Pelvicachromis pulcher

Pelvicachromis pulcher - Purpurprachtbarsch

Pelvicachromis pulcher
Purpurprachtbarsch

Pelvicachromis pulcher - Purpurprachtbarsch

Pelvicachromis pulcher
Purpurprachtbarsch

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Pelvicachromis pulcher
Purpurprachtbarsch

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Pelvicachromis pulcher
Purpurprachtbarsch

Pelvicachromis pulcher - Purpurprachtbarsch

Wissenschaftlicher Name
Pelvicachromis pulcher
Familie
Cichlidae (Buntbarsche)
Ordnung
Buntbarschartige (Cichliformes)
Name
Purpurprachtbarsch (auch Königscichlide oder Kribensis)
Herkunft
Westafrika (insbesondere Nigeria Nigeria, Kamerun Cameroon und Benin Benin)
Lebensraum
Ruhige, schattige Waldbäche und stehende Gewässer
Ernährung
Omnivor (Allesfresser); bevorzugt Lebend-, Frost- und feines Granulatfutter
Größe
Männchen bis zu 10 cm, Weibchen ca. 7 bis 8 cm
Lebenserwartung
5 bis 9 Jahre
Temperatur
24° - 27° C (Toleranzbereich: 22° - 28° C)
pH-Wert
6,0 - 7,5
Gesamthärte
5° - 15° dGH
Karbonathärte
2° - 10° dKH
Haltung
Paarweise in Aquarien ab 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter); benötigt Höhlen und dichte Bepflanzung
Schwierigkeitsgrad
Einfach / Für Anfänger geeignet
Sozialverhalten
Friedlicher, monogamer Revierbildner; während der Brutpflege sehr territorial und aggressiv gegen Beifische
IUCN-Status
Nicht gefährdet (LC / Least Concern)
Verbreitungskarte & Fundort
Der Purpurprachtbuntbarsch wird in der Ichthyologie fachlich als Pelvicachromis pulcher bezeichnet. Der Gattungsname setzt sich aus den lateinischen Begriffen pelvica für Becken und chromis für Barsch zusammen, was auf die oft auffällig gefärbten Bauchflossen hindeutet. Das Artattribut pulcher stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „schön“ oder „prächtig“ – ein Name, den dieser farbenfrohe Fisch zweifellos zu Recht trägt. In der Aquaristik wird er von Liebhabern oft auch liebevoll verkürzt als „PPPBB“ oder schlicht als Königscichlide bezeichnet.

Optik & Verhalten

Bei dieser Art liegt ein deutlicher und faszinierender Geschlechtsdimorphismus vor, wobei die Männchen mit einer Gesamtlänge von bis zu zehn Zentimetern ein gutes Stück größer werden als die Weibchen, die meist nur maximal sieben bis acht Zentimeter erreichen. Die Männchen besitzen zudem lang ausgezogene, spitz zulaufende Rücken-, After- und Bauchflossen. Farblich sind beide Geschlechter eine Augenweide: Der Körper zeigt eine olivbraune Grundfarbe, die von einem dunklen Längsband durchzogen wird. Das absolute Highlight ist jedoch die Bauchpartie, die sich insbesondere bei den Weibchen während der Balz- und Brutzeit in ein tiefes, leuchtendes Purpurrot verwandelt. Das Verhalten des Purpurprachtbuntbarschs ist als ausgesprochen territorial, aber dennoch verhältnismäßig friedlich zu beschreiben. Sie sind treue Höhlenbrüter, die feste Paare bilden und gemeinsam ein Revier verteidigen, außerhalb der Brutzeit jedoch ruhig durch die unteren und mittleren Wasserbereiche ziehen.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Die ursprüngliche Heimat des Pelvicachromis pulcher liegt im westlichen Afrika, genauer gesagt im Mündungsgebiet des Nigerflusses in Nigeria sowie in Teilen Kameruns. Dort bewohnt er langsam fließende, schattige Waldbäche und stehende Gewässerzonen. Eine Besonderheit seines Habitats ist, dass diese Gewässer im küstennahen Tiefland liegen, weshalb die Fische in der Natur sowohl in reinem Süßwasser als auch in leichtem Brackwasser mit geringem Salzgehalt anzutreffen sind. Die Biotope sind dicht bewachsen und zeichnen sich durch einen hohen Anteil an organischem Material, Totholz und Falllaub am schlammig-sandigen Boden aus.

Artgerechte Haltung im Aquarium

Für die erfolgreiche Pflege eines Paares wird ein Aquarium mit einer Mindestkantenlänge von achtzig Zentimetern empfohlen, was einem Wasservolumen von rund einhundert Litern entspricht. Der Purpurprachtbuntbarsch gilt als einer der anpassungsfähigsten und robustesten Zwergbuntbarsche überhaupt, weshalb er seit Generationen zu den absoluten Klassikern für den Einstieg in die Cichlidenhaltung zählt. Er verzeiht kleinere Schwankungen der Wasserwerte problemlos, stellt jedoch während der Brutzeit hohe Ansprüche an die Revierabgrenzung, um Stress für die restlichen Beckenbewohner zu vermeiden.

Aquarium-Einrichtung
Die Gestaltung des Aquariums muss zwingend den Bedürfnissen eines Höhlenbrüters entsprechen. Das bedeutet, dass mehrere Wohn- und Bruthöhlen in Form von halbierten Kokosnussschalen, speziellen Tonfeenhölzern oder standsicheren Schieferaufbauten angeboten werden müssen, deren Eingänge idealerweise etwas vom freien Sichtfeld des Beckens abgewandt sind. Als Bodengrund ist feiner, abgerundeter Sand oder feiner Kies unverzichtbar, da die Fische während der Brutvorbereitung leidenschaftlich gerne Sand aus den Höhlen heraustragen. Eine dichte Bepflanzung mit robusten Arten wie Echinodorus, Vallisnerien oder Anubias im Hintergrund schafft natürliche Sichtbarrieren und Rückzugszonen, während im Vordergrund ausreichend freier Schwimmraum verbleiben sollte.

Wasserwerte & Technik
Bezüglich der Wasserparameter erweist sich Pelvicachromis pulcher als extrem anpassungsfähiger Pflegling, der sowohl in weichem als auch in mittelhartem Wasser erfolgreich gehalten werden kann. Die ideale Wassertemperatur liegt in einem tropischen Spektrum zwischen vierundzwanzig und siebenundzwanzig Grad Celsius. Der pH-Wert sollte sich im leicht sauren bis leicht alkalischen Bereich zwischen 6,5 und 7,5 bewegen. Eine standardmäßige Innen- oder Außenfilterung, die für klares und schadstoffarmes Wasser sorgt, ist vollkommen ausreichend, da die Fische keine übermäßig starke Strömung bevorzugen. Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel unterstützt die Vitalität und regt zudem die Laichbereitschaft der Tiere an.

Gruppenhaltung & Sozialverhalten
Das Sozialverhalten ist strikt monogam geprägt. Die Fische finden sich zu festen Paaren zusammen, die oft ein Leben lang treu zusammenbleiben. Eine Haltung von mehreren Paaren oder mehreren Männchen in einem Standardaquarium unter einhundertfünfzig Zentimetern Kantenlänge führt unweigerlich zu heftigen, dauerhaften Revierkämpfen und starkem Stress. Aus diesem Grund ist die paarweise Haltung die einzig artgerechte Option für normale Heimaquarien. Außerhalb der Fortpflanzungszeit verhalten sich die Partner meist harmonisch zueinander, es kann jedoch vorkommen, dass das Männchen das Weibchen kurzzeitig treibt, wenn dieses noch nicht laichbereit ist.

Vergesellschaftung mit anderen Arten

Kommentar von Aquarium-Dietzenbach:

Der aus Westafrika, genauer gesagt aus dem Süden Nigerias, kommende Cichlide ist ein Evergreen der Aquaristik. In den 80 er Jahren waren das die Renner, als die Tiere fast ausgewachsen als Nachzuchten aus Südostasien kamen.

Leider waren die Tiere aus Südostasien nach wenigen Jahren qualitativ nicht mehr in Ordnung und hatten sehr große Probleme mit Flagellaten. Bis heute konnten wir keine zuverlässige Quelle mehr finden und haben uns entschieden, diese Tiere in unser Zuchtprogramm aufzunehmen.

Die Tiere sind problemlos in der Haltung, legen keinen besonderen Wert auf die Wasserbeschaffenheit, wobei mittelhartes Wasser bevorzugt wird. Sie können auch problemlos in einem Gesellschaftsaquarium gehalten werden, wo sie in der Regel keine anderen Fische belästigen. Ausnahme ist, während Jungtiere gepflegt werden. Dann werden diese Jungen mit allem verteidigt, was geht. Beide Eltern kümmern sich um den Nachwuchs.

Die Tiere werden ca. 10 cm groß und fressen alles, was der Zoofachhandel zu bieten hat.

Wenn Sie sich für die Tiere interessieren, kaufen Sie entweder ein Paar oder eine kleine Gruppe mit Jungtieren, in welcher sich die Paare dann selber finden. Die Tiere sind es durchaus von ihrem Aussehen und auch von ihrem Verhalten wert, gepflegt zu wer-den und auch mal zur Zucht gebracht zu werden.

Ein sehr interessanter Zuchtbericht von unserem Züchter Walter Hilgner finden Sie unter "Zuchtprojekte".
 Der Purpurprachtbuntbarsch ist ein hervorragender Kandidat für ein gut strukturiertes Gesellschaftsbecken. Da er sich vorwiegend in Bodennähe aufhält, lassen sich die oberen und mittleren Wasserschichten ideal mit lebhaften afrikanischen oder südamerikanischen Salmlern, Bärblingen oder größeren Lebendgebärenden wie Schwertträgern besetzen. Eine Vergesellschaftung mit Panzerwelsen oder anderen bodenlebenden Fischen ist hingegen mit Vorsicht zu genießen: Sobald das Buntbarschpaar laicht, verteidigen sie den Bodenbereich extrem rabiat, wodurch die eher ignoranten Panzerwelse dauerhaft attackiert und gestresst werden würden. Zwerggarnelen werden von den Barschen zudem als willkommener Snack betrachtet und eignen sich nicht als Mitbewohner.

Ernährung & Fütterung

In ihren Heimatgewässern ernähren sich die Fische omnivor, wobei sie den Bodengrund nach fressbaren Partikeln durchsieben. Sie nehmen Algenaufwuchs, Detritus, kleine Würmer, Insektenlarven und Kleinkrebse auf. Im Aquarium sind sie absolut unkomplizierte Pfleglinge und akzeptieren jede Form von handelsüblichem Flockenfutter, Granulaten oder speziellen Cichliden-Pellets. Für eine vitale Gesundheit, kräftige Farben und ein erfolgreiches Brutverhalten sollte der Speiseplan regelmäßig durch Frost- und Lebendfutter wie Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven sowie Wasserflöhe aufgewertet werden. Auch pflanzliche Kost in Form von Spirulina-Flocken wird gerne angenommen.

Zucht & Vermehrung

Die Vermehrung dieses Zwergbuntbarschs gilt als extrem produktiv und gelingt im Aquarium meist ganz von allein, weshalb die Art oft als „Anfängerfisch für Züchter“ bezeichnet wird. Das Weibchen signalisiert seine Laichbereitschaft durch intensives Abknicken des Körpers und das Präsentieren des tiefvioletten Bauches. Die Eiablage findet gut geschützt an der Decke oder den Innenwänden einer Bruthöhle statt. Nach der Befruchtung übernimmt das Weibchen die direkte Brutpflege in der Höhle, während das Männchen das Außenrevier vehement gegen Eindringlinge verteidigt. Nach dem Schlupf und dem Aufbrauchen des Dottersacks führen beide Elternteile den dichten Jungfischschwarm im Familienverband durch das gesamte Aquarium. Die Jungfische können sofort mit frisch geschlüpften Artemia-Nauplien oder fein zerriebenem Staubfutter ernährt werden.

Gesundheit & typische Probleme

Aufgrund ihrer robusten Natur sind diese Buntbarsche wenig anfällig für Krankheiten. Das häufigste Problem in der Aquarienpraxis resultiert aus Überbesatz oder mangelnden Versteckmöglichkeiten, was zu chronischem Stress führt und das Immunsystem schwächt. In solchen Fällen können die Fische an der klassischen Pünktchenkrankheit oder bakteriellen Flossenfäule erkranken. Ein weiteres Phänomen betrifft das Geschlechterverhältnis des Nachwuchses: Die Temperatur und der pH-Wert während der Eiablage und Larvenentwicklung haben einen starken Einfluss darauf, ob mehr Männchen oder Weibchen entstehen. Ein sehr saurer pH-Wert führt oft zu einem extremen Männchenüberschuss, während ein leicht alkalisches Milieu meist mehr Weibchen hervorbringt.

Schutzstatus & Verantwortung

IUCN
In der Roten Liste der gefährdeten Arten der IUCN wird Pelvicachromis pulcher als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft. Die Bestände in Westafrika gelten als stabil. Da die Art seit Jahrzehnten in enormen Stückzahlen weltweit erfolgreich nachgezüchtet wird, ist der Handel im Grunde völlig unabhängig von Wildfängen, was die natürlichen Populationen schont.

CITES
Der Purpurprachtbuntbarsch unterliegt keinerlei Handelsbeschränkungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES). Der Erwerb, die Haltung und die Weitergabe von Nachzuchten sind international völlig frei und an keine speziellen Dokumente gebunden.

WISIA
Im deutschen Artenschutz-Informationssystem WISIA ist der Fisch nicht als geschützte oder streng geschützte Art gelistet. Für private Halter bestehen in Deutschland somit keinerlei gesetzliche Dokumentations-, Nachweis- oder Meldepflichten bei den Behörden.

Häufig gestellte Fragen

Warum attackiert mein Purpurprachtbuntbarsch-Paar plötzlich alle anderen Fische?
Dieses Verhalten ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass das Paar entweder mitten in den Laichvorbereitungen steckt oder bereits Eier in einer Höhle abgelegt hat. Während der Brutpflege verteidigen die Fische einen Radius von etwa dreißig bis vierzig Zentimetern rund um ihre Höhle extrem aggressiv. Sorge in diesem Fall für ausreichend dichte Pflanzen und Sichtschutz, damit die anderen Fische den Revierbereich meiden können.

Wie alt können Purpurprachtbuntbarsche im Aquarium werden?
Bei artgerechter Haltung, einer abwechslungsreichen Ernährung und guter Wasserhygiene können die farbenprächtigen Cichliden eine Lebenserwartung von fünf bis acht Jahren erreichen. Eine dauerhaft zu hohe Wassertemperatur beschleunigt den Stoffwechsel und kann die Lebensspanne der Tiere etwas verkürzen.

Kann man zwei Weibchen mit einem Männchen halten?
Nein, von einer solchen Haremshaltung wird bei dieser Art dringend abgeraten. Da Pelvicachromis pulcher streng monogam lebt, wird sich das Männchen ein festes Weibchen aussuchen. Das zweite, überschüssige Weibchen wird anschließend von dem harmonierenden Paar als Reviereindringling angesehen und unbarmherzig durch das gesamte Becken gejagt, was im schlimmsten Fall tödlich enden kann.

Was macht man, wenn das Paar permanent zu viel Nachwuchs bekommt?
Da die Fische extrem vermehrungsfreudig und fürsorgliche Eltern sind, kommen in Gesellschaftsbecken oft viele Jungfische durch. Wenn du den Nachwuchs nicht abgeben kannst, hilft es oft, die Bruthöhlen zeitweise aus dem Aquarium zu entfernen. Auch der Verzicht auf gezieltes Füttern der Jungfische im Gesellschaftsbecken sorgt dafür, dass der natürliche Beidedruck durch Mitbewohner die Populationsdichte reguliert.

Woran erkennt man, dass die Fische paarungsbereit sind?
Die Paarungsbereitschaft kündigt sich durch eine extreme Intensivierung der Farben an. Das Weibchen bekommt einen prallen, tief purpurroten bis violetten Bauch und schwimmt das Männchen in S-förmigen Körperkrümmungen an, während es ihm stolz seine Flanken präsentiert. Das Männchen antwortet darauf mit intensivem Liebeszappeln und beginnt gemeinsam mit dem Weibchen, Sand aus der auserwählten Bruthöhle zu schaufeln.