Potamocypoda pugil

Potamocypoda pugil - Zwergghost-Krabbe
 
Zwergghost Unterwasserkrabbe (Potamocypoda pugil) – Vollaquatische Süßwasserkrabbe

Wissenschaftlicher Name
Potamocypoda pugil (Tweedie, 1938)
Familie
Dotillidae (Sandkrabben)
Ordnung
Decapoda (Zehnfußkrebse)
Name
Zwergghost-Krabbe
Herkunft
Malaysia Malaysia, Indien India
Lebensraum
Flache, schattige Süßwasserbäche und Flüsse, oft innerhalb von Sumpfwäldern
Ernährung
Omnivor
Größe
1 - 2 cm (Carapax-Breite)
Lebenserwartung
2 bis 3 Jahre
Temperatur
24 - 28 °C
pH-Wert
6,5 - 7,5
Gesamthärte
3 - 30 °dH
Karbonathärte
4 - 20 °dH
Haltung
Aquarium ab 30 Liter
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Gruppe (5 - 6 Tiere)
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Die Zwergghost Unterwasserkrabbe (Potamocypoda pugil) ist eine faszinierende, vollaquatische Süßwasserkrabbe aus Malaysia und Indien. Mit ihrer olivbraunen Färbung und den charakteristischen dicht behaarten Beinen gehört sie zu den wenigen Krabbenarten, die dauerhaft unter Wasser leben. Die Art wurde 1938 von Tweedie erstbeschrieben und zeichnet sich durch ihre scheue, aber friedliche Natur aus. Besonders interessant ist der Geschlechtsdimorphismus: Männchen besitzen asymmetrische Scheren, während Weibchen symmetrische Chelipeden aufweisen. Mit einer maximalen Carapax-Breite von etwa 1-2 cm bleibt diese Art kompakt und eignet sich für kleinere Aquarien ab 30 Litern. Ihre Haltung erfordert jedoch Erfahrung, da die Tiere scheu sind und in zu kleinen Gruppen gestresst reagieren. Eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium wurde bisher nicht dokumentiert, da die Larven vermutlich Brackwasser benötigen.

Optik & Verhalten

Die Zwergghost Unterwasserkrabbe besticht durch ihren breiten, konvexen Carapax in olivbrauner Färbung mit gelblich-braunen Gliedmaßen und Unterseite. Die Augen sind klein und schlank, die Augenhöhlen kurz. Besonders charakteristisch sind die mäßig schlanken, dicht behaarten Beine, die der Art ihr 'ghost'-artiges Erscheinungsbild verleihen. Männchen zeigen asymmetrische Chelipeden (Scheren), während Weibchen symmetrische Scheren besitzen. Die Art ist ausgeprägt scheu und zurückhaltend, zeigt sich jedoch in größeren Gruppen ab 5-6 Tieren deutlich selbstbewusster. Typischerweise hält sie sich auf Wurzeln oder Strukturen knapp über der Wasseroberfläche auf, verlässt das Wasser jedoch nicht für längere Zeit. Verwechslungen sind mit Potamocypoda parapugil möglich.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Potamocypoda pugil bewohnt reine Süßwasserhabitate in Malaysia und Indien. Anders als viele andere Krabbenarten ist sie vollständig aquatisch und benötigt keinen Landteil. Die Tiere halten sich bevorzugt in Bereichen mit Versteckmöglichkeiten und Strukturen auf, die knapp über die Wasseroberfläche ragen. Über die genaue Typ-Lokalität und spezifische Gewässertypen liegen keine detaillierten Informationen vor. Die Art scheint jedoch an relativ weiche bis mittelhartes Wasser angepasst zu sein, wie die breite Toleranz der Gesamthärte (3-30 °dH) vermuten lässt.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Potamocypoda pugil wird ein Aquarium ab 30 Litern empfohlen, wobei größere Becken für Gruppen vorzuziehen sind. Die Einrichtung sollte zahlreiche Versteckmöglichkeiten bieten: Wurzeln, Steine, Höhlen und dichte Bepflanzung schaffen Rückzugsorte für die scheuen Tiere. Besonders wichtig sind Strukturen wie Wurzeln oder Äste, die knapp über die Wasseroberfläche ragen, da die Krabben gerne auf solchen Plätzen verweilen. Ein dunkler Bodengrund und gedämpfte Beleuchtung erhöhen das Wohlbefinden. Die Art ist vollaquatisch und benötigt keinen Landteil. 

Wasserwerte & Technik
Die optimalen Wasserwerte liegen bei 24-28 °C Temperatur, einem pH-Wert von 6,5-7,5 und einer Gesamthärte von 3-30 °dH. Die Karbonathärte sollte zwischen 4-20 °dH liegen. Die breite Toleranz bei der Härte deutet auf eine gewisse Anpassungsfähigkeit hin, dennoch sollten stabile Wasserwerte angestrebt werden. Eine moderate Filterung ist ausreichend, starke Strömung sollte vermieden werden. Regelmäßige Teilwasserwechsel (wöchentlich 20-30%) sind wichtig für die Wasserqualität.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Potamocypoda pugil sollte in Gruppen von mindestens 5-6 Tieren gehalten werden. In kleineren Gruppen oder Einzelhaltung zeigen die Tiere ausgeprägtes Scheuverhalten und verstecken sich dauerhaft. Größere Gruppen fördern das Selbstvertrauen und die Aktivität. Die Art ist nicht aggressiv und zeigt friedliches Sozialverhalten gegenüber Artgenossen.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Die Zwergghost Unterwasserkrabbe ist hervorragend für Gesellschaftsaquarien geeignet. Sie ist garnelen- und pflanzenverträglich und stellt keine Gefahr für Mitbewohner dar. Geeignete Vergesellschaftungspartner sind friedliche Zwerggarnelen, kleine Schnecken und ruhige Fischarten der oberen Wasserschichten. Aggressive oder zu große Fische sollten vermieden werden, da sie die scheuen Krabben stressen könnten.

Ernährung & Fütterung

Potamocypoda pugil ist carnivor und nimmt verschiedene Futterarten an. Im Aquarium können Lebendfutter (z.B. Mückenlarven, Artemia), Flocken, Trockenfutter und spezielles Krabbenfutter angeboten werden. Die Fütterung sollte abwechslungsreich erfolgen, um eine ausgewogene Ernährung zu gewährleisten. Da die Tiere scheu sind, empfiehlt sich die Fütterung in den Abendstunden oder bei gedämpftem Licht. Futterreste sollten zeitnah entfernt werden, um die Wasserqualität nicht zu belasten.

Zucht & Vermehrung

Die Nachzucht von Potamocypoda pugil im Aquarium gilt als sehr schwierig und wurde bisher nicht erfolgreich dokumentiert. Die Art ist ein Eierleger mit sexuellem Dimorphismus: Männchen besitzen asymmetrische Chelipeden, Weibchen symmetrische Scheren. Über die genauen Fortpflanzungsabläufe, Trigger für die Paarung und die Entwicklung der Larven liegen keine detaillierten Informationen vor. Es wird vermutet, dass die Larven für ihre Entwicklung Brackwasser benötigen, was die Aufzucht im Süßwasseraquarium unmöglich macht. Bisher gibt es keine Berichte über erfolgreiche Nachzuchten in menschlicher Obhut.

Gesundheit & typische Probleme

Bei artgerechter Haltung ist Potamocypoda pugil relativ robust. Typische Probleme entstehen durch zu kleine Gruppen (Dauerstress durch Scheuheit), unzureichende Versteckmöglichkeiten oder instabile Wasserwerte. Häutungsprobleme können bei Kalziummangel auftreten – hier hilft die Zugabe von Mineralien oder Sepiaschalen. Wie alle Krebstiere ist die Art empfindlich gegenüber Kupfer, das in vielen Medikamenten enthalten ist. Bei Krankheitsbehandlungen im Gesellschaftsaquarium müssen kupferfreie Präparate verwendet werden.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Nicht bewertet (NE) – Die Art wurde bisher nicht durch die IUCN Red List bewertet.

CITES
Nicht gelistet – Potamocypoda pugil unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen.

WISIA
Nicht geschützt – In Deutschland besteht kein besonderer Schutzstatus, ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.

Trotz des fehlenden Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit der Art umgehen. Da keine Informationen über Wildbestände vorliegen und die Nachzucht nicht gelingt, stammen alle Tiere im Handel aus Wildfängen. Ein bewusster Umgang mit den Ressourcen und die Unterstützung nachhaltiger Fangmethoden sind daher wichtig.


Häufig gestellte Fragen

Braucht die Zwergghost Unterwasserkrabbe einen Landteil?
Nein, Potamocypoda pugil ist vollaquatisch und benötigt keinen Landteil. Die Tiere verlassen das Wasser nicht für längere Zeit, halten sich aber gerne auf Wurzeln oder Strukturen knapp über der Wasseroberfläche auf.

Wie viele Zwergghost Unterwasserkrabben sollte man zusammen halten?
Mindestens 5-6 Tiere sollten zusammen gehalten werden. In kleineren Gruppen oder Einzelhaltung sind die Krabben sehr scheu und verstecken sich dauerhaft. Größere Gruppen fördern das Selbstvertrauen und die Aktivität der Tiere.

Sind Zwergghost Unterwasserkrabben garnelenverträglich?
Ja, die Art ist garnelen- und pflanzenverträglich. Sie stellt keine Gefahr für Zwerggarnelen oder andere friedliche Aquarienbewohner dar und eignet sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien.

Kann man Potamocypoda pugil im Aquarium nachzüchten?
Die Nachzucht gilt als sehr schwierig und wurde bisher nicht erfolgreich dokumentiert. Es wird vermutet, dass die Larven Brackwasser für ihre Entwicklung benötigen, was die Aufzucht im Süßwasseraquarium unmöglich macht.

Welche Wasserhärte bevorzugt die Zwergghost Unterwasserkrabbe?
Die Art toleriert eine breite Spanne von 3-30 °dH Gesamthärte und 4-20 °dH Karbonathärte. Diese Anpassungsfähigkeit macht sie für verschiedene Wasserbedingungen geeignet, dennoch sollten stabile Werte angestrebt werden.



Wissenschaftliche Quellen