Xiphophorus variatus

Xiphophorus variatus - Variable Platy
 
Variable Platy (Xiphophorus variatus) – Farbenfroher Lebendgebärender

Wissenschaftlicher Name
Xiphophorus variatus (Meek, 1904)
Familie
Poeciliidae (Lebendgebärende Zahnkarpfen)
Ordnung
Cyprinodontiformes
Name
Variable Platy
Herkunft
Mexiko Mexico (Tamaulipas bis Veracruz)
Lebensraum
Flache, stark verkrautete Bäche, Teiche, Sümpfe, Kanäle, Gräben und warme Quellen
Ernährung
Würmern, Krebstieren, Insekten, Ringelwürmern, Zoobenthos, Detritus, Pflanzenmaterial, Algen und Phytoplankton
Größe
Männchen 5 cm, Weibchen 7 cm (Standardlänge)
Lebenserwartung
3 bis 5 Jahre
Temperatur
20 - 26°C
pH-Wert
7,0 - 8,2
Gesamthärte
14 - 30°dH
Karbonathärte
...
Haltung
Aquarium
Schwierigkeitsgrad
Anfänger
Sozialverhalten
Gesellig
IUCN-Status
Nicht bewertet (NE)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Variable Platy (Xiphophorus variatus) gehört zu den beliebtesten Aquarienfischen weltweit und begeistert durch seine enorme Farbvielfalt und unkomplizierte Haltung. Ursprünglich aus den flachen, pflanzenreichen Gewässern Mexikos stammend, hat sich dieser lebendgebärende Zahnkarpfen als robuster Anfängerfisch etabliert. Besonders Zuchtformen wie der 'Hawaiian Platy' mit seinen leuchtend orange-roten Akzenten sind im Handel sehr gefragt. Männchen erreichen etwa 5 cm Standardlänge, während Weibchen bis zu 7 cm groß werden können. Als Schwarmfisch zeigt Xiphophorus variatus ein friedliches Sozialverhalten und eignet sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien. Seine Anpassungsfähigkeit an verschiedene Wasserbedingungen und die einfache Vermehrung machen ihn zum idealen Einstiegsfisch, wobei seine Fortpflanzungsfreudigkeit auch zu invasiven Populationen außerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets geführt hat.

Optik & Verhalten

Xiphophorus variatus zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Farbvariabilität aus, die ihm seinen deutschen Namen 'Variable Platy' eingebracht hat. Zuchtformen wie der Hawaiian Platy zeigen intensive orange-rote Färbungen, während Wildformen oft dezentere Muster aufweisen. Die Männchen sind deutlich kleiner und schlanker als die Weibchen und besitzen ein Gonopodium – ein umgewandeltes Afterflossenorgan zur inneren Befruchtung. Als lebendgebärende Art bringt das Weibchen fertig entwickelte Jungfische zur Welt, was die Zucht besonders einfach macht. Die Tiere zeigen ein friedliches Schwarmverhalten und halten sich bevorzugt in mittleren Wasserschichten auf. Ihre Anpassungsfähigkeit und Robustheit haben sie zu einem der am weitesten verbreiteten Aquarienfische gemacht.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Der Variable Platy stammt ursprünglich aus dem atlantischen Küstengebiet Mexikos, wo er von Südtamaulipas bis Nordveracruz verbreitet ist. Sein natürlicher Lebensraum umfasst flache, stark verkrautete Bäche, Teiche, Sümpfe, Kanäle, Gräben und warme Quellen. Die Gewässer befinden sich in der Küstenebene bis zu den Ausläufern der Sierra Madre Oriental. Charakteristisch sind langsam fließende, pflanzenreiche Bereiche mit reichlich Algen- und Phytoplanktongrowth. Die Fische bevorzugen strukturreiche Habitate mit dichter Vegetation, die ihnen Schutz und Nahrung bieten. Aufgrund von Aquarienfreisetzungen haben sich mittlerweile auch Populationen in Hawaii (Oahu), Florida (Gainesville) und Montana (warme Quellen) etabliert, was das invasive Potenzial dieser Art unterstreicht.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Aquarium-Einrichtung
Für die Haltung von Xiphophorus variatus eignet sich bereits ein kleineres Aquarium, wobei aufgrund der Fortpflanzungsfreudigkeit mittelfristig größere Becken empfehlenswert sind. Die Einrichtung sollte dem natürlichen Habitat nachempfunden sein: dichte Bepflanzung mit robusten Arten wie Vallisnerien, Javafarn oder Hornkraut bietet Rückzugsmöglichkeiten und Verstecke für Jungfische. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht und schaffen zusätzliche Strukturen. Freie Schwimmzonen sollten dennoch vorhanden sein. Als Bodengrund eignet sich feiner Kies oder Sand. Wurzeln und Steine ergänzen die Struktur, sind aber nicht zwingend erforderlich. Die Filterung sollte eine schwache Strömung erzeugen, da die Tiere aus langsam fließenden Gewässern stammen.

Wasserwerte & Technik
Variable Platys sind bezüglich der Wasserwerte sehr tolerant, was sie zu idealen Anfängerfischen macht. Die Temperatur sollte zwischen 20 und 26°C liegen, wobei 22-24°C optimal sind. Der pH-Wert darf im leicht alkalischen Bereich von 7,0 bis 8,2 liegen. Besonders wichtig ist eine mittlere bis hohe Gesamthärte von 14-30°dH, da die Art aus hartem Wasser stammt. Eine moderate Filterung mit Außen- oder Innenfilter ist ausreichend. Regelmäßige Wasserwechsel von 25-30% wöchentlich halten die Wasserqualität stabil. Eine Heizung ist in beheizten Räumen oft nicht erforderlich, sollte aber zur Sicherheit vorhanden sein. Beleuchtung kann standard sein, gedämpftes Licht durch Schwimmpflanzen wird jedoch bevorzugt.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Xiphophorus variatus sollte immer in Gruppen gehalten werden, wobei ein Überschuss an Weibchen empfehlenswert ist (z.B. 1 Männchen auf 2-3 Weibchen), um Stress durch ständiges Balzverhalten zu vermeiden. Die Art ist sehr friedlich und zeigt kein ausgeprägtes Territorialverhalten. Innerartliche Aggressionen sind selten und beschränken sich meist auf harmloses Imponiergehabe zwischen Männchen. Die Tiere sind tagaktiv und zeigen ein lebhaftes Schwimmverhalten in allen Wasserschichten. Aufgrund ihrer hohen Vermehrungsrate sollte man sich auf regelmäßigen Nachwuchs einstellen und entsprechende Abgabemöglichkeiten planen.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Der Variable Platy eignet sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien mit anderen friedlichen Arten. Ideale Mitbewohner sind andere lebendgebärende Zahnkarpfen wie Guppys (Poecilia reticulata) oder Schwertträger (Xiphophorus hellerii), wobei Kreuzungen mit letzteren möglich sind. Auch friedliche Salmler, Panzerwelse, Schnecken und Garnelen können problemlos vergesellschaftet werden. Zu vermeiden sind aggressive oder zu große Arten, die den Platys nachstellen könnten. Barsche oder größere Cichliden sind daher ungeeignet. Bei der Vergesellschaftung sollte darauf geachtet werden, dass alle Arten ähnliche Wasserparameter bevorzugen. Die Platys nehmen alle Wasserschichten ein, sodass bodenorientierte Arten wie Panzerwelse eine gute Ergänzung darstellen.

Ernährung & Fütterung

Als Omnivore ernährt sich Xiphophorus variatus in der Natur von Würmern, Krebstieren, Insekten, Ringelwürmern, Zoobenthos, Detritus, Pflanzenmaterial, Algen und Phytoplankton. Im Aquarium nimmt die Art bereitwillig alle gängigen Futtersorten an: Trockenfutter in Form von Flocken oder Granulat, Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven, Artemia oder Daphnien sowie pflanzliche Kost. Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert Gesundheit und Farbenpracht. Gefüttert werden sollte 1-2 mal täglich in kleinen Portionen, die innerhalb weniger Minuten aufgenommen werden. Vegetarische Komponenten wie Spirulina-Flocken oder blanchiertes Gemüse (Gurke, Zucchini) sollten regelmäßig angeboten werden. Jungtiere benötigen mehrere kleine Fütterungen täglich mit feinem Aufzuchtfutter oder frisch geschlüpften Artemia-Nauplien.

Zucht & Vermehrung

Die Zucht von Xiphophorus variatus ist ausgesprochen einfach und erfolgt meist ohne besondere Maßnahmen. Als lebendgebärende Art (vivipar) werden die Eier im Mutterleib befruchtet und die Jungfische vollständig entwickelt geboren. Die Geschlechter sind leicht zu unterscheiden: Männchen bleiben mit etwa 5 cm kleiner, besitzen ein Gonopodium (umgewandelte Afterflosse) und sind oft farbenprächtiger. Weibchen werden bis 7 cm groß und zeigen einen runderen Körperbau. Die Trächtigkeit dauert etwa 4-6 Wochen, wobei pro Wurf 20-80 Jungfische geboren werden können. Spezielle Zuchtauslöser sind nicht erforderlich – gute Fütterung und stabile Wasserwerte genügen. Die Elterntiere zeigen keinen ausgeprägten Brutpflegeinstinkt und können die eigenen Jungen fressen, weshalb dichte Bepflanzung als Versteck wichtig ist. Alternativ können trächtige Weibchen in Ablaichboxen gesetzt oder Jungfische nach der Geburt separiert werden. Die Aufzucht ist unkompliziert mit feinem Flockenfutter oder Artemia-Nauplien.

Gesundheit & typische Probleme

Xiphophorus variatus gilt als sehr robuste und krankheitsresistente Art. Bei optimalen Haltungsbedingungen treten selten gesundheitliche Probleme auf. Typische Aquarienkrankheiten wie Ichthyophthirius (Weißpünktchenkrankheit) können bei Stress oder schlechter Wasserqualität auftreten. Vorbeugend wirken regelmäßige Wasserwechsel, stabile Wasserwerte und eine ausgewogene Ernährung. Überfütterung sollte vermieden werden, da sie zu Verfettung und Verdauungsproblemen führen kann. Bei Neubesatz ist eine Quarantäne empfehlenswert, um Krankheitseinschleppung zu verhindern. Auffälligkeiten wie eingeklemmte Flossen, Schaukeln, Luftschnappen oder Farbverlust deuten auf Probleme hin und erfordern eine Überprüfung der Wasserwerte. Die hohe Vermehrungsrate kann bei Überpopulation zu Stress und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen, weshalb Bestandsregulierung wichtig ist.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN Red List
Xiphophorus variatus ist nicht bewertet (NE). Es liegt keine aktuelle Gefährdungseinschätzung vor.

CITES
Die Art ist nicht im Washingtoner Artenschutzübereinkommen gelistet. Es bestehen keine internationalen Handelsbeschränkungen.

WISIA (Deutschland)
Xiphophorus variatus ist in Deutschland nicht geschützt und unterliegt keinen artenschutzrechtlichen Bestimmungen nach BNatSchG oder EG-Verordnung 338/97. Ein Herkunftsnachweis ist nicht erforderlich.

Verantwortungsvolle Haltung: Trotz fehlender Schutzbestimmungen sollten Aquarianer verantwortungsvoll mit der Art umgehen. Besonders wichtig ist, niemals Aquarienfische in natürliche Gewässer auszusetzen. Xiphophorus variatus hat bereits invasive Populationen in Hawaii, Florida und Montana etabliert, was negative Auswirkungen auf heimische Ökosysteme haben kann. Bei Überpopulation sollten Jungfische an Zoofachgeschäfte, andere Aquarianer oder Züchter abgegeben werden. Eine kontrollierte Zucht durch Geschlechtertrennung kann die Vermehrungsrate regulieren.


Häufig gestellte Fragen

Wie groß sollte das Aquarium für Variable Platys sein?
Für eine kleine Gruppe von 5-6 Tieren reicht bereits ein 54-Liter-Becken (60x30x30 cm). Aufgrund der hohen Vermehrungsrate ist jedoch mittelfristig ein größeres Aquarium ab 100 Litern empfehlenswert, um der wachsenden Population gerecht zu werden.

Wie unterscheide ich Männchen und Weibchen?
Männchen bleiben mit etwa 5 cm kleiner und schlanker, besitzen ein Gonopodium (stabförmige Afterflosse) und sind oft farbenprächtiger. Weibchen werden bis 7 cm groß, haben eine fächerförmige Afterflosse und einen runderen, fülliger wirkenden Körperbau, besonders wenn sie trächtig sind.

Wie oft vermehren sich Variable Platys?
Bei guten Bedingungen kann ein Weibchen alle 4-6 Wochen Junge bekommen, wobei pro Wurf 20-80 Jungfische geboren werden. Eine einzelne Befruchtung kann für mehrere Würfe ausreichen, da Weibchen Spermien speichern können. Dies führt schnell zu Überpopulation, wenn nicht reguliert wird.

Können Variable Platys mit Guppys zusammen gehalten werden?
Ja, Variable Platys und Guppys sind ideale Beckengefährten, da beide friedlich sind und ähnliche Wasserwerte bevorzugen. Beide Arten sind lebendgebärend und vermehren sich leicht, was bei der Planung der Beckengröße berücksichtigt werden sollte. Kreuzungen zwischen beiden Arten sind nicht möglich.

Was fressen Variable Platys am liebsten?
Als Allesfresser nehmen sie bereitwillig Flockenfutter, Granulat, Frost- und Lebendfutter wie Mückenlarven oder Artemia an. Wichtig ist auch pflanzliche Kost wie Spirulina-Flocken oder blanchiertes Gemüse (Gurke, Zucchini). Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert Gesundheit und intensive Färbung, besonders bei Zuchtformen wie dem Hawaiian Platy.



Wissenschaftliche Quellen