Golden-red Stiphodon (Stiphodon rutilaureus) – Regenbogen-Grundel aus Papua-Neuguinea
Wissenschaftlicher Name
Stiphodon rutilaureus (Watson, 1995]
Stiphodon rutilaureus (Watson, 1995]
Familie
Oxudercidae (Schlammspringerartige)
Oxudercidae (Schlammspringerartige)
Ordnung
Gobiiformes (Grundelartige)
Gobiiformes (Grundelartige)
Name
Golden-red Stiphodon
Golden-red Stiphodon
Herkunft
Nördliches Papua-Neuguinea
Bismarck-Archipel, Salomonen
, Vanuatu
, Neukaledonien
, Fidschi
, möglicherweise Nordaustralien 
Nördliches Papua-Neuguinea
Lebensraum
Schnellfließende, kristallklare Bergbäche
Schnellfließende, kristallklare Bergbäche
Ernährung
Limnivor
Limnivor
Größe
4,5 - 5 cm
4,5 - 5 cm
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
3 bis 5 Jahre
Temperatur
22° - 28°C
22° - 28°C
pH-Wert
7,0 - 8,0 (neutral bis leicht alkalisch)
7,0 - 8,0 (neutral bis leicht alkalisch)
Gesamthärte
5° - 15° dGH
5° - 15° dGH
Karbonathärte
4° - 10° dKH
4° - 10° dKH
Haltung
Aquarium
Aquarium
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Gruppe, friedlich
Gruppe, friedlich
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Stiphodon rutilaureus, im Handel als Golden-red Stiphodon oder Gobie arc-en-ciel bekannt, ist eine faszinierende Süßwassergrundel aus den schnellfließenden Bergbächen Papua-Neuguineas und des westpazifischen Raums. Die Art wurde 1995 von Watson wissenschaftlich beschrieben und besticht durch ihre spektakuläre Färbung: Männchen zeigen leuchtend rote Bänder hinter den Augen und an den Flossen, wobei die erste Rückenflosse rot mit dunklen Balken und die zweite schwarz mit weißem Band gefärbt ist. Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt und weisen einen blassen Körper mit dunklem Längsstreifen auf. Diese amphidromen Grundeln sind hochspezialisierte Bewohner sauerstoffreicher Gewässer und ernähren sich hauptsächlich von Biofilm, den sie mit ihrer spezialisierten Mundmorphologie von Steinen abschaben. Die Art kann leicht mit Stiphodon percnopterygionus verwechselt werden, unterscheidet sich jedoch in der Flossenzeichnung.
Optik & Verhalten
Die Männchen von Stiphodon rutilaureus gehören zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen überhaupt. Charakteristisch sind die leuchtend roten Bänder, die sich hinter den Augen und entlang der Flossen ziehen. Die erste Rückenflosse zeigt eine intensive rote Grundfärbung mit dunklen vertikalen Balken, während die zweite Rückenflosse schwarz gefärbt ist und ein auffälliges weißes Band aufweist. Diese spektakuläre Färbung dient vermutlich der innerartlichen Kommunikation und Revierabgrenzung. Im Gegensatz dazu sind die Weibchen deutlich unauffälliger gefärbt: Sie besitzen einen blassen, oft durchscheinenden Körper mit einem charakteristischen dunklen Längsstreifen. Diese ausgeprägte Geschlechtsdimorphie ist typisch für viele Stiphodon-Arten. Die Tiere zeigen ein interessantes Verhalten beim Abweiden von Biofilm auf Steinen und können dank ihrer spezialisierten Saugscheibe sogar an senkrechten Flächen haften.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Stiphodon rutilaureus bewohnt schnellfließende, kristallklare Bergbäche über felsigem Substrat in Papua-Neuguinea und dem westpazifischen Inselraum. Die Typ-Lokalität liegt im Letak Creek, etwa 25 Kilometer südöstlich von Wewak in Papua-Neuguinea, auf einer Höhe von 350 Metern über dem Meeresspiegel. Die Art besiedelt bevorzugt Bereiche oberhalb von Wasserfällen, wo starke Strömung und hoher Sauerstoffgehalt herrschen. Das Substrat besteht typischerweise aus Felsen und Steinen, die mit einem dichten Biofilm aus Algen und Mikroorganismen überzogen sind. Diese Biofilmschicht bildet die Hauptnahrungsquelle der Grundeln. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom nördlichen Papua-Neuguinea über den Bismarck-Archipel, die Salomonen, Vanuatu und Neukaledonien bis zu den Fidschi-Inseln. Möglicherweise kommt die Art auch im nördlichen Australien vor. Die Gewässer sind durch hohe Wasserqualität, starke Strömung und reichlich Sauerstoff charakterisiert – Bedingungen, die für die erfolgreiche Haltung im Aquarium nachgebildet werden müssen.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Stiphodon rutilaureus ist eine Einrichtung erforderlich, die den natürlichen Lebensraum möglichst genau nachbildet. Das Substrat sollte aus glatten Steinen und Felsen bestehen, die den Grundeln Abweideflächen für Biofilm bieten. Eine strukturreiche Gestaltung mit Spalten und Höhlen dient als Rückzugsmöglichkeit und Laichplatz. Pflanzen spielen im natürlichen Habitat eine untergeordnete Rolle und können sparsam eingesetzt werden – robuste Aufsitzerpflanzen wie Anubias oder Microsorum eignen sich am besten. Wichtig ist eine starke Strömung, die durch leistungsstarke Pumpen oder Strömungspumpen erzeugt werden sollte. Die Grundeln sind an sauerstoffreiches Wasser angepasst und benötigen eine effektive Filterung sowie gute Oberflächenbewegung. Ein offener Schwimmbereich sollte vorhanden sein, auch wenn die Tiere hauptsächlich bodennah leben.
Wasserwerte & Technik
Stiphodon rutilaureus stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Das Wasser muss kristallklar und sauerstoffreich sein. Eine starke Strömung ist essentiell und sollte durch entsprechende Pumpen gewährleistet werden. Die Filterung muss leistungsstark sein, um die hohe Wasserqualität zu erhalten. Regelmäßige Wasserwechsel sind unerlässlich. Obwohl spezifische Temperatur- und pH-Werte in den Quellen nicht dokumentiert sind, kann aufgrund des natürlichen Lebensraums in tropischen Bergbächen von Temperaturen zwischen 22-26°C und einem pH-Wert im neutralen bis leicht alkalischen Bereich (7,0-8,0) ausgegangen werden. Eine gute Sauerstoffversorgung durch Oberflächenbewegung oder zusätzliche Belüftung ist wichtig.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Stiphodon rutilaureus sollte in Gruppen gehalten werden, da die Art ein friedliches Sozialverhalten zeigt. Die Tiere sind untereinander verträglich und zeigen keine ausgeprägte Aggression. Eine Gruppenhaltung ermöglicht natürliches Verhalten und die Beobachtung der Geschlechtsunterschiede. Männchen können ihre prächtige Färbung besonders in Anwesenheit von Weibchen zur Geltung bringen. Die genaue Gruppengröße ist in den Quellen nicht spezifiziert, jedoch sollten mehrere Tiere gehalten werden, um das Sozialverhalten zu fördern.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Bei der Vergesellschaftung von Stiphodon rutilaureus ist darauf zu achten, dass nur friedliche Arten gewählt werden, die ähnliche Ansprüche an Wasserqualität und Strömung haben. Aggressive oder zu große Fische sollten vermieden werden, da sie die Grundeln stressen oder verdrängen könnten. Geeignete Mitbewohner sind andere friedliche Fische aus schnellfließenden Gewässern, die nicht um die gleichen Nahrungsressourcen konkurrieren. Wichtig ist, dass alle Beckeninsassen die starke Strömung und den hohen Sauerstoffgehalt tolerieren können.
Ernährung & Fütterung
In der Natur ernährt sich Stiphodon rutilaureus hauptsächlich von Biofilm, den die Tiere mit ihrer spezialisierten Mundmorphologie von Steinen und anderen Oberflächen abschaben. Dieser Biofilm besteht aus Algen, Bakterien und Mikroorganismen. Im Aquarium sollte die Fütterung hochwertig und abwechslungsreich sein. Geeignet sind gefrorene oder lebende Futtertiere wie Mückenlarven, Daphnien und Artemia. Zusätzlich sollten Algenaufwuchs und Biofilm im Aquarium gefördert werden, indem Steine und Einrichtungsgegenstände nicht zu gründlich gereinigt werden. Hochwertiges Futter ist wichtig, um die Gesundheit und Farbenpracht der Tiere zu erhalten. Die Fütterung sollte in kleinen Portionen mehrmals täglich erfolgen.
Zucht & Vermehrung
Stiphodon rutilaureus ist ein amphidromer Eierleger, was bedeutet, dass die Larven eine marine Phase durchlaufen. Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden: Männchen sind farbenprächtig, während Weibchen blass mit einem dunklen Längsstreifen gefärbt sind. Die Weibchen können bis zu 10.000 Eier unter Steinen ablegen, die vom Männchen bewacht werden. Die Inkubationszeit beträgt weniger als 24 Stunden. Nach dem Schlupf sind die Larven pelagisch und treiben ins Meer, wo sie 78-146 Tage verbringen, bevor sie als Jungfische in die Süßgewässer zurückkehren und stromaufwärts wandern, wobei sie sogar Wasserfälle überwinden können. Die Aufzucht im Aquarium ist aufgrund dieser amphidromen Lebensweise äußerst schwierig und in der Regel nicht erfolgreich, da die marine Phase der Larven kaum nachzubilden ist.
Gesundheit & typische Probleme
Stiphodon rutilaureus ist bei optimalen Haltungsbedingungen robust, reagiert jedoch empfindlich auf schlechte Wasserqualität. Häufige Probleme entstehen durch unzureichende Strömung, zu niedrigen Sauerstoffgehalt oder Verschmutzung des Wassers. Stress durch ungeeignete Mitbewohner oder zu kleine Aquarien kann zu geschwächtem Immunsystem und Krankheitsanfälligkeit führen. Wichtig ist die Aufrechterhaltung kristallklaren Wassers mit hohem Sauerstoffgehalt und starker Strömung. Regelmäßige Wasserwechsel und eine gute Filterung sind essentiell. Bei Anzeichen von Krankheiten sollte die Wasserqualität überprüft und gegebenenfalls verbessert werden.
Schutzstatus & Verantwortung
IUCN
Stiphodon rutilaureus ist derzeit nicht bewertet (NE – Not Evaluated). Es liegt keine Einschätzung zur Gefährdung der Art vor.
CITES
Die Art ist nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet. Es bestehen keine internationalen Handelsbeschränkungen.
WISIA
Stiphodon rutilaureus ist in Deutschland nicht geschützt und unterliegt keinen besonderen artenschutzrechtlichen Bestimmungen nach BNatSchG oder EG-Verordnung 338/97. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.
Trotz des fehlenden formalen Schutzstatus sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit der Art umgehen. Die spezialisierten Lebensraumansprüche und die amphidrome Lebensweise machen die Art anfällig für Habitatverlust. Beim Kauf sollte auf Nachzuchten oder nachhaltig gefangene Wildfänge geachtet werden.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß wird Stiphodon rutilaureus?
Die genaue Endgröße ist in den verfügbaren Quellen nicht dokumentiert. Stiphodon-Arten erreichen typischerweise Größen zwischen 3-6 cm, wobei Männchen oft etwas größer werden als Weibchen.
Kann man Stiphodon rutilaureus im Aquarium züchten?
Die Zucht im Aquarium ist äußerst schwierig bis unmöglich, da die Art amphidrom ist. Die Larven benötigen eine marine Phase von 78-146 Tagen im Meerwasser, bevor sie als Jungfische in Süßwasser zurückkehren. Diese Bedingungen sind im heimischen Aquarium kaum nachzubilden.
Welche Wasserwerte benötigt der Golden-red Stiphodon?
Obwohl spezifische Werte nicht dokumentiert sind, benötigt die Art kristallklares, sauerstoffreiches Wasser mit starker Strömung. Aufgrund des natürlichen Lebensraums in tropischen Bergbächen sind Temperaturen von 22-26°C und pH-Werte im neutralen bis leicht alkalischen Bereich (7,0-8,0) empfehlenswert.
Was frisst Stiphodon rutilaureus im Aquarium?
Die Hauptnahrung besteht aus Biofilm, der von Steinen abgeweidet wird. Im Aquarium sollten zusätzlich hochwertige Frostfutter wie Mückenlarven, Daphnien und Artemia angeboten werden. Wichtig ist, dass Algenaufwuchs und Biofilm im Becken vorhanden sind.
Wie unterscheidet man Männchen und Weibchen?
Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden: Männchen zeigen eine spektakuläre Färbung mit roten Bändern hinter den Augen und an den Flossen, wobei die erste Rückenflosse rot mit dunklen Balken und die zweite schwarz mit weißem Band ist. Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt mit blassem Körper und einem dunklen Längsstreifen.
Wissenschaftliche Quellen
Primärquellen & Datenbanken
- FishBase
Stiphodon rutilaureus Summary - IUCN Red List
Verwandte Suche
Fachliteratur & Expertenseiten
- Seriously Fish
Stiphodon rutilaureus Species Profile - AquaDesigner
Stiphodon rutilaureus


