Syntripsa matannensis

+3
Syntripsa matannensis - Matano-Krabbe
+3
Syntripsa matannensis - Matano-Krabbe
+3
Syntripsa matannensis - Matano-Krabbe
 
Matano-Krabbe (Syntripsa matannensis) – Purpurrote Süßwasserkrabbe aus Sulawesi

Wissenschaftlicher Name
Syntripsa matannensis (Schenkel, 1902)
Familie
Gecarcinucidae
Ordnung
Decapoda (Zehnfußkrebse)
Name
Matano-Krabbe
Herkunft
Lake Matano, Malili-Seen, Süd-Sulawesi, Indonesien Indonesia
Lebensraum
Außergewöhnlich klares, alkalisches Wasser - stehende Gewässer
Ernährung
Omnivor bis carnivor
Größe
8 bis 12 cm
Lebenserwartung
Bis 3 Jahre
Temperatur
24 - 31 °C (optimal ca. 29 °C)
pH-Wert
8,4 (alkalisch)
Leitfähigkeit / TDS
100 ppm (50 - 150 ppm)
Gesamthärte
6 - 8 °dH (4 - 12 °dH)
Karbonathärte
4 - 8 °dH (3 - 10 °dH)
Haltung
Aquarium ab 38 - 90 Liter (10 - 20 Gallonen)
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Einzeln oder Paar (Männchen territorial)
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Die Matano-Krabbe (Syntripsa matannensis) ist eine der spektakulärsten Süßwasserkrabben der Aquaristik. Mit ihrer intensiven purpurroten bis blauvioletten Färbung, den charakteristischen weißen Gelenken und Augenstielen sowie dem großen quadratischen Carapax ist sie ein echter Blickfang. Diese endemische Art stammt ausschließlich aus dem Lake Matano und den Malili-Seen in Süd-Sulawesi, Indonesien. Erstmals 1902 von Schenkel beschrieben, hat sie sich als anspruchsvolle, aber faszinierende Aquarienbewohnerin etabliert. Ihre ungleichen Scheren mit großen Molarzähnen und das T-förmige Abdomen sind weitere markante Merkmale. Im Handel wird sie unter verschiedenen Namen geführt: Purple Matano Crab, Blue Matano Crab, Purple Sulawesi Crab oder White Claw Sulawesi. Die Haltung erfordert Erfahrung, da die Art spezielle Wasserwerte und stabile Bedingungen benötigt. Zudem ist sie territorial und aggressiv gegenüber Artgenossen, weshalb die Vergesellschaftung sorgfältig geplant werden muss.

Optik & Verhalten

Die Matano-Krabbe beeindruckt durch ihre leuchtend purpurrote bis blauviolette Färbung, die sie von den meisten anderen Süßwasserkrabben deutlich unterscheidet. Besonders auffällig sind die weißen Pigmentierungen an den Gelenken und die weißen Augenstiele, die einen starken Kontrast zur dunklen Körperfärbung bilden. Der große, quadratische Carapax verleiht der Krabbe ein massives Erscheinungsbild. Die Scheren (Chelipeds) sind ungleich groß und mit großen Molarzähnen an den Fingern ausgestattet – ein Hinweis auf ihre Ernährungsweise. Die ambulatorischen Beine sind normal lang, wobei das zweite Paar größer ausfällt. Das T-förmige Abdomen ist ein weiteres charakteristisches Merkmal. Verhaltenstechnisch ist Syntripsa matannensis nachtaktiv, wird aber auch tagsüber bei der Nahrungssuche auf dem offenen Seeboden beobachtet. Männchen sind territorial und zeigen aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen, weshalb die Haltung mehrerer Männchen nicht empfohlen wird. Die Krabben sind ausgezeichnete Kletterer und benötigen erhöhte Plätze über der Wasseroberfläche zum Ausruhen.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die Matano-Krabbe ist endemisch im Lake Matano und den Malili-Seen in Süd-Sulawesi, Indonesien. Dieser tektonische Süßwassersee ist für seine einzigartige Fauna bekannt und beherbergt zahlreiche endemische Arten. Die Krabben sind gleichmäßig über den See verteilt und bewohnen sowohl sandige als auch felsige Böden. Der Lake Matano zeichnet sich durch außergewöhnlich klares, alkalisches Wasser mit stabilen Parametern aus. Die Wassertemperatur liegt typischerweise bei etwa 29 °C, der pH-Wert ist mit 8,4 deutlich alkalisch. Die Strömung ist minimal bis nicht vorhanden – ein stehendes Gewässer. In diesem Habitat ernährt sich Syntripsa matannensis von Schnecken, organischer Materie (Detritus) und anderen kleinen Organismen. Die Art ist tagsüber aktiv bei der Nahrungssuche und nutzt ihre kräftigen Scheren, um Schneckengehäuse zu knacken. Die Typ-Lokalität der Erstbeschreibung von 1902 liegt im Lake Matano, wobei der exakte Fundort nicht präzisiert wurde. Das Verbreitungsgebiet konzentriert sich auf die Koordinaten -2.3, 121.3 im zentralen Bereich des Sees.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung der Matano-Krabbe wird ein Aquarium mit einem Volumen von mindestens 38 Litern (10 Gallonen) empfohlen, wobei 90 Liter (20 Gallonen) ideal sind. Der Bodengrund kann aus beliebigem Standard-Aquariumsubstrat bestehen, wobei inertes Material bevorzugt wird, um die Wasserwerte stabil zu halten. Wichtig sind erhöhte Plätze über der Wasseroberfläche, auf denen die Krabben ausruhen können. Ein vollständiger Landteil ist nicht zwingend erforderlich, aber Klettermöglichkeiten sollten vorhanden sein. Die Beleuchtung kann standard sein, wichtig ist ein naturnaher Tag-Nacht-Zyklus. Da die Krabben ausgezeichnete Kletterer sind, müssen alle Öffnungen des Aquariums sorgfältig abgedichtet werden, um Ausbrüche zu verhindern. Versteckmöglichkeiten aus Steinen, Wurzeln oder Höhlen sind essentiell, besonders während der Häutungsphase, die bei ausgewachsenen Exemplaren etwa alle 8 Wochen stattfindet.

Wasserwerte & Technik
Die Matano-Krabbe stellt hohe Ansprüche an die Wasserqualität. Die Temperatur sollte zwischen 24 und 31 °C liegen, optimal sind etwa 29 °C. Der pH-Wert muss alkalisch sein und sollte bei 8,4 gehalten werden. Die Gesamthärte (GH) liegt idealerweise bei 6–8 °dH (Bereich 4–12 °dH), die Karbonathärte (KH) bei 4–8 °dH (Bereich 3–10 °dH). Die Leitfähigkeit bzw. TDS sollte bei etwa 100 ppm liegen, wobei ein Bereich von 50–150 ppm toleriert wird. Sehr wichtig ist, dass die Wasserparameter äußerst stabil und sauber gehalten werden – Schwankungen werden schlecht vertragen. Die Strömung sollte minimal bis nicht vorhanden sein, da die Art aus stehenden Gewässern stammt. Eine effektive Filterung ist dennoch erforderlich, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Regelmäßige Wasserwechsel und Kontrolle der Parameter sind unerlässlich.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Die Matano-Krabbe sollte einzeln oder als Paar (Männchen und Weibchen) gehalten werden. Männchen sind territorial und zeigen aggressives Verhalten gegenüber anderen Männchen, weshalb die Haltung mehrerer männlicher Tiere in einem Becken nicht möglich ist. Auch gegenüber Weibchen können Männchen territorial sein, daher ist ausreichend Platz und Struktur im Aquarium wichtig. Die Krabben sind nachtaktiv, zeigen aber auch tagsüber Aktivität, besonders bei der Nahrungssuche. Während der Häutung sind die Tiere besonders verletzlich und ziehen sich in Verstecke zurück. In dieser Phase sollten sie nicht gestört werden.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Die Vergesellschaftung der Matano-Krabbe mit anderen Aquarienbewohnern ist problematisch. Die Art ist aggressiv gegenüber kleinen Fischen und Schnecken, die als Nahrung betrachtet werden. Schnecken gehören zum natürlichen Nahrungsspektrum und werden aktiv gejagt. Kleine Fische können ebenfalls erbeutet werden. Eine Vergesellschaftung mit größeren, schnellen Fischen, die sich im oberen Wasserbereich aufhalten, kann funktionieren, sollte aber sorgfältig beobachtet werden. Andere Krabbenarten sollten nicht zusammen mit Syntripsa matannensis gehalten werden, da es zu Territorialkämpfen kommen kann. Am besten eignet sich ein Artbecken oder die Vergesellschaftung mit robusten, größeren Fischen, die nicht als Beute in Frage kommen.

Ernährung & Fütterung

In der Natur ernährt sich die Matano-Krabbe omnivor bis carnivor, mit einer Vorliebe für Schnecken und organische Materie (Detritus). Im Aquarium sollte eine ausgewogene Ernährung aus Gemüse, Fischpellets und Shrimp angeboten werden. Geeignet sind beispielsweise blanchierter Spinat, Zucchini, Gurke, aber auch proteinreiche Kost wie gefrorene oder getrocknete Mückenlarven, Artemia und spezielle Krabbenpellets. Die Fütterung sollte vielfältig gestaltet werden, um Wachstum und Gesundheit zu fördern. Da die Krabben auch Schnecken fressen, können diese als natürliche Nahrungsergänzung dienen. Gefüttert wird am besten abends, da die Tiere nachtaktiv sind. Futterreste sollten entfernt werden, um die Wasserqualität nicht zu belasten.

Zucht & Vermehrung

Die Zucht von Syntripsa matannensis in Gefangenschaft gilt als sehr schwierig und ist bisher kaum dokumentiert. Die Art ist ovipar (eierlegend), und Weibchen können gravid (trächtig) sein. Geschlechtsunterschiede zeigen sich vor allem im Verhalten: Männchen sind territorial und aggressiv, während Weibchen friedlicher sind. Spezifische Auslöser für die Fortpflanzung sind nicht bekannt. Ebenso fehlen Informationen zur Eiablage, Larvenentwicklung und Aufzucht der Jungtiere. Die wenigen verfügbaren Berichte deuten darauf hin, dass die Nachzucht unter Aquarienbedingungen äußerst anspruchsvoll ist. Aufgrund der Schwierigkeiten bei der Zucht und der Gefährdung der Wildpopulation durch Wildfang wird dringend empfohlen, nur Nachzuchten zu erwerben und die Zucht weiter zu erforschen.

Gesundheit & typische Probleme

Die Matano-Krabbe ist bei stabilen Wasserbedingungen robust, reagiert aber empfindlich auf Schwankungen der Wasserparameter. Besonders kritisch sind plötzliche Änderungen von pH-Wert, Temperatur oder Härte. Während der Häutung, die bei ausgewachsenen Tieren etwa alle 8 Wochen stattfindet, sind die Krabben besonders verletzlich. In dieser Phase benötigen sie Ruhe und Versteckmöglichkeiten. Eine unausgewogene Ernährung kann zu Wachstumsproblemen und Häutungsschwierigkeiten führen. Wichtig ist eine ausreichende Kalziumversorgung für die Bildung des neuen Panzers. Parasiten und Krankheiten sind bei guter Wasserqualität selten. Ein häufiges Problem ist die Ausbruchsgefahr: Die Krabben sind ausgezeichnete Kletterer und nutzen jede Öffnung. Daher muss das Aquarium sorgfältig abgedeckt sein.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Die Matano-Krabbe ist in der IUCN Red List nicht bewertet (NE – Not Evaluated). Allerdings wird die Art in der Wildnis als gefährdet (Endangered) eingestuft, da sie durch Wildfang für den Aquarienhandel und die Nutzung als Nahrungsmittel bedroht ist.

CITES
Die Art ist nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) gelistet.

WISIA
In der deutschen Artenschutzdatenbank WISIA ist Syntripsa matannensis nicht gelistet. Es besteht keine gesetzliche Verpflichtung zur Herkunftsnachweisführung in Deutschland.

Verantwortung der Aquarianer: Trotz fehlender gesetzlicher Schutzbestimmungen trägt jeder Halter Verantwortung für den Erhalt dieser endemischen Art. Der Kauf sollte ausschließlich bei seriösen Händlern erfolgen, die Nachzuchten anbieten. Wildfänge sollten gemieden werden, um den Druck auf die natürlichen Populationen zu reduzieren. Die Förderung der Nachzucht in Gefangenschaft ist essentiell für den langfristigen Erhalt der Art in der Aquaristik.


Häufig gestellte Fragen

Welche Aquariengröße benötigt die Matano-Krabbe?
Für die Haltung der Matano-Krabbe wird ein Aquarium mit mindestens 38 Litern (10 Gallonen) empfohlen. Ideal sind jedoch 90 Liter (20 Gallonen), um den territorialen Tieren ausreichend Platz und Struktur zu bieten. Bei Paarhaltung sollte das Becken entsprechend größer sein.

Kann man mehrere Matano-Krabben zusammen halten?
Die Haltung mehrerer Männchen ist nicht möglich, da diese territorial und aggressiv gegeneinander sind. Möglich ist die Einzelhaltung oder die Paarhaltung von Männchen und Weibchen. Auch bei Paarhaltung muss das Aquarium ausreichend groß und strukturiert sein, um Konflikte zu vermeiden. 

Was frisst die Matano-Krabbe im Aquarium?
Die Matano-Krabbe sollte abwechslungsreich ernährt werden. Geeignet sind Gemüse wie blanchierter Spinat, Zucchini und Gurke sowie proteinreiche Kost wie Fischpellets, Shrimp, Mückenlarven und Artemia. Auch Schnecken gehören zum natürlichen Nahrungsspektrum und können als Ergänzung dienen.

Wie oft häutet sich die Matano-Krabbe?
Ausgewachsene Matano-Krabben häuten sich etwa alle 8 Wochen. Während der Häutung sind die Tiere besonders verletzlich und ziehen sich in Verstecke zurück. Eine ausreichende Kalziumversorgung ist wichtig für die Bildung des neuen Panzers.

Ist die Zucht der Matano-Krabbe möglich?
Die Zucht von Syntripsa matannensis in Gefangenschaft gilt als sehr schwierig und ist bisher kaum dokumentiert. Spezifische Auslöser für die Fortpflanzung sowie Details zur Larvenentwicklung sind nicht bekannt. Aufgrund der Gefährdung der Wildpopulation wird die Förderung der Nachzucht dringend empfohlen.



Wissenschaftliche Quellen

Primär- und kuratierte Quellen

  1. Marine Species Traits (2024)
    Syntripsa matannensis (Schenkel, 1902)
  2. iNaturalist (2024)
    Syntripsa matannensis

Fachlich-seriöse Quellen


Kontext- und Proxy-Quellen