Tanichthys albonubes - "Gold" Kardinalfisch
Wissenschaftlicher Name
Tanichthys albonubes
Tanichthys albonubes
Familie
Tanichthyidae (Kardinalfische) / ehemals Cyprinidae (Karpfenfische)
Tanichthyidae (Kardinalfische) / ehemals Cyprinidae (Karpfenfische)
Ordnung
Cypriniformes (Karpfenartige)
Cypriniformes (Karpfenartige)
Name
"Gold" Kardinalfisch (auch „Arbeiter-Neon“ genannt)
"Gold" Kardinalfisch (auch „Arbeiter-Neon“ genannt)
Herkunft
Ostasien (Südchina
, Pearl River Delta, Umgebung von Guangzhou/Hongkong und Nordvietnam
)
Ostasien (Südchina
Lebensraum
Klare, langsam fließende, dicht verkrautete Gebirgsbäche und Waldtümpel
Klare, langsam fließende, dicht verkrautete Gebirgsbäche und Waldtümpel
Ernährung
Omnivor (Allesfresser); frisst Plankton, kleine Insektenlarven, feines Trocken-, Frost- und Lebendfutter
Omnivor (Allesfresser); frisst Plankton, kleine Insektenlarven, feines Trocken-, Frost- und Lebendfutter
Größe
ca. 3,5 - 5 cm
ca. 3,5 - 5 cm
Lebenserwartung
7 bis 9 Jahre (bei kühlerer Haltung)
7 bis 9 Jahre (bei kühlerer Haltung)
Temperatur
16° - 22° C (subtropischer Kaltwasserfisch, verträgt kurzzeitig 5° - 26° C, ideal ohne Heizung)
16° - 22° C (subtropischer Kaltwasserfisch, verträgt kurzzeitig 5° - 26° C, ideal ohne Heizung)
ph-Wert
6,0 - 8,0
6,0 - 8,0
Gesamthärte
5° - 20° dGH (sehr tolerant von weich bis hart)
5° - 20° dGH (sehr tolerant von weich bis hart)
Karbonathärte
3° - 15° dKH
3° - 15° dKH
Haltung
In Gruppen ab 8 - 10 Tieren; Aquariengröße ab 54 Litern (60 cm Kantenlänge); mag leichte Strömung.
In Gruppen ab 8 - 10 Tieren; Aquariengröße ab 54 Litern (60 cm Kantenlänge); mag leichte Strömung.
Schwierigkeitsgrad
Sehr einfach (idealer Anfängerfisch)
Sehr einfach (idealer Anfängerfisch)
Sozialverhalten
Äußerst friedlicher, lebhafter Schwarmfisch; sehr gut für Gesellschaftsbecken mit anderen Friedfischen geeignet.
Äußerst friedlicher, lebhafter Schwarmfisch; sehr gut für Gesellschaftsbecken mit anderen Friedfischen geeignet.
IUCN-Status
Data Deficient (Ungenügende Datengrundlage) / In der Natur stark gefährdet (lokal in China als "ausgestorben" oder geschützt gelistet, der Aquarienbestand ist jedoch durch Nachzuchten gesichert).
Data Deficient (Ungenügende Datengrundlage) / In der Natur stark gefährdet (lokal in China als "ausgestorben" oder geschützt gelistet, der Aquarienbestand ist jedoch durch Nachzuchten gesichert).
Verbreitungskarte & Fundort
Der Kardinalfisch wird in der Ichthyologie wissenschaftlich exakt als Tanichthys albonubes bezeichnet. Der Gattungsname Tanichthys wurde zu Ehren eines chinesischen Pfadfinderführers namens Tan Lin Hok vergeben, welcher den kleinen Fisch in den 1930er-Jahren entdeckte, kombiniert mit dem griechischen Wort ichthys für Fisch. Das Artattribut albonubes leitet sich aus dem Lateinischen ab, wobei albus für weiß und nubes für Wolke steht, was eine direkte Übersetzung seines herkunftsbezogenen Entdeckungsortes darstellt. Im englischsprachigen Raum ist er daher passend als „White Cloud Mountain Minnow“ bekannt.
Optik & Verhalten
Mit einer maximalen Körperlänge von knapp vier bis viereinhalb Zentimetern bleibt dieser kleine Karpfenfisch angenehm kompakt, wobei die Weibchen im Alter meist etwas größer und deutlich fülliger als die schlankeren Männchen werden. Die Grundfarbe des Körpers variiert zwischen einem eleganten Olivgrün und einem glänzenden Braun-Silber. Das optische Highlight ist ein leuchtend hellblau bis goldgelb irisierender Längsstreifen, der sich von den Augen bis zur Schwanzwurzel zieht. Ein faszinierendes Merkmal junger Fische ist, dass dieser Streifen in den ersten Lebenswochen so intensiv neonblau leuchtet, dass sie leicht mit Neonsalmlern verwechselt werden können. Die Rücken-, After- und Schwanzflossen zeigen zudem eine intensive, leuchtend rote Färbung, die bei den Männchen deutlich kräftiger ausgeprägt ist. Das Verhalten des Kardinalfisches ist unermüdlich aktiv, schwimmfreudig und absolut friedfertig. Die Tiere bewegen sich am liebsten im eng koordinierten Gruppenverband durch das gesamte Aquarium und zeigen vor allem unter den Männchen ein wunderschönes, völlig verletzungsfreies Imponierverhalten mit weit abgespreizten Flossen.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Die ursprüngliche Heimat des Tanichthys albonubes liegt im Süden Chinas, genauer gesagt im Gebirgszug der White Cloud Mountains (Baiyunshan) in der Nähe von Guangzhou in der Provinz Guangdong. Dort bewohnte er primär flache, langsam fließende und dicht bewachsene Bergbäche sowie klare Waldtümpel. Diese Biotope zeichnen sich durch sauberes, mineralarmes und kühles Wasser aus. Eine traurige Besonderheit der Art ist, dass sie in ihrem ursprünglichen Typuslokal aufgrund von Tourismus, Verbauung und Umweltverschmutzung zwischenzeitlich als in der Natur ausgestorben galt, bevor in den letzten Jahren erfreulicherweise wieder einige kleine Restpopulationen in abgelegenen Regionen sowie auf der Insel Hainan entdeckt wurden.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Für eine artgerechte Pflege einer kleinen Gruppe von Kardinalfischen wird ein Aquarium mit einer Mindestkantenlänge von sechzig bis achtzig Zentimetern empfohlen, was einem Bruttovolumen von etwa sechzig bis einhundert Litern entspricht. Die Art gilt in der Aquaristik als einer der robustesten, anpassungsfähigsten und ausdauerndsten Fische überhaupt, weshalb sie sich seit Jahrzehnten perfekt für Einsteiger eignet. Die größte Besonderheit bei der Haltung liegt darin, dass der Kardinalfisch im Gegensatz zu den meisten Zierfischen kein tropischer Warmwasserfisch ist. Er benötigt zwingend ein kühleres Umfeld und eignet sich hervorragend für unbeheizte Aquarien in Wohnräumen.
Aquarium-Einrichtung
Die Beckengestaltung sollte den Charakter eines schattigen Bergbachs widerspiegeln und eine geschickte Kombination aus freiem Schwimmraum im Zentrum und dichter Strukturierung an den Rändern bieten. Eine üppige Rand- und Hintergrundbepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzenarten wie Wasserpest, Ludwigien oder verschiedenen Moosen wird von den Fischen sehr gerne als Deckung und natürliches Laichsubstrat genutzt. Der Bodengrund kann flexibel aus feinem, dunklem Sand oder abgerundetem Kies gewählt werden, da ein dunkler Untergrund die leuchtenden Flossenfarben optisch besonders intensiv strahlen lässt. Einige verzweigte Moorkienwurzeln und flache Steine runden das naturnahe Setup perfekt ab. Das Aquarium sollte gut abgedeckt sein, da die agilen Schwimmer bei schnellen Verfolgungsjagden springen können.
Wasserwerte & Technik
Der Kardinalfisch zeigt sich bezüglich der chemischen Wasserparameter extrem tolerant und unkompliziert. Beim pH-Wert akzeptiert er Werte im leicht sauren bis leicht alkalischen Bereich zwischen 6,5 und 7,8 problemlos, ideal ist ein neutraler Wert um 7,0. Die Gesamthärte kann sich in einem breiten Spektrum von weich bis mittelhart zwischen fünf und zwanzig Grad deutscher Härte bewegen. Der absolut entscheidende Faktor ist jedoch die Wassertemperatur: Die Fische fühlen sich in einem kühlen Bereich zwischen sechzehn und zweiundzwanzig Grad Celsius am wohlsten. Dauerhafte Temperaturen über vierundzwanzig Grad im Sommer belasten ihren Stoffwechsel stark und verkürzen ihre Lebensspanne drastisch. Ein einfacher Innen- oder Außenfilter, der für eine saubere mechanische Reinigung und eine sanfte Oberflächenströmung sorgt, ist technisch absolut ausreichend.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Als sozialer und obligatorischer Schwarmfisch verträgt Tanichthys albonubes keine Einsamkeit und darf niemals isoliert gepflegt werden. Eine Gruppe von mindestens zehn bis zwölf Tieren bildet die biologische Untergrenze, damit sich ein echtes Schwarmverhalten einstellt und die Fische nicht unter chronischem Stress leiden. In größeren Aquarien ab zweihundert Litern entfaltet sich die wahre Pracht dieser Art erst richtig, wenn ein großer Schwarm von zwanzig oder mehr Individuen gemeinsam durch das Becken zieht. Untereinander verhalten sich die Tiere absolut friedfertig. Die Männchen besetzen temporäre kleine Balzreviere im Pflanzendickicht und fechten dort faszinierende, harmlose Scheingefechte um die Gunst der Weibchen aus, bei denen sie nebeneinander herschwimmen und ihre Flossen maximal aufstellen.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Von Aquarium-Dietzenbach:
Das "Kardinälchen" ist ein sehr beliebter Schwarmfisch. Die männlichen Tiere sind etwas schlanker und imponieren mit ihrer wunderschönen intensiven Färbung. Er bevorzugt eher kühlere Temperaturen.16-23 ° C sollten über einen längeren Zeitraum nicht überschritten werden, da er dann verblasst und kränkelt.
Der Kardinalfisch gehört zur Gruppe der Karpfenähnlichen und ist Freilaicher. Mittlerweile gibt es mehrere Zuchtformen, wie den Schleierkardinal und den "Gold"-Kardinal.
Die Zucht der Tiere ist relativ einfach und zeigt die wahre Schönheit der Tiere. Halten Sie eine kleine Gruppe der Tiere zusammen und füttern Sie abwechslungsreich. Nach kurzer Zeit werden Sie erkennen, dass die Weibchen fülliger werden, weil sie Eier angesetzt haben. Warten Sie nun nicht zu lange, damit die Eier nicht verhärten und die Tiere Schwierigkeiten bekommen, die Eier abzusetzen.
Nehmen Sie dann ein kleines Becken mit etwas Java-Moos in der Mitte und befüllen Sie es mit Osmosewasser. Ein Leitwert von 50 - 100 ms ist für die Tiere kein Problem und simuliert den Tieren einen Regenschauer. Setzen sie dann ein Paar oder eine kleine Gruppe am späten Nachmittag in dieses Becken ein. Füttern Sie die Tiere in diesem Zuchtbecken nicht.
Am nächsten Morgen, kurz nachdem das Licht angegangen ist, werden die Tiere mit der Balz beginnen und im Laufe des Vormittags abgelaicht haben. Entfernen Sie dann die Zuchttiere und gedulden Sie sich 2 - 3 Tage, bis Sie die ersten Jungfische sehen werden. Füttern Sie die Larven jetzt mit "Plankton" (Pantoffeltierchen, Rädertierchen) oder mit einer sehr kleinen Menge an künstlichem Staubfutter an. Vorsorglich bringen Sie dann noch ein paar Schnecken ein, damit die Futterreste nicht vergammeln können und installieren Sie einen kleinen Filter, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Pro Weibchen sind ca. 100 Eier möglich.
Aufgrund negativer Umwelteinflüsse ist er in freier Natur leider so gut wie nicht mehr existent.
Aufgrund seines sanftmütigen Temperaments ist der Kardinalfisch ein idealer Bewohner für klassische Gesellschaftsaquarien, sofern die Mitbewohner ebenfalls kühlere Temperaturen bevorzugen. Hervorragend eignen sich andere friedliche Fische aus gemäßigten Klimazonen, wie beispielsweise Zebrabärblinge, fleckige Flossensauger oder die zuvor beschriebenen Ohrgitter-Harnischwelse. Auch eine Kombination mit Zwerggarnelen der Gattungen Neocaridina (wie Red Fire) oder Caridina (wie Bienengarnelen) funktioniert in der Praxis hervorragend, da die Fische erwachsene Garnelen komplett ignorieren und lediglich winzige, unvorsichtige Junggarnelen im Moos als gelegentlicher Snack enden könnten. Nicht vergesellschaftet werden sollten sie mit großen, aggressiven oder stark tropischen Raubfischen.Das "Kardinälchen" ist ein sehr beliebter Schwarmfisch. Die männlichen Tiere sind etwas schlanker und imponieren mit ihrer wunderschönen intensiven Färbung. Er bevorzugt eher kühlere Temperaturen.16-23 ° C sollten über einen längeren Zeitraum nicht überschritten werden, da er dann verblasst und kränkelt.
Der Kardinalfisch gehört zur Gruppe der Karpfenähnlichen und ist Freilaicher. Mittlerweile gibt es mehrere Zuchtformen, wie den Schleierkardinal und den "Gold"-Kardinal.
Die Zucht der Tiere ist relativ einfach und zeigt die wahre Schönheit der Tiere. Halten Sie eine kleine Gruppe der Tiere zusammen und füttern Sie abwechslungsreich. Nach kurzer Zeit werden Sie erkennen, dass die Weibchen fülliger werden, weil sie Eier angesetzt haben. Warten Sie nun nicht zu lange, damit die Eier nicht verhärten und die Tiere Schwierigkeiten bekommen, die Eier abzusetzen.
Nehmen Sie dann ein kleines Becken mit etwas Java-Moos in der Mitte und befüllen Sie es mit Osmosewasser. Ein Leitwert von 50 - 100 ms ist für die Tiere kein Problem und simuliert den Tieren einen Regenschauer. Setzen sie dann ein Paar oder eine kleine Gruppe am späten Nachmittag in dieses Becken ein. Füttern Sie die Tiere in diesem Zuchtbecken nicht.
Am nächsten Morgen, kurz nachdem das Licht angegangen ist, werden die Tiere mit der Balz beginnen und im Laufe des Vormittags abgelaicht haben. Entfernen Sie dann die Zuchttiere und gedulden Sie sich 2 - 3 Tage, bis Sie die ersten Jungfische sehen werden. Füttern Sie die Larven jetzt mit "Plankton" (Pantoffeltierchen, Rädertierchen) oder mit einer sehr kleinen Menge an künstlichem Staubfutter an. Vorsorglich bringen Sie dann noch ein paar Schnecken ein, damit die Futterreste nicht vergammeln können und installieren Sie einen kleinen Filter, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Pro Weibchen sind ca. 100 Eier möglich.
Aufgrund negativer Umwelteinflüsse ist er in freier Natur leider so gut wie nicht mehr existent.
Ernährung & Fütterung
In ihren natürlichen Heimatgewässern ernähren sich die kleinen Fische mikro-omnivor von allem, was ihr kleines, leicht oberständiges Maul bewältigen kann. Sie schnappen nach winzigen Wirbellosen, kleinen Insektenlarven, feinen Krebstieren und Zooplankton direkt von der Wasseroberfläche oder aus dem Freiwasser. Im Aquarium erweisen sie sich als absolut unkomplizierte Allesfresser und nehmen feines Flockenfutter oder Granulate problemlos an. Um eine optimale Nährstoffversorgung zu gewährleisten und die Farbenpracht der roten Flossen zu maximieren, sollte die Ernährung regelmäßig durch feines Lebend- oder Frostfutter ergänzt werden. Frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien und kleine Mückenlarven sind eine hervorragende Nahrung.
Zucht & Vermehrung
Die Nachzucht im Aquarium gilt als sehr leicht und ist selbst im Gesellschaftsbecken als Zufallsergebnis keine Seltenheit, da die Art zu den produktivsten Freilaichern gehört. Die Fische betreiben keinerlei Brutpflege. Zur gezielten Vermehrung empfiehlt sich ein separates, kleines Zuchtbecken, das dicht mit feinfiedrigen Pflanzen wie Javamoos bestückt wird. Ein gut genährtes Paar laicht dort meist in den frühen Morgenstunden über mehrere Tage hinweg immer wieder kleine Mengen an Eiern in das Pflanzendickicht ab. Da die Elterntiere im Vergleich zu anderen Barben relativ milde Laichräuber sind, kommen im dichten Moos oft auch ohne das Umsetzen der Eltern Jungfische durch. Wer maximale Erfolge erzielen möchte, entfernt die Alttiere nach ein paar Tagen. Die winzigen Larven schlüpfen nach rund achtundvierzig Stunden und können nach dem Freischwimmen sofort mit feinstem Staubfutter, Pantoffeltierchen und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien aufgezogen werden.
Gesundheit & typische Probleme
Dank ihrer robusten Konstitution sind Krankheiten beim Kardinalfisch ein seltenes Phänomen, sofern die grundlegenden Haltungsbedingungen erfüllt sind. Das häufigste und gravierendste Problem resultiert aus einer dauerhaft zu warmen Haltung in den Sommermonaten. Steigen die Temperaturen im Aquarium über Wochen hinweg auf über sechsundzwanzig Grad, geraten die Fische in anhaltenden Hitzestress. Dies schwächt ihr Immunsystem massiv und macht sie extrem anfällig für bakterielle Infektionen, Flossenfäule oder den Ausbruch der klassischen Ichthyophthirius-Pünktchenkrankheit. Eine effektive Kühlung des Beckens im Hochsommer durch PC-Lüfter oder das Öffnen der Abdeckung ist daher die beste Gesundheitsvorsorge.
Schutzstatus & Verantwortung
IUCN
In der globalen Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN wird Tanichthys albonubes offiziell unter dem Status Daten unzureichend (Data Deficient) oder in älteren, lokalen Erhebungen als vom Aussterben bedroht geführt, da die Wildpopulationen in China durch Lebensraumzerstörung extrem dezimiert wurden. Für den Aquarianer ergibt sich daraus jedoch kein ethisches Problem bezüglich des Artenschutzes, da einhundert Prozent der weltweit im Handel angebotenen Kardinalfische aus riesigen, professionellen Nachzuchtfarmen stammen. Die Wildbestände werden durch den Zierfischhandel somit überhaupt nicht mehr belastet.
CITES
Die Art unterliegt gegenwärtig keinen Handelsbeschränkungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Der internationale Handel mit Nachzuchten ist uneingeschränkt legal.
WISIA
Im wissenschaftlichen Informationssystem zum Artenschutz des Bundesamtes für Naturschutz (WISIA) wird der Kardinalfisch nicht als geschützte oder streng geschützte Art geführt. Es bestehen somit für den privaten Aquarianer in Deutschland keinerlei gesetzliche Dokumentations-, Nachweis- oder Meldepflichten bei den Behörden.
Häufig gestellte Fragen
Benötigt ein Aquarium für Kardinalfische zwingend einen Heizstab?
Nein, im Gegenteil. Da die Fische aus kühlen Gebirgsbächen stammen und Temperaturen zwischen sechzehn und zweiundzwanzig Grad bevorzugt werden, reicht die normale Raumtemperatur in Wohnungen völlig aus, um das Wasser im passenden Rahmen zu halten. Ein Heizstab ist in den allermeisten Fällen absolut überflüssig und erhöht nur das Risiko einer für die Fische ungesunden Überhitzung des Wassers.
Kann man den Kardinalfisch im Sommer auch im Gartenteich halten?
Ja, eine zeitweise Haltung im Freien ist von Mai bis September in Mitteleuropa hervorragend möglich und tut den Fischen sogar sehr gut. In gut schattierten Gartenteichen oder Mörtelkübeln finden sie reichhaltige Lebendnahrung in Form von Mückenlarven. Durch die natürlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht entwickeln die Fische im Freiland oft extrem intensive Farben und eine beeindruckende Vitalität. Sie müssen jedoch vor dem ersten Frost im Herbst wieder ins Haus geholt werden, da sie nicht komplett winterhart sind.
Wie hoch ist die Lebenserwartung eines Kardinalfisches bei guter Pflege?
Unter optimalen Haltungsbedingungen, mit einer abwechslungsreichen Fütterung und vor allem bei dauerhaft kühlen Wassertemperaturen unter zweiundzweiundzwanzig Grad können die agilen Karpfenfische im Heimaquarium ein beachtliches Alter von fünf bis neun Jahren erreichen. Wird die Art hingegen fälschlicherweise in stark beheizten Tropenbecken bei sechsundzwanzig Grad gepflegt, verkürzt ihr beschleunigter Stoffwechsel die Lebensspanne meist auf nur ein bis zwei Jahre.
Warum jagen sich die Kardinalfische manchmal so wild im Becken?
Dieses Verhalten ist völlig harmlos und gehört zum natürlichen Verhaltensrepertoire. Meist handelt es sich um die Männchen, die untereinander kleine Scheingefechte austragen oder paarungsbereite Weibchen intensiv in Richtung der Pflanzenbüschel treiben. Solange das Aquarium groß genug ist und ausreichend Versteckmöglichkeiten durch dichte Pflanzen bietet, verletzen sich die Tiere dabei nie; es ist ein Zeichen von hoher Vitalität und Lebensfreude.
Gibt es neben der Wildform auch andere Zuchtformen im Handel?
Ja, im Laufe der jahrzehntelangen Zucht haben sich einige sehr populäre Zuchtformen im Handel etabliert. Besonders bekannt ist die Schleier-Form, welche sich durch prachtvoll verlängerte Flossenstrahlen auszeichnet. Zudem gibt es eine wunderschöne goldene Variante (oft als „Goldener Kardinalfisch“ bezeichnet), bei der die Körperfarbe in einem warmen Orangegelb erstrahlt, während die roten Flossen und der glänzende Längsstreifen erhalten bleiben. Die Haltungsansprüche sind bei allen Formen identisch.






