Rotschwanz-Pinguinsalmler (Thayeria sp. 'Redtail Rio Teles Pires') – Seltener Schrägschwimmer mit roter Schwanzflosse
Wissenschaftlicher Name
Thayeria sp. 'Redtail Rio Teles Pires'
Thayeria sp. 'Redtail Rio Teles Pires'
Familie
Characidae (Echte Salmler)
Characidae (Echte Salmler)
Ordnung
Characiformes (Salmlerartige)
Characiformes (Salmlerartige)
Name
Rotschwanz-Pinguinsalmler
Rotschwanz-Pinguinsalmler
Herkunft
Rio Teles Pires, Tapajós-Quellgebiet, Brasilien
Rio Teles Pires, Tapajós-Quellgebiet, Brasilien
Lebensraum
Langsam fließende Gewässer
Langsam fließende Gewässer
Ernährung
Omnivor
Omnivor
Größe
4 - 6 cm
4 - 6 cm
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
3 bis 5 Jahre
Temperatur
22 - 28 °C
22 - 28 °C
pH-Wert
5,5 - 8,0 (optimal 6,0 - 7,5)
5,5 - 8,0 (optimal 6,0 - 7,5)
Gesamthärte
4 - 8 °dGH
4 - 8 °dGH
Karbonathärte
0 - 6 °dKH
0 - 6 °dKH
Haltung
Aquarium
Aquarium
Schwierigkeitsgrad
Anfänger
Anfänger
Sozialverhalten
Schwarmfisch (Gruppe empfohlen)
Schwarmfisch (Gruppe empfohlen)
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Rotschwanz-Pinguinsalmler ist eine noch unbeschriebene Art aus dem Rio Teles Pires, einem Biodiversitäts-Hotspot im Tapajós-Quellgebiet Brasiliens. Mit seiner charakteristischen schrägen Schwimmhaltung, der leuchtend roten Schwanzflosse und dem irisierend grünen Schimmer neben dem schwarzen Längsstreifen zählt er zu den attraktivsten Vertretern der Pinguinsalmler. Als friedlicher Schwarmfisch eignet er sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien, zeigt jedoch ein ausgeprägtes Sozialverhalten mit Rangordnung innerhalb der Gruppe. Die Art wurde erst kürzlich für die Aquaristik entdeckt und ist daher noch selten im Handel erhältlich. Ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Wasserwerte macht sie trotz ihrer Seltenheit zu einem dankbaren Pflegling für Aquarianer, die Wert auf außergewöhnliche südamerikanische Salmler legen.
Optik & Verhalten
Der Rotschwanz-Pinguinsalmler zeichnet sich durch seine typische schräge Schwimmhaltung aus, die allen Thayeria-Arten zu eigen ist und ihnen den Namen 'Pinguinsalmler' eingebracht hat. Das auffälligste Merkmal ist die leuchtend rote Schwanzflosse, die einen starken Kontrast zum silbrig-grünen Körper bildet. Ein schwarzer Längsstreifen beginnt unterhalb der Rückenflosse und zieht sich bis zur Schwanzspitze – ähnlich wie bei Thayeria ifati. Besonders reizvoll ist der irisierend grüne Schimmer, der direkt neben diesem schwarzen Streifen verläuft und je nach Lichteinfall in verschiedenen Nuancen schillert. Die Art zeigt ein ausgeprägtes Schwarmverhalten mit einer klaren Rangordnung innerhalb der Gruppe. Obwohl grundsätzlich friedlich und etwas schüchtern, können einzelne Tiere territorial gegenüber Artgenossen auftreten, weshalb eine Gruppenhaltung für ein ausgeglichenes Sozialverhalten wichtig ist.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Der Rotschwanz-Pinguinsalmler stammt aus dem Rio Teles Pires, einem Quellfluss des Tapajós-Systems im zentralbrasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Dieses Gebiet gilt als Biodiversitäts-Hotspot für Thayeria-Arten und beherbergt mehrere noch unbeschriebene Spezies. Die natürlichen Habitate sind langsam fließende Gewässer mit dichtem Laubstreu am Grund, die durch dschungelartige Ufervegetation beschattet werden. Das Wasser ist je nach Jahreszeit entweder klar oder leicht gebräunt (Schwarzwasser-Charakter). Pflanzenwuchs ist in diesen Biotopen eher spärlich vorhanden. Die saisonalen Schwankungen zwischen Regen- und Trockenzeit prägen das Leben der Fische: Während der Regenzeit ist das Nahrungsangebot reich an Insektenlarven und Mikrokrustaceen, in der Trockenzeit ernähren sich die Tiere vermehrt von Detritus, Algen und Biofilm. Diese Anpassungsfähigkeit spiegelt sich auch in ihrer unkomplizierten Haltung im Aquarium wider.
Artgerechte Haltung im Aquarium
Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung des Rotschwanz-Pinguinsalmlers sollte das Aquarium den natürlichen Lebensraum nachempfinden. Eine Schicht aus Laubstreu (z.B. Seemandelbaumblätter, Eichenlaub) am Boden schafft nicht nur eine naturnahe Optik, sondern fördert auch die Entwicklung von Mikroorganismen, die zur Ernährung beitragen. Der obere Wasserbereich sollte frei bleiben, da die Fische bevorzugt in dieser Zone schwimmen. Pflanzen können eingesetzt werden, sind aber nicht zwingend erforderlich – wichtiger ist ausreichend Schwimmraum. Wurzeln und vereinzelte Versteckmöglichkeiten bieten scheuen Tieren Rückzugsorte. Eine gedämpfte Beleuchtung kommt dem natürlichen Habitat entgegen und lässt die Farben der Fische besonders gut zur Geltung kommen. Die Strömung sollte schwach bis moderat sein, um die langsam fließenden Gewässer des Rio Teles Pires zu simulieren.
Wasserwerte & Technik
Der Rotschwanz-Pinguinsalmler zeigt sich hinsichtlich der Wasserwerte sehr anpassungsfähig. Die Temperatur sollte zwischen 22 und 28 °C liegen, optimal sind 24–26 °C. Der pH-Wert kann in einem breiten Spektrum von 5,5 bis 8,0 liegen, wobei ein leicht saurer bis neutraler Bereich (6,0–7,5) ideal ist. Die Art toleriert sowohl weiches als auch härteres Wasser – in der Zucht werden sogar Werte über 300 ppm (KH/GH) erfolgreich genutzt. Eine effektive, aber nicht zu starke Filterung ist wichtig, um die Wasserqualität stabil zu halten. Regelmäßige Teilwasserwechsel (wöchentlich 20–30 %) tragen zum Wohlbefinden bei. Eine leichte Torffilterung oder die Zugabe von Erlenzapfen kann das Wasser natürlich ansäuern und den Schwarzwasser-Charakter des Herkunftsgebiets nachbilden.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Als typischer Schwarmfisch sollte der Rotschwanz-Pinguinsalmler niemals einzeln gehalten werden. Eine Gruppe von mindestens 8–10 Exemplaren ist empfehlenswert, um das natürliche Sozialverhalten zu fördern und Stress zu minimieren. Innerhalb der Gruppe bildet sich eine Rangordnung aus, die durch gelegentliche Imponiergehabe und kurze Verfolgungsjagden etabliert wird. Diese Verhaltensweisen sind normal und führen in der Regel nicht zu Verletzungen. In zu kleinen Gruppen können einzelne Tiere schüchtern oder territorial werden. Der Schwarm hält sich bevorzugt im oberen Drittel des Aquariums auf, wo die Fische ihre charakteristische schräge Schwimmhaltung zeigen. Ein ausreichend großes Becken mit genügend Schwimmraum ist daher wichtiger als eine üppige Bepflanzung.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Der friedliche Charakter des Rotschwanz-Pinguinsalmlers macht ihn zu einem idealen Bewohner für Gesellschaftsaquarien. Er kann problemlos mit anderen südamerikanischen Salmlern, Panzerwelsen, kleineren Buntbarschen und friedlichen Bodenbewohnern vergesellschaftet werden. Auch eine Kombination mit semi-aggressiven Zwergcichliden ist möglich, solange diese nicht zu groß oder räuberisch sind. Von einer Vergesellschaftung mit großen Raubfischen oder sehr aggressiven Arten ist abzuraten, da die Pinguinsalmler eher schüchtern sind und sich bei Bedrohung zurückziehen. Gute Partner sind beispielsweise Neonsalmler, Rotkopfsalmler, Corydoras-Arten oder Apistogramma-Zwergbuntbarsche. Wichtig ist, dass alle Mitbewohner ähnliche Ansprüche an Wasserwerte und Temperatur haben. Die Pinguinsalmler besetzen hauptsächlich die obere Wasserzone, sodass eine Aufteilung der Schwimmebenen mit bodenbewohnenden Arten gut funktioniert.
Ernährung & Fütterung
In der Natur ernährt sich der Rotschwanz-Pinguinsalmler omnivor von Insektenlarven, Mikrokrustaceen, kleinen Würmern, Detritus, Algen und Biofilm. Diese Anpassungsfähigkeit zeigt sich auch im Aquarium: Die Tiere nehmen bereitwillig hochwertiges Trockenfutter (Flocken, Granulat), Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Cyclops) und Lebendfutter (Daphnien, Tubifex) an. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert Gesundheit und Farbenpracht. Es empfiehlt sich, mehrmals täglich kleine Portionen zu füttern, die innerhalb weniger Minuten aufgenommen werden. Gelegentliche Fastentage (1–2 pro Woche) sind sinnvoll, um Verfettung vorzubeugen. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken oder überbrühtes Gemüse (Gurke, Zucchini) können das Futterangebot ergänzen. Die Fische nehmen Nahrung bevorzugt von der Wasseroberfläche oder im freien Wasser auf – sinkendes Futter wird weniger beachtet.
Zucht & Vermehrung
Der Rotschwanz-Pinguinsalmler ist ein Freilaicher, der seine Eier über dem Bodengrund verstreut. Geschlechtsunterschiede sind äußerlich kaum erkennbar, weibliche Tiere sind möglicherweise etwas fülliger. Für die Zucht sollte ein separates Ablaichbecken eingerichtet werden, das mit einem Laichrost oder einer dichten Schicht Javamoos ausgestattet ist, um die Eier vor Elternfraß zu schützen. Weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0–6,5, GH unter 10 °dH) und eine Temperatur um 26 °C fördern die Laichbereitschaft. Die Konditionierung der Elterntiere erfolgt durch reichhaltige Fütterung mit Lebendfutter. Nach der Eiablage sollten die Adulten entfernt werden. Die Larven schlüpfen nach 24–36 Stunden und schwimmen nach weiteren 3–4 Tagen frei. Aufzuchtfutter sind Infusorien, später Artemia-Nauplien. Nachzuchten sind im Handel bereits erhältlich, was auf erfolgreiche Zuchtbemühungen hindeutet. Dennoch bleibt die Art aufgrund ihrer Seltenheit vergleichsweise teuer.
Gesundheit & typische Probleme
Bei artgerechter Haltung ist der Rotschwanz-Pinguinsalmler robust und wenig krankheitsanfällig. Wie alle Salmler kann er jedoch bei schlechter Wasserqualität oder Stress anfällig für bakterielle Infektionen, Pilzbefall oder Parasiten (z.B. Ichthyo, Oodinium) werden. Regelmäßige Wasserwechsel und stabile Wasserwerte sind die beste Prophylaxe. Stress durch zu kleine Gruppen, aggressive Mitbewohner oder ungeeignete Beckeneinrichtung kann zu Verhaltensauffälligkeiten und geschwächtem Immunsystem führen. Neu eingesetzte Tiere sollten zunächst in Quarantäne gehalten und auf Krankheitsanzeichen beobachtet werden. Eine ausgewogene Ernährung stärkt die Abwehrkräfte. Bei Krankheitsausbruch ist eine schnelle Diagnose und Behandlung wichtig – viele Salmler reagieren empfindlich auf Medikamente, daher sollten Dosierungen vorsichtig gewählt werden. Kupferhaltige Präparate sind zu vermeiden.
Schutzstatus & Verantwortung
IUCN
Nicht bewertet (NE) – Die Art ist wissenschaftlich noch nicht beschrieben und daher nicht in der Roten Liste erfasst.
CITES
Nicht gelistet – Es bestehen keine internationalen Handelsbeschränkungen.
WISIA
Nicht geschützt – Die Art unterliegt keinem besonderen Schutzstatus nach deutschem Artenschutzrecht. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.
Obwohl kein formeller Schutzstatus besteht, sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit dieser seltenen Art umgehen. Der Rio Teles Pires ist ein Biodiversitäts-Hotspot, der durch Wasserkraftprojekte und Lebensraumzerstörung bedroht ist. Der Erwerb von Nachzuchten statt Wildfängen trägt zum Schutz der natürlichen Populationen bei. Zudem sollte die Art niemals in heimische Gewässer ausgesetzt werden, da sie dort nicht überleben kann und ökologische Schäden verursachen könnte.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß wird der Rotschwanz-Pinguinsalmler?
Die genaue Endgröße ist nicht dokumentiert, da die Art noch unbeschrieben ist. Verwandte Thayeria-Arten erreichen typischerweise 5–7 cm Körperlänge. Es ist anzunehmen, dass der Rotschwanz-Pinguinsalmler eine ähnliche Größe erreicht.
Kann man den Rotschwanz-Pinguinsalmler mit anderen Pinguinsalmlern vergesellschaften?
Ja, eine Vergesellschaftung mit anderen Thayeria-Arten wie T. boehlkei oder T. obliqua ist möglich. Die Arten können sich jedoch kreuzen, daher sollte man bei Zuchtabsichten auf Artreinhaltung achten. Optisch ergänzen sich die verschiedenen Pinguinsalmler gut.
Warum ist die Art so teuer im Handel?
Der Rotschwanz-Pinguinsalmler wurde erst kürzlich für die Aquaristik entdeckt und ist noch selten verfügbar. Die Fundorte im Rio Teles Pires sind schwer zugänglich, und die Nachzucht ist noch nicht etabliert. Mit zunehmender Verfügbarkeit von Nachzuchten dürften die Preise sinken.
Welche Aquariengröße ist für eine Gruppe empfehlenswert?
Für eine Gruppe von 8–10 Tieren sollte das Aquarium mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 100 Liter) aufweisen. Wichtiger als die Beckenhöhe ist eine ausreichende Schwimmstrecke im oberen Bereich. Größere Becken (ab 120 cm) ermöglichen größere Schwärme und ein natürlicheres Verhalten.
Wie unterscheidet sich die Art von Thayeria ifati?
Beide Arten haben einen schwarzen Streifen, der unter der Rückenflosse beginnt. Der Rotschwanz-Pinguinsalmler hat jedoch eine deutlich rote Schwanzflosse und einen irisierend grünen Schimmer neben dem schwarzen Streifen, während T. ifati eine transparente bis leicht gelbliche Schwanzflosse zeigt. Zudem stammen sie aus unterschiedlichen Flusssystemen.
Wissenschaftliche Quellen & Literatur
Primärquellen & Datenbanken
- IUCN Red List (2026)
Suche Thayeria sp. Teles Pires - WISIA BfN (2026)
Suche Thayeria sp. Teles Pires - FishBase (2026)
Suche Thayeria sp. Teles Pires (keine Treffer) - Novataxa (2026)
Suche Thayeria sp. Red Tail - ZSE Pensoft (2026)
Suche Thayeria sp. Teles Pires
Fachliteratur & Expertenbeiträge
- Schäfer, F. (o.J.)
Thayeria sp. Red Tail Teles Pires – Aquarium Glaser - Aquarium Fish Online (o.J.)
Red Tail Penguin Rio Teles Pires Tetra - Dan's Fish (o.J.)
Red Tail Penguin Tetra 'Rio Teles Pires' - AH Aquatics (2025)
Red Tail Penguin Tetra – Video - Hollywood Fish Farm (o.J.)
Red Tail 'Rio Teles Pires' Penguin Tetra

