Stiphodon annieae

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Stiphodon annieae - Annie's Goby
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Stiphodon annieae - Annie's Goby
 
Annie's Goby (Stiphodon annieae) – Neon-roter Juwel aus Indonesien

Wissenschaftlicher Name
Stiphodon annieae (Watson, Keith & Marquet, 2015)
Familie
Oxudercidae (Schlammspringerartige)
Ordnung
Gobiiformes (Grundelartige)
Name
Annie's Goby
Herkunft
Halmahera, Molukken, Indonesien Indonesia
Lebensraum
Gebirgsbäche mit starker Strömung
Ernährung
Limnivor
Größe
2,3 - 3 cm
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
Temperatur
22° - 28°C
pH-Wert
7,0 - 8,0 (leicht alkalisch ist ideal)
Gesamthärte
5° - 15° dGH
Karbonathärte
4° - 10° dKH
Haltung
Ab Nano-Aquarium (20–30 Liter)
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
1 Männchen + 2+ Weibchen
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Stiphodon annieae, bekannt als Annie's Goby oder Annie's Dwarf Goby, ist eine spektakuläre Zwerggrundel aus den Gebirgsbächen der indonesischen Insel Halmahera. Erst 2015 von Watson, Keith und Marquet wissenschaftlich beschrieben, begeistert diese winzige Art mit ihrer leuchtend roten Färbung und blauen Akzenten. Männchen präsentieren ein neon-rotes Farbkleid mit schwarzem Gesicht und blauem Schimmer, während Weibchen graubraun oder ähnlich gefärbt sind. Mit einer Maximalgröße von nur 2,3-3 cm gehört diese Art zu den kleinsten Grundeln der Aquaristik. Ihre modifizierten Beckenflossen bilden einen Saugnapf, mit dem sie sich an Felsen in starker Strömung festhalten kann. Als benthischer Algenfresser bewohnt sie klare, sauerstoffreiche Gebirgsbäche mit felsigem Substrat und ist endemisch auf Halmahera beschränkt.

Optik & Verhalten

Die Männchen von Stiphodon annieae zählen zu den farbenprächtigsten Zwerggrundeln überhaupt. Ihr neon-roter Körper wird von blauen Akzenten durchzogen, während das Gesicht schwarz mit blauem Schimmer erscheint. Die Flossen leuchten ebenfalls in intensivem Rot. Weibchen sind deutlich schlichter in Graubraun oder ähnlichen Tönen gefärbt, können aber ebenfalls farbige Akzente zeigen. Die Art ist tagsaktiv und positioniert sich charakteristisch mit dem Kopf gegen die Strömung auf Felsen. Mit ihren saugnapfartigen Beckenflossen können die Tiere selbst an steilen Oberflächen klettern und sich in starker Strömung halten. Ihr modifiziertes Maul ist perfekt zum Abschaben von Biofilm und Algen von Felsen angepasst. Trotz ihrer geringen Größe zeigen die Männchen territoriales Verhalten, bleiben aber friedlich gegenüber anderen Arten.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Stiphodon annieae ist endemisch auf der Insel Halmahera in den Molukken, Indonesien. Die Art bewohnt klare, steil abfallende Gebirgsbäche mit felsigem Substrat und starker Strömung. Diese Gewässer zeichnen sich durch hohen Sauerstoffgehalt und kühle Temperaturen aus. Die Grundeln leben benthisch auf Felsen, wo sie Biofilm, Algen und kleine Organismen abweiden. Die Typ-Lokalität liegt auf Halmahera, wobei der genaue Fundort in der Erstbeschreibung nicht näher spezifiziert wurde. Das Habitat ist typisch für viele Stiphodon-Arten: schnell fließende, saubere Bergbäche mit reichlich Algenwuchs auf den Steinen. Die Art ist amphidrom, was bedeutet, dass die Larven nach dem Schlüpfen ins Meer wandern und dort eine planktonische Phase durchlaufen, bevor die Jungfische in die Süßwasserbäche zurückkehren.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Stiphodon annieae eignet sich bereits ein Nano-Aquarium ab 20-30 Litern, wobei größere Becken bei Gruppenhaltung zu bevorzugen sind. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, da die Tiere gerne leicht im Substrat graben. Große, flache Steinplatten sind essenziell, da sie als Weideflächen für Algen dienen und Versteckmöglichkeiten bieten. Unter diesen Steinen legen die Männchen auch ihre Laichhöhlen an. Die Einrichtung sollte reichlich Algenwachstum ermöglichen, da dies die Hauptnahrungsquelle darstellt. Höhlen und Spalten zwischen den Steinen werden gerne als Rückzugsorte genutzt. Eine dichte Bepflanzung ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Wichtig ist, dass die Steinaufbauten stabil sind, da die Tiere gerne auf und zwischen den Felsen klettern.

Wasserwerte & Technik
Die Art benötigt sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit starker Strömung, um ihre natürlichen Lebensbedingungen nachzubilden. Die Temperatur sollte bei etwa 24 °C liegen. Eine leistungsstarke Filterung ist unerlässlich, um die Wasserqualität hochzuhalten und ausreichend Strömung zu erzeugen. Zusätzliche Strömungspumpen können sinnvoll sein, um die typischen Gebirgsbachbedingungen zu simulieren. Regelmäßige Wasserwechsel sind wichtig, um Schadstoffe niedrig zu halten. Die genauen pH-Werte und Härtegrade sind nicht dokumentiert, jedoch bevorzugen die meisten Stiphodon-Arten leicht saures bis neutrales, weiches bis mittelhartes Wasser. Eine gute Beleuchtung fördert das Algenwachstum auf den Steinen, was für die Ernährung der Tiere wichtig ist.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Stiphodon annieae sollte in kleinen Gruppen mit einem Männchen und mindestens zwei oder mehr Weibchen gehalten werden. Die Männchen sind territorial, bleiben aber friedlich gegenüber Artgenossen und anderen Fischen. Bei Haltung mehrerer Männchen sollte das Aquarium ausreichend groß sein und genügend Reviergrenzen durch Steinaufbauten bieten. Die Tiere sind tagaktiv und zeigen interessantes Sozialverhalten, insbesondere während der Balz. Weibchen sind untereinander verträglich und können in größeren Gruppen gehalten werden. Die Art ist nicht aggressiv, kann aber empfindlich auf Futterkonkurrenz reagieren, weshalb ausreichend Weideflächen wichtig sind.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Annie's Goby ist friedlich und kann gut mit anderen ruhigen, nicht zu großen Fischarten vergesellschaftet werden. Geeignet sind friedliche Bodenbewohner wie kleine Panzerwelse oder andere Zwerggrundeln. Auch ruhige Schwarmfische der mittleren und oberen Wasserschichten sind möglich. Zu vermeiden sind aggressive Arten oder solche, die um Bodenfutter konkurrieren könnten. Schnelle, hektische Fresser können problematisch sein, da Stiphodon annieae relativ langsam frisst und bei starker Konkurrenz zu kurz kommen kann. Garnelen und Schnecken sind als Mitbewohner unproblematisch. Bei der Vergesellschaftung sollte darauf geachtet werden, dass alle Arten ähnliche Ansprüche an Wasserqualität und Strömung haben.

Ernährung & Fütterung

In der Natur ernährt sich Stiphodon annieae hauptsächlich von Biofilm, Algen und kleinen Organismen, die sie mit ihrem speziell angepassten Maul von Felsen abschabt. Im Aquarium sollte die Ernährung diese natürliche Fressstrategie berücksichtigen. Algenwaffeln, sinkende Pellets und Repashy-Gele sind geeignete Futtermittel, wobei langsam auflösende Varianten bevorzugt werden sollten. Wichtig ist, dass im Aquarium ausreichend Algen und Biofilm auf den Steinen wachsen, da dies die Hauptnahrungsquelle darstellt. Zusätzliches Futter sollte sparsam gegeben werden, um die Wasserqualität nicht zu belasten. Die Tiere sind Weidegänger und fressen über den Tag verteilt kleine Mengen. Bei der Fütterung ist zu beachten, dass die Art relativ langsam frisst und bei Anwesenheit schneller Fresser möglicherweise zu kurz kommt. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichen Komponenten ist ideal.

Zucht & Vermehrung

Stiphodon annieae ist ein Eierleger mit amphidromer Fortpflanzungsstrategie. Die Männchen legen unter Steinplatten Laichhöhlen an, in die sie die Weibchen zur Eiablage locken. Nach der Befruchtung bewacht das Männchen die Eier. Die geschlüpften Larven sind jedoch auf eine planktonische Phase im Meerwasser angewiesen, was die Nachzucht im Süßwasseraquarium praktisch unmöglich macht. Bisher sind keine erfolgreichen Aquarienzuchten dokumentiert, da die Larven spezielle Bedingungen im Brackwasser oder Meerwasser benötigen, die im normalen Süßwasseraquarium nicht zu realisieren sind. Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden: Männchen zeigen die spektakuläre rote Färbung mit blauen Akzenten, während Weibchen graubraun oder dezenter gefärbt sind. Trotz der Schwierigkeit der Nachzucht zeigen die Tiere im Aquarium natürliches Fortpflanzungsverhalten mit Balz und Eiablage.

Gesundheit & typische Probleme

Stiphodon annieae ist bei guter Wasserqualität und artgerechter Haltung robust. Die größte Herausforderung liegt in der Bereitstellung ausreichender Nahrung in Form von Algen und Biofilm. Mangelernährung kann auftreten, wenn nicht genügend Weideflächen vorhanden sind oder das Aquarium zu sauber gehalten wird. Die Art ist empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität und niedrigen Sauerstoffwerten. Stress durch zu schwache Strömung oder fehlende Versteckmöglichkeiten kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Bei Futterkonkurrenz mit schnelleren Fressern können die Tiere verhungern, da sie relativ langsam fressen. Regelmäßige Wasserwechsel und stabile Wasserwerte sind wichtig für die Gesunderhaltung. Typische Fischkrankheiten wie Ichthyo können auftreten, sind aber bei guter Pflege selten. Die Lebenserwartung ist nicht dokumentiert, dürfte aber bei artgerechter Haltung mehrere Jahre betragen.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Nicht bewertet (NE). Die Art wurde 2015 erstbeschrieben und bisher nicht von der IUCN Red List bewertet.

CITES
Nicht gelistet. Es bestehen keine internationalen Handelsbeschränkungen.

WISIA
Nicht geschützt. Die Art ist in Deutschland nicht nach Bundesnaturschutzgesetz oder EG-Verordnung 338/97 geschützt. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.

Trotz fehlender Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit dieser endemischen Art umgehen. Die begrenzte Verbreitung auf Halmahera macht die Wildpopulation potenziell anfällig für Habitatverlust. Beim Kauf sollte auf nachhaltige Herkunft geachtet werden, auch wenn eine Aquarienzucht derzeit nicht möglich ist.


Häufig gestellte Fragen

Wie groß wird Annie's Goby?
Stiphodon annieae erreicht eine Maximalgröße von nur 2,3-3 cm Gesamtlänge und gehört damit zu den kleinsten Grundeln in der Aquaristik. Diese geringe Größe macht die Art ideal für Nano-Aquarien ab 20-30 Litern.

Kann man Annie's Goby züchten?
Eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht dokumentiert. Die Art ist amphidrom, was bedeutet, dass die Larven nach dem Schlüpfen ins Meer wandern müssen, um dort eine planktonische Phase zu durchlaufen. Diese speziellen Anforderungen lassen sich im normalen Süßwasseraquarium nicht realisieren.

Was frisst Stiphodon annieae?
Die Art ernährt sich hauptsächlich von Biofilm und Algen, die sie mit ihrem speziell angepassten Maul von Felsen abschabt. Im Aquarium sollten ausreichend Weideflächen mit Algenbewuchs vorhanden sein. Zusätzlich können Algenwaffeln, sinkende Pellets und Repashy-Gele gefüttert werden.

Welche Wasserwerte braucht Annie's Goby?
Die Art benötigt sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit starker Strömung bei etwa 24 °C. Genaue pH- und Härtewerte sind nicht dokumentiert, jedoch bevorzugen die meisten Stiphodon-Arten leicht saures bis neutrales, weiches bis mittelhartes Wasser. Wichtig ist eine leistungsstarke Filterung und regelmäßige Wasserwechsel.

Wie unterscheidet man Männchen und Weibchen?
Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden: Männchen zeigen eine spektakuläre neon-rote Färbung mit blauen Akzenten und schwarzem Gesicht mit blauem Schimmer. Weibchen sind deutlich schlichter in Graubraun oder ähnlichen Tönen gefärbt, können aber ebenfalls dezente farbige Akzente aufweisen.



Wissenschaftliche Quellen

  1. FishBase (2026)
    Stiphodon annieae summary
  2. IUCN Red List (2026)
    Suche: Stiphodon annieae
  3. WISIA BfN (2026)
    Suche: Stiphodon annieae
  4. Dan's Fish
    Stiphodon annieae Goby
  5. Aquadiction. Annie's Goby
    Stiphodon annieae
  6. Aquarium Glaser GmbH
    Stiphodon annieae
  7. Wikipedia (2026)
    Stiphodon annieae