Xenopus tropicalis

Xenopus tropicalis - Tropischer Krallenfrosch
 
Tropischer Krallenfrosch (Xenopus tropicalis) – Vollaquatischer Zwergfrosch aus Westafrika

Wissenschaftlicher Name
Xenopus (Silurana) tropicalis (Gray, 1864)
Familie
Pipidae (Zungenlose Frösche)
Ordnung
Anura (Froschlurche)
Name
Tropischer Krallenfrosch
Herkunft
Westafrika (Gabon Gabon bis Sierra Leone Sierra Leone, Nigeria Nigeria)
Lebensraum
Stehende oder langsam fließende Gewässer
Ernährung
Karnivor
Größe
2,8 - 4 cm (Männchen), 4 - 6 cm (Weibchen)
Lebenserwartung
5 bis 10 Jahre
Temperatur
12 - 34 °C (kritisch), Optimum 24 °C
pH-Wert
3 - 8 (sehr tolerant)
Gesamthärte
5 - 15 °dGH (optimal ~12 °dGH)
Karbonathärte
4 - 10 °dKH
Haltung
Aquarium ab 60×30×30 cm / 54 Liter (15 cm Wassertiefe)
Schwierigkeitsgrad
Fortgeschritten
Sozialverhalten
Gruppe (geschlechtsdimorph)
IUCN-Status
LC (Least Concern)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Tropische Krallenfrosch (Xenopus tropicalis), auch als Western clawed frog bekannt, ist ein faszinierender vollaquatischer Amphibienbewohner aus den stehenden und langsam fließenden Gewässern Westafrikas. Mit seiner olivgrünen, glatten Haut, dem stromlinienförmigen Körper und den charakteristischen schwarzen Krallen an drei inneren Zehen der Hinterfüße ist er perfekt an das Leben unter Wasser angepasst. Diese kleine Art erreicht nur 28-40 mm Körperlänge (SVL) und zeichnet sich durch ihre vorstehenden Augen am oberen Kopfbereich sowie breite, halbdurchsichtige Schwimmhäute aus. Ursprünglich der Gattung Silurana zugeordnet, wird die Art heute als Xenopus tropicalis geführt. Besonders interessant ist ihr Sozialverhalten mit Unterwasser-Vokalisationen und die Nutzung von Lateral-Linien-Organen zur Bewegungserkennung. Für Aquarianer bietet dieser Frosch eine spannende Alternative zu Fischen, erfordert jedoch spezielle Kenntnisse über seine vollaquatische Lebensweise und seine Rolle als potenzieller Chytridiomykose-Träger.

Optik & Verhalten

Xenopus tropicalis beeindruckt durch seinen flachen, stromlinienförmigen Körper, der perfekt an das vollaquatische Leben angepasst ist. Die olivgrüne, glatte Haut kontrastiert mit der hellen Unterseite, während die breiten, weißen und halbdurchsichtigen Schwimmhäute an den Hinterfüßen für effiziente Fortbewegung im Wasser sorgen. Die namensgebenden schwarzen Krallen an den drei inneren Zehen sind ein unverwechselbares Merkmal. Die kleinen, vorstehenden Augen sitzen oben am Kopf – eine typische Anpassung für Lauerjäger. Männchen sind schlanker mit längeren Gliedmaßen und entwickeln Nuptialpads sowie dunklere Haut an den Vorderarmen, während Weibchen deutlich größer werden und eine geschwollene Kloake aufweisen. Besonders faszinierend ist die Kommunikation unter Wasser durch Vokalisationen und die Nutzung von Lateral-Linien-Organen zur Wahrnehmung von Bewegungen. Die Art ist sehr flink und kann bei Störungen schnell fliehen.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Der Tropische Krallenfrosch stammt von der Westküste Äquatorialafrikas und ist von Gabon bis Sierra Leone verbreitet, mit dokumentierten Vorkommen im Okomu National Park in Nigeria. Die Art bewohnt ausschließlich stehende oder langsam fließende Gewässer und ist vollständig aquatisch – ein Landbereich wird nicht benötigt. Die natürlichen Habitate zeichnen sich durch geringe Strömung aus, was die Anpassung an ruhige Gewässer widerspiegelt. Die Typ-Lokalität liegt in Westafrika, wobei der genaue Fundort in den verfügbaren Quellen nicht näher spezifiziert ist. Die Art zeigt eine bemerkenswerte Toleranz gegenüber unterschiedlichen Wasserbedingungen, was ihre weite Verbreitung in verschiedenen Gewässertypen erklärt. Als generalistischer Prädator ernährt sich Xenopus tropicalis von terrestrischen und aquatischen Wirbellosen, während die Larven als Filterfresser agieren.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Xenopus tropicalis wird ein Aquarium mit mindestens 60 cm Länge und 15 cm Wassertiefe empfohlen. Da die Art vollständig aquatisch lebt, ist kein Landbereich erforderlich. Die Einrichtung sollte schwimmende Pflanzen oder Polystyrol-Elemente zum Basking an der Wasseroberfläche beinhalten. Eine strukturierte Gestaltung mit Versteckmöglichkeiten ist vorteilhaft, wobei auf scharfkantige Dekorationen verzichtet werden sollte, um Verletzungen der empfindlichen Haut zu vermeiden. Die Beleuchtung kann moderat gehalten werden, da die Art keine speziellen Lichtanforderungen stellt.

Wasserwerte & Technik
Der Tropische Krallenfrosch zeigt eine außergewöhnliche Toleranz gegenüber verschiedenen Wasserbedingungen. Die Temperatur kann zwischen 12–34 °C variieren, wobei das Optimum bei 24 °C liegt. Der pH-Wert kann in einem breiten Bereich von 3–8 liegen, was die Art sehr anpassungsfähig macht. Die Filterung sollte schwach eingestellt sein, um keine starke Strömung zu erzeugen, da die natürlichen Habitate durch ruhiges Wasser charakterisiert sind. Ein Luftheber oder Schwammfilter eignet sich gut für die Haltung. Regelmäßige Teilwasserwechsel sind wichtig, um die Wasserqualität zu erhalten. 

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Xenopus tropicalis sollte in Gruppen gehalten werden, wobei auf ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis geachtet werden sollte. Weibchen sind etwa 25% größer als Männchen und zeigen eine geschwollene Kloake, während Männchen verdickte Vorderarme mit Nuptialpads entwickeln. Die Art kommuniziert unter Wasser durch Vokalisationen und nutzt Lateral-Linien-Organe zur Wahrnehmung. Bei der Gruppenhaltung kann Kannibalismus auftreten, besonders bei unterschiedlichen Größenklassen, weshalb eine ausreichende Fütterung und Beckengröße wichtig sind.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Der Tropische Krallenfrosch kann grundsätzlich mit Fischen vergesellschaftet werden, allerdings sollten die Mitbewohner sorgfältig ausgewählt werden. Geeignet sind friedliche, nicht zu kleine Fischarten, die ähnliche Wasserwerte tolerieren. Aggressive oder territoriale Fische sollten vermieden werden. Wichtig ist zu beachten, dass Xenopus tropicalis als Träger von Chytridiomykose gilt, einer Pilzerkrankung, die für andere Amphibien gefährlich sein kann. Daher sollte eine Vergesellschaftung mit anderen Amphibienarten unbedingt vermieden werden, um keine Krankheitsübertragung zu riskieren. Die schnelle Fluchtreaktion der Frösche sollte bei der Auswahl der Mitbewohner ebenfalls berücksichtigt werden.

Ernährung & Fütterung

In der Natur ernährt sich Xenopus tropicalis als generalistischer Prädator von terrestrischen und aquatischen Wirbellosen. Die Larven sind Filterfresser, die Wasser durch den Mund filtern. Bei der Aufzucht können zerstoßene Flocken, Spirulina und Flüssigfutter verwendet werden. Erwachsene Tiere akzeptieren verschiedene Futtersorten, wobei auf eine abwechslungsreiche Ernährung geachtet werden sollte. Kannibalismus wurde beobachtet, besonders bei unzureichender Fütterung oder großen Größenunterschieden innerhalb der Gruppe. Die Fütterung sollte regelmäßig erfolgen, wobei auf Überfütterung verzichtet werden sollte, um die Wasserqualität nicht zu beeinträchtigen.

Zucht & Vermehrung

Die Fortpflanzung von Xenopus tropicalis ist ein faszinierender Prozess. Die Art ist ein Eierleger mit externer Befruchtung. Die Geschlechter sind deutlich unterscheidbar: Weibchen sind größer mit geschwollener Kloake, während Männchen Nuptialpads und dunklere Haut an den Vorderarmen entwickeln. Die Paarung erfolgt durch Lumbal-Amplexus, bei dem das Paar charakteristische Somersaults (Rückwärtssaltos) an der Wasseroberfläche vollführt. Die Eiablage erfolgt in der upside-down-Position. Die Larven sind Filterfresser und können mit zerstoßenen Flocken, Spirulina und Flüssigfutter aufgezogen werden. Die Metamorphose erfolgt innerhalb von etwa 4 Wochen. Wichtig ist, auf ausreichende Fütterung zu achten und Größenunterschiede zu minimieren, da Kannibalismus unter den Jungtieren auftreten kann. Die Aufzucht erfordert sauberes Wasser und regelmäßige Teilwasserwechsel.

Gesundheit & typische Probleme

Ein kritischer Aspekt bei der Haltung von Xenopus tropicalis ist die Rolle als Träger von Chytridiomykose (Batrachochytrium dendrobatidis), einer Pilzerkrankung, die für viele Amphibienarten tödlich sein kann. Dies macht die Art zu einem potenziellen Risiko für Wildpopulationen und andere Amphibien in Gefangenschaft. Halter sollten strenge Hygienemaßnahmen einhalten und niemals Tiere oder Wasser aus dem Aquarium in natürliche Gewässer gelangen lassen. Die schnelle Fluchtreaktion der Frösche kann bei unsachgemäßer Handhabung zu Stress und Verletzungen führen. Eine gute Wasserqualität ist essentiell, um Hautprobleme und bakterielle Infektionen zu vermeiden. Bei Kannibalismus sollten Größenunterschiede in der Gruppe minimiert und die Fütterung optimiert werden.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
Der Tropische Krallenfrosch (Xenopus tropicalis) wird in der Roten Liste der IUCN als Least Concern (LC) (nicht gefährdet) eingestuft.

CITES
Nicht gelistet – Xenopus tropicalis unterliegt keinen CITES-Handelsbeschränkungen.

WISIA
Nicht geschützt – Die Art ist nicht in der WISIA-Datenbank gelistet und unterliegt keinen besonderen Schutzbestimmungen in Deutschland.

Trotz des fehlenden formalen Schutzstatus tragen Halter eine besondere Verantwortung aufgrund der Rolle als Chytridiomykose-Träger. Eine Freisetzung in die Natur oder Kontamination natürlicher Gewässer muss unbedingt verhindert werden, um Wildpopulationen nicht zu gefährden.


Häufig gestellte Fragen

Welche Aquariengröße benötigt Xenopus tropicalis?
Für die Haltung wird ein Aquarium mit mindestens 60 cm Länge und 15 cm Wassertiefe empfohlen. Da die Art vollständig aquatisch lebt, ist kein Landbereich erforderlich. Wichtig sind schwimmende Pflanzen oder Polystyrol zum Basking an der Oberfläche.

Kann man den Tropischen Krallenfrosch mit Fischen vergesellschaften?
Ja, eine Vergesellschaftung mit friedlichen Fischen ist möglich. Allerdings sollten keine anderen Amphibien gehalten werden, da Xenopus tropicalis Träger von Chytridiomykose ist, einer für viele Amphibienarten gefährlichen Pilzerkrankung.

Wie unterscheidet man Männchen und Weibchen?
Weibchen sind etwa 25% größer (4-6 cm) und zeigen eine geschwollene Kloake. Männchen bleiben kleiner (2,8-4 cm), haben längere Gliedmaßen, entwickeln Nuptialpads und dunklere Haut an den Vorderarmen.

Was fressen Tropische Krallenfrösche?
In der Natur ernähren sie sich als generalistische Prädatoren von terrestrischen und aquatischen Wirbellosen. Im Aquarium können verschiedene Futtersorten angeboten werden. Larven sind Filterfresser und können mit zerstoßenen Flocken, Spirulina und Flüssigfutter aufgezogen werden.

Wie züchtet man Xenopus tropicalis?
Die Fortpflanzung erfolgt durch Lumbal-Amplexus, bei dem das Paar charakteristische Rückwärtssaltos an der Wasseroberfläche vollführt. Die Eiablage erfolgt in upside-down-Position. Die Metamorphose dauert etwa 4 Wochen. Wichtig ist, Kannibalismus durch ausreichende Fütterung und Minimierung von Größenunterschieden zu vermeiden.



Wissenschaftliche Quellen


Xenopus (Silurana) tropicalis - Adultes Männchen

Xenopus (Silurana) tropicalis
Adultes Männchen

Xenopus (Silurana) tropicalis - Adultes Weibchen

Xenopus (Silurana) tropicalis
Adultes Weibchen

Xenopus (Silurana) tropicalis - Riesen Maul zum filtrieren

Xenopus (Silurana) tropicalis
Riesen Maul zum filtrieren

Xenopus (Silurana) tropicalis - Hinter und Vorderbeine kommen

Xenopus (Silurana) tropicalis
Hinter und Vorderbeine kommen