Stiphodon elegans

Stiphodon elegans - Green Riffle Goby
 
Green Riffle Goby (Stiphodon elegans) – Eleganter Algenfresser aus Polynesien

Wissenschaftlicher Name
Stiphodon elegans (Steindachner, 1879)
Familie
Oxudercidae (Schlammspringerartige)
Ordnung
Gobiiformes (Grundelartige)
Name
Green Riffle Goby
Herkunft
Polynesien : Wallis und Futuna Wallis and Futuna, Samoa Samoa, Cook-Inseln Cook Islands, Französisch-Polynesien French Polynesia
Lebensraum
Klare, schnellfließende Regenwaldströme in Küstennähe
Ernährung
Limnivor
Größe
5 - 6 cm
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
Temperatur
20 - 28 °C
pH-Wert
6,5 - 7,5
Gesamthärte
10° - 20° dGH (eher hartes Wasser)
Karbonathärte
6° - 12° dKH
Haltung
Aquarium
Schwierigkeitsgrad
Experte
Sozialverhalten
Gruppe
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Green Riffle Goby (Stiphodon elegans) ist eine faszinierende Süßwassergrundel aus den klaren, schnellfließenden Regenwaldströmen Polynesiens. Diese spezialisierte Art wurde 1879 von Franz Steindachner erstbeschrieben und gehört zur Familie der Oxudercidae. Mit ihren zu einer Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen kann sie sich selbst in starker Strömung an Felsen festhalten, während sie mit ihren ausfahrbaren Mundwerkzeugen Biofilm von Steinen abweidet. Die Art stellt hohe Ansprüche an Wasserqualität und Sauerstoffgehalt und ist daher nur für erfahrene Aquarianer geeignet, die ein spezialisiertes Strömungsaquarium mit reichlich Algenwuchs bieten können.

Optik & Verhalten

Stiphodon elegans ist eine hochspezialisierte Grundel mit einzigartigen anatomischen Anpassungen. Die zu einer Saugscheibe verwachsenen Bauchflossen ermöglichen es der Art, sich in reißenden Strömungen an Felsen festzuhalten. Die ausfahrbaren Mundwerkzeuge sind perfekt zum Abweiden von Biofilm geeignet, während die sich regenerierenden Zähne kontinuierlich Algen von Steinoberflächen abraspeln. Die Art ernährt sich hauptsächlich von benthischen Algen, Kieselalgen, Cyanobakterien und Grünalgen sowie den darin lebenden Mikroorganismen. Interessanterweise meidet sie härtere Rotalgen wie Pinselalgen. Im Handel angebotene Tiere sind häufig abgemagert und benötigen sofortige Versorgung mit reichlich Aufwuchsalgen.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Der Green Riffle Goby bewohnt klare, schnellfließende Regenwaldströme in Küstennähe auf verschiedenen polynesischen Inselgruppen. Die natürlichen Habitate zeichnen sich durch Felsgrund aus Grundgestein, Kieseln und Felsbrocken aus, auf denen sich reichlich Biofilm bildet. Diese Gewässer sind durch extrem hohe Wasserqualität, starke Strömung und hohen Sauerstoffgehalt charakterisiert. Die Art ist amphidrom: Während die erwachsenen Tiere im Süßwasser leben, driften die Larven nach dem Schlüpfen ins Meer, wo sie eine pelagische Phase von 78–146 Tagen durchlaufen. Nach der Metamorphose wandern die Jungfische flussaufwärts und klettern dabei sogar Wasserfälle hinauf, um ihre Süßwasserhabitate zu erreichen.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Die Haltung von Stiphodon elegans erfordert ein spezialisiertes Strömungsaquarium. Das Becken sollte mit einem felsigen Substrat ausgestattet sein, auf dem sich reichlich Biofilm und Algen bilden können. Helle Beleuchtung ist essentiell, um ausreichend Algenwachstum zu fördern. Die Einrichtung sollte Versteckmöglichkeiten unter Steinen bieten, wo die Tiere Schutz suchen und wo auch die Eiablage stattfindet. Eine starke Strömung ist zwingend erforderlich und simuliert die natürlichen Fließgewässer. Die Art eignet sich nur für spezialisierte Gemeinschaftsbecken und sollte nicht mit Arten vergesellschaftet werden, die um Algen konkurrieren.

Wasserwerte & Technik
Die Wasserparameter sollten stabil im Bereich von 20–28 °C Temperatur, pH 6,5–7,5 und einer Gesamthärte bis 15 °dH gehalten werden. Besonders kritisch ist die Sauerstoffversorgung: Eine starke Filterung mit hoher Umwälzleistung und zusätzliche Strömungspumpen sind unerlässlich. Die Wasserqualität muss exzellent sein, da die Art sehr empfindlich auf Schadstoffe reagiert. Regelmäßige Wasserwechsel und eine leistungsstarke Filterung sind Pflicht. Die hohe Strömung sollte gleichmäßig über das gesamte Becken verteilt sein.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Stiphodon elegans sollte in Gruppen gehalten werden. Die Art zeigt ein friedliches Sozialverhalten, wobei Männchen während der Fortpflanzungszeit territoriales Verhalten unter Steinen zeigen können. Eine Gruppenhaltung ermöglicht natürliche Verhaltensweisen und reduziert Stress. Die Tiere sind tagaktiv und verbringen viel Zeit mit dem Abweiden von Algen auf Steinen und Scheiben.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Die Vergesellschaftung ist anspruchsvoll und nur mit Arten möglich, die ähnliche Ansprüche an Strömung und Wasserqualität haben. Ungeeignet sind alle Arten, die ebenfalls auf Algen als Hauptnahrung angewiesen sind, da Konkurrenz um diese limitierte Ressource entstehen würde. Ideale Mitbewohner sind strömungsliebende Fische, die sich nicht von Aufwuchs ernähren. Ein spezialisiertes Artenbecken oder eine Gemeinschaft mit sorgfältig ausgewählten, kompatiblen Arten ist empfehlenswert.

Ernährung & Fütterung

In der Natur ernährt sich Stiphodon elegans ausschließlich von benthischen Algen, Kieselalgen, Cyanobakterien, Grünalgen und den darin lebenden Mikroorganismen. Im Aquarium ist eine kontinuierliche Verfügbarkeit von Aufwuchsalgen essentiell. Ergänzend können Algentabletten, blanchiertes Gemüse wie Spinat oder Grünkohl sowie sparsam Flocken, Granulat oder Pellets angeboten werden. Wichtig ist die Supplementierung mit Mikroorganismen. Eine proteinreiche Ernährung sollte vermieden werden, da die Art auf pflanzliche Kost spezialisiert ist. Neu erworbene Tiere sind oft unterernährt und benötigen sofortigen Zugang zu reichlich Algen, um sich zu erholen.

Zucht & Vermehrung

Stiphodon elegans ist ein Eierleger mit amphidromer Fortpflanzungsstrategie. Männchen initiieren die Balz und locken Weibchen unter Steine. Dort werden Tausende winzige, birnenförmige Eier (ca. 0,5 mm) an die Unterseite von Steinen geklebt. Das Männchen bewacht das Gelege etwa 24 Stunden. Die Larven schlüpfen in einem sehr frühen Entwicklungsstadium mit Dottersack, der nach 3–4 Tagen aufgezehrt ist. Die Larven driften dann ins Meer, wo sie eine pelagische Phase von 78–146 Tagen durchlaufen. Nach der Metamorphose wandern die Jungfische flussaufwärts und erreichen die Geschlechtsreife nach etwa 12 Monaten. Die Fortpflanzungsaktivität ist saisonal, mit einem Peak von Juni bis November und reduzierter Aktivität von Dezember bis April. Eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium ist aufgrund der marinen Larvenphase extrem anspruchsvoll und bisher kaum dokumentiert.

Gesundheit & typische Probleme

Das häufigste Problem bei Stiphodon elegans ist Unterernährung, da im Handel angebotene Tiere oft bereits abgemagert sind. Ohne sofortigen Zugang zu reichlich Algen können die Tiere schnell verhungern. Unzureichende Sauerstoffversorgung führt zu Atemnot und erhöhter Krankheitsanfälligkeit. Schlechte Wasserqualität wird nicht toleriert und führt zu Stress und Krankheiten. Die Art benötigt zwingend eine kontinuierliche Versorgung mit Aufwuchsalgen und exzellente Wasserbedingungen, um langfristig gesund zu bleiben.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Nicht bewertet (NE). Die Art wurde bisher nicht durch die IUCN Red List bewertet.

CITES
Nicht gelistet. Stiphodon elegans unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen.

WISIA
Nicht geschützt. Die Art ist in Deutschland nicht unter besonderem Artenschutz und es ist kein Herkunftsnachweis erforderlich.

Trotz des fehlenden formellen Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit dieser anspruchsvollen Art umgehen. Die speziellen Haltungsanforderungen und die Tatsache, dass viele Tiere bereits geschwächt in den Handel kommen, erfordern eine sorgfältige Vorbereitung und nur den Kauf bei seriösen Händlern, die gesunde, gut konditionierte Tiere anbieten.


Häufig gestellte Fragen

Ist der Green Riffle Goby für Anfänger geeignet?
Nein, Stiphodon elegans ist ausschließlich für erfahrene Aquarianer geeignet. Die Art stellt extrem hohe Ansprüche an Wasserqualität, Sauerstoffgehalt und benötigt kontinuierlich verfügbare Aufwuchsalgen. Zudem sind im Handel angebotene Tiere häufig bereits unterernährt und benötigen sofortige, spezialisierte Pflege.

Welche Aquariengröße wird benötigt?
Konkrete Mindestmaße sind in den Quellen nicht angegeben, jedoch wird ein spezialisiertes Strömungsaquarium empfohlen. Aufgrund der Notwendigkeit für starke Strömung, reichlich Algenwachstum und Gruppenhaltung sollte das Becken ausreichend dimensioniert sein, um stabile Wasserwerte und genügend Weidefläche zu bieten.

Was frisst der Green Riffle Goby im Aquarium?
Die Hauptnahrung sind Aufwuchsalgen, die kontinuierlich verfügbar sein müssen. Ergänzend können Algentabletten, blanchiertes Gemüse wie Spinat oder Grünkohl sowie sparsam Flocken und Granulat angeboten werden. Wichtig ist die Vermeidung proteinreicher Kost, da die Art auf pflanzliche Nahrung spezialisiert ist.

Kann man Stiphodon elegans nachzüchten?
Die Nachzucht ist extrem anspruchsvoll und im Aquarium kaum realisierbar. Die Art ist amphidrom: Die Larven müssen nach dem Schlüpfen ins Meer driften, wo sie 78–146 Tage in einer pelagischen Phase verbringen. Erst nach der Metamorphose wandern die Jungfische zurück ins Süßwasser. Diese marine Larvenphase lässt sich im Heimaquarium praktisch nicht nachstellen.

Warum sind viele Green Riffle Gobies im Handel abgemagert?
Die Art benötigt kontinuierlich verfügbare Aufwuchsalgen als Hauptnahrung. In Händlerbecken fehlt oft ausreichend Algenwuchs, sodass die Tiere nicht genug Nahrung finden und abmagern. Beim Kauf sollte unbedingt auf gut genährte Tiere geachtet werden, und das Aquarium muss bereits vor dem Einsetzen reichlich Algen aufweisen.



Wissenschaftliche Quellen