Platy (Xiphophorus maculatus) – Farbenfroher Lebendgebärender
Wissenschaftlicher Name
Xiphophorus maculatus (Günther, 1866)
Xiphophorus maculatus (Günther, 1866)
Familie
Poeciliidae
Poeciliidae
Ordnung
Cyprinodontiformes (Zahnkärpflinge oder Zahnkarpfenartige)
Cyprinodontiformes (Zahnkärpflinge oder Zahnkarpfenartige)
Name
Platy
Platy
Herkunft
Mexiko
(Veracruz), Guatemala
, Honduras
, Nicaragua
, Costa Rica
, Panama 
Mexiko
Lebensraum
Stehende bis langsam fließende Gewässer
Stehende bis langsam fließende Gewässer
Ernährung
Omnivor
Omnivor
Größe
4 - 6 cm
4 - 6 cm
Lebenserwartung
3 - 5 Jahre
3 - 5 Jahre
Temperatur
22 - 28 °C
22 - 28 °C
pH-Wert
7,0 - 8,0
7,0 - 8,0
Gesamthärte
8 - 20 °dH
8 - 20 °dH
Karbonathärte
5 - 20 °dKH
5 - 20 °dKH
Haltung
Aquarium ab 60×30×30 cm / 50 Liter
Aquarium ab 60×30×30 cm / 50 Liter
Schwierigkeitsgrad
Anfänger
Anfänger
Sozialverhalten
Gruppe (5 - 10 Tiere)
Gruppe (5 - 10 Tiere)
IUCN-Status
Least Concern (LC)
Least Concern (LC)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Platy (Xiphophorus maculatus) gehört zu den beliebtesten Aquarienfischen weltweit und begeistert durch seine Farbvielfalt und unkomplizierte Haltung. Ursprünglich aus den Gewässern Mittelamerikas stammend, wurde dieser lebendgebärende Zahnkarpfen bereits 1866 von Albert Günther wissenschaftlich beschrieben. Besonders die Calico-Variante mit ihrer Kombination aus Blau, Rot, Weiß und schwarzen Mustern macht den Platy zu einem echten Blickfang. Als Anfängerfisch eignet er sich hervorragend für Einsteiger in die Aquaristik, da er robust, friedlich und anspruchslos ist. Seine lebhafte Art und das interessante Sozialverhalten in Gruppen machen ihn zu einem idealen Bewohner für Gesellschaftsaquarien. Mit einer Lebenserwartung von 3-5 Jahren und einer moderaten Endgröße bietet der Platy langfristige Freude im heimischen Aquarium.
Optik & Verhalten
Der Platy zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Farbvielfalt aus. Die Calico-Variante kombiniert leuchtende Blautöne mit intensivem Rot, Weiß und schwarzen Fleckenmustern, die jeden Fisch zu einem Unikat machen. Männchen sind schlanker gebaut und besitzen ein Gonopodium – eine umgewandelte Afterflosse zur Fortpflanzung. Weibchen zeigen eine rundlichere Körperform. Als tagaktive Schwarmfische bewegen sich Platys lebhaft durch alle Wasserschichten und zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Besonders interessant ist ihre friedliche Natur, die sie zu idealen Bewohnern für Gesellschaftsaquarien macht. Die Tiere sind neugierig und interagieren sowohl untereinander als auch mit ihrer Umgebung, was sie zu spannenden Beobachtungsobjekten macht.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Xiphophorus maculatus stammt ursprünglich aus den atlantischen Flusssystemen Mittelamerikas. Die Typ-Lokalität liegt in Veracruz, Mexiko, doch die Art ist weit verbreitet von Mexiko über Guatemala und Honduras bis nach Panama. In der Natur bewohnen Platys stehende bis langsam fließende Gewässer wie Teiche, Flussarme und vegetationsreiche Uferzonen im Niedrigland (0-500 m ü.M.). Diese Habitate zeichnen sich durch dichte Wasserpflanzen, weiches Substrat und moderate Strömung aus. Die Gewässer sind meist mittelhart mit pH-Werten zwischen 7.0 und 8.0. Saisonale Überschwemmungen während der Regenzeit erweitern das Verbreitungsgebiet temporär und bieten neue Lebensräume. Die natürlichen Populationen gelten laut IUCN als stabil (LC-Status, 2019).
Artgerechte Haltung im Aquarium
Aquarium-Einrichtung
Für eine artgerechte Haltung von Platys wird ein Aquarium mit mindestens 60×30×30 cm (50 Liter) empfohlen. Die Einrichtung sollte reichlich Bepflanzung mit robusten Arten wie Javafarn, Anubias oder Vallisnerien umfassen. Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen bieten Deckung und dämpfen das Licht. Wichtig sind auch Versteckmöglichkeiten durch Wurzeln, Steine oder Höhlen, die den Tieren Rückzugsorte bieten. Ein dunkler Bodengrund aus feinem Kies oder Sand kommt der natürlichen Umgebung nahe. Freie Schwimmzonen sollten erhalten bleiben, da Platys aktive Schwimmer sind.
Wasserwerte & Technik
Platys bevorzugen Temperaturen zwischen 22-28 °C, wobei 24-26 °C optimal sind. Der pH-Wert sollte im leicht alkalischen Bereich von 7.0-8.0 liegen, die Gesamthärte zwischen 8-20 °dH. Die Leitfähigkeit liegt idealerweise bei 200-400 µS/cm. Eine schwache bis mittlere Filterung ist ausreichend, starke Strömung sollte vermieden werden. Regelmäßige Wasserwechsel (25-30% wöchentlich) halten die Wasserqualität stabil. Eine moderate Beleuchtung mit 8-10 Stunden Lichtdauer fördert das Pflanzenwachstum und das Wohlbefinden der Fische.
Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Platys sind ausgeprägte Schwarmfische und sollten in Gruppen von mindestens 5-10 Tieren gehalten werden. Ideal ist ein Geschlechterverhältnis von 1 Männchen zu 2-3 Weibchen, um Stress durch übermäßige Balz zu vermeiden. Die Tiere zeigen ein friedliches Sozialverhalten ohne ausgeprägte Territorialität. Innerhalb der Gruppe bilden sich lockere Hierarchien, aggressive Auseinandersetzungen sind selten. Die gemeinsame Haltung mehrerer Männchen ist bei ausreichend Platz und Weibchen problemlos möglich.
Vergesellschaftung mit anderen Arten
Platys eignen sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien mit anderen friedlichen Fischen ähnlicher Größe. Geeignete Partner sind beispielsweise Guppys, Mollys, Schwertträger, Panzerwelse, Salmler oder Zwergbuntbarsche. Wichtig ist, dass die Mitbewohner ähnliche Wasserwerte bevorzugen und nicht zu klein sind (Gefahr des Gefressen-Werdens von Jungfischen). Aggressive oder zu große Arten sollten vermieden werden. Auch mit Garnelen und Schnecken ist eine Vergesellschaftung meist unproblematisch, solange ausreichend Verstecke vorhanden sind.
Ernährung & Fütterung
In der Natur ernähren sich Platys omnivor von Algen, Detritus, Kleinkrebsen, Insektenlarven und Pflanzenmaterial. Im Aquarium sollte diese Vielfalt nachgeahmt werden. Hochwertiges Flockenfutter bildet die Basis, ergänzt durch Lebend- oder Frostfutter wie Artemia, Mückenlarven oder Daphnien. Pflanzliche Kost in Form von überbrühtem Gemüse (Zucchini, Gurke, Spinat) oder Spirulina-Tabletten ist wichtig für die Verdauung. Gefüttert wird 1-2 mal täglich in kleinen Portionen, die innerhalb von 2-3 Minuten gefressen werden. Ein wöchentlicher Fastentag fördert die Gesundheit. Überfütterung sollte vermieden werden, da sie zu Wasserbelastung und Verfettung führt.
Zucht & Vermehrung
Platys sind lebendgebärend (vivipar) und vermehren sich im Aquarium meist ohne menschliches Zutun. Geschlechtsreife tritt mit 3-4 Monaten ein. Männchen erkennt man am schlanken Körper und dem Gonopodium, Weibchen sind fülliger. Die Paarung erfolgt durch interne Befruchtung. Nach einer Tragzeit von 24-30 Tagen gebiert das Weibchen 20-50 fertig entwickelte Jungfische. Als Trigger für die Zucht dienen frisches Wasser, leicht erhöhte Temperaturen (26-28 °C) und gute Ernährung. Die Jungfische sind sofort schwimmfähig und selbstständig. Wichtig: Erwachsene Platys fressen ihren Nachwuchs, daher sollten dichte Pflanzenbestände oder separate Aufzuchtbecken vorhanden sein. Die Jungtiere werden mit Infusorien, Artemia-Nauplien oder feinem Staubfutter aufgezogen. Bei guter Pflege wachsen sie schnell heran und sind nach 3-4 Monaten geschlechtsreif.
Gesundheit & typische Probleme
Platys sind grundsätzlich robuste Fische, können aber bei schlechten Haltungsbedingungen anfällig für Krankheiten werden. Häufige Probleme sind Ichthyophthiriose (Weißpünktchenkrankheit), Flossenfäule und Pilzinfektionen, meist ausgelöst durch Stress, schlechte Wasserqualität oder zu niedrige Temperaturen. Vorbeugung durch stabile Wasserwerte, regelmäßige Wasserwechsel und ausgewogene Ernährung ist entscheidend. Neue Fische sollten vor dem Einsetzen quarantänisiert werden. Bei Krankheitsanzeichen (apathisches Verhalten, Flossenklemmen, weiße Pünktchen) ist schnelles Handeln wichtig. Überfütterung kann zu Verfettung und Verdauungsproblemen führen. Die Lebenserwartung liegt bei guter Pflege bei 3-5 Jahren.
Schutzstatus & Verantwortung
IUCN
Least Concern (LC) – Nicht gefährdet. Die Art gilt laut IUCN-Assessment von 2019 als stabil mit weiter Verbreitung in Mittelamerika.
CITES
Nicht gelistet. Xiphophorus maculatus unterliegt keinen internationalen Handelsbeschränkungen.
WISIA
Nicht geschützt. Die Art ist in Deutschland nicht nach BNatSchG oder EG-Verordnung 338/97 geschützt. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.
Trotz des günstigen Schutzstatus tragen Aquarianer Verantwortung für artgerechte Haltung und sollten nur Nachzuchten erwerben, um Wildpopulationen zu schonen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Platys sollte man zusammen halten?
Platys sind Schwarmfische und sollten in Gruppen von mindestens 5-10 Tieren gehalten werden. Ideal ist ein Geschlechterverhältnis von 1 Männchen zu 2-3 Weibchen, um Stress durch übermäßige Balz zu vermeiden.
Welche Aquariengröße brauchen Platys?
Für eine Gruppe von 5-10 Platys wird ein Aquarium mit mindestens 60×30×30 cm (50 Liter) empfohlen. Größere Becken bieten mehr Schwimmraum und stabilere Wasserwerte.
Was fressen Platys im Aquarium?
Platys sind Allesfresser und benötigen abwechslungsreiche Kost: Hochwertiges Flockenfutter als Basis, ergänzt durch Lebend- oder Frostfutter (Artemia, Mückenlarven) sowie pflanzliche Kost (überbrühtes Gemüse, Spirulina-Tabletten). Fütterung 1-2 mal täglich in kleinen Portionen.
Wie vermehren sich Platys?
Platys sind lebendgebärend. Nach interner Befruchtung trägt das Weibchen 24-30 Tage und gebiert 20-50 fertig entwickelte Jungfische. Die Vermehrung erfolgt meist ohne menschliches Zutun. Wichtig: Erwachsene Fische fressen den Nachwuchs, daher dichte Bepflanzung oder separate Aufzucht empfohlen.
Können Platys mit Guppys zusammen gehalten werden?
Ja, Platys und Guppys sind ideale Partner für Gesellschaftsaquarien. Beide Arten bevorzugen ähnliche Wasserwerte, sind friedlich und lebendgebärend. Achten Sie auf ausreichend Platz und Verstecke für beide Arten.
Wissenschaftliche Quellen
- FishBase (2024)
Xiphophorus maculatus summary - IUCN (2019)
Xiphophorus maculatus assessment - Catalog of Fishes (2024)
Xiphophorus maculatus - Zierfische.de
Platy Blau Rotschwanz Calico - WISIA
Wissenschaftliches Informationssystem zum Internationalen Artenschutz




