bauchschild, wo sie über mehrere Wochen hinweg entwickelt werden. Nach dieser Zeit schlüpfen bereits voll entwickelte Jungkrabben, die sofort selbstständig sind – es gibt kein Larvenstadium. Die Geschlechtsunterschiede sind deutlich: Männchen haben ein schmales, V-förmiges Abdomen, Weibchen ein breites, U-förmiges. Spezifische Trigger für die Fortpflanzung sind nicht dokumentiert, aber gute Wasserbedingungen und ausreichende Ernährung fördern die Reproduktion. Die Aufzucht der Jungtiere ist herausfordernd, da adulte Krabben (auch die Eltern) kannibalistische Tendenzen zeigen. Viele Verstecke und separate Aufzuchtbecken sind erforderlich, um die Überlebensrate zu erhöhen. Die Jungtiere benötigen feines Futter wie Artemia-Nauplien oder zerkleinerte Futterflocken.

Gesundheit & typische Probleme

Panther-Krabben sind relativ robust, wenn die Wasserwerte stabil gehalten werden. Häufige Probleme entstehen durch schlechte Wasserqualität: Ammoniak- oder Nitritvergiftungen können tödlich sein. Während der Häutung sind die Tiere besonders anfällig für Verletzungen und Stress – sie sollten in dieser Phase nicht gestört werden. Fehlgeschlagene Häutungen können auftreten, wenn die Wasserhärte zu niedrig ist oder Kalziummangel besteht. Kannibalismus ist ein natürliches Verhalten, kann aber durch ausreichend Verstecke minimiert werden. Ausbrüche sind ein häufiges Problem, da die Krabben geschickte Kletterer sind – ein gut schließender Deckel ist unerlässlich. Parasiten oder Pilzinfektionen sind selten, können aber bei geschwächten Tieren auftreten. Regelmäßige Beobachtung und stabile Haltungsbedingungen sind der beste Schutz.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Nicht bewertet (NE). Es gibt Hinweise, dass die Art als gefährdet (Endangered) eingestuft werden könnte, dies ist jedoch nicht offiziell bestätigt. 

CITES
Nicht gelistet

WISIA
Nicht geschützt. Kein Herkunftsnachweis erforderlich.

Obwohl kein offizieller Schutzstatus vorliegt, ist Parathelphusa pantherina als Endemit des Lake Matano potenziell gefährdet. Die Zerstörung ihres natürlichen Lebensraums durch menschliche Aktivitäten könnte die Wildpopulation bedrohen. Aquarianer tragen Verantwortung, indem sie nur Nachzuchten erwerben und zur Erhaltung der Art durch verantwortungsvolle Zucht beitragen. Der Handel sollte nachhaltig erfolgen, um Wildentnahmen zu minimieren.


Häufig gestellte Fragen

Wie groß wird die Panther-Krabbe?
Weibchen erreichen eine Carapax-Breite von etwa 5 cm, während Männchen einen Gesamtdurchmesser von bis zu 12,7 cm erreichen können. Die Größe variiert individuell und hängt von den Haltungsbedingungen ab.

Kann man Panther-Krabben mit Fischen vergesellschaften?
Ja, aber nur mit schnellen, schwimmfreudigen Fischen, die sich in den oberen Wasserschichten aufhalten. Langsame oder bodenorientierte Fische sowie Schnecken werden als Beute betrachtet und sollten nicht vergesellschaftet werden.

Wie oft häuten sich Panther-Krabben?
Die Häutungsfrequenz hängt vom Alter und Wachstum ab. Jungtiere häuten sich häufiger (alle paar Wochen), adulte Tiere seltener (alle paar Monate). Während der Häutung sind sie besonders verletzlich und benötigen Ruhe.

Brauchen Panther-Krabben einen Landteil im Aquarium?
Nein, Parathelphusa pantherina ist vollständig aquatisch und benötigt keinen Landteil. Allerdings klettern sie gelegentlich an Strukturen über die Wasseroberfläche, weshalb ein Deckel wichtig ist, um Ausbrüche zu verhindern.

Was fressen Panther-Krabben im Aquarium?
Sie benötigen proteinreiche Kost: Gefrorene Mückenlarven, kleine Schnecken, Fischfleisch, Garnelen und spezielles Krebsfutter. Ergänzend können blanchiertes Gemüse wie Erbsen oder Zucchini angeboten werden. Fütterung 1–2 Mal täglich in kleinen Portionen.



Wissenschaftliche Quelle